Ressourcen der Erde · Mobilität
Mobilität
Was der Verkehr für Klima, Städte und Menschen bedeutet, wie eine Mobilitätswende in Stadt und Land aussehen kann – und was Du selbst tun kannst.
Inhalt
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Auf einen Blick
Kurz zusammengefasst, Stand November 2026:
- Der Verkehr ist das Sorgenkind des Klimaschutzes: 2025 stieß er in Deutschland 146,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus, 2,1 Millionen Tonnen mehr als 2024 (Umweltbundesamt).
- Sein Anteil an allen Treibhausgasen ist von 13,1 Prozent (1990) auf etwa 22,3 Prozent (2024) gestiegen, weil der Verkehr kaum weniger ausstößt, während andere Bereiche deutlich gesenkt haben.
- Am 1. Januar 2026 waren in Deutschland fast 49,5 Millionen Pkw zugelassen. Jeder dritte neue Pkw war 2025 ein SUV, fast jeder fünfte war rein elektrisch (19,1 Prozent).
- Ein Elektroauto, das 2025 in Europa verkauft wird, verursacht über sein ganzes Leben rund 73 Prozent weniger Treibhausgase als ein Benziner, die Herstellung schon eingerechnet (ICCT 2025).
- Für Autos ist Wasserstoff nach heutigem Stand keine gute Lösung: Ein Brennstoffzellen-Pkw braucht pro Kilometer zwei- bis dreimal so viel Strom wie ein Batterieauto. Pkw-Wasserstofftankstellen werden geschlossen (Umweltbundesamt, H2 Mobility).
- Das Deutschlandticket kostet 2026 63 Euro, rund 14,6 Millionen Menschen haben es (Ende 2025). Laut der Evaluation des Bundes spart es rund 2,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr.
- Städte wie Paris zeigen, wie schnell sich etwas ändern kann: Dort werden innerhalb der Stadt inzwischen mehr Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt (11,2 Prozent) als mit dem Auto (4,3 Prozent).
Quellen: Umweltbundesamt: Treibhausgasdaten zeigen: Klimaschutz braucht neuen Schub (PM 08/2026, 14.03.2026) · Umweltbundesamt: Emissionen des Verkehrs (Stand 28.04.2026) · KBA: Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026 (PM 09/2026) · KBA: Fahrzeugzulassungen im Dezember 2025 – Jahresbilanz (PM 01/2026) · electrive: EVs are getting cleaner faster than expected (zur ICCT-Studie, 09.07.2025) · Umweltbundesamt: Wasserstoff im Verkehr – häufig gestellte Fragen (Stand 30.04.2026) · electrive: H2 Mobility schließt 22 H2-Tankstellen (03.03.2025) · VDV: ÖPNV-Bilanz 2025 (PM 27.01.2026) · Clean Energy Wire: Germany’s flat-rate transport ticket working for mobility and climate – govt evaluation (15.04.2026) · The Local (AFP): Bikes overtake cars as means of transport in Paris (12.04.2024)
So ist diese Seite aufgebaut
Die Seite ist in 5 Teile gegliedert. Ein Klick auf einen Teil springt dorthin. Das Verzeichnis „Auf dieser Seite“ läuft am Rand mit, auf dem Smartphone öffnet es der Knopf „Inhalt“ links unten.
- Teil 1: Der Verkehr und das Klima – Klimawirkung des Verkehrs, SUVs und warum die Emissionen kaum sinken
- Teil 2: Ziel: eine Revolution des Nahverkehrs – was sich ändern muss und wo das Deutschlandticket heute steht
- Teil 3: Ideen für Stadt und Land – eine Vision für ein grundlegend neues Verkehrskonzept
- Teil 4: Antriebe, Räder und Fahrzeuge – Wasserstoff, Lastenrad und E-Bike, Elektroauto, jeweils mit dem Stand von heute
- Teil 5: Was Du selbst tun kannst – Checkliste für nachhaltige Mobilität und Aktionen zum Mitmachen
„Schnell informiert“ zeigt diese Zusammenfassung und je Teil eine kurze Übersicht mit Videos. „Deep Dive“ zeigt dazu alle Abschnitte mit den Texten von Gottfried Müller und den Vertiefungen zum Aufklappen. Umschalten kannst Du oben auf der Seite und im Verzeichnis.
Schwarz sind die Texte von Gottfried Müller. Blau sind Ergänzungen und Aktualisierungen, die mit KI recherchiert und mit Quellen belegt sind (Stand November 2026).
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Zur Hauptseite:
Ressourcen der ErdeHome – jetzt handeln:
Worum es hier gehtWenn Dich vor allem Lösungsideen für neue Verkehrskonzepte interessieren, bietet das neue Online-Angebot von Reset.org zur Mobilitätswende mehr und aktuellere Informationen als diese Seite: Hier geht es zur Mobilitätsseite von Reset.org. Auf dieser Seite findest Du Argumente für eine grundlegende Mobilitätswende. Lass Dich gerne von meiner Vision für ein grundlegend neues Verkehrskonzept inspirieren.
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Teil 1 von 5
Der Verkehr und das Klima
Der Verkehr ist der Bereich, in dem Deutschland beim Klimaschutz am wenigsten vorankommt. Hier stehen die Zahlen und die Gründe, auch der Trend zu immer größeren Autos.
In diesem Teil:
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Fakten zum Verkehr

