Über das Web-Projekt

Sinn und Ziel des MetaPortals

Die Fakten sind bekannt.
Wir wissen, dass wir handeln müssen.
Es gibt gute und umsetzbare Lösungen.
Was uns fehlt, ist Entschlossenheit!
Wenn wir entschlossen sind, dann können wir auch etwas tun.
Persönlich und politisch. Jede*r Einzelne.

DASS wir unser Verhalten ändern müssen, ist unausweichlich und kann nicht mehr vernünftig bezweifelt werden. Die Frage ist nur, ob wir das jetzt tun – zu einem Zeitpunkt, zu dem wir noch gestalten können – oder ob wir so lange warten, bis wir gezwungen sind, zu reagieren und unsere Kinder und Enkel dann dennoch mit den Folgen unserer Versäumnisse leben müssen. Ziel dieses Web-Portals ist es, durch Informationen über Fakten und Handlungsmöglichkeiten jene Entschlossenheit zu fördern, die notwendig ist, damit die Erde ein lebensfreundlicher Ort bleibt und die Menschheit eine würdige Zukunft hat. Die Gute Nachricht ist: Wir wissen bereits unglaublich viel und es gibt eine Fülle umsetzbarer Ideen, wie wir handeln können, um unseren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Aber die Quellen zu diesen Informationen zu finden, ist mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Struktur und Funktion des MetaPortals

Diese Webseite entstand und entsteht zunächst aus dem persönlichen Bedürfnis des Erstautors, sich aus dem Dilemma der Unübersichtlichkeit und Komplexitäts-Lähmung zu befreien. Sie entsteht aus der Erfahrung, dass in Diskussionen sämtliche Ebenen vermischt, Fakten und Fantasie frei kombiniert werden und schnell eine argumentatives Chaos entsteht.
Die besten Informationen nützen aber nichts, wenn es keine Orientierung im Hinblick auf Werte und Ziele gibt. Während wir in Bezug auf Fakten noch relativ eine intersubjektiver Übereinstimmung erreichen können (wenn schon keine Objektivität, weil es die nicht gibt), wird es bei Werten und Zielen schon schwieriger. Hier können wir nicht mehr tun, als unsere Werte und Ziele transparent machen.
Die Themenseiten sind nach folgendem Muster aufgebaut:

  1. Welche Fakten können wir als gesichert annehmen? Hier findet Ihr eine Übersicht gut recherchierter Medienartikel, aber auch Zugang zu Originaldokumenten führender Institutionen (Weltklimarat etc.). Wir bitten Euch, uns per E-Mail zu informieren, wenn Ihr falsche oder einseitige Informationen findet und diese zu korrigieren oder zu ergänzen.
  2. Welche Ziele sind – auf der Basis grundlegender Werte – notwendig und realistisch?
  3. Welche Lösungen sind bereits erdacht (aber noch nicht umgesetzt), welche Technologien gibt es bereits, um Probleme zu lösen?
  4. Dann gibt es einen Ideen-Blog zum Mit- und Weiterdenken.
  5. Mit dem Abschnitt „Was kann ich selbst tun“ schlagen wir den Bogen vom Faktenwissen zum persönlichen politischen Handeln.

Es gibt bereits ganz ausgezeichnete Themenportale mit jeweils etwas unterschiedlichen Akzenten. Mehr oder weniger politisch, mehr oder weniger technikorientiert, mehr oder weniger wissenschaftlich oder allgemeinverständlich, mehr oder weniger an den Aktivitäten einzelner Gruppen oder übergreifenden Themen orientiert.
Unsere Idee ist es, mit der Zeit ein Meta-Portal zu schaffen, das die aus unserer Sicht besten und knackigsten Informationen über Links zur Verfügung stellt und diese inhaltlich miteinander verknüpft.

