Lösungsansätze für ein nachhaltiges und faires Wirtschaftssystem
Unternehmensethik
Das Wertesystem eines Unternehmens hat nicht nur große Auswirkungen auf das (Employer) Branding, sondern auch auf die Nachhaltigkeit der Arbeitsgestaltung. Führungskräfte können nur dann erfolgreich sein, wenn sie sich an den Werten orientieren, die im Unternehmen wirklich zählen. Diesen Werten entsprechend leiten Führungskräfte ihre Mitarbeiter.
Nicht zuletzt deshalb ist das Thema Werte ein wichtiger Erfolgsfaktor für nachhaltige Arbeitsgestaltung.
Viele interessante Anregungen zum Thema Ethik finden Sie auf folgender Webseite: https://ethik-heute.org/
Corporate Social Responsibility – CSR
Bei vielen größeren Unternehmen ist zwar ein CSR (Corporate Social Responsibility)-Programm etabliert. Die Herausforderung, explizite Unternehmenswerte glaubwürdig zu vertreten, wird jedoch täglich größer. Angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklung interessieren sich die Menschen sehr dafür, ob sich ein Unternehmen von kurzfristigen Vorteilen leiten lässt oder für die Gesellschaft relevante Werte vertritt. Das Thema Werte tritt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und auch der Stakeholder. Für Unternehmen bedeutet dies eine Chance, sich durch eine konsequente Ausrichtung an Werten positiv zu positionieren.
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Ob eine explizite Unternehmensethik eine solche Wirkung hat, hängt davon ab, inwieweit die vertretenen Werte für die Stakeholder wirklich relevant sind und glaubwürdig gelebt werden. Ethik ist nichts theoretisches, sondern die Antwort auf die ganz praktische Frage: Wie sollen wir handeln? Welche Orientierungspunkte gibt es hierfür und was sind relevante Werte? Es gibt viele Versuche, die Antwort auf diese Fragen auf den Punkt zu bringen. Die sog. „säkulare Ethik“ verweist dabei auf eine Grundtatsache unserer Existenz: die gegenseitige Abhängigkeit und Vernetztheit. Der wohl entscheidende Aspekt bei der Prüfung der wertemäßigen Ausrichtung eines Unternehmens ist, welche Wirkung dieses auf die Gesellschaft und auf das Gemeinwohl hat. Die Gemeinwohl-Matrix zeigt hierfür die wichtigsten Ansatzpunkte auf.
Die Bundesregierung hat das Thema CSR ebenfalls auf die Agenda genommen und einen „Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ ins Leben gerufen. Ich will nicht unken, aber mir schwant da was von „freiwilliger Selbstverpflichtung“ (wir reden von Menschenrechten…). Und so kam es: Weil Freiwilligkeit nicht reichte, gilt seit 2023 das Lieferkettengesetz. Inzwischen werden das deutsche Gesetz und die EU-Richtlinie aber wieder abgeschwächt. (Quelle) Nichtsdestotrotz: Das Thema ist da – und keiner kann mehr dran vorbei.
Hier geht es zu den vom UN Hochkommissariat für Menschenrechte veröffentlichten „Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“ – Umsetzung des Rahmens der Vereinten Nationen „Schutz, Achtung und Abhilfe“.
Leider wird CSR immer wieder für Greenwashing missbraucht, also zur bewussten Verbrauchertäuschung. Wie das funktioniert, erfährst Du bei Reset.org: Greenwashing – die dunkle Seite der CSR.
Lieferketten: Was 2026 vom Schutz der Menschenrechte bleibt
Freiwillige Selbstverpflichtung hat nicht gereicht. Deshalb gibt es seit 2023 das Lieferkettengesetz. Doch Deutschland und die EU schwächen die Regeln gerade wieder ab.
- Der Bundestag berät eine Änderung des Lieferkettengesetzes. Die Berichtspflicht soll wegfallen. Bußgelder soll es nur noch bei schweren Verstößen geben. Stand 05.11.2026 ist das Gesetz noch nicht beschlossen. (Deutscher Bundestag, KW 03/2026)
- Die Wirtschaftskammern begrüßen das. Ihre Sicht: weniger Bürokratie. (DIHK, 19.12.2025)
- Das EU-Lieferkettengesetz gilt nach der Änderung nur noch für sehr große Unternehmen: mehr als 5.000 Beschäftigte und mehr als 1,5 Mrd. Euro Umsatz. Die Pflicht zu einem Klimaplan ist gestrichen. Strafen sind auf höchstens 3 % des Umsatzes begrenzt. (Rat der EU, 24.02.2026)
- Nach einer Auswertung der Organisation SOMO fallen damit europaweit nur noch rund 2.900 Unternehmen unter das Gesetz. (Business & Human Rights Resource Centre)