In Deutschland gibt es über 47 Millionen PKWs (am 1. Januar 2026 waren es fast 49,5 Millionen, laut Kraftfahrt-Bundesamt), die 2025 zusammen 562,3 Milliarden Kilometer zurücklegten, im Schnitt 10.616 Kilometer je Auto (Quelle). Der durchschnittliche Auslastungsgrad von PKWs liegt bei 33%.
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Klima-Impact
Mittlere CO2-Emissionen von Neufahrzeugen in Europa (Eurostat)
Short Description: The indicator is defined as the average carbon dioxide (CO2) emissions per km by new passenger cars in a given year. The reported emissions are based on type-approval and can deviate from the actual CO2 emissions of new cars.
Übersicht über den CO2-Ausstoß verschiedener Verkehrsmittel.
Die Werte des Umweltbundesamts (Bezugsjahr 2024): Pro Person und Kilometer verursacht ein Inlandsflug 290 g Treibhausgase, ein Pkw 164 g (Elektroauto 70 g), ein Linienbus 90 g, ein Nahverkehrszug 44 g, Straßen- und U-Bahn 42 g, ein Fernbus 30 g, ein Fernzug 26 g und ein Pedelec 3 g. (Quelle)
Der VCD ergänzt dazu: Die Klimawirksamkeit des Flugverkehrs ist mindestens dreimal höher, als der Treibstoffverbrauch es nahegelegt. Das liegt daran, dass Flugzeuge ihre Emissionen in Höhen ausstoßen, in denen sie größere Schäden anrichten als gleiche Mengen am Boden. Der direkte CO2-Ausstoß von Flugzeugen wird deshalb üblicherweise mit dem so genannten RFI-Faktor (Radiative Forcing Index) multipliziert, um den Klimaschaden zu errechnen. Eine Aufbereitung des Themas „Auto, Bahn, Flugzeug oder Bus= Verkehrsmittel und CO2-Bilanzen“ für den Schulunterricht findest Du hier. Du kannst die Berechnung des CO2-Ausstoßes mit dem CO2-Rechner des WDR personalisieren, indem Du Motorenvariante, Anzahl Personen im Auto etc. angeben kannst.
Wie viel CO2 entsteht bei der Produktion eines Autos?
„…UndZahlen des Öko-Institutsdeuten an, dass (Akku-)Recycling am Ende zu einer CO2-Gutschrift führen könnte. Wird etwa das Aluminium des Autos wiederverwertet, sinkt die CO2-Bilanz im neuen Auto erheblich.“
Der Spiegel bietet einen interaktiven Klima-Rechner für den Autokauf.
Mehr über die Umweltfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen gibt es auf der Seite emobil-umwelt.de.Dieser Abschnitt wird in Kürze bearbeitet
Was Spieltheorie und SUVs miteinander zu tun haben: Aggro-Mobilität als Gesellschaftskrankheit
Hier noch ein konkretes Beispiel, wieso es ohne REGELN nicht geht. Sicher hast Du Dich schon mal gefragt, wie es angesichts überfüllter Städte und Klimakrise möglich ist, dass der Anteil an SUV immer weiter zunimmt.
SUVs sind Ausdruck von Dominanz, von HOCHSTATUS: Ich bin stärker, größer, mächtiger und ich kontrolliere die Situation. Die Frontpartien dieser Autos werden bewusst und gezielt immer aggressiver gestaltet.
Das verleitete zunächst nur einen gewissen, eher kleinen Teil der Menschen (ratet mal…), sich so ein Auto zu kaufen. Das waren zuerst nur ganz wenige. Nun gab es im Verkehr plötzlich eine neue Situation: Hinter mir, neben mir, vor mir fahren auf einmal bedrohlich wirkende Panzer. Ich fühle mich klein und unterlegen. Und wer will sich schon klein und unterlegen fühlen, wer geht schon freiwillig in den TIEFSTATUS.
Wer darauf empfindlich reagierte, kaufte sich alsbald selbst einen SUV (auch wenn man den nicht besonders praktisch findet und es sich um eine ökologische Peinlichkeit ersten Ranges handelt). Das hatte zur Folge, dass die gefühlte Bedrohlichkeit und die Konfrontation mit blechernem Dominanzgebaren für immer mehr Verkehrsteilnehmer*innen immer bedrängender wurde. Die Folge: Immer mehr Menschen kaufen sich einen SUV.
Und dass das so geschieht, ist kein Zufall. Auch in den Marketingabteilungen großer Autokonzerne sitzen Psychologen. Und ich bin mir sicher: die haben genau das vorhergesagt, was ich hier beschreibe. Und stießen dabei auf offene Ohren, denn so einen SUV kann man wesentlich teurer verkaufen, als kleinere Autos.
Deshalb helfen auch keine Appelle, Selbstverpflichtungen, Aufrufe an die Autokäufer. Das ist psychologisch gesehen Quatsch. Das Einzige, was hier hilft, ist das Verbot solcher Fahrzeuge. Und dieses Verbot wird nur kommen, wenn wir uns gemeinsam als Bürger*innen klar machen, auf welchen Teufelskreis wir hereingefallen sind und gemeinsam demokratisch beschließen, damit aufzuhören.
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Verkehr 2025: Die Emissionen steigen wieder
Fast alle Bereiche in Deutschland haben ihre Treibhausgase seit 1990 deutlich gesenkt, der Verkehr kaum. 2025 sind seine Emissionen sogar wieder gestiegen. Der Expertenrat für Klimafragen sieht die Klimaziele bis 2030 deshalb in Gefahr.
- 2025 verursachte der Verkehr in Deutschland 146,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das sind 2,1 Millionen Tonnen mehr als 2024. (Umweltbundesamt, Pressemitteilung 08/2026)
- Der Anteil des Verkehrs an allen Treibhausgasen ist von 13,1 Prozent im Jahr 1990 auf etwa 22,3 Prozent im Jahr 2024 gewachsen. Insgesamt sind die Emissionen in Deutschland seit 1990 um etwa 40 Prozent gesunken, im Verkehr gab es kaum eine Verbesserung. (Umweltbundesamt)
- Pro Kilometer stoßen Pkw seit 1995 zwar knapp 15 Prozent weniger CO2 aus. Weil aber mehr gefahren wird und die Autos größer geworden sind, ist der Gesamtausstoß der Pkw bis 2019 trotzdem gestiegen. (Umweltbundesamt)
- Der Expertenrat für Klimafragen bestätigt die Zahlen: Insgesamt sanken die Emissionen 2025 nur um 0,1 Prozent, weil der Anstieg bei Gebäuden und Verkehr die Fortschritte in Industrie und Energiewirtschaft fast aufgefressen hat. (Expertenrat für Klimafragen, Pressemitteilung Pr)
- Nach den amtlichen Projektionen verfehlt der Verkehr seine Ziele für die Jahre 2021 bis 2030 zusammen um rund 187 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. (Umweltbundesamt, Pressemitteilung 08/2026)
- Der Expertenrat glaubt nicht, dass Deutschland sein Klimabudget bis 2030 einhält. Er rechnet mit etwa 60 bis 100 Millionen Tonnen zu viel und hält das Klimaschutzprogramm 2026 für zu schwach. (Expertenrat für Klimafragen, Pressemitteilung Pr)
- Eine schnelle und billige Maßnahme wäre ein Tempolimit. Das Umweltbundesamt hat 2023 neu gerechnet: Tempo 120 auf Autobahnen würde jedes Jahr rund 6,7 Millionen Tonnen CO2 sparen, zusammen mit Tempo 80 außerorts etwa 8 Millionen Tonnen (Datenbasis 2018). (evangelisch.de)
Was heißt das für uns? Technik allein hat den Verkehr bisher nicht klimafreundlich gemacht: Effizientere Motoren wurden durch mehr Fahrten und größere Autos aufgefressen. Ohne Regeln wie ein Tempolimit und ohne echte Alternativen zum Auto werden die Ziele verfehlt.
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SUVs heute: mehr, schwerer, gefährlicher
Der Trend zum SUV hat sich weiter verstärkt. Inzwischen gibt es auch belastbare Forschung dazu, wie gefährlich hohe, stumpfe Fahrzeugfronten für Fußgänger und Radfahrer sind. Und erste Städte steuern gegen.
- Am 1. Januar 2026 waren in Deutschland 49,5 Millionen Pkw zugelassen, so viele wie nie. Im Schnitt sind sie 10,9 Jahre alt. (KBA, Pressemitteilung 09/2026)
- Fast 7,2 Millionen dieser Autos sind SUVs, das sind 14,5 Prozent des Bestands. Ihre Zahl ist in nur einem Jahr um 9,7 Prozent gewachsen, viel schneller als der Bestand insgesamt. (KBA, Pressemitteilung 09/2026)
- Bei den Neuwagen ist der SUV längst die Nummer eins: 2025 war jeder dritte neu zugelassene Pkw ein SUV (33,3 Prozent). (KBA, Pressemitteilung 01/2026)
- Eine Auswertung von fast 700.000 Unfällen (London School of Hygiene and Tropical Medicine und Imperial College, 2025) zeigt: Wer als Fußgänger oder Radfahrer von einem SUV erfasst wird, stirbt mit 44 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit als bei einem normalen Pkw. Bei Kindern sind es 82 Prozent. (RTÉ News)
- Als Hauptgrund nennen die Forschenden die hohe, stumpfe Front: Sie trifft Menschen höher am Körper, Kinder oft am Kopf. (RTÉ News)
- Paris steuert gegen: Seit 1. Oktober 2024 zahlen auswärtige Besucher für schwere Autos (Verbrenner ab 1,6 Tonnen, E-Autos ab 2 Tonnen) dreimal so hohe Parkgebühren, im Zentrum 18 statt 6 Euro pro Stunde. Anwohner, Handwerk und Pflegedienste sind ausgenommen. Die Pariser hatten das im Februar 2024 per Bürgerbefragung beschlossen. (electrive)
Was heißt das für uns? Der SUV-Trend ist kein Gefühl, sondern Statistik, und er kostet Klima, Platz und Menschenleben. Regeln nach Gewicht und Fahrzeugfront setzen direkt dort an, wo der Schaden entsteht.
1,16 Millionen Tote im Jahr: Der Straßenverkehr weltweit
Jedes Jahr sterben weltweit rund 1,16 Millionen Menschen im Straßenverkehr. Dazu kommen 20 bis 50 Millionen Verletzte, viele davon bleiben ihr Leben lang behindert. Für Kinder und junge Menschen zwischen 5 und 29 Jahren ist der Verkehr die häufigste Todesursache überhaupt (WHO, Stand Juli 2026).
Mehr als die Hälfte der Toten sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer/innen: Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer. 92 Prozent der Toten gibt es in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, obwohl dort nur rund 60 Prozent der Fahrzeuge fahren. Wer arm ist, trägt also das größte Risiko, auch innerhalb reicher Länder.
Die Vereinten Nationen wollen die Zahl der Toten und Verletzten bis 2030 halbieren. Ein Hebel ist das Tempo: Steigt die Durchschnittsgeschwindigkeit um 1 Prozent, steigt das Risiko eines tödlichen Unfalls um 4 Prozent.
Quellen: WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026) · WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026) · WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026) · WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026) · WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026)
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Teil 2 von 5
Ziel: eine Revolution des Nahverkehrs
Wohin sich der Verkehr entwickeln sollte: weg vom eigenen Auto, hin zu einem Nahverkehr, der einfach und überall da ist. Dazu neu: was das Deutschlandticket gebracht hat.
In diesem Teil:
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Ziele für die Entwicklung des Verkehrs
Eine Revolution des Nahverkehrs
Stell Dir eine Stadt ohne Staus vor. Wo jeder zügig an sein Ziel kommt, ohne die Umwelt zu vergiften. Wo man mit Kindern ohne Lebensgefahr mit dem Fahrrad unterwegs sein kann. So könnte es gehen:
- Der Individualverkehr wird in Städten konsequent auf Trambahn und (Elektro) Busse umgestellt (während der extrem teure U-Bahn-Bau nur dazu dient, auf der Oberfläche den individuellen Autoverkehr zu erhalten). Ein Elektrobussystem mit Hybridantrieb und Oberleitungen lässt sich relativ leicht und schnell realisieren. Wo keine Oberleitungen sind, fährt der Bus via Batterie, die auf den Oberleitungsstrecken wieder aufgeladen wird.
- Neue Technologien ermöglichen zusätzlich ein selbstfahrendes Kleinbussystem on demand (Holen per Handy-App, Berechnung des optimalen Fahrwegs für alle Fahrgäste). Diese Systeme sind auch für den ländlichen Raum geeignet.
- CarSharing-Systeme ergänzen das Verkehrskonzept dort, wo Autos tatsächlich – zum Beispiel für Transporte – erforderlich sind.
- Auf den Straßen erhalten Fahrradfahrer (Elektrofahrräder) den Vorrang.
Insgesamt wäre ein solches Verkehrssystem wesentlich effektiver (im Endeffekt kommen alle schneller an ihr Ziel), als das heutige Verkehrschaos. Städte könnten auf diese Weise wieder zu Lebensräumen werden.
Das funktioniert natürlich nur, wenn Fahrbahnen und Parkmöglichkeiten für Individualautos drastisch eingeschränkt und zurückgefahren werden. Wichtig erscheint mir an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass Maßnahmen getroffen werden, die verhindern, dass am Schluss nur eine Schicht von Reichen weiterhin Individualverkehr in der Stadt für sich beanspruchen kann. Ein Beispiel: Teure Parkgebühren bevorzugen einseitig die Wohlhabenden, während Parkscheiben eine faire Nutzung von Parkmöglichkeiten steuern können. -
Nahverkehr in Stadt und Land: Deutschlandticket, Lücken, autonome Shuttles
Seit Mai 2023 gibt es das Deutschlandticket. Es zeigt, dass ein einfaches Angebot Menschen vom Auto in Bus und Bahn bringt. Gleichzeitig ist das Angebot auf dem Land oft dünn, und die Bahn braucht viel Geld für die Sanierung.
- Rund 14,6 Millionen Menschen hatten Ende 2025 ein Deutschlandticket. Nach der Preiserhöhung von 58 auf 63 Euro zum 1. Januar 2026 kündigten nur 5,75 Prozent. (VDV)
- Ab 1. Januar 2027 kostet das Ticket 66,80 Euro im Monat. Der Preis wird nun über einen Kostenindex aus Personal-, Energie- und allgemeinen Kosten berechnet. (Bayerisches Verkehrsministerium)
- Die offizielle Evaluation für das Bundesverkehrsministerium (infas, Daten bis September 2025) stellt fest: Das Ticket verlagert Fahrten vom Auto auf Bus und Bahn, senkt die Pkw-Nutzung um etwa 3 Prozent und spart rund 2,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Es hilft besonders Menschen mit wenig Geld. (Clean Energy Wire)
- Eine Auswertung mehrerer Studien im Forschungsprojekt Ariadne (April 2025) kommt auf 4,2 bis 6,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Die Schätzungen gehen also auseinander, in die gleiche Richtung zeigen aber fast alle. (energiezukunft)
- Auf dem Land fehlt oft das Angebot: Laut ÖV-Atlas 2026 von Agora Verkehrswende wohnen rund 21 Millionen Menschen, gut ein Viertel der Bevölkerung, an Orten ohne gutes Grundangebot an Bus und Bahn. 5,6 Millionen haben an ihrem Wohnort nicht einmal eine Haltestelle mit Mindestangebot. (Agora Verkehrswende)
- Je kleiner der Ort, desto schlechter das Angebot: In Gemeinden mit weniger als 1.000 Einwohnern hat nur 1 Prozent der Menschen eine gute oder sehr gute Anbindung. (Agora Verkehrswende)
- Fahrerlose Kleinbusse, die man per App ruft, könnten genau diese Lücke schließen, schreibt Agora Verkehrswende (Juni 2026). Bisher gibt es in Deutschland aber nur kleine lokale Versuche. Agora empfiehlt wenige große Modellregionen für den Übergang in den Regelbetrieb. (Agora Verkehrswende)
- Für die Schiene plant der Bund bis 2029 rund 107 Milliarden Euro ein, vor allem aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz. Das Geld fließt vor allem in die Sanierung, und es liegt laut Deutscher Bahn etwa 18 Milliarden Euro unter dem Bedarf. (VerkehrsRundschau)
Was heißt das für uns? Ein günstiges, einfaches Ticket wirkt, aber nur dort, wo auch Busse und Bahnen fahren. Der nächste Schritt ist das Angebot auf dem Land, und dabei können Rufbusse und später autonome Shuttles helfen.
Videos dazu

