Initiativen unterstützen und mitmachen

Initiativen unterstützen und mitmachen

Ja, ja, die Weltrettung – da malt sich ein Lächeln auf das Gesicht, sowas naives. Aber es gibt doch ziemlich geniale Initiativen, die genau das versuchen: einen wirksamen Beitrag zu leisten, um diese Welt vor noch mehr Ausbeutung zu schützen.

Informationen zu den verschiedenen Gruppen

Scientists for Future

Scientists for Future; Flyer von S4F mit den warming stripes.

Client Earth

Client Earth ist eine Initative von Anwälten, die mit juristischen Mitteln gezielt gegen Umweltzerstörung vorgehen. „Die Zeit“ gibt in „Akte Weltrettung“ einen Überblick über die Aktivitäten von Client Earth:

  • Verhinderung des Baus neuer KohlekraftwerkeDurchsetzung von Schadstoffgrenzwerten (da dieselt es…)Verhinderung der Verwässerung von Gesetzesvorhaben (Einwegplastik)

Übrigens: In Deutschland gibt es das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz, das Umweltverbänden ermöglicht, bei Verstößen zu klagen (Erläuterungen dazu in Wikipedia).

Earthlink e.V.

Logo von Earthlink e.V.

„Zweck des Vereins ist es, zur ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung und zum Umwelt- und Naturschutz beizutragen, wobei er in allen Ländern und Regionen der Erde tätig werden kann. In der durchzuführenden Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ist Umwelt- und Naturschutz dabei ein integrativer Bestandteil.“ … „Informationsarbeit hier in Deutschland zeigt unsere Verantwortung für eine „gerechtere Welt“ auf.

earthlink führt nicht nur eigene Projekte und Kampagnen durch, sondern bietet die Erfahrung, das Fachwissen und das Engagement des ganzen Earthlink–Teamsauch für die Mitarbeit in Projekten anderer Organisationen und Institutionen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit an.
Netzwerkarbeit verknüpft Ideen und Erfahrungen vieler Akteure, die für eine nachhaltige Entwicklung eintreten.
earthlink arbeitet zusammen mit zahlreichen Partnern und befreundeten Organisationen um entwicklungspolitische Bildungsarbeit leisten und Projekte der Entwicklungszusammenarbeit durchführen zu können.“

Attac

Attac stellt sich selbst so vor: „Globalisierung geht ganz anders – Mensch und Natur vor Profit!“ … „Immer mehr Menschen nehmen wahr, dass die Veränderungen und Probleme in unserer zusammenwachsenden Welt zunehmen:

  • die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auf, hierzulande, innerhalb Europas und weltweit
  • Millionen Menschen leiden Hunger, viele arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen, Kinder wachsen in Armut auf
  • Unternehmen und Konzerne schreiben
    Rekordgewinne und entlassen dennoch tausende Mitarbeiterinnen,
    Politiker und Gewerkschaften scheinen
    dagegen machtlos zu sein
  • Bildung, Wissen, Gesundheit, Altersvorsorge werden privatisiert und damit vom Allgemeingut zum Luxusobjekt
  • das Klima verändert sich in rasendem Tempo, aber gegen den Ausstoß von Treibhausgasen scheint es kein Mittel zu geben
  • um gefragte Rohstoffe werden Kriege geführt

Aus der Webseite von Attac (Juni 2019): „Diese Entwicklungen sind kein Naturgesetz, sondern die Folge politischer Entscheidungen: Entscheidungen, die wir nicht tatenlos hinnehmen; Politik, die auch ganz anders aussehen kann. Eine andere Welt ist möglich!
Attac ist ein internationales Netzwerk in rund 50 Ländern. (Quelle) Wir verstehen uns als Teil einer globalen Bewegung. Auch in Deutschland bildet Attac ein breites gesellschaftliches Bündnis, das von den Gewerkschaften Verdi und GEW über den Umweltverband BUND oder die katholische Friedensorganisation Pax Christi bis hin zu kapitalismuskritischen Gruppen reicht.

