Eine Politik der Nachhaltigkeit braucht aktive Bürger:innen

Eine Politik der Nachhaltigkeit braucht aktive Bürger:innen

Bei sich selbst anfangen, bedeutet nicht, bei sich selbst aufzuhören: Politisches Handeln ist jetzt notwendig! Es reicht nicht mehr aus, ein bisschen Müll zu trennen und ab und zu Fahrrad zu fahren. Wir steuern in vielen Bereichen auf Kipppunkte (tipping points) zu (Klima, Amazonas, Artensterben, Ungleichheit, Demokratie). Wenn solche Kipppunkte erreicht sind, wird die Dynamik auf lange Sicht unumkehrbar! Das bedeutet: Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, um zu nachhaltigen Lösungen zu kommen. Die bisherige Politik ist – national und global gesehen – ein Zeugnis des Totalversagens vor globalen Herausforderungen. Deshalb gibt es inzwischen eine Reihe von effektiven und gut organisierten Gruppen, die Druck auf Entscheidungsträger ausüben. Hier kannst Du aktiv mitwirken.

Warum viele schweigen, obwohl die Mehrheit mehr Klimaschutz will

Die Psychologie nennt das „pluralistische Ignoranz“: Jede/r denkt, die anderen wollen nicht. Dabei ist es umgekehrt.

  • In einer Befragung von rund 130.000 Menschen in 125 Ländern wären 69 % bereit, 1 % ihres Einkommens für Klimaschutz abzugeben. 89 % wollen mehr politisches Handeln. Die Bereitschaft der anderen wird aber um 26 Prozentpunkte unterschätzt. (Universität Bonn zu Andre et al., Nature Climate)
  • Eine Erfurter Studie von 2026 zeigt: Menschen unterschätzen die Zustimmung, überschätzen aber seltene Taten wie Spenden oder politisches Engagement. Nur aufklären reicht nicht. (Universität Erfurt)
  • Wer mit Freunden und Familie über das Klima spricht, lernt dazu und spricht danach öfter darüber – ein sich selbst verstärkender Kreis. (Yale Program on Climate Change Communication)
  • Ob Menschen handeln, hängt stark davon ab, ob sie sich einer Gruppe zugehörig fühlen und ob sie glauben, gemeinsam etwas erreichen zu können (kollektive Wirksamkeit). (Fritsche et al. 2018)