Deutschlandticket 2026: 63 Euro – ist das zu teuer? | BR24
BR24 (September 2025): Das Deutschlandticket kostet ab 2026 63 Euro. Wie kommt der Preis zustande, und wird es zu teuer?

Verkehrswende in der Stadt: Was passiert, wenn das Auto nicht mehr dominiert? | NDR Info
NDR Info (Oktober 2026), drei Minuten: Was passiert, wenn das Auto in der Stadt nicht mehr dominiert? Eine Vision für Hamburg.

ÖPNV – Stadt und Land: Meine Eltern, die Verkehrswende und ich | Doku | NDR Story
NDR Story (2024): Verkehrswende in Stadt und Land. Helfen die Ideen der Städte auch dort, wo Wege weit und Dörfer klein sind?
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Teil 3 von 5
Ideen für Stadt und Land
Eine Vision für einen Verkehr, der Menschen statt Autos in den Mittelpunkt stellt, in der Stadt und auf dem Land.
In diesem Teil:
Videos

Grünbrücken über Autobahnen: So gut funktionieren sie gegen Wildunfälle | NDR Info
Kurzer NDR-Beitrag von der Grünbrücke Gudow in Schleswig-Holstein: Wildschweine tragen dort Samen im Fell über die Autobahn. Er fragt, ob es im Land zu wenig Grünbrücken gibt.

Artenschutzaktion: Freiwillige Helfer im Einsatz für Kröten | BR24
BR24 begleitet zwei Brüder aus dem Landkreis Altötting, die nachts Kröten, Frösche und Molche über die Straße tragen. Viele Amphibien überleben die Wanderung zu ihren Laichplätzen sonst nicht.

Mobilität in Bayern: Wie gelingt die Versorgung auf dem Land? | mehr/wert | BR24
BR24 zeigt, warum große Busse auf dem Land oft fast leer fahren. Gemeinden setzen deshalb auf Rufbusse und Carsharing, damit Menschen auch ohne eigenes Auto mobil sind.