  • Besonders wichtig ist uns die einfache Auffindbarkeit von Themen und Informationen – quasi ein pocket guide, der via Handy überall verfügbar ist. Von Situationen beim Einkaufen, wenn ich nach palmölfreien Produkten suche oder nach einem veganen Restaurant bis hin zu der Frage: Wo kann ich mich engagieren? Wie lege ich mein Geld an – falls vorhanden 😉 Wir sehen uns daher in keinster Weise als Konkurrenz zu den anderen Themen Portalen – ganz im Gegenteil: unsere Aufgabe sehen wir darin, die besten Informationen aus allen Portalen möglichst leicht zugänglich zu machen. Die Idee ist: Wenn Du dieses Meta-Portal in der Tasche hast, bekommst Du jederzeit und von überall her Zugang zu allen Informationen, die Du brauchst, um in sozialen und ökologischen Fragen eine zukunftsweisende Orientierung zu finden.
  • Ebenso wichtig ist es uns, die Wechselwirkungen zwischen den Themenfeldern bewusst zu machen. Als Beispiel sei hier die Wechselwirkung zwischen Ungleichheit, die abstiegsgefährdete Bevölkerungsgruppen („Schichten“) hervorbringt und der Haltung dieser Bevölkerungsgruppen zum Thema Klimawandel oder Migration genannt. Wenn wir das Thema Ungleichheit und ungleiche Chancen nicht angehen, dann werden ganze Bevölkerungsgruppen von einer aktiven Beteiligung an zukunftsweisenden Ideen quasi ausgeschlossen. Ein anderes Beispiel: Wenn wir das Leiden der Tiere weiterhin komplett ignorieren und unser Herz für dieses Leiden verschließen, dann wird es schwierig sein, uns wirklich zu öffnen für die drängenden Probleme bei Themen wie Artenschutz oder soziale Gerechtigkeit.

Da jede Auswahl von Informationen subjektiv ist und auf Werten und Interessen beruht, machen wir diese so explizit wie möglich. So kannst Du selbst prüfen, ob der wertmäßige Hintergrund dieses Meta-Portals für Dich in Ordnung ist und Du somit auch der Auswahl an Informationen in einer gewissen Weise vertrauen kannst. Ganz wichtig ist es uns, vollständig unabhängig zu bleiben von Parteien und sonstigen Gruppierungen. Selbstverständlich nehmen wir auch keine Spenden an, sondern arbeiten ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis. Mit dem Portal sind keinerlei wirtschaftliche Interessen verbunden. 

Unlängst wurde ich gefragt: Was habe ich davon, wenn ich mich mit diesen Themen beschäftige? Meine Antwort: Diese Frage ist zwar verständlich – aber es ist die falsche Frage. Es geht nicht mehr darum, was wir selbst davon haben – es geht darum, was unsere Kinder und zukünftige Generationen davon haben, wenn wir endlich handeln – oder nichts tun.

Warum so viele Themen?

Oft wird die Frage gestellt: Warum werden auf dieser Webseite so viele Themen dargestellt? Das erschlägt einen ja geradezu! Wie soll man sich das zurecht finden?

Ja, das ist eine berechtigte und einfühlbare Frage. Und das ist unsere Antwort:

Die Themen dieser Seite tauchen immer wieder wellenartig in den Medien auf: Die „Flüchtlingskrise“ – dann kommt ein Bericht über das Artensterben – dann brennt im Spätsommer der Amazonas-Urwald – und in letzter Zeit der Klimawandel. Und dann fallen die Themen wieder aus dem Bewusstsein.

Dabei haben die großen Probleme, vor denen die Menschheit, die Welt, heute stehen, durchaus gemeinsame systemische Wurzeln:

Eine verschwenderische, nicht nachhaltige Lebensweise
steht in Wechselwirkung mit einem
kapitalistischen Wirtschaftssystem (Ziel = Geldvermehrung),
das sich vielfach auf illegitime Macht- und Einflussstrukturen stützt
und durch das Fehlen gemeinsam getragener ethischer Werte
ermöglicht wird.