Mitglieder und Aktive von Attac setzen sich ein für ihre Überzeugung, dass die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, die Förderung von Selbstbestimmung und Demokratie und der Schutz der Umwelt die vorrangigen Ziele von Politik und Wirtschaft sein sollten.
Wir setzen uns ein für eine ökologische, solidarische und friedliche Weltwirtschaftsordnung. Der gigantische Reichtum dieser Welt muss gerecht verteilt werden.
Woher kommt der Name A-t-t-a-c? Attac ist die Abkürzung für den französischen Ausdruck „Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen“ (association pour une taxation des transactions financières pour l‘aide aux citoyens).“

Avaaz

Avaaz ist ein Kampagnen-Netzwerk, das mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen weltweit beeinflusst.

Du kannst Dich über die Internet-Kampagnen von Avaaz zu aktuellen drängenden Themen informieren und mitmachen, wenn Du ein Anliegen unterstützen möchtest. Das Auftreten wirkt etwas dramatisch und plakativ, aber viele Aktionen erscheinen uns notwendig und sinnvoll. Auch wenn Du nicht jede Avaaz-Aktion gut findest und mitmachst – es gibt immer wieder wichtige Anlässe, für die es sich lohnt, seine Stimme zu geben.

Extinction Rebellion

Die gegenwärtigen Herausforderungen sind ebenso riesig, wie auch zeitkritisch. Das Versagen der nationalen und internationalen politischen Institutionen ist nicht mehr hinnehmbar. Daher sind engagierte und mutige Aktionen notwendig und gerechtfertigt, solange sie gewaltlos sind. Hier setzt Extinction Rebellion an. Es ist eines der herausragenden Beispiele dafür, dass wir eben nicht gezwungen sind, passiv dazusitzen und zu warten, bis es zu spät ist.

Die Süddeutsche berichtet am 5. August 2019 über Extinction Rebellion: „Ungehorsam für das Klima„: „Ihr ziviler Ungehorsam, das angekündigte symbolische Überschreiten von Gesetzen, soll auf eine drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. `Wir steuern in einen tödlichen Klimakollaps, den deine Familie nicht überleben wird´, heißt es auf der Internetseite. … … die Forderungen (von Extintion Rebellion): Alle Gesetze kippen, die dem Klimaschutz entgegenstehen, die vom Menschen verursachten Emissionen auf netto-null reduzieren – bis 2025. (So die Forderung von 2019.) (Quelle)

Gegründet wurde Extinction Rebellion im Herbst 2018 in Großbritannien, unter anderem von Gail Bradbrook und Roger Hallam. Von Hallam hat sich XR Deutschland 2019 nach seiner Verharmlosung des Holocaust distanziert. (Quelle) Die Biophysikerin und der Umweltaktivist haben soziale Bewegungen wie Gandhis Salzmarsch analysiert, XR strategisch geplant und davon gesprochen, 3,5 Prozent der Bevölkerung zu mobilisieren. Das reiche, um grundlegende Veränderungen in einer Gesellschaft anzustoßen. In der Vergangenheit hat das gereicht, um Regierungen zu stürzen. Eine Garantie ist es nicht: Entscheidend ist, dass eine Bewegung breit in der Bevölkerung verankert ist. (Quelle) In Deutschland müssten sie demnach fast drei Millionen Menschen aktivieren. … Dass ihre Proteste friedlich bleiben, nennen XR-Aktivisten ihr oberstes Gebot. Dafür proben die Aktivisten, sich bei Blockaden so hinzusetzen, dass Auseinandersetzungen vermieden werden. „

Im Folgenden erklärt sich Extinction Rebellion selbst:

„Wir, Extinction Rebellion („XR“) sind eine internationale, dezentral organisierte Gesellschaftspolitische Bewegung, deren Ziel es ist, den nötigen umfassenden und tief greifenden Wandel zu erreichen, um das Risiko der Auslöschung der Menschheit und des Kollapses unserer Ökosysteme zu minimieren. Mit gewaltfreiem zivilen Widerstand wollen wir unsere Regierungen dazu bewegen, den ökologischen Notstand zu erklären und den gesetzlichen Rahmen zur Umsetzung unserer Forderungen zu schaffen.„