Mobilität auf dem Land: Geht das überhaupt ohne Auto?
ZDFheute fragt am Beispiel Mecklenburg-Vorpommern, wie es um die Mobilität auf dem Land steht, wenn der Ausbau des Nahverkehrs stockt.
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Ideen für einen Paradigmenwandel im Verkehr
Ein radikal neues Verkehrskonzept
Verkehr in den Städten
Das Primat der Auto-Mobilität führt zu erheblichem Stress für Menschen und Umwelt. Dabei spielen folgende Faktoren eine Rolle:
Die Klimabelastung ist nicht nur auf den Benzinverbrauch der Autos zurückzuführen, sondern auch aus der extrem aufwändigen Herstellung.
Der Autoverkehr in den Städten ist extrem ineffizient und führt zu einem ständigen Stehen im Stau. Man fühlt sich fortwährend an der Fortbewegung behindert, was für fast unerträglich ist – umso aggressiver wird dann das Verhalten im Auto. Alle Versuche, den Verkehr in der Stadt so zu organisieren, dass Autos ungehindert fahren können, sind bislang gescheitert. Am Beispiel München lässt sich dies gut zeigen: selbst der Bau von drei großen Tunnels, die mit Milliardenkosten errichtet wurden, hat nicht dazu geführt, dass Staus der Vergangenheit angehören. Im Gegenteil: es kamen immer mehr Autos auf die Straße und Staus auf dem Mittleren Ring sind Alltag.
Die Einschränkung des Lebensraums ist gravierend: Zum rollenden Verkehr – der bereits große Flächen verschlingt, hohe Lärmbelästigung mit sich bringt und die Luft mit Schadstoffen belastet, kommt auch noch der stehende Verkehr: In jeder größeren Stadt werden riesige Flächen zugeparkt, die den Menschen nicht mehr als Lebensräume zur Verfügung stehen.
Das Hauptproblem hat nichts mit technischen Lösungen zu tun, sondern mit Psychologie.
Wenn hier vom Verzicht auf das individuelle, ständig verfügbare Auto, die Rede ist, das man jederzeit und überall fahren darf, denken die meisten sofort: Ja, da wird mir ja meine Freiheit genommen. Ich brauche doch ein Auto, weil…, weil…, weil…
Wenn man heute davon spricht, die Auto-Mobilität, den automobilen Individualverkehr, weitgehend einzuschränken, dann entsteht bei den meisten die Vorstellung, man würde ihnen ihr Auto wegnehmen. Jetzt, unter den gegenwärtigen Bedingungen. Das ist natürlich so nicht gemeint. Denn eines ist klar: wer in den gegenwärtigen städtischen Bedingungen mit einem unzureichenden öffentlichen Nahverkehr, der durch den Individualverkehr ausgebremst wird und in einer Auto-Umgebung, in der Fahrradfahren vielfach lebensgefährlich ist, auf sein Auto verzichten muss, tut sich möglicherweise schwer mit dieser Vorstellung.
Ein radikal neues, effizientes und lebensfreundliches Verkehrskonzept
Die Alternative besteht jedoch nicht darin, innerhalb der gegenwärtigen Struktur nicht mehr Auto fahren zu dürfen. Die Alternative besteht, darin neue Strukturen zu schaffen, in denen es keinerlei Vorteil mehr bietet, mit dem Auto zu fahren. Insgesamt sind diese Strukturen wesentlich kostengünstiger zu schaffen und zu betreiben, als die gegenwärtigen. Ein Paradigmenwechsel im Nahverkehr zugunsten eines modernen, öffentlichen Verkehrssystems und einer Bevorzugung von Fahrrad und Fußgänger*innen bedeutet letzten Endes: wir wären schneller am Ziel, wir wären klimafreundlicher unterwegs und wir hätten wesentlich angenehmere Lebensräume zur Verfügung – und das alles zu deutlich geringeren Kosten.
Die Verkehrslogik von Städten muss vollkommen neu gedacht werden. Ziel ist es, Lebensräume zu schaffen und Mobilität ungehindert zu ermöglichen, wobei Effizienz ein wichtiges Kriterium ist. Hohe Effizienz lässt sich erreichen, wenn der Individualverkehr aus den Städten zurückgenommen und durch ein intelligentes und ausreichend dimensioniertes System für den öffentlichen Nahverkehr ersetzt wird. Die Kapazität des öffentlichen Nahverkehrssystems muss hierfür vervielfacht werden.
Dessen Bestandteile sind: für den Anfang ein intelligentes Elektrobussystem, das auf den Hauptstrecken über Oberleitungen gespeist wird, so dass relativ kleine Akku-Kapazitäten ausreichen (die Zukunft heißt allerdings eher Wasserstoff). Solche Oberleitungs-Systeme gab es bereits in der Vergangenheit, sie lassen sich vergleichsweise leicht umsetzen und sind (v.a. im Vergleich mit U-Bahnen) mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden.
Kombiniert werden können diese Systeme zukünftig mit selbstfahrenden Kleinbussen, die über eine App angefordert werden können. Derartige Systeme gibt es vom technischen Stand her schon heute, es fehlen nur die nötigen Genehmigungen und der Wille, diese umzusetzen. Hinzu kommen Schienensysteme, vor allem Trambahnen, die den teuren U-Bahnbau ersetzen, der nicht mehr erforderlich ist, weil Autos ja nicht mehr das dominierende Verkehrsmittel. U-Bahnen wurden nur deshalb (mit ungeheurem finanziellem Aufwand) gebaut, damit darüber der Autoverkehr fließen kann.
Das ganze wird ergänzt durch eine Verkehrslogik, bei der Fußgänger und Radfahrer grundsätzlich Vorrang vor Autos haben. Das heißt: Autos können und dürfen nur dort fahren, wo sie Fußgänger und Radfahrer nicht mehr behindern. Eine Regelung der Autodichte über Gebühren – seien es Parkgebühren oder Formen einer Stadt-Maut – ist unsozial und daher abzulehnen. Eine solche Regelung würde nur denen entgegenkommen, die zu den reichen Schichten gehören und so viel Geld haben, dass es für Sie unerheblich ist, ob sie eine Gebühr bezahlen müssen oder nicht, während alle anderen auf Auto verzichten müssten.. Eine solche Regelung verschärft Ungleichheit noch weiter und ist damit absolut kontraproduktiv. Die Neuregelung muss ganz klar über ein Verbot des Individualverkehrs mit Autos erfolgen. Hierbei kann es Ausnahmen nur geben, wenn Menschen z.B. aufgrund einer Behinderung nachweisen können, dass sie auf ein Auto angewiesen sind. Keine VIP-Ausnahmen!
Selbstverständlich wird es weiterhin Lieferverkehr und Dienstfahrzeuge geben, aber diese Fahrzeuge kommen ohnehin wesentlich besser voran, wenn der Individualverkehr zurückgefahren.
Die freiwerdenden Flächen lassen sich als Lebensräume für Menschen in den Städten nutzen. Städte lassen sich begrünen, es lassen sich Oasen des Zusammenkommens schaffen. Städte werden wieder zu lebensfreundlichen Räumen. Alles, was es dafür braucht, ist der Entschluss, sich vom Privat-Auto zu lösen und Effizienz, Ressourcenschonung, Klimaverträglichkeit und Lebensfreundlichkeit des Verkehrssystems an erste Stelle zu stellen. Im Zeitraum von 10 Jahren könnten Städte komplett umgewandelt werden, in Orte, an denen man wieder gut leben kann.
ICH und MEIN Auto
Damit ein solches neues Denken über Verkehr möglich wird, müssen wir das Auto auch vom eigenen Ich abkoppeln. Zum einen geht es darum, die Vorstellung zu überwinden, das Auto würde unser eigenes Ich erweitern, es würde uns Respekt und Status bringen. Wir verfügen heute über die technologischen Möglichkeiten – z.B. zur Herstellung von Autos. Die Art und Weise, wie wir diese Errungenschaften nutzen, entspricht dagegen einer viel früheren Evolutionsebene. Gerade der Trend zum SUV zeigt: Das Auto ist vielfach Ersatz für uralte Rangkämpfe und Dominanzverhalten auf der Ebene der Primaten. Das müssen wir entkoppeln, um den Widerstand gegen die notwendigen Veränderungen zu überwinden. Das Auto sollte nicht länger als Statussymbol gelten nach dem Motto: je größer das Auto, desto wichtiger die Person die darinnen sitzt. Der Versuch, sich über ein Auto Status zu verschaffen, sollte als eben das gesehen werden, was er ist: ein Versuch sich Status zu verschaffen und – bei den großen, dicken Autos – zu dominieren. Sieht man dies klar, wird die Größe des Autos nicht mehr zu einer besonderen Steigerung des Respekts gegenüber den jeweiligen Besitzern führen.
