Was passiert, wenn wir nichts tun?

Was passiert, wenn wir nichts tun?

Was passiert eigentlich, wenn Kipppunkte erreicht werden, und sich die Erde dadurch deutlich über 2 Grad erwärmt?

Vertiefung: Stefan Rahmstorf über die Folgen eines ungebremsten Klimawandels.
Quelle: Zeit online.

(gutes Video, aber leider mit Werbeblock)

Eine ausführliche Darstellung der Folgen einer ungebremsten Erderwärmung findeste Du in der Szenario-Studie (2019): Existential climate-related security risk: A scenario approach (Breakthrough Policy Paper; David Spratt & Ian Dunlop)

Immer wieder wird gefordert (und psychologisch macht das auch Sinn), weg zu kommen von einer Katastrophenrhetorik, weil diese nur zu Reaktanz (unbewusstem reflexartigem Widerstand) führt. Andererseits fragen wir: sind wir Menschen wirklich zu dumm, um zu erkennen, wenn die Hütte brennt? Sind wir wirklich so eingeschränkt, dass klare und unabweisbare Fakten dazu, dass wir tatsächlich auf eine Katastrophe zusteuern, aufgrund psychischer Mechanismen einfach an uns abprallen?

Der Anstieg des Meeresspiegels

CREDITS: © IPCC 2013 (AR5, WG1, Fig. 13.27, p.1204), modified by Gregor Hagedorn, used by permission to Scientists for Future; SOURCE: IPCC 2013 AR5 WG1, Figure 13.27 | Compilation of paleo sea level data, tide gauge data, altimeter data (from Figure 13.3), and central estimates and likely ranges for projections of global mean sea level rise for RCP2.6 (blue) and RCP8.5 (red) scenarios (Section 13.5.1), all relative to pre-industrial values. Scenario 8.5: Assumes more or less constant emissions;

CREDITS: © IPCC 2013 (AR5, WG1, Fig. 13.27, p.1204, modified by Gregor Hagedorn, used by permission to Scientists for Future NOTES: Red Addition: With ca. 5% probabilty, sea level rise may be > 2 m by 2100 (Bamber et al. 2019. Ice sheet contributions to future sea-level rise from structured expert judgment. Proceedings of the National Academy of Sciences. doi:10.1073/pnas.1817205116) SOURCE: IPCC 2013 AR5 WG1, Figure 13.27 |Compilation of paleo sea level data, tide gauge data, altimeter data (from Figure 13.3), and central estimates and likely ranges for projections of global mean sea level rise for RCP2.6 (blue) and RCP8.5 (red) scenarios (Section 13.5.1), all relative to pre-industrial values. Scenario 8.5: Assumes more or less constant emissions;

Wie hoch steigt das Meer? Noch höher als befürchtet, warnt der Weltklimarat in seinem neuen Bericht: Die Flut von morgen. ( Zeit online, 25.9.19)

Gletscherschmelze – es ist schlimmer, als befürchtet

Messungen zeigen, dass z.B. die Himalaya-Gletscher immer schneller schmelzen.

25.6.20: Auch für die Alpen ist ein rapider Schwund der Gletscher inzwischen sicher nachgewiesen: „Our results reveal rapid glacier retreat across the Alps (−39 km² a−1) with regionally variable ice thickness changes (−0.5 to −0.9 m a−1). The strongest downwasting is observed in the Swiss Glarus and Lepontine Alps with specific mass change rates up to −1.03 m.w.e. a−1. For the entire Alps a mass loss of 1.3 ± 0.2 Gt a−1 (2000–2014) is estimated.“

Die Grafik ist hier nicht mehr abgebildet (Bildrechte), sie steht bei der Quelle. (Quelle: Sommer, C., Malz, P., Seehaus, T.C. et al. Rapid glacier retreat and downwasting throughout the European Alps in the early 21st century. Nat Commun 11, 3209 (2020). https://doi.org/10.1038/s41467-020-16818-0)

Vorschaubild zum Video „James Balog: Time-lapse proof of extreme ice loss“

James Balog: Time-lapse proof of extreme ice loss

TED · James Balog · 2009 · 19 Min.

Vorschaubild zum Video „Columbia Glacier, Alaska“

Columbia Glacier, Alaska

YouTube · Google Earth · 2019 · 1 Min.

Es ist schlimmer, als befürchtet. In diesem Video von Zeit-online kannst Du sehen, dass der Klimawandel offensichtlich viel schneller voranschreitet, als Forscher bislang vorausgesagt haben.

Mit Google Timelapse kannst Du Dir einen Bereich auf der Welt heraussuchen und diesen im Zeitraffer, von 1984 bis heute, aus dem Weltall ansehen. Dabei kannst Du nicht nur das Schmelzen der Gletscher erkennen, sondern z.B. auch die Entwaldung in Madagaskar, in Bolivien, oder in Brasilien; oder die Austrocknung des Aral Sees (wobei das nicht am Klimawandel liegt, sondern großteils an der Verwendung zur Bewässerung für den Baumwollanbau).

Fischbestände sind weltweit gefährdet

Bis zu 60 Prozent aller Fischarten sind von Klimawandel bedroht (Zeit Online, 2.7.2020). Diese Aussage stammt aus einer Analyse des Alfred-Wegener-Instituts, die in Science erschienen ist:

„Die Risiken für Fische sind demnach viel größer als bisher angenommen, wenn man berücksichtigt, dass bestimmte Lebensstadien besonders empfindlich auf steigende Wassertemperaturen reagieren. Ein kritischer Engpass im Lebenszyklus der Fische ist die geringe Wärmetoleranz während der Fortpflanzung. Das bedeutet, die Wassertemperatur in den Laichgebieten entscheidet maßgeblich über den Fortpflanzungserfolg der Arten und macht Fische auf diese Weise besonders anfällig für den Klimawandel – im Meer ebenso wie in Seen, Teichen und Flüssen. Den Analysen zufolge gefährdet der ungebremste Klimawandel aufgrund steigender Wassertemperaturen den Fortpflanzungserfolg von bis zu 60 Prozent aller Fischarten“ (Quelle: AWI)

Die Seite zur Klimafolgenforschung für Lehrer*innen (Lehrer-Online) bietet viele anschauliche Informationen.