Mehr zu Extinction Rebellion und zur Idee der Bürger:innen-Versammlungen:

Weiterlesen

„Wir handeln aus Liebe zum Leben für eine lebenswerte Zukunft aller Lebewesen auf diesem Planeten. Wir rufen alle, unabhängig von politischer Neigung, Religion, Herkunft, Alter, Sexualität oder Geschlecht auf, sich der Rebellion für das Überleben anzuschließen. Wir freuen uns über jede Person, die sich uns anschließt und mitmacht! Ihr braucht keine Erlaubnis, um mitzumachen und Aktionen durchzuführen. Alle, die unseren Prinzipien und Werten zustimmen und diesen folgen, können in Namen von Extinction Rebellion aktiv werden.“

„Wir wenden weder in Aktionen noch in anderem Kontext verbale oder physische Gewalt an. Unsere strikte Gewaltfreiheit gilt sowohl online als auch offline. Diskriminierendes Verhalten, Beschimpfungen, Vorurteile und jegliche Art menschenfeindlicher Äußerungen und Aktionen sind für uns inakzeptabel.“

So kannst Du bei Extinction Rebellion mitmachen:

Schau dir an was unsere Forderungen sind und nach welchen Prinzipien und Werten wir handeln.

Wenn mehr über die Klimakrise und was wir dagegen tun können erfahren möchtest schau dir unseren Talk „Aufstand oder Aussterben?“ an.

Du möchtest über künftige Aktionen und Veranstaltungen informiert werden? Dann trage dich auf unserer Startseite in den Newsletter ein.

Ortsgruppen sind mitunter die beste Möglichkeit aktiv zu werden. Schau ob es eine Ortsgruppe in deiner Nähe gibt. Kontaktiere deine Ortsgruppe per Email oder besuche eine ihrer Veranstaltungen. Du findest sie aber auch auf den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Twitter.
Wenn es noch keine Ortsgruppe in deiner Nähe gibt dann bau doch einfach eine auf!
Mehr über Ortsgruppen findest du außerdem in unserem Mach mit! Starterkit.

Wenn du die Organisation auf nationaler Ebene unterstützen willst trete einfach einer nationalen AG bei, du brauchst meistens keine besondere Qualifikation oder Vorkenntnisse, wir freuen uns über jede Hilfe!

Den bundesweiten AGs beizutreten ist auch eine gute Möglichkeit um dich einzubringen wenn es in deiner Nähe keine Ortsgruppe gibt und du auch keine aufbauen willst. Eine Übersicht über die existierenden bundesweiten AGs findest du hier.
Mehr über bundesweite Arbeitsgruppen findest du in unserem Mach mit! Starterkit.

Wenn du keine Zeit und/oder Lust hast dich an der Organisation von XR zu beteiligen, bist du uns auch bei unseren Aktionen eine große Hilfe. Um an Aktionen teilzunehmen, schau einfach in den Aktionskalender deiner Ortsgruppe oder in den überregionalen Aktionskalender.

Wir möchten in ganz Deutschland Vorträge halten, um alle Menschen auf die Klimakatastrophe aufmerksam zu machen. Der Vortrag gibt den aktuellen Stand der Wissenschaft wieder, sowie die Probleme, die die öffentliche Debatte über den Klimawandel prägen. Um diese Vorträge professionell, aber vor allem flexibel halten zu können, benötigen wir eure Unterstützung. Die Spenden werden für Beamer, Leinwände, PA-Anlagen, Fahrtkostenunterstützung & Raummieten verwendet.

Unterstütze uns indem du deinen Freunden und Bekannten von XR erzählst.

  • Teile Videos, Tweets und verlinke unsere Seite. Hier findest du auch Flyer, Sticker und weitere Info-Materialen.
  • Hilf dabei, die Rebellion über die Sozialen Medien zu verbreiten: Facebook, Twitter,Instagram.
  • Whatsapp – Wie das ganze hier funktioniert? Wenn ein Link in der Gruppe geteilt wird, klickt bitte drauf, kommentiert (schon ein einfacher ‚ ‘ reicht aus), liked und teilt den Beitrag (oder das Event) und helft der Extinction Rebellion somit dabei die Facebook Algorithmen zu knacken und Aufmerksamkeit in den sozialen Medien zu erlangen.
  • Leg einen XR Rahmen um euer Profilbild bei Facebook oder anderen sozialen Netzwerken. Klick hierfür einfach auf jemanden, der bereits einen Rahmen um sein Bild hat und fügt diesen über den entsprechenden Button auch eurem Bild hinzu.