Die tatsächlichen Wechselwirkungen des sozial-ökologisch-ökonomischen Systems sind im Detail hoch komplex und schwer durchschaubar. Das ändert aber nichts daran, dass unser Handeln und Nicht-Handeln stets mit dem ganzen System wechselwirkt. D.h. wir werden durch dieses komplexe System beeinflusst (99,99%), aber wir beeinflussen das System auch selbst (0,01%). Als Einzelne haben wir natürlich kaum Einfluss. Aber wenn in einer Gesellschaft ein hohes Maß an Bewusstheit entsteht und viele Menschen (eine „critical mass“ von 20-30%), ihr Handeln neu ausrichten, dann hat das einen gewaltigen Einfluss.

Wenn sich eine Gesellschaft aber nur auf ein Thema konzentriert – gegenwärtig ist das der Klimawandel – dann kann es passieren, dass die Politik mit ein bisschen Symptombekämpfung daher kommt und alle sagen: ok, passt schon. So wie im September 2019 die Bundesregierung: dann schaffen wir halt Ölheizungen ab und machen Verkehr ein bisschen teurer, das war´s dann.

Mit dieser Haltung kommen wir aber nicht wirklich weiter, da die Probleme viel, viel tiefer liegen. Der Klimawandel ist nur die Spitze des Eisbergs. Natürlich hat es im Gesamtsystem einen Einfluss, wenn wir etwas gegen den Klimawandel unternehmen – wenn wir breit genug denken. Und wenn wir gegen den Klimawandeln umfassend vorgehen, dann berühren wir tatsächlich viele der Themenfelder, um die es hier geht, von der Landwirtschaft über das Tierwohl, bis zur Ungleichheit. Aber Warum das so ist, lässt sich nicht mehr in zwei Sätzen erklären. Daher die vielen Themen.

Zerstörung mit System

Ein erster, einfacher Blick auf den systemischen Zusammenhang zwischen den wichtigen Themen. Die Probleme haben gemeinsame Wurzeln. Deshalb braucht es Lösungen, die an den Wurzeln ansetzen, d.h.: radikal sind. Die Grafik wird gleich im nachstehenden Video erklärt.

Zusammenhang von Kapitalismus, Verschwendungskonsum und Klimawandel
The Big Picture – Skizze 2

Verschwendungskonsum bedeutet hier:

  • Ersatzbefriedigung für andere Bedürfnisse ( Bsp.: Bedürfnis nach Anerkennung und Respekt – SUV)
  • Der Aufwand geht weit über das hinaus, was zur Befriedigung des primären Bedürfnisses erforderlich ist ( Bsp.: Mobilität – 2 Tonnen bewegen, um eine Person zu transportieren)
  • Fehlende Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Kosten bei der Herstellung von Produkten und Dienstleistungen (Bsp.: Baumwoll-Anbau, Abbau seltener Erden, Palmöl, Überfischung)
  • Schlechte Wiederverwendbarkeit oder schlechtes Recycling oder Wegwerfprodukte (Bsp.: Kapsel-Kaffee)
  • Geringe Nutzungsdauer oder geringer Nutzungsintensität der Güter ( Bsp.: 20 Paar Schuhe, die einmal im Monat getragen werden; geplante Obsolenz durch fest verbaute Handy-Akkus)
  • Es werden unwiederbringliche Ressourcen verschwenderisch verbraucht (Bsp.: Erdöl)

Für wen ist dieses Web-Portal gemacht?

