Meere unter Druck: Fischbestände und Korallen 2024–2026
Die Welternährungsorganisation FAO hat 2025 die bisher genaueste Bilanz der Fischbestände veröffentlicht. Gleichzeitig hat die Meereserwärmung die schlimmste Korallenbleiche seit Beginn der Messungen ausgelöst.
- Von 2.570 untersuchten Fischbeständen werden 64,5 Prozent nachhaltig befischt. 35,5 Prozent gelten als überfischt (FAO, Juni 2025). (FAO)
- Gute Bewirtschaftung wirkt: Gemessen an der Fangmenge stammen 77,2 Prozent des weltweiten Fangs aus Beständen, die nachhaltig befischt werden. (FAO)
- Im Mittelmeer und Schwarzen Meer ist die Lage weiter schlecht: Nur 35,1 Prozent der Bestände werden dort nachhaltig befischt. (FAO)
- 2022 kam zum ersten Mal mehr Fisch und Meeresgetier aus Zucht (Aquakultur) als aus Wildfang. Insgesamt wurden 223,2 Millionen Tonnen erzeugt. (FAO)
- Seit dem 15. September 2025 gilt das Abkommen der Welthandelsorganisation gegen schädliche Fischereisubventionen. Es verbietet staatliche Hilfen für illegale Fischerei und für das Befischen schon erschöpfter Bestände. (WTO)
- Von Januar 2023 bis April 2025 traf bleichende Hitze 83,7 Prozent der Korallenriff-Fläche der Welt. Das ist die größte Korallenbleiche, die je gemessen wurde (vorher 68 Prozent, 2014–2017). (Science Feedback)
- Das heißt nicht, dass all diese Riffe gestorben sind: Die Zahl misst die Hitzebelastung. Die Bleiche ist laut NOAA Mitte 2025 abgeklungen, kann aber mit dem nächsten El Niño wiederkommen. (Down To Earth)
Was heißt das für uns? Wo Fischerei gut geregelt wird, erholen sich Bestände – das macht Mut. Die Korallen aber kann nur ein entschlossener Klimaschutz retten.
Videos dazu

Sushi-Hype: Lachs-Quälerei und Überfischung – Lifestyle mit Schattenseiten | SWR Doku
SWR-Doku (2025) über die Schattenseiten des Sushi-Booms: Lachszucht und Überfischung.
Der erste Kipppunkt ist erreicht: Warmwasser-Korallenriffe
Der „Global Tipping Points Report 2025“ fasst den Stand der Forschung zu Kipppunkten im Klimasystem zusammen. Seine wichtigste Aussage: Warmwasser-Korallenriffe überschreiten gerade ihren Hitze-Kipppunkt. Sie sterben in nie gesehenem Ausmaß ab – schon bei der heutigen Erwärmung von etwa 1,4 Grad.
Der gleiche Bericht warnt: Klimawandel und Abholzung zusammen bringen auch den Amazonas-Regenwald schon unter 2 Grad Erwärmung in Gefahr, großflächig abzusterben.
Quellen: Global Tipping Points Report 2025 · Global Tipping Points Report 2025