Radikalität ist der neue Realismus: Die Forderungen von Extinction Rebellion

Radikalität ist der neue Realismus: Die Forderungen von Extinction Rebellion

Im Folgenden werden einige zentrale Forderungen von XR unverändert wiedergegeben:

„Die Regierung muss die existenzielle Bedrohung der ökologischen Krise offenlegen und den Klimanotstand ausrufen. Alle politischen Entscheidungen, die der Bewältigung der Klimakrise entgegenstehen, werden revidiert. Die Regierung, die Medien und alle anderen gesellschaftlichen Institutionen müssen kommunizieren, wie dringend notwendig ein Umsteuern ist und was jede:r Einzelne, jede Gemeinde und jedes Unternehmen dazu beitragen kann.„

„Die Regierung muss jetzt handeln, um die vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen bis 2025 auf Netto-Null zu senken. Das Artensterben muss gestoppt werden und der ökologische Raubbau mit allen Mitteln eingedämmt und – wenn möglich – wieder rückgängig gemacht werden. Zentrales Ziel der Gesellschaft ist in Zukunft, das Klima und die Ökosysteme der Erde so zu stabilisieren. dass sie allen Menschen und allen Arten ein sicheres Zuhause bietet.„

„Die Regierung muss eine Bürger:innenversammlung für die notwendigen Maßnahmen gegen die ökologische Katastrophe und für Klimagerechtigkeit einberufen. Darin beraten und entscheiden zufällig ausgewählte Bürger:innen darüber, wie die oben genannten Ziele erreicht werden können. Sie werden dabei von Expert:innen unterstützt. Durch die zufällige Auswahl der Bürger:innen werden alle gesellschaftlichen Gruppen eingebunden. Die Bedürfnisse der Menschen, die von der ökologischen Krise am stärksten betroffenen sind, haben Priorität und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist einzuhalten. Die Regierung verpflichtet sich, die Beschlüsse der Bürger:innenversammlung umzusetzen.„

An dieser Stelle müssen wir (jetzt-handeln.com, GM) einen Einwand erheben: eine Zufallsauswahl von Bürger*innen kann eine sinnvolle Ergänzung für die Findung geeigneter Lösungswege sein, weil sie nicht von vorneherein jene Gruppen von Menschen ausschließt, die nicht in Parteien vertreten sind. Aber eine solche Versammlung ersetzt natürlich NICHT das demokratisch gewählte Parlament und sie ersetzt ebenfalls NICHT die notwendige Fachexpertise in Gremien von Wissenschaftler*innen. Natürlich wissen das auch die Akteure*innen von XR. Eine Idee sieht so aus, dass Bürgerversammlungen verschiedene von Experten*innen vorbereitete Lösungsansätze diskutieren und Empfehlungen aussprechen, die dann wieder den gewählten Parlamentarier*innen vorgelegt werden.

Mehr zur Idee der Bürger*innen Versammlungen (CITIZENS’ ASSEMBLY)

What is a Citizens Assembly?

A citizens’ assembly brings people together to learn, deliberate and make recommendations on an issue of public concern. Similar to jury service, members are randomly selected from the population by a process called sortition. Quotas are used to ensure that the assembly is representative in terms of key characteristics such as gender, age, ethnicity, education level and geography. Assembly members learn about critical thinking before they hear balanced information from experts and stakeholders. The members spend time deliberating in small, facilitated groups and then they draft and vote on recommendations. Citizens‘ assemblies are conducted by non-partisan organisations under independent oversight. They are transparent, inclusive and effective.

The UK Parliament already uses deliberative democracy processes, such as citizens’ assemblies, for example the Citizens’ Assembly on Social Care worked with House of Commons Select Committees and there are three deliberative democracy projects currently running as part of the Innovation in Democracy project. Citizens‘ assemblies around the world – for example in Ireland, Canada, Australia, Belgium and Poland – have demonstrated that the general public can understand complex information, deliberate on options, and make fair and impartial choices.

Citizens’ assemblies are often used to address issues that are deemed too controversial and difficult for politicians to deal with successfully by themselves. In recent years, Ireland’s Citizens’ Assembly has broken the deadlock on two controversial issues: legalising same-sex marriage and the repeal of the ban on abortion. The recommendations of the citizens’ assembly informed public debate and emboldened politicians to advocate for change regarding these issues. The recommendations of their citizens’ assembly on Making Ireland a Leader in Tackling Climate Change is currently being incorporated into the Government’s action plan.

Why is Extinction Rebellion demanding a citizens’ assembly?