Unlängst wurde ich gefragt: Was habe ich davon, wenn ich mich mit diesen Themen beschäftige? Meine Antwort: Diese Frage ist zwar verständlich – aber es ist die falsche Frage. Es geht nicht mehr darum, was wir selbst davon haben – es geht darum, was unsere Kinder und zukünftige Generationen davon haben, wenn wir endlich handeln – oder nichts tun. ABER:

Wenn Du als Leserin oder Leser derzeit von einem ganz anderen Standpunkt ausgehst und ganz andere Positionen vertrittst, als diejenigen die hier in diesem Portal im Fokus sind, dann werden wir Dich vermutlich kaum von etwas anderem überzeugen können. Mit dem Überzeugen ist es eine schwierige Sache. Es geschieht eher von innen heraus und irgendwann ändert sich etwas und ich kann spüren, dass ich an meiner bisherigen Haltung nicht mehr festhalten kann. Ich habe selber so eine Erfahrung gemacht, als ich etwa 17 war. Mein Vater war damals CSU-Mitglied und ich unterwegs mit der CSU Plakette am T-Shirt , weil für mich natürlich klar war: Papa wird schon recht haben, und ich wollte mich auch ein Stück weit mit meinem Vater identifizieren. Und dann habe ich eine Talkshow gesehen, in der Hausbesetzer gesprochen haben und habe gemerkt , dass ich die viel cooler fand, als die Politiker auf den anderen Stühlen. Dass es mich eigentlich viel mehr dazu hinzieht, progressive und alternative Optionen zu vertreten und in meinem Leben auszuprobieren. All die Informationen, die gegen die CSU-Welt meines Vaters sprachen (und die ich ja schon kannte), wurden auf einmal relevant und ich konnte diese Informationen in meine neue Weltsicht integrieren: Die Umweltproblematik, soziale Themen, spirituelle Fragen. Aber hätte jemand versucht, mich von außen zu überreden oder zu überzeugen, dann hätte ich angefangen, die Position meines Vaters zu verteidigen. Ich fürchte, diese Gefahr besteht immer, auch bei diesem Web-Portal. Übrigens: mein Vater, dem früher ein „gescheiter Schweinsbraten“ das Liebste war, ist inzwischen Vegetarier (fast-Veganer) und setzt sich engagiert für Tiere ein, die leiden müssen.

Auch wenn du heute vielleicht AFD wählst, dann ist das Ausdruck dafür, dass wichtige Bedürfnisse für Dich nicht erfüllt sind. Ich könnte mir vorstellen, dass Du Dich ungerecht behandelt fühlst, dass Du Dich nicht anerkannt fühlst, dass Du einfach wütend bist, weil keiner sich mit den Themen auseinandersetzt, die für Dich wichtig sind, weil Du Dich nicht ernst genommen fühlst. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es bessere Wege gibt, für die Erfüllung Deiner Bedürfnisse zu sorgen, als die AFD zu wählen. Letzten Endes kannst Du das nur für Dich selbst wissen. Bitte hab den Mut, Dir einzugestehen, was Dich wirklich bewegt, was Deine wirklichen Motive sind. Doch eines gilt immer schon: Du bist ok. Mitsamt Deinen Bedürfnissen. Und Deine Bedürfnisse sind okay – wir haben im Wesentlichen nämlich alle die gleichen Bedürfnisse (z.B. nach Anerkennung, Bindung und Zugehörigkeit, sexueller Erfüllung, Sicherheit, Selbstwirksamkeit, Sinn, Bedeutsamkeit) – ob reich, ob arm, egal welcher Herkunft. Aber die Strategien, wie wir versuchen, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, die können extrem unterschiedlich sein. Und da fangen dann die Konflikte an…

Dennoch müssen wir uns natürlich fragen: Wer ist eigentlich Unsere Zielgruppe? Wer kann mit diesem Web-Projekt etwas anfangen? Gehörst Du dazu?

Zunächst richtet sich das Web-Portal an alle, die sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen und eine faire Verteilung der Ressourcen dieses Planeten interessieren und angesichts der Entwicklung ernsthaft besorgt sind. Manchen geht es vielleicht wie dem Initiator des Web-Projekts: Sich in der Vielfalt der Themen und Informationsangebote zurechtfinden, ist ziemlich aufwändig. Viele suchen nach Wegen, um ihr Verhalten neu auszurichten und nach für sie passenden Möglichkeiten, um sich zu engagieren. Das braucht Zeit und Überblick. Hier kann das Portal eine Hilfestellung geben.

