Verleugnung des Klimawandels (neu): Psychologie heute: Angst, Abwehr und Hoffnung

Psychologie heute: Angst, Abwehr und Hoffnung

Nicht nur Leugnung bremst den Klimaschutz. Auch Angst und das Gefühl, es sei ohnehin zu spät, können lähmen. Die Forschung zeigt, wie verbreitet diese Gefühle sind und was hilft.

  • In einer Befragung von 10.000 jungen Menschen (16 bis 25 Jahre) in zehn Ländern waren 2021 59 % sehr oder extrem besorgt über den Klimawandel. 84 % waren zumindest mäßig besorgt. (Hickman u. a.)
  • Bei mehr als 45 % der Befragten beeinträchtigten diese Gefühle den Alltag. (Hickman u. a.)
  • Die Belastung hängt eng damit zusammen, wie die jungen Menschen das Handeln ihrer Regierung erleben. Sie fühlten sich eher verraten als beruhigt. (Hickman u. a.)
  • Dauernde Warnungen ohne Ausweg führen oft zu Abwehr: Wer ständig von der „Klimakatastrophe“ hört und keine Lösung sieht, schaltet ab. (klimafakten.de, Handbuch „Über Klima sprechen“, )
  • Auch Druck von außen erzeugt Gegenwehr. Belehren und Moralisieren verstärken die inneren Widerstände. (klimafakten.de, Handbuch „Über Klima sprechen“, )
  • „Es ist sowieso zu spät“ (Doomism) zählt die Forschung zu den Ausreden für das Abwarten. Es klingt besorgt, hat aber dieselbe Wirkung wie Leugnung: Es wird nichts getan. (Lamb u. a.)
  • Was hilft, ist konstruktive Hoffnung. Gemeint ist kein Schönreden, sondern die Erfahrung, dass das eigene Tun etwas bewirkt. (klimafakten.de, Handbuch „Über Klima sprechen“, )

Was heißt das für uns? Klimaangst ist eine vernünftige Reaktion und keine Krankheit. Aus ihr wird Kraft, wenn man mit anderen etwas Konkretes anpackt.