Verborgene Gifte: Mikroplastik
Weil man es nicht sieht, bleibt es uns auch verborgen: Der BUND-Einkaufsratgeber Mikroplastik offenbart, in welch unglaublichem Umfang Mikroplastik in Kosmetika eingesetzt wird. Und was passiert damit?
„Mikroplastik findet sich in allen Tiefen des Meeres. Es wurde zum Beispiel bereits in Kleinstlebewesen (Zooplankton), Muscheln, Würmern, Fischen und Seevögeln gefunden. Leichtes Mikroplastik schwimmt zum Großteil an der Meeresoberfläche und wird hier von Kleinstlebewesen aufgenommen, die eine wichtige Nahrungsquelle für Fische darstellen. Von Fischen und Muscheln ernähren sich Meeressäuger, Vögel – und wir Menschen. Plastik wirkt in der Umwelt wie ein „Magnet“ für Schadstoffe, die Schadstoffkonzentration an dem Mikroplastik ist oft hundertmal höher als im Meerwasser. Dies geschieht aufgrund der physikalischen und chemischen Eigenschaften des Kunststoffs. Zum anderen enthält der Kunststoff bereits Chemikalien, die während der Produktion hinzugefügt werden. Wenn Tiere diese Mikroplastikpartikel fressen, nehmen sie auch die Schadstoffe mit auf. “
„Laut Umweltbundesamt werden in Deutschland rund 500 Tonnen Kunststoff in Pflegeprodukten verarbeitet. Die Verpackungen sind on top. Das Plastik ist in fester Form, als Schleifpartikel in Peelings oder Zahnpasten. Oder als flüssiges Plastik vor allem in Shampoos, Cremes oder Duschgels. Durch den Abfluss landet Mikroplastik im Meer und im schlimmsten Fall wieder auf unserem Teller.“ (Quelle: Zeit Online, „Retten, was übrig ist„)
Aber Mikroplastik entsteht auch durch Kleidung: Mit einer einzigen 6-Kilogramm-Waschladung von Synthetik-Stoffen können bis zu 700.000 Mikrofasern in die Umwelt gelangen.11 Mikrofasern werden von Meereslebewesen und Wasservögeln unbeabsichtigt aufgenommen oder mit Nahrung verwechselt und gefressen. Außerdem zeigen Studien, dass Mikrofasern samt Schadstofflast – wie beispielsweise Weichmacher oder Flammschutzmittel – in die Nahrungskette übertragen werden können. (Quelle: Greenpeace – Konsumkollaps durch fast fashion). Die Waschbeutel von Guppyfriend (29,75 Euro) fangen Fasern aus Synthetik-Materialien auf, die sich beim Wäschewaschen gelöst haben. So können sie nicht in die Umwelt gelangen. Naturfreundlicheren Glitzer (aus modifizierter Cellulose) gibt es bei ecoglitterfun.com.
WIE SCHÄDLICH der Plastikwahnsinn inzwischen ist, zeigt folgender Artikel in der Zeit Online: „Plastikrückstände im Urin von Kindern gefunden„. „Weichmacher im Körper: Das Umweltbundesamt hat 2.500 Minderjährige auf 15 Inhaltsstoffe von Plastik untersucht. Zum Teil liegen die Befunde über zulässigen Grenzwerten.“ Bei 20 Prozent der Untersuchten wurde Perfluoroktansäure (PFOA) gefunden – und die gehört ganz sicher nicht in den Urin unserer Kinder. Der Stoff ist nämlich schädlich für die Fortpflanzung und wirkt lebertoxisch. Und: die jüngsten Kinder waren am stärksten betroffen.
Mikroplastik wird überall gefunden, sogar in den Wolken, wie japanische Wissenschaftler berichten – wobei Kontaminationen nicht ganz ausgeschlossen werden konnten (https://www.waseda.jp/top/en/news/78501). Das Fachjournal „Nature Nanotechnology“ berichtet, wie winzige Rädertierchen Mikro-Plastik in Nanoplastik verwandeln (https://www.nature.com/articles/s41565-023-01534-9). Ein einziges Rädertierchen kann mehr als 350.000 solcher Nanopartikel erzeugen – pro Tag!