Zum anderen geht es darum, mit der Idee aufzuräumen, das ständig verfügbare Auto würde uns Freiheit bringen. Denn genau das tut es ja nicht: die Beengung durch das Primat des Autos verschafft uns in unseren Städten jede Menge Unfreiheit und massive Einschränkungen. Die Phase der Umwandlung von der Auto-Mobilität in ein lebensfreundliches Verkehrssystem wird jedoch nicht einfach: Die Erhöhung der ÖPNV-Kapazität funktioniert nur bei gleichzeitiger Reduktion des automobilen Individualverkehrs. Die Übergangsphase wird allen Geduld abverlangen, aber im Ergebnis wird sich diese Anstrengung lohnen.
Verkehr in ländlichen Räumen
In ländlichen Räumen gilt das Auto heute als absolut unverzichtbares Fortbewegungsmittel. Grund dafür ist die Tatsache, dass in ländlichen Räumen bislang noch kein ernstzunehmender öffentlicher Nahverkehr geschaffen wurde. Auch hier gilt: unter den gegenwärtigen Bedingungen kann man auf dem Land niemandem sein Auto nehmen. Die gegenwärtigen technologischen Möglichkeiten machen einen guten und angepassten Nahverkehr jedoch ohne weiteres realisierbar. Hier sind selbstfahrende Elektrobussysteme sicherlich das Modell der Zukunft. Über App gesteuert, wählen die Busse die jeweils optimalsten Routen und sind bei Bedarf verfügbar. Das ist nicht vergleichbar mit einem Busfahrplan, der nur morgens und abends eine Verbindung in die Stadt bietet und damit keine ernstzunehmende Alternative darstellt.
Verkehrstote in Deutschland 2025: wieder mehr, vor allem Kinder
2025 sind in Deutschland 2.832 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben, 62 mehr als 2024. Das sind fast acht Tote an jedem Tag. Rund 371.000 Menschen wurden verletzt (Destatis, endgültige Zahlen vom Juli 2026).
Besonders bitter: 74 Kinder unter 15 Jahren kamen ums Leben, 2024 waren es 53. Innerorts starben 317 Fußgänger/innen und 285 Radfahrer/innen, davon 119 auf einem Pedelec. Auch bei den Älteren ab 65 Jahren stieg die Zahl der Toten, auf 1.115.
Das zeigt: Die Gefahr trifft vor allem Menschen ohne Blechhülle. Sichere Rad- und Fußwege und langsamere Autos in den Orten schützen genau diese Gruppen.
Quellen: Destatis: Pressemitteilung Nr. 238 vom Juli 2026 · Destatis: Pressemitteilung Nr. 238 vom Juli 2026 · ecomento (nach Destatis): 8 Tote, 1000 Verletzte pro Tag bei … · ecomento (nach Destatis): 8 Tote, 1000 Verletzte pro Tag bei …
Wildunfälle und zerschnittene Landschaften
Auf deutschen Straßen gab es 2025 rund 276.000 Wildunfälle, die von Kfz-Versicherungen bezahlt wurden. Rechnerisch kracht es fast alle zwei Minuten. Die Schäden an den Autos lagen bei mehr als 1,2 Milliarden Euro (GDV, Oktober 2026). Wie viele Tiere dabei sterben oder verletzt im Wald verenden, zählt niemand genau.
Im Tierfund-Kataster des Deutschen Jagdverbands ist das Reh mit 51 Prozent aller Meldungen das häufigste Opfer, danach folgen Hase und Kaninchen (11 Prozent) und der Fuchs (6 Prozent). Wer in Wäldern 80 statt 100 km/h fährt, verkürzt seinen Bremsweg schon um 25 Meter.
Das Problem ist größer als der einzelne Unfall: Deutschland hat das dichteste Straßennetz in Europa. Nach dem Bundesamt für Naturschutz ist es so eng, dass sich die Artenvielfalt ohne Querungshilfen wie Grünbrücken und Tiertunnel nicht sichern lässt. Deshalb gibt es seit 2012 das Bundesprogramm Wiedervernetzung.
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Mobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein
Ab 2028 soll in der EU ein zweiter Emissionshandel starten, auch für Sprit im Straßenverkehr (ETS2). Benzin und Diesel können dadurch teurer werden. Wer auf dem Land ohne Bus lebt und wenig verdient, trifft das am härtesten.
Deshalb gibt es den Klima-Sozialfonds der EU: 86,7 Milliarden Euro für die Jahre 2026 bis 2032. Er soll Menschen helfen, die sich die nötige Mobilität nicht leisten können, zum Beispiel mit elektrischem Nahverkehr und geteilten Fahrzeugen. Er beginnt schon 2026, zwei Jahre vor dem neuen CO2-Preis (Stand EU-Kommission 2026).
Auch bei Elektroautos geht es um Gerechtigkeit: Rund zwei Drittel der Neuwagen kaufen Firmen. Je geringer das Einkommen, desto eher kaufen Menschen gebraucht. Agora Verkehrswende schlägt deshalb ein Ladeguthaben für gebrauchte E-Autos vor, das vor allem Mieter/innen ohne eigene Lademöglichkeit hilft (Oktober 2026).
Quellen: EU-Kommission: Social Climate Fund · EU-Kommission: Social Climate Fund · EU-Kommission: Social Climate Fund · EU-Kommission: Social Climate Fund · Agora Verkehrswende: Gebrauchte E-Pkw: Ladeguthaben statt … · Agora Verkehrswende: Gebrauchte E-Pkw: Ladeguthaben statt …
Superblocks: Was Barcelona mit weniger Autos gewinnen kann
Barcelona sperrt in seinen „Superilles“ (Superblocks) den Durchgangsverkehr aus mehreren Häuserblocks aus. Die Kreuzungen werden zu Plätzen mit Bäumen, Bänken und Spielflächen. Genau diese Vision wird dort Wirklichkeit.
Forschende des Instituts ISGlobal haben 2019 berechnet, was es bringen würde, wenn die ganze Stadt so umgebaut wird: Jedes Jahr könnten rund 667 vorzeitige Todesfälle vermieden werden. Erwachsene würden im Schnitt fast 200 Tage länger leben. Der Nutzen läge bei rund 1,7 Milliarden Euro im Jahr.
Der größte Teil kommt von sauberer Luft, danach von weniger Lärm, weniger Hitze und mehr Grün. Es ist eine Modellrechnung, keine Messung. Sie zeigt aber, wie viel Gesundheit in einer Stadt steckt, die den Menschen statt den Autos gehört.
Quellen: Mueller u. a.: Changing the urban design of cities for health: The … · Mueller u. a.: Changing the urban design of cities for health: The … · Mueller u. a.: Changing the urban design of cities for health: The …
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Teil 4 von 5
Antriebe, Räder und Fahrzeuge
Welche Fahrzeuge und Antriebe helfen. Die neuen Beiträge ordnen ein, was sich seit 2019 geklärt hat: beim Wasserstoff, beim Rad und beim Elektroauto.
In diesem Teil:
- Vorhandene Lösungsansätze für einen umwelt- und sozialverträglichen Verkehr
- Wasserstoff und LOHC: Was die Forschung heute sagt
- E-Bikes als Lastenräder
- Rad und Lastenrad: Städte zeigen, dass es geht
- Ist der elektrifizierte Individualverkehr die beste Lösung?
- Elektroautos 2026: besser als ihr Ruf, aber kein Freifahrtschein
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Vorhandene Lösungsansätze für einen umwelt- und sozialverträglichen Verkehr
Die Zukunft heißt Wasserstoff – Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC)
Während wir hierzulande alles daran setzen, Autos mit Hilfe des knappen Rohstoffs Lithium zu elektrifizieren, steht eine neue Technologie kurz vor dem Durchbruch: Die Möglichkeit, Wasserstoff in einer Flüssigkeit zu speichern – eben den LOHC. Man kann sich das – stark vereinfacht – etwa so vorstellen, wie das Lösen von Kohlendioxid in einer Wasserflasche, nur dass der Wasserstoff erst in Gegenwart eines Katalysators freigesetzt wird.