Wenn du etwas Zeit übrig hast kannst du dich freiwillig melden und uns bei wichtigen Aufgaben unterstützen.„

Open letters, supporting Extinction Rebellion, published in the Guardian.

Facts about our ecological crisis are incontrovertible. We must take action Humans cannot continue to violate the fundamental laws of nature or science with impunity, say 94 signatories. The Guardian, 26.10.2018

Act now to prevent an environmental catastrophe: 100 academics, authors, politicians and campaigners from across the world call for action to address climate change, The Guardian, 9.12.018

In our complex, interdependent global ecosystem, life is dying, with species extinction accelerating. The climate crisis is worsening much faster than previously predicted. Every single day 200 species are becoming extinct. This desperate situation can’t continue.

Political leaders worldwide are failing to address the environmental crisis. If global corporate capitalism continues to drive the international economy, global catastrophe is inevitable.

Complacency and inaction in Britain, the US, Australia, Brazil, across Africa and Asia – all illustrate diverse manifestations of political paralysis, abdicating humankind’s grave responsibility for planetary stewardship.

International political organisations and national governments must foreground the climate-emergency issue immediately, urgently drawing up comprehensive policies to address it. Conventionally privileged nations must voluntarily fund comprehensive environment-protection policies in impoverished nations, to compensate the latter for foregoing unsustainable economic growth, and paying recompense for the planet-plundering imperialism of materially privileged nations.

With extreme weather already hitting food production, we demand that governments act now to avoid any risk of hunger, with emergency investment in agro-ecological extreme-weather-resistant food production. We also call for an urgent summit on saving the Arctic icecap, to slow weather disruption of our harvests.

We further call on concerned global citizens to rise up and organise against current complacency in their particular contexts, including indigenous people’s rights advocacy, decolonisation and reparatory justice – so joining the global movement that’s now rebelling against extinction (eg Extinction Rebellion in the UK).

We must collectively do whatever’s necessary non-violently, to persuade politicians and business leaders to relinquish their complacency and denial. Their “business as usual” is no longer an option. Global citizens will no longer put up with this failure of our planetary duty.

Every one of us, especially in the materially privileged world, must commit to accepting the need to live more lightly, consume far less, and to not only uphold human rights but also our stewardship responsibilities to the planet.

Dr Vandana Shiva Delhi, India
Naomi Klein Author
Noam Chomsky Laureate professor, University of Arizona, Institute professor (emeritus) MIT, USA
Prof AC Grayling Master of the New College of the Humanities, London, UK
Philip Pullman UK
Dr Rowan Williams UK
Bill McKibben Founder, 350.org, Brooklyn, New York, US
Tiokasin Ghosthorse (Lakota Nation), New York, NY, US
Esther Stanford-Xosei Convenor-General, Stop the Maangamizi: We Charge Genocide/Ecocide Campaign (SMWeCGEC), London, UK
Sir Jonathon Porritt Signing in a personal capacity, UK
Dr Alison Green Pro Vice-Chancellor (Academic), Arden University, National Director (UK) https://www.scientistswarning.org/ , UK
Lily Cole Model, entrepreneur and patron for the Environmental justice foundation
Chris Packham English naturalist and TV presenter, UK
Dr Susie Orbach Consultant psychoanalyst, The Balint Consultancy, UK
Prof Joy Carter CBE Vice Chancellor, University of Winchester, UK
Prof Jayati Ghosh Jawaharlal Nehru University, New Delhi, India

You find all the other authors of this letter in the original publication.

Weitere Quellen und Berichte zu Extinction Rebellion

Empfehlenswert: Die englische Webseite von XR.