This is an emergency. The challenges are big, wide-ranging and complex. And solutions are needed urgently.

Extinction Rebellion believes that part of the problem is the way our parliamentary democracy operates:

  • In the UK’s form of parliamentary democracy, power is in the hands of a few representatives (MPs) who are elected by the public. Over the last 40 years, this form of government has proved itself incapable of making the long-term policy decisions needed to deal effectively with the climate and ecological emergency. The five-year electoral cycle in the representative system of democracy discourages governments attending to long-term issues like climate change.
  • Democratic representatives are lobbied by powerful corporations, seek sympathetic media coverage, and calculate their policies based on potential media and public reactions, as measured by opinion polls. This means politicians often feel unable to propose the bold changes necessary to address the emergency.
  • Opinion polls often gather knee-jerk reactions to loaded questions, and they do not inform the respondent or enable them to explore the implications of different options with others. For an issue as complex as the climate emergency, opinion polling is of limited value.

Here is how a citizens’ assembly on climate and ecological justice can break the deadlock:

  • A citizens‘ assembly on climate and ecological justice will break this deadlock by giving politicians access to public judgements that have been reached in a fair and informed way. This will help politicians to commit to a transformative programme of action justified by the mandate they receive from the citizens’ assembly, reducing the potential public backlash at the ballot-box.
  • Citizens’ assemblies are fair and transparent. Assembly members have an equal chance of being heard and information regarding experts, stakeholders and the materials given to assembly members is shared publicly. This produces informed and democratically legitimate judgements.
  • Citizens’ assemblies can be used when difficult trade-offs are necessary. For example, experts might propose policies on how to meet a 2025 target for net-zero greenhouse gas emissions and the assembly would then decide which one they prefer. For example, they might consider how to mitigate the effects of any changes in economic policies for those in society on low incomes.

External resources on citizens assemblies

So gesehen könnten Bürger*innen Versammlungen ein wichtiges Mittel zur Belebung unserer Demokratie werden.

„Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Forderungen notwendige, erhebliche Veränderungen unserer Lebensstile und -standards sowie des vorherrschenden Systems bedeuten.„

WIR STEHEN VOR DEM ÖKOLOGISCHEN KOLLAPS.

„Die Fakten liegen nicht erst seit dem Report des Weltklimarats (IPCC) vom Oktober 2018 auf dem Tisch; schon 2009 weist eine Studie von WWF und Allianz-Versicherung auf die unberechenbaren Risiken bei Erreichen von „Klima-Kipppunkten“ hin. Selbst im European Strategy and Policy Analysis System (ESPAS) Bericht von 2019 heißt es „Ein Anstieg um 1,5 Grad ist das Maximum, das der Planet ertragen kann. Sollten die Temperaturen nach 2030 höher ansteigen, werden wir […] im schlimmsten Fall das Ende der Menschheit erleben.“

„Die Aus­wirkungen unseres Handelns, seien es CO2-Ausstoss, Fracking, Rodungen, Massentierhaltung, Überfischung und Vermüllung der Meere bedrohen das Leben auf unserem Planeten – das Leben aller Arten. Millionen von Menschen leiden bereits jetzt an den Auswirkungen von Dürren, Über­schwem­mungen und Ver­teilungskriegen.„

„Die Entscheidungen und Handlungen unserer Regierungen stehen in keinem Zu­sammenhang zu der ele­men­taren Bedrohung und der fortschreitenden Zerstörung unseres Lebensraums und unserer Verpflichtung gegenüber nachfolgenden Ge­ne­rationen. Im Gegenteil: Regierungen missachten diese Tatsachen und sie miss­ach­ten das Recht der Öffentlichkeit umfassend und aufrichtig über Risiken und Ausmaße informiert zu werden. Diese Missachtung muss an­gesichts der realen Bedrohung un­seres Aussterbens als kriminell bezeichnet werden.„

„Daher rufen wir zur gewaltfreien Rebellion auf, um gemeinsam die Klimakatastrophe abzuwenden und unser Überleben zu sichern.„

VISION

„Eine Welt, in der wir lebendige, blühende Verbindungen innerhalb unserer Gesellschaft und unserer Umwelt schaffen, die uns Hoffnung bringen und uns ermöglichen, die Richtung für unser Leben und unsere Zukunft zu bestimmen. Eine verbindende inklusive Welt, in der wir Wert auf faire Prozesse gemeinschaftlicher Entscheidungsfindung legen, Kreativität in den Vordergrund stellen und unsere Vielfalt an Gaben anerkennen, begrüßen und fördern.„