Hier einige weiterführende Links zu dieser Zukunftstechnologie:
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Wasserstoff und LOHC: Was die Forschung heute sagt
Wasserstoff galt lange vielen als die Antriebstechnik der Zukunft. Heute ist die Lage klarer: Für Pkw hat sich die Batterie durchgesetzt. Wasserstoff und LOHC werden gebraucht, aber vor allem dort, wo Strom nicht direkt genutzt werden kann.
- Ein Batterieauto nutzt vom eingesetzten Strom rund 75 Prozent für das Fahren. Ein Brennstoffzellen-Auto mit grünem Wasserstoff kommt nur auf rund 28 Prozent, weil bei Herstellung, Verdichtung und Rückverstromung viel Energie verloren geht. (Umweltbundesamt)
- Ein Brennstoffzellen-Pkw braucht deshalb pro Kilometer zwei- bis dreimal so viel Strom wie ein Batterieauto, bei einem Mittelklassewagen etwa 54 statt 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer. (Umweltbundesamt)
- Wasserstoff in einem Verbrennungsmotor zu verbrennen, wie es der Text für LOHC beschreibt, ist noch ungünstiger: Der Wirkungsgrad liegt höchstens bei etwa 35 Prozent, außerdem entstehen Stickoxide. Das Umweltbundesamt hält das für ineffizient und ökologisch nicht sinnvoll. (Umweltbundesamt)
- Im Alltag spielt das Wasserstoffauto kaum eine Rolle: Am 1. Januar 2026 waren in Deutschland nur 1.575 Brennstoffzellen-Pkw zugelassen, 12,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. (KBA, Pressemitteilung 09/2026)
- Der größte Tankstellenbetreiber H2 Mobility hat 2025 22 kleinere Pkw-Wasserstofftankstellen geschlossen und will sich vor allem auf Lkw und Busse konzentrieren. (electrive)
- Auch die Wasserstoffzüge haben enttäuscht: Im Taunus (Rhein-Main-Verkehrsverbund) fahren seit 2025 auf weiten Strecken wieder Dieselzüge, weil die Wasserstoffzüge oft ausfielen. Fachleute sehen Batteriezüge im Vorteil, die unter Oberleitungen nachladen. (ingenieur.de)
- LOHC selbst ist nicht gescheitert, wird aber anders genutzt: Die Firma Hydrogenious plant in Vohburg (Bayern) ab 2028 eine Großanlage, die bis zu 5 Tonnen Wasserstoff am Tag aus dem Trägeröl freisetzt, für eine Raffinerie. Dafür braucht es Wärme von etwa 300 Grad, rund 11 Kilowattstunden pro Kilogramm Wasserstoff. (ingenieur.de)
- Das Umweltbundesamt empfiehlt Wasserstoff im Verkehr nur dort, wo Strom nicht direkt genutzt werden kann, etwa in der Seeschifffahrt, im Langstreckenflug und bei bestimmten Fernverkehren. (Umweltbundesamt)
Was heißt das für uns? Grüner Wasserstoff ist knapp und kostbar. Er gehört in Stahlwerke, Raffinerien, Schiffe und Flugzeuge, nicht in den Tank von Pkw.
Videos dazu

Verkehrswende bei der Bahn: Neue Gleise, Lokführer und Akkuzüge | Die Nordreportage | NDR Doku
NDR Nordreportage (2025): marode Gleise, fehlendes Personal und Akkuzüge. Menschen, die die Bahn wieder in Gang bringen wollen.

