Der Fairtrade-Ansatz

Der Fairtrade-Ansatz

Es ist im Grunde bereits ein Skandal, dass Fairtrade quasi als Ausnahmeerscheinung ein besonderes Siegel BRAUCHT. Umso wichtiger ist es, Fairtrade-Angebote bei der Produktauswahl vorzuziehen.

Transfair e.V.

Fairtrade Deutschland

In Deutschland ist Fairtrade vor allem durch das Fairtrade-Deutschland Siegel von . bekannt. Der Verein sagt über sich: „Wir sind eine unabhängige Initiative zur Förderung des fairen Handels und vertreten Fairtrade in Deutschland. Wir mobilisieren gegen Handelsungerechtigkeit und schließen Lizenzverträge mit Handelspartnern ab, die nach Fairtrade-Standards gehandelte Produkte anbieten.“ TRANSFAIR e.V. ist Mitglied von FAIRTRADE INTERNATIONAL.

Quelle: TRANSFAIR e.V

Fairtrade-Standards

Menschenrechtliche Vorgaben in den Fairtrade-Standards

„Die Fairtrade Standards beziehen sich auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und vielfältige internationale Abkommen wie beispielsweise die Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation, Leitlinien der UN-Kinderrechtskonvention, das UN Protokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, Konventionen und Protokolle zu Arbeitsschutz und Chemikalieneinsatz u.v.m. Die Standards setzen die für die jeweiligen Produktionsformen und Produktkategorien relevanten Aspekte in klare Vorgaben und Kriterien für die Zertifizierung um. Falls Verstöße gegen menschenrechtliche Vorgaben in den Standards in zertifizierten Betrieben durch Audits aufgedeckt werden, müssen diese umgehend behoben werden. Außerhalb der Audits können über geschützte/anonyme Informationsstrukturen Hinweise und Beschwerden vorgebracht werden. Mehr Informationen dazu, welche internationalen Abkommen den Fairtrade-Standards zu Grunde liegen finden Sie in unseren Q&A Menschenrechte (PDF, 351 KB).„

Quelle: TRANSFAIR e.V

Aufbau der Standards

„Die Fairtrade-Standards bestehen aus Kernanforderungen und sogenannten Entwicklungs-Indikatoren. Die Kernanforderungen müssen von jeder Produzentengruppe erfüllt werden, um die Fairtrade-Zertifizierung zu erhalten. Nach der ersten Zertifizierung müssen die Produzentenorganisationen zudem die Entwicklungsanforderungen erfüllen. Diese sind weitreichender und haben unter anderem das Ziel, die Organisation und die Arbeitsbedingungen der Produzenten zu verbessern, aber auch langfristig wirkende Maßnahmen zum Schutz der Umwelt umzusetzen.„

Quelle: TRANSFAIR e.V

Soziale Standards
  • Organisation in demokratischen Gemeinschaften (bei Kooperativen)
  • Förderung gewerkschaftlicher Organisation (auf Plantagen)
  • Geregelte Arbeitsbedingungen
  • Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit
  • Diskriminierungsverbot
Ökologische Standards
  • Umweltschonender Anbau
  • Schutz natürlicher Ressourcen
  • Verbot gefährlicher Pestizide
  • Kein gentechnisch verändertes Saatgut
  • Förderung des Bio-Anbaus durch den Bio-Aufschlag
Ökonomische Standards

Quelle: TRANSFAIR e.V

Fairtrade-Mindestpreis und Fairtrade-Prämie

Fairtrade ist ein „Zertifizierungssystem, bei dem die Produzentinnen und Produzenten von einem Mindestpreis und einer Prämie – einem zusätzlichen Geldbetrag – profitieren. Die Berechnung des Mindestpreises und der Prämie wird auf Grundlage einer genau festgelegten Methode durchgeführt.„

„Dazu führt die Standards and Pricing Unit von Fairtrade International einen systemweiten partizipativen Konsultationsprozess durch, analysiert die Ergebnisse, und legt die sich daraus ergebenden neuen Vorschläge für Mindestpreise und Prämien dem Standard-Komitee zur Abstimmung vor. Dort sind Vertreter der Produzentennetzwerke, Nationalen Fairtrade-Organisationen und zertifizierten Handelsorganisationen, vertreten und stimmen die Vorschläge ab.„

„In regelmäßigen Abständen (je nach Produkt zwischen jährlich und alle vier Jahre), werden diese Preisfindung-Prozesse in Rücksprache mit Produzentenorganisationen und Händlern durchgeführt. Bei der Preisfindung werden vor allem die jeweilige Marktsituation eines Landes sowie die jeweilige Produktkategorie berücksichtigt.„