Wikipedia-Artikel über Extinction Rebellion

Deren Ansatzpunkt ist das Streiken: „Our general strike is the focal point of our movement – what sets us apart from other burgeoning environmentalist groups working alongside us. The people must tackle climate change from every angle, and our line of attack is through withholding our labour. To this end, our worldwide protests are important for us to spread our message, but they are merely instrumental to our mission. We are not pleading for sympathy, we are displaying our power.“

Mehr zu den Forderungen von Extinction Rebellion und zu den Bürger*innen Versammlungen findest Du hier auf unserer Webseite…

Was gewaltfreie Bewegungen wirklich erreichen

Die Forschung zu Protest ist inzwischen genauer geworden. Diese Befunde helfen bei der Entscheidung, wo Du Dich engagierst:

  • Die „3,5-Prozent-Regel“ von Erica Chenoweth beschreibt historische Bewegungen gegen Regierungen. Sie selbst warnt: Es ist eine beschreibende Zahl, keine Erfolgsgarantie. (Harvard Kennedy School)
  • Eine radikale Flanke kann gemäßigten Gruppen derselben Bewegung mehr Zustimmung bringen – entscheidend sind dabei die Mittel, nicht die Ziele. (Simpson, Willer, Feinberg 2022, PNAS Nexus)
  • Nach Blockaden von Just Stop Oil auf der Londoner M25 stieg in einer Studie die Unterstützung für Friends of the Earth leicht, von 50,3 auf 52,9 %. (Ostarek et al. 2024, Nature Sustainability)
  • Der Weltklimarat betont: Gemeinsames Handeln und Organisieren verschiebt, was politisch möglich ist. (IPCC AR6 WGIII, Kapitel 5)

Mitmachen vor Ort: Kommune und Nachbarschaft

Nicht jede/r will auf die Straße. Viele wirksame Wege beginnen vor der eigenen Haustür:

  • Der „Handabdruck“ von Germanwatch misst, wie Du Strukturen veränderst – etwa in Schule, Betrieb oder Gemeinde. Ein Test hilft, die passende Aktion zu finden. (Germanwatch)
  • Solaranlagen stecken an: In einer US-Studie erhöhten 10 zusätzliche Anlagen in einem Postleitzahlgebiet die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Anlage um 7,8 %. (EurekAlert zu Bollinger & Gillingham, Marketing )
  • Laut Weltklimarat reichen 10 bis 30 % überzeugte Menschen, um neue soziale Normen zu setzen. (IPCC AR6 WGIII, Kapitel 5)
Die 3,5-Prozent-Regel richtig verstehen

Erica Chenoweth und Maria Stephan haben historische Kampagnen untersucht, die Regierungen stürzen oder Unabhängigkeit erreichen wollten. Ergebnis: Keine Regierung hielt stand, wenn 3,5 % der Bevölkerung auf dem Höhepunkt aktiv protestierten. Für Kampagnen, die einzelne Gesetze ändern wollen, wurde die Regel nicht untersucht.

Chenoweth hat später selbst Ausnahmen genannt: In Bahrain scheiterte eine Bewegung trotz über 6 % Beteiligung. Seit den 2010er Jahren sinkt die Erfolgsquote gewaltfreier Bewegungen. Ihr Rat: Breite Unterstützung in der Bevölkerung ist wichtiger als eine bestimmte Zahl.

Quellen: Harvard Kennedy School · Chenoweth 2020

Extinction Rebellion heute

Extinction Rebellion handelt weiter gewaltfrei mit zivilem Ungehorsam. XR in Großbritannien hat am 1. Januar 2023 angekündigt, vorerst auf störende Aktionen zu verzichten und mehr Menschen zu gewinnen.

Mitgründer Roger Hallam hat 2019 den Holocaust verharmlost; XR Deutschland hat sich von ihm distanziert. Hallam gründete später Just Stop Oil und wurde 2024 wegen der Planung von Blockaden der M25 verurteilt; das Berufungsgericht senkte die Strafe 2025 von fünf auf vier Jahre. Die XR-Forderung „netto null bis 2025“ ist inzwischen verstrichen.

Quellen: Extinction Rebellion UK · The Local · LBC