Batterie oder Wasserstoff: Wer macht das Rennen beim Lkw-Antrieb der Zukunft? | WISO
ZDF WISO (September 2026): Batterie oder Wasserstoff beim Lkw? Ein Vergleich von Kosten, Ladezeiten und Reichweiten.
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E-Bikes als Lastenräder
Das gute alte „PureBike“ ist und bleibt die umweltfreundlichste Verkehrsalternative, denn Lithium-Akkus sind problematisch. Aber entscheidend ist doch, dass man tatsächlich vom Auto umsteigt. Und wem das Fahrrad zu mühsam oder zu langsam ist (vor allem bei Transporten), für den kann ein E-Bike eine Alternative sein. Es macht schließlich auch einen Unterschied, wie groß die Lithium Akkus sind. E-Bikes haben da sicher eine bessere Ökobilanz als E-Autos. Vor allem als E-Lastenrad oder E-Bike mit Lastenanhänger (z.B. von Roland, tout-terrain, Hinterher, u.a.). Damit lassen sich auch größere Einkäufe problemlos erledigen.

Speed Pedelecs – mit bis zu 45 km/h unterwegs
E-Bikes müssen nicht langweilig sein: Speed Pedelecs (z.B. Müller & Riese, Stromer, Haibike) fahren bis zu 45 km/h und könnten das Auto in der Stadt weitestgehend ersetzen. Die Vorteile von Speed Pedelecs lassen sich in der Stadt bislang nicht voll ausnutzen, weil der Autoverkehr diesen Spaß sehr riskant macht (und die derzeitigen Fahrradwege für Geschwindigkeiten über 25 km/h i.d.R. nicht ausreichen). Das Auto ist auch hier ein Hindernis für das Ausweichen auf umweltverträglichere Alternativen – aber es macht dennoch Spaß. Man muss sein S-Pedelec auch keineswegs ständig mit 45km/h fahren. Das Problem normaler E-Bikes ist die strikte Begrenzung auf bürokratisch-administrative 25 km/h, was die Attraktivität deutlich begrenzt. Mit wenig Anstrengung ist man mit einem Speed Pedelec 35 km/h unterwegs, was schon deutlich flotter ist, als ein normales Fahrrad. Wichtig ist die Anschaffung guter Regenkleidung, denn es hilft wenig, wenn beim ersten Regentropfen alle Räder im Keller bleiben und wieder das Auto dominiert (empfehlenswert: der Hersteller Vaude orientiert sich an sozial-ökologischen Kriterien). Für die ganz Unerschrockenen gibt es sogar im Winter die Möglichkeit, mit Spike-Reifen zu fahren.
Interessant ist auch die Möglichkeit, sein E-Bike an einem eigenen Sonnenkollektor aufzuladen. Hier bin ich noch am experimentieren… Erfolgsmeldung kommt hoffentlich bald.
All das hat seinen Preis – und ist derzeit sicher nicht für alle finanzierbar. Wenn man dafür aber auf ein eigenes Auto verzichten kann, lohnt sich der Umstieg auch finanziell. Angesichts der hohen Bedeutung des Umstiegs vom Individualauto auf die Vernunft wäre natürlich auch von staatlicher Seite eine stärkere finanzielle Förderung zu wünschen. -
Rad und Lastenrad: Städte zeigen, dass es geht
Was nach Vision klingt, passiert in manchen Städten schon. Paris hat in wenigen Jahren den Autoverkehr zurückgedrängt. Und das E-Bike ist in Deutschland längst das häufigste Elektrofahrzeug.
- In Paris werden innerhalb der Stadt inzwischen mehr Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt (11,2 Prozent) als mit dem Auto (4,3 Prozent). Mehr als die Hälfte der Wege geht man zu Fuß. Das ergab eine Studie des Institut Paris Région (Erhebung Oktober 2022 bis April 2023). (The Local)
- Der Radverkehr in Paris ist seit 2020 um 47 Prozent gewachsen. Jeder zehnte Pariser fährt mit dem Rad zur Arbeit, 2017 waren es 4,8 Prozent. Bis 2032 will die Stadt weitere 200 Millionen Euro investieren und 140 Kilometer neue Radwege bauen. (Volksstimme)
- Auch für Betriebe lohnt sich das Lastenrad: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat über 40 Unternehmen und Einrichtungen begleitet, die mehr als 100.000 Kilometer gefahren sind. Die Energiekosten lagen bei rund 50 Cent pro 100 Kilometer. (DLR)
- Ersetzt ein Betrieb ein Auto oder einen kleinen Transporter durch ein Lastenrad, spart er laut DLR jedes Jahr einen drei- bis vierstelligen Eurobetrag. (DLR)
Was heißt das für uns? Rad und Lastenrad sind keine Nische mehr. Damit noch mehr Menschen umsteigen, brauchen sie vor allem sichere, breite Radwege, wie Paris sie baut.
Videos dazu

Fahrrad gegen Auto in Paris | ARTE Re:
ARTE Re: (Mai 2026): Paris setzt auf das Rad statt auf das Auto. Familien mit Lastenrad, eine Fahrradkurierin und eine Taxifahrerin zeigen Chancen und Reibungen.

Radeln Richtung Verkehrswende | ARTE Re:
ARTE Re: (2024): Tübingen baut sichere Radrouten und Stellplätze und holt sich Ideen aus den Niederlanden.
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Ist der elektrifizierte Individualverkehr die beste Lösung?
Unsere Städte und Landschaften ersticken im Individualverkehr. Das gesamte Leben wird durch die Überflutung mit Autos extrem eingeschränkt.
Wir haben unser Leben weitgehend dem Primat der Automobilität untergeordnet. Städte ersticken im Verkehr und auch auf dem Land sieht es auf mich besser aus. Was hindert daran, in den Städten Bus und Trambahnnetze auszubauen und Fußgängern und Radfahrern den Vorrang einzuräumen vor parkenden Autos?
Die derzeit favorisierte Idee von Elektromobilität zielt auf einen Erhalt des bisherigen Primat der individuellen Automobilität. Es ist jedoch erstens schlichter Unfug, so zu tun, als ob Elektroautos mit Lithium Akkus Null-Emissions-Autos seien. Lithium ist auf der Erde eine sehr begrenzte Ressource und wird vermutlich nicht ausreichen, um Auto-Elektromobilität in breitem Umfang zu verwirklichen. Möglicherweise ist die derzeitige Lithium-Technologie nur eine Übergangstechnologie wie die ersten „Energiesparlampen“ vor Einführung der LEDs. Neue Technologien sind bereits absehbar, so etwa die Liquid Organic Hydrogen Carriers, eine Methode zur relativ einfachen und sicheren Speicherung von Wasserstoff in einem flüssigen Medium.
Auch Elektroautos verbrauchen bei ihrer Herstellung enorme Ressourcen und bedingen hohen CO2 Ausstoß. Schließlich kommt auch der Strom mit dem diese Autos fahren nicht einfach aus der Steckdose. Das bedeutet: diese Fahrzeuge sind weder in beliebiger Stückzahl herstellbar, noch besonders CO2 sparend. Unsere Städte und Landschaften ersticken im Individualverkehr. Das gesamte Leben wird durch die Überflutung mit Autos extrem eingeschränkt. Das ist es, was sich ändern muss. -
Elektroautos 2026: besser als ihr Ruf, aber kein Freifahrtschein
Über die Klimabilanz von Elektroautos wird viel gestritten. Neue Studien zeigen: Die Herstellung ist zwar aufwendiger, aber das holt ein E-Auto schnell wieder herein. Gleichzeitig wird in der EU gerade über das Aus für neue Verbrenner ab 2035 neu verhandelt.
- Ein Elektroauto, das 2025 in Europa verkauft wird, verursacht über sein ganzes Leben rund 73 Prozent weniger Treibhausgase als ein Benziner, die Herstellung schon eingerechnet. Das hat der International Council on Clean Transportation (ICCT) 2025 berechnet. (electrive)
- Die höheren Emissionen bei der Herstellung, vor allem für die Batterie, sind schon nach etwa 17.000 gefahrenen Kilometern ausgeglichen, meist also nach ein bis zwei Jahren. (electrive)
- 2025 waren in Deutschland 19,1 Prozent aller neuen Pkw reine Elektroautos (545.142 Fahrzeuge). Der durchschnittliche CO2-Wert der Neuwagen sank laut Typprüfung von 119,8 auf 105,8 Gramm pro Kilometer. (KBA, Pressemitteilung 01/2026)
- Im Bestand sind E-Autos noch eine kleine Minderheit: Am 1. Januar 2026 fuhren gut 2 Millionen davon, 4,1 Prozent aller Pkw. (KBA, Pressemitteilung 09/2026)
- Das Verbrenner-Aus wird aufgeweicht: Die EU-Kommission hat am 16. Dezember 2025 vorgeschlagen, dass neue Autos ab 2035 nicht mehr 100, sondern nur noch 90 Prozent weniger CO2 ausstoßen müssen. Den Rest sollen die Hersteller mit klimaarmem Stahl aus der EU und mit E- oder Biokraftstoffen ausgleichen. (Vertretung der EU-Kommission in Österreich)
- Entschieden ist noch nichts (Stand Ende Oktober 2026): Zwei Ausschüsse des EU-Parlaments wollen 95 Prozent, mit Anrechnung von grünem Stahl effektiv 87,5 Prozent. Das Parlament soll im Dezember 2026 abstimmen, danach muss es sich mit den EU-Staaten einigen. (ecomento)
Was heißt das für uns? Wenn schon Auto, dann ein möglichst kleines elektrisches. Aber auch ein E-Auto braucht Platz und Rohstoffe, deshalb bleibt es auf der Liste nach Fuß, Rad und Bus und Bahn.
Videos dazu
![Vorschaubild zum Video „Keine Autos sind keine Option [Ganze Doku 2024] | Terra X Harald Lesch“](https://was-sollen-wir-tun.de/wp-content/uploads/hqdefault-168.jpg)
Keine Autos sind keine Option [Ganze Doku 2024] | Terra X Harald Lesch
Terra X mit Harald Lesch (2024): Wie entstehen Staus, was leistet der Nahverkehr, und wie sähe eine Welt ohne verstopfte Straßen aus?
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Teil 5 von 5
Was Du selbst tun kannst
Eine Checkliste für den eigenen Alltag und Aktionen, mit denen Du Dich für einen lebensfreundlicheren Verkehr einsetzen kannst.
In diesem Teil:
Video

