Mobilität: Nahverkehr in Stadt und Land: Deutschlandticket, Lücken, autonome Shuttles

Nahverkehr in Stadt und Land: Deutschlandticket, Lücken, autonome Shuttles

Seit Mai 2023 gibt es das Deutschlandticket. Es zeigt, dass ein einfaches Angebot Menschen vom Auto in Bus und Bahn bringt. Gleichzeitig ist das Angebot auf dem Land oft dünn, und die Bahn braucht viel Geld für die Sanierung.

  • Rund 14,6 Millionen Menschen hatten Ende 2025 ein Deutschlandticket. Nach der Preiserhöhung von 58 auf 63 Euro zum 1. Januar 2026 kündigten nur 5,75 Prozent. (VDV)
  • Ab 1. Januar 2027 kostet das Ticket 66,80 Euro im Monat. Der Preis wird nun über einen Kostenindex aus Personal-, Energie- und allgemeinen Kosten berechnet. (Bayerisches Verkehrsministerium)
  • Die offizielle Evaluation für das Bundesverkehrsministerium (infas, Daten bis September 2025) stellt fest: Das Ticket verlagert Fahrten vom Auto auf Bus und Bahn, senkt die Pkw-Nutzung um etwa 3 Prozent und spart rund 2,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Es hilft besonders Menschen mit wenig Geld. (Clean Energy Wire)
  • Eine Auswertung mehrerer Studien im Forschungsprojekt Ariadne (April 2025) kommt auf 4,2 bis 6,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Die Schätzungen gehen also auseinander, in die gleiche Richtung zeigen aber fast alle. (energiezukunft)
  • Auf dem Land fehlt oft das Angebot: Laut ÖV-Atlas 2026 von Agora Verkehrswende wohnen rund 21 Millionen Menschen, gut ein Viertel der Bevölkerung, an Orten ohne gutes Grundangebot an Bus und Bahn. 5,6 Millionen haben an ihrem Wohnort nicht einmal eine Haltestelle mit Mindestangebot. (Agora Verkehrswende)
  • Je kleiner der Ort, desto schlechter das Angebot: In Gemeinden mit weniger als 1.000 Einwohnern hat nur 1 Prozent der Menschen eine gute oder sehr gute Anbindung. (Agora Verkehrswende)
  • Fahrerlose Kleinbusse, die man per App ruft, könnten genau diese Lücke schließen, schreibt Agora Verkehrswende (Juni 2026). Bisher gibt es in Deutschland aber nur kleine lokale Versuche. Agora empfiehlt wenige große Modellregionen für den Übergang in den Regelbetrieb. (Agora Verkehrswende)
  • Für die Schiene plant der Bund bis 2029 rund 107 Milliarden Euro ein, vor allem aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz. Das Geld fließt vor allem in die Sanierung, und es liegt laut Deutscher Bahn etwa 18 Milliarden Euro unter dem Bedarf. (VerkehrsRundschau)

Was heißt das für uns? Ein günstiges, einfaches Ticket wirkt, aber nur dort, wo auch Busse und Bahnen fahren. Der nächste Schritt ist das Angebot auf dem Land, und dabei können Rufbusse und später autonome Shuttles helfen.

Videos dazu

Vorschaubild zum Video „Deutschlandticket 2026: 63 Euro - ist das zu teuer? | BR24“

Deutschlandticket 2026: 63 Euro – ist das zu teuer? | BR24

YouTube · BR24 · 2025 · 14 Min.

BR24 (September 2025): Das Deutschlandticket kostet ab 2026 63 Euro. Wie kommt der Preis zustande, und wird es zu teuer?

Vorschaubild zum Video „Verkehrswende in der Stadt: Was passiert, wenn das Auto nicht mehr dominiert? | NDR Info“

Verkehrswende in der Stadt: Was passiert, wenn das Auto nicht mehr dominiert? | NDR Info

YouTube · NDR Info · 2026 · 3 Min.

NDR Info (Oktober 2026), drei Minuten: Was passiert, wenn das Auto in der Stadt nicht mehr dominiert? Eine Vision für Hamburg.

Vorschaubild zum Video „ÖPNV - Stadt und Land: Meine Eltern, die Verkehrswende und ich | Doku | NDR Story“

ÖPNV – Stadt und Land: Meine Eltern, die Verkehrswende und ich | Doku | NDR Story

YouTube · NDR Doku · 2024 · 45 Min.

NDR Story (2024): Verkehrswende in Stadt und Land. Helfen die Ideen der Städte auch dort, wo Wege weit und Dörfer klein sind?