Fakten: Gibt es gesicherte Erkenntnisse?

Im Meer der Unsicherheiten gibt es Inseln der Gewissheit.

Vom Faktenwissen zum Handeln kommen

Wir sind geflutet mit Informationen. Wir wissen so viel, wie keine Generation vor uns. Alle Informationen sind nur ein paar Klicks entfernt. Aber wir wissen nicht mehr, was wir mit diesen Informationen anfangen sollen. Dies umso mehr, als wir den uns angebotenen „Fakten“ im Zeitalter von Fake News oft nicht mehr trauen. Daher fragen wir: Was können wir als Fakten akzeptieren