Dabei ist das, was hier veröffentlicht wird, in vieler Hinsicht eine Provokation – auch für Menschen, die sich bereits um Nachhaltigkeit bemühen. Je tiefer man einsteigt, desto mehr erkennt man, wie viel Luft nach oben ist… Diese Provokations-Hürde muss man erst mal nehmen, um sich weiter mit den Themen zu befassen und wirklich aktiv zu werden.

Was ist mit denen, die sich durch das Leben an sich und „die Politik“ im Besonderen übergangen fühlen – und potentielle AfD-Wähler geworden sind? Menschen, die ihren Ärger über das ständige „Gefühl, in dieser Gesellschaft unten zu sein“ und den Eindruck, dass reichere und etabliertere Leute sie nicht wahrnehmen und auf sie herabsehen, irgendwie fassen und kanalisieren müssen. Diese Menschen suchen (wie wir auch!) nach Informationen, die ihre Überzeugungen stützen – und werden schon deshalb die hier veröffentlichten Texte mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zur Kenntnis nehmen.

Es gibt dennoch einen Grund, warum auch ein*e potentielle*r AfD-Wähler*in erreichbar sein kann: Wir alle wollen in irgendeiner Weise bedeutsam sein. Und das sind wir. Wir leben in einer Zeit, in der die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Und jede*r hat tatsächlich die Möglichkeit, sich daran aktiv zu beteiligen. Das vermittelt Sinn, Struktur und Bedeutsamkeit. Warum also eine Partei der hoffnungslosen Verwirrung wählen? Dieser Schuss geht nach hinten los – und das ahnen viele. An diesem Punkt ist Dialog möglich.

Ein Problem ist dabei die Sprache. Unsere Sprache ist leider schichtspezifisch. Meine Sprache wird für die einen hochgestochen und arrogant klingen (Stichwort: „eingebildetes Arschloch“), für die anderen immer noch zu undifferenziert (na, so kann man das doch nicht sagen…).

Ganz schwierig ist eine dritte Gruppe zu erreichen: die große Masse der Indifferenten. „Da kann man eh nichts machen, mein Einfluss ist minimal (Schuld ist eigentlich die Überbevölkerung und vor alle die Chinesen), Hauptsache mir geht es gut, ich kann in den Urlaub fahren (Thailand im Winter ist geil) und mein Steak essen (schmeckt mir halt, Fleisch ist ein Stück Lebenskraft) und außerdem will ich mich weder mit Katastrophenszenarien (stimmt eh nicht) noch mit irgendwelchen unrealistischen Utopien (geht sowieso nicht) beschäftigen.“ Ich glaube nicht, dass man hier mit ein bisschen nudging und mundgerecht zugeschnittenen Informations- und Apell-Portiönchen weiterkommt.

Wir haben eine Situation, wie 1930, als die braune Masse immer gewalt(tätig)er wurde. Die Themen sind andere, aber es ist ganz klar absehbar, dass Mitläufertum zum Mittätertum wird: Beim Klimawandel, beim Artensterben, bei der Zerrüttung der Demokratie durch Monetokratie. Deshalb hilft hier vielleicht die Frage nach dem Sinn: Auf welches Leben möchte ich zurückblicken, wenn ich einmal sterbe? Was soll mein Beitrag für diese Welt und meine Nachkommen gewesen sein? Diese Gruppe von Menschen wird vielleicht nicht die Texte lesen, aber sie muss erreicht werden – von denen, die sich mit den Fakten, Zielen, Wertgrundlagen und Handlungsoptionen intensiv beschäftigen.