Im Nachtzug von Ost nach West | ARTE Re:
ARTE-Reportage über den Steward Michal Jaros, der im tschechischen Nachtzug Canopus von Prag nach Zürich arbeitet. Sie fragt, warum ČD Night sein Schlafwagennetz trotz vieler Probleme ausbauen will, während andere Bahnen aufgeben.
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Was kann ich selbst für einen ökologisch akzeptablen Verkehr tun?
Checkliste für nachhaltige Mobilität
Nutze Verkehrsmittel in dieser Reihenfolge:
1. Fahrrad,
2. E-Fahrrad,
3. Öffentliche Nahverkehrsmittel, Busse und Bahn,
4. Leihauto und erst wenn es unbedingt sein muss,
5. ein eigenes Auto –
und verzichte, wenn irgend möglich, auf Flugreisen.Wenn eine Flugreise unvermeidlich ist, nutze die Möglichkeit der CO2-Kompensation via www.atmosfair.de.
Frage Dich zuerst: Brauche ich ein EIGENES Auto? Wäre Car-Sharing eine Alternative, um ein Auto zu haben, wenn Du WIRKLICH eines benötigst? Wenn Du ein Auto kaufst, fahre es, solange es geht, weil die Herstellung einen großen Teil des ökologischen Impacts ausmacht. Gebrauchte Fahrzeuge sind bei der Anschaffung daher oftmals die ökologischere Alternative. Kaufe ein Auto, das ein gutes Verhältnis von Platzangebot und Gewicht hat. Kaufe möglichst sparsame Hybrid- oder E-Antriebe. Ein SUV mit 400PS E-Antrieb hat nichts mit Ökologie zu tun.
In Deiner Arbeitswelt kannst Du versuchen, Dienstreisen durch Telekonferenzen zu ersetzen, wo immer dies möglich ist, ohne die soziale Dimension der Zusammenarbeit zu vernachlässigen.
Zug statt Flug: Nachtzüge und der Vergleich der Verkehrsmittel 2024
Das Umweltbundesamt hat die Werte für 2024 neu berechnet (Stand Oktober 2025). Pro Person und Kilometer verursacht ein Inlandsflug 290 Gramm Treibhausgase, mit den Nicht-CO2-Effekten in großer Höhe. Ein Pkw kommt auf 164 Gramm, ein Elektroauto auf 70 Gramm. Der Fernzug liegt bei 26 Gramm und der Fernbus bei 30 Gramm. Ein Pedelec braucht nur 3 Gramm.
Für weite Strecken ist der Nachtzug eine gute Alternative zum Flug. Der Markt ist aber unsicher: ÖBB und SNCF haben alle Nightjet-Verbindungen nach Paris zum 15. Dezember 2025 eingestellt. Seit dem 26. März 2026 fährt die genossenschaftlich getragene Firma European Sleeper dreimal pro Woche von Paris über Brüssel und Hamburg nach Berlin. Seit 9. September 2026 gibt es dort auch einen Nachtzug von Brüssel über Köln und Zürich nach Mailand.
Wer einen Nachtzug nimmt, spart nicht nur CO2, sondern auch eine Hotelnacht. Und jede gebuchte Fahrt zeigt den Bahnen, dass sich solche Verbindungen lohnen.
Quellen: Umweltbundesamt: Vergleich der durchschnittlichen Emissionen … · Umweltbundesamt: Emissionsdaten Verkehr · European Sleeper: Pressemitteilung vom 12.11.2025 (PDF) · European Sleeper: Pressemitteilung vom 12.11.2025 (PDF) · European Sleeper: Night train Paris–Berlin · European Sleeper: Press
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Beteilige Dich an Aktionen für ein lebensfreundlicheres Verkehrskonzept.
Critical Mass
„Critical mass (engl., dt. ‚kritische Masse‘) ist ein Trend in vielen Städten der Welt, bei der sich RadfahrerInnen scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um mit gemeinsamen Fahrten durch ihre Innenstädte mit ihrer bloßen Menge auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem Autoverkehr aufmerksam zu machen. Organisation? Es gibt keine! Critical Mass organisiert sich von selbst. JedeR mit einem Fahrrad ist Willkommen! 🙂 „
Quelle: https://criticalmass.de/
Hier findest Du noch mehr über Critical Mass: https://itstartedwithafight.de/
Regionale Aktionen: Bürgerentscheide, Demonstrationen
Radldemo-Muenchen-2019-Donnersberger-Bruecke (MP4)
Radldemo-Muenchen-2019-Kundgebung-an-der-Bavaria (MP4)
Radldemo-Muenchen-2019-Mittlerer-Ring-von-Bruecke-2 (MP4)
Radldemo-Muenchen-2019-Mittlerer-Ring-von-Bruecke-aus (MP4)
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Stand: 06.11.2026 · ↑ nach oben
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