Treibhausgasemissionen nach Quellsektoren

Treibhausgasemissionen nach Quellsektoren

Wo sollen wir anfangen, CO2-Emissionen einzusparen? Die folgenden Abschnitte zeigen, welchen Anteil einzelne Sektoren haben.

Bau: Klimakiller Zement

Für besseren Klimaschutz in der Baubranche ist ein Wandel in der Beton- und Zementindustrie essentiell. Denn acht Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit gehen auf die Zementherstellung zurück.

Der WWF hat 2019 eine Analyse zum Klimaschutz in der Beton- und Zementindustrie erstellt.

Militär

Eine 2019er Studie von Wissenschaftlern der Durham University und der Lancaster University, die von der Royal Geographical Society in Großbritannien veröffentlicht wurde, belegt: Das US-Militär ist einer der größten Klimasünder in der Geschichte, verbraucht mehr flüssige Kraftstoffe und emittiert mehr Kohlenstoff als die meisten Länder.

Auf Basis dieser Daten konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die US-Streitkräfte, wenn man sie als einen Nationalstaat betrachten würde, der 47. größte Verursacher von Treibhausgasen in der Welt wären. Dabei sind aber nur die Emissionen aus der Kraftstoffnutzung berücksichtigt. Das US-Militär verursacht also alleine mehr Emissionen als Staaten wie Portugal, Schweden oder Dänemark.

Im Jahr 2017 verbrauchte das US-Militär jeden Tag etwa 42,9 Millionen Liter Öl, dabei wurden mehr als 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid emittiert. Damit ist das US-Militär weltweit der größte institutionelle Verbraucher von Kohlenwasserstoffen.

Die Grafik ist hier nicht mehr abgebildet (Bildrechte), sie steht bei der Quelle. Quelle: heise.de – Das US-Militär – einer der größten Klimasünder in der Welt

Vgl. auch die (Studie genannte) Informationsbroschüre der Informationsstelle Militarisierung.

Ernährung

Wusstest Du, dass der Verzehr von 1 kg Rindfleisch 12 mal so viel CO2 freisetzt, wie der Genuss der gleichen Menge Tofu? Schau Dir den Vergleich verschiedener Nahrungsmittel an:

Treibhausgas-Emissionen bei der Herstellung verschiedener Nahrungsmittel. Informationen von Christian Rüther zum Klima-Impact verschiedener Nahrungsmittel:

Verkehr

Sind die Autos wirklich das Problem? Oder sind es vielleicht gar die Schiffe? Schau Dir den nachfolgenden Überblick über die CO2-Emissionen verschiedener Verkehrsmittel an:

Zur Ermittlung und Aufbereitung von Informationen aus dem Verkehrsbereich hat das Umweltbundesamt das Computerprogramm TREMOD (Transport Emission Model) entwickeln lassen. Hier kannst Du eine Übersicht über den CO2-Ausstoß aller Verkehrsmittel finden.

Der VDC ergänzt dazu: Die Klimawirksamkeit des Flugverkehrs ist mindestens dreimal höher, als der Treibstoffverbrauch es nahegelegt. Das liegt daran, dass Flugzeuge ihre Emissionen in Höhen ausstoßen, in denen sie größere Schäden anrichten als gleiche Mengen am Boden. Der direkte CO2-Ausstoß von Flugzeugen wird deshalb üblicherweise mit dem so genannten RFI-Faktor (Radiative Forcing Index) multipliziert, um den Klimaschaden zu errechnen. Eine Aufbereitung des Themas „Auto, Bahn, Flugzeug oder Bus= Verkehrsmittel und CO2-Bilanzen“ für den Schulunterricht findest Du hier. Du kannst die Berechnung des CO2-Ausstoßes mit dem CO2-Rechner des WDR personalisieren, indem Du Motorenvariante, Anzahl Personen im Auto etc. angeben kannst.

Wie viel CO2 entsteht bei der Produktion eines Autos?

Das Handelsblatt sagt: ca. 4,5 Tonnen CO2. „…Und Zahlen des Öko-Instituts deuten an, dass (Akku-)Recycling am Ende zu einer CO2-Gutschrift führen könnte. Wird etwa das Aluminium des Autos wiederverwertet, sinkt die CO2-Bilanz im neuen Auto erheblich.“
Der Spiegel bietet einen interaktiven Klima-Rechner für den Autokauf.
Mehr über die Umweltfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen gibt es auf der Seite emobil-umwelt.de.

Emissionen der Schifffahrt

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat 2012 in einer Studie erklärt: „Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr schädliche Schwefeloxide aus als alle 760 Millionen Autos weltweit.“

Daraus wurde dann das Märchen, die Seeschifffahrt stoße mehr CO2 aus, als alle Autos zusammen. Auch mir ist dieses Argument schon begegnet. Ich wusste zwar, dass das offensichtlich falsch ist – aber ohne Zahlen konnte ich nichts entgegnen. Die Zeit Online hat in ihrem Artikel „Kreuzfahrt mit Schwefel“ (erschienen 2017) die Zahlen des NABU korrekt zusammengestellt:

Anzahl Autos im Jahr 2017: 1,25 Milliarden

Ein Kreuzfahrtschiff emittiert so viel CO2 wie 84.000 Autos

Ein Kreuzfahrtschiff emittiert so viel Schwefeldioxid wie 376 Millionen Autos

Ein Kreuzfahrtschiff emittiert so viel Feinstaub wie 1 Million Autos

Trotz dieses alten Missverständnisses bietet der NABU eine gute Seite zum Thema Luftverschmutzung durch Schiffe.

Das Internet als CO2-Schleuder

Wieviel CO2 entsteht beim googeln? Hier ist die Antwort:

„Jedes Log-in bei Facebook oder jede Suchanfrage bei Google negativ auswirken. Handy, Laptop oder Modem schlucken Strom genauso wie die Server, die uns mit der gewünschten Website verbinden. (Nach eigenen Angaben verursacht einmal googeln etwa 0,2 Gramm CO2.) Das Umweltbundesamt errechnete, dass bereits 2015 alleine durch den Stromverbrauch für Betrieb und Kühlung der Server in Deutschland sechs Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht wurden. Eine Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nimmt an, dass sich der Energiebedarf von Servern bis 2025 noch um 60 Prozent erhöhen könnte, weil etwa die Nutzungszeit weiter ansteigt.“ (Quelle: Zeit Online)

Tipps: Ecosia als Suchmaschine nutzen (pflanzt Bäume, wird mit Erneuerbaren betrieben), Posteo als E-Mail-Provider (Betrieb mit Erneuerbaren, Finanzen via Ökobanken, Nutzersicherheit, 1 Euro / Monat). Über WLAN ins Netz gehen verbraucht deutlich weniger Energie, als über mobile Netze (sagt das Bundesumweltamt). Und: Modem beim Verlassen der Wohnung ausschalten.