Eine weitere Gruppe könnten diejenigen sein, die die Fakten durchaus ernst nehmen, deren Wirklichkeitsmodell aber so auf das gegenwärtig herrschende Paradigma von Wirtschaft und Gesellschaft fixiert ist, dass sie sich echte Alternativen nicht vorstellen können. Sie fürchten, dass dann vor allem ihre ökonomischen Grundlagen zusammenbrechen würden. 

Was sind diese Paradigmen? Hier ein paar Vorschläge, wie das, was da implizit mitgedacht wird, einmal offen benannt werden könnte: „Eigentum ist unantastbar und deshalb muss man zunehmende Ungleichheit als notwendige Folge der Unterschiedlichkeit von Talent und Geschick hinnehmen.“ „Kinder, die in Deutschland geboren werden (am besten von Deutschen) haben einen größeren Anspruch auf Ressourcen und Wohlstand, als Kinder, die in Ghana oder Bangladesh geboren werden.“ „Wenn wir die Autoindustrie einschränken, bricht die deutsche Wirtschaft zusammen und das bedeutet auch für mich den Verlust der Einkommenssicherheit.“ „Man darf den Menschen Luxus (im Sinne des ökologischen Fußabdrucks – dicke Autos, Flüge, großes Haus) nicht verbieten, weil… (was eigentlich)?“ „Wenn ich mich nicht mehr durch Konsum definieren und von anderen abheben kann, schwindet mein Ansehen.“ „Wenn einer nichts leistet, dann darf er auch nichts bekommen.“ usw. usw. Wenn man das alles so formuliert, sieht man natürlich schnell, dass das, was viele für selbstverständliche Grundlagen unserer Gesellschaft halten, letztlich nur Ideologien sind. 

Es sind oft gerade die gebildeten Schichten, die im gegenwärtigen Freihandels – Wirtschaftsliberalismus – FDP / CDU / (SPD) Denken festhängen. Ob jemand mit dieser Fixierung z.B. Artikel über die Extinction Rebellion oder Gemeinwohlökonomie lesen kann, ohne schon von vorneherein zu wissen, dass das ja alles Kommunismus sei … ? Der Zugang zu dieser Gruppe könnte über den Begriff der Verantwortung laufen (die Pflicht steht bei Konservativen ja eher hoch im Kurs). Je deutlicher das Ausmaß der Bedrohungen wird, desto mehr wird klar, dass nachhaltiges Handeln heute die vornehmste konservative Aufgabe sein muss. Schwieriger ist die implizite Idee, Europäer hätten mehr Anspruch auf Wohlstand, als Menschen, die irgendwoanders geboren sind. Die geistig-emotionale Verhärtung gegenüber allen Lebensformen, die wir nicht zu unserer Gruppe zählen, können wir nur durch Mitgefühl überwinden und das lässt sich nur schwer herbei argumentieren.

Das ist zwar nur eine sehr grobe Struktur – aber Du kannst Dich fragen, zu welcher Gruppe Du gehörst oder wie Du selbst „Deine Gruppe“ oder Position beschreiben würdest. 

Vermutlich handelt es sich hier auch gar nicht um verschiedene Gruppen, sondern um Aspekte, die parallel, in wechselnder Intensität, für viele Menschen eine Rolle spielen. Wenn wir erkennen, dass diese Denkformen auch in uns mal mehr, mal weniger vorhanden sind, dann könnte dies schon ein Weg zum Dialog sein.

Dieses WebProjekt ist leider nicht geeignet, Menschen umzustimmen, die bereits eine verfestigte Meinung haben, welche auf ein Festhalten am Bestehenden gerichtet ist und z.B. Klima-Fakten ausklammert. Diese Seite hat weder Marketing-Qualitäten, noch erfüllt sie die z.B. die Bedingungen für eine wirksame Widerlegung von Falschinformationen. Unser WebProjekt ist viel eher a) Ermutigung und Werkzeug für diejenigen, die Information und Unterstützung für ihr persönliches und politisches Handeln suchen und b) eine Orientierungshilfe für alle, die in der gegenwärtigen Situation verunsichert sind.