Quelle: TRANSFAIR e.V

Der Fairtrade-Mindestpreis

„Der Fairtrade-Mindestpreis ist als Sicherheitsnetz zu verstehen, soll die durchschnittlichen Produktionskosten für eine nachhaltige Produktion decken und kann auf der Website von Fairtrade International eingesehen werden. Liegt der jeweilige (Welt)Marktpreis darüber, muss der höhere Marktpreis bezahlt werden.„
„Der Mindestpreis gilt für alle Produktgruppen außer für Blumen und Pflanzen, Zucker, sowie manche Tee- und Gewürzsorten. Für diese Produktgruppen ist es praktisch unmöglich, einen Mindestpreis zu berechnen, der die Produktionskosten für alle Produzentenorganisationen in allen Ländern weltweit abdeckt. Unterschiedliche Sorten und Qualität erschweren ebenfalls die Berechnung eines einheitlichen Mindestpreises. Nicht zuletzt ist ein Mindestpreis in manchen Staaten gesetzlich nicht erlaubt. Der Verzicht auf einen Mindestpreis dient letztendlich dazu, dass möglichst viele Produzentinnen und Produzenten am Fairtrade-System teilnehmen können.„

Quelle: TRANSFAIR e.V

Die Fairtrade-Prämie

„Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten alle Produzentenorganisationen die Fairtrade-Prämie. Die Bauernfamilien bzw. Beschäftigten auf Plantagen entscheiden gemeinsam in einem demokratischen Prozess, in welche sozialen, ökologischen oder ökonomischen Projekte die Prämie investiert wird und welche Ziele erreicht werden sollen. Um volle Transparenz zu gewährleisten, enthalten die Fairtrade-Standards Vorschläge und Tipps für deren konkrete Umsetzung.

Quelle: TRANSFAIR e.V

Fairtrade-Produkte mit dem Fairtrade-Siegel von Transfair-Deutschland

Hinter jedem der folgenden Links stecken weitere Hintergrundinformationen über die „normalen“ Produktionsbedingungen und warum das Fairtrade-Siegel hier notwendig ist.

Kakao
Kaffee
Fruchtsaft
Tee
Wein
Honig

Bananen
Reis
Quinoa
Zucker
Nüsse und Öle
Kräuter und Gewürze

Blumen & Pflanzen
Textil-Lieferkette
Sportbälle
Gold
Kosmetik

Leider ist der Anteil von Fairtrade-Produkten am gesamten Konsum immer noch klein: 2025 gaben die Menschen in Deutschland rund 38 Euro pro Kopf für Fairtrade-Produkte aus, bei Kaffee liegt der Marktanteil bei 5 Prozent, bei Bananen bei 17 Prozent (Quelle), die Produktpalette eingeschränkt: Das muss sich ändern und dafür braucht es zweierlei – unser Kaufverhalten und politische Entscheidungen.

*Kleiner Tipp: Speziell zum Thema Kakao findest Du jede Menge Infos auf „schnelleinfachgesund.de„

Vorschaubild zum Video „Gemeinsam mehr erreichen – Fairtrade-Kakao aus der Elfenbeinküste“

Gemeinsam mehr erreichen – Fairtrade-Kakao aus der Elfenbeinküste

YouTube · Fairtrade Deutschland · 2015 · 4 Min.

Gepa

„Fairer Handel ist seit 1975 der Kern der GEPA-Unternehmensphilosophie. Das haben auch ihre Gesellschafter, ausnahmslos kirchliche Entwicklungs- und Jugendorganisationen, im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben.

Unsere drei Kernziele:

  • Produzentinnen und Produzenten im Süden nachhaltig unterstützen
  • Konsumentinnen und Konsumenten aufklären
  • zur Veränderung ungerechter Welthandelsstrukturen beitragen

Mit fair+ in die Zukunft

„fair plus“ heißt für uns: Wir leisten in vielen Bereichen mehr, als die allgemeinen Fair-Handelskriterien verlangen.
Uns treibt als Pionier an, zusammen mit unseren Partnern im Süden für ein besseres Leben zu arbeiten – mit Respekt vor Mensch und Natur.
„

Fairer Handel in Zahlen 2025

Fairer Handel wächst jedes Jahr. Gemessen am gesamten Einkauf ist er aber immer noch klein.

  • Fairtrade-Produkte setzten 2025 in Deutschland 3,14 Mrd. Euro um, knapp 9 % mehr als im Vorjahr. Das sind rund 38 Euro pro Kopf. (Fairtrade Deutschland, 05.05.2026)
  • Marktanteile: Bananen 17 %, Kakao 21 %, Kaffee nur 5 %. (Fairtrade Deutschland, 05.05.2026)
  • Das Forum Fairer Handel zählt alle fairen Produkte (auch Weltläden und GEPA) und kommt auf 2,7 Mrd. Euro oder 33 Euro pro Kopf. Die Zahlen sind anders erhoben. In der Schweiz sind es rund 129 Euro pro Kopf. (evangelisch.de)