Was nachweislich wirkt: Lehren aus 1.500 Klimaschutzmaßnahmen
Lange war unklar, welche Klimapolitik wirklich Emissionen senkt. Inzwischen gibt es dazu harte Daten. Eine große Auswertung zeigt: Nicht die Menge der Maßnahmen zählt, sondern ihre Kombination.
- Forschende des PIK und des MCC haben rund 1.500 Klimaschutzmaßnahmen aus 41 Ländern auf sechs Kontinenten ausgewertet. Die Studie erschien 2024 in der Fachzeitschrift Science. (PIK-Pressemitteilung)
- Nur 63 Fälle senkten die Emissionen deutlich – im Durchschnitt um 19 Prozent. (PIK-Pressemitteilung)
- Der wichtigste Befund: Es kommt auf den richtigen Mix an. Besonders wirksam waren Bündel, in denen Preise eine Rolle spielen – etwa CO2- oder Energiesteuern. Verbote allein zeigten keine deutliche Wirkung. (PIK-Pressemitteilung)
- Beispiele: Großbritannien stieg aus der Kohle aus, Norwegen elektrifizierte seine Autos – in beiden Fällen erst erfolgreich im Zusammenspiel mit Steuer- oder Preisanreizen. In Deutschland wirkten die Ökosteuerreform ab 1999 und die Lkw-Maut von 2005. (PIK-Pressemitteilung)
- Der Weltklimarat (IPCC) hat 2022 festgestellt: Mit Maßnahmen, die höchstens 100 US-Dollar pro Tonne CO2 kosten, ließen sich die weltweiten Emissionen bis 2030 mindestens halbieren (gegenüber 2019). Mehr als die Hälfte dieses Potenzials kostet sogar unter 20 Dollar pro Tonne. (IPCC AR6 WG III, Summary for Policymakers)
- Der EU-Emissionshandel zeigt, dass ein CO2-Preis wirkt: Seit seinem Start 2005 sind die Emissionen der erfassten Anlagen EU-weit um 51 Prozent gesunken, in Deutschland um etwa 47 Prozent (Stand 2024). (Umweltbundesamt, Pressemitteilung 29/2025 vom 16)
Was heißt das für uns? Klimaschutz ist kein Ratespiel mehr. Am besten wirkt ein Bündel aus CO2-Preis, Förderung und klaren Regeln – genau das sollten wir von der Politik einfordern.