Schau Dir zu diesem Thema auch folgende Beiträge an: Stephan Lewandowsky: Die Psychologie zum Klimawandel und Warum will ich etwas bestimmtes glauben?

Wir haben mal den Versuch gemacht, für verschiedene „Idealtypen“ mögliche Einstiegswege in die Themen dieser Seite darzustellen – vielleicht spricht Dich ja einer dieser „Typen“ an? (Und wenn Du Dich da gar nicht wiederfindest – beschreibe uns doch mal Deinen Typ und Deinen Einstieg in die Themen)

Hier bekommst Du Deine persönliche Einladung: Spezial-Menüs für jeden Nachhaltigkeits-Typ (klick)

Hier geht es zur detaillierten Sitemap (klick)

Bei unserem Projekt mitmachen

Bei unserem Web-Projekt mitmachen geht ganz einfach: Du findest eine Information (vorzugsweise im Internet verfügbar) und schickst uns den Link per E-Mail. Wenn Du den Inhalt des Links auch noch in 2-3 Sätzen zusammenfasst, ist das sehr willkommen. Wir freuen uns auf Deine Nachricht! Wir sind auch gerne bereit, uns mit Kritik auseinanderzusetzen, wenn sie auf dem Niveau geäußert wird, das wir hier anzubieten versuchen.

Jetzt-handeln.com wird ständig weiterentwickelt. Mehrmals wöchentlich erscheinen neue Beiträge. Auch wenn es unmöglich erscheinen mag, auch nur die wichtigsten Informationen zur Nachhaltigkeit auf einer Webseite zu bündeln, so ist der Weg dorthin doch lohnend. Mit jeder Recherche tun sich neue Perspektiven auf – einerseits was das Ausmaß der Probleme angeht, andererseits die unglaubliche Kreativität und das große Engagement vieler Menschen, die sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen und für ein gerechteres Wirtschaftssystem einsetzen.

Die Seite selbst wird noch in vielen Aspekten verbessert werden:

Wir werden zunächst alle wesentlichen Themen anlegen. Dann werden wir alle Quellen noch einmal kritisch prüfen und hier auf möglichst hohe Qualität achten. Es wird mehr Zusammenfassungen zu verlinkten Seiten geben und features zum Öffnen und Schließen einzelner Beiträge.

Es braucht gutes und tiefgehendes Bildmaterial (Quellen sind schon bekannt), die Verlinkung zwischen Themen soll den inneren Zusammenhang aufzeigen und – am wichtigsten – die Übersichtlichkeit muss noch deutlich verbessert werden. Aber da das Projekt auf Dauer angelegt ist, darf es auch noch reifen.

Das Web-Projekt lief ursprünglich unter der URL „was-sollen-wir-tun.de“, wir ziehen derzeit auf die URL „jetzt-handeln“ um, was bisher aber noch nicht reibungslos funktioniert. Daher findest Du in der Browserzeile nach wie vor die alte URL. Außerdem muss die Seite für die verschiedenen Browser „sicher“ gemacht werden. Glücklicherweise gibt es hier Unterstützung von IT-Profis, aber es geht nicht von heute auf morgen.

Dennoch: Unsere Webseite ist jetzt so weit, dass es sich bereits lohnt, sich damit auseinanderzusetzen. Bei den FfF-Demonstrationen am 20. September haben wir mit der Verteilung von 10.000 Mini-Flyern begonnen, um eine weitere Verbreitung des WebProjekts anzustoßen.

Und zur Erholung: Web-Ausblicke über den Tellerrand – eine kleine Link-Sammlung

Schau Dir mal die Videos von Dave Hakkens auf Story Hopper an.

Urknall, Weltall und das Leben mit Josef Gassner und Harald Lesch. Um es mit Katie Melua zu sagen: „We are twelve billion lightyears from the edge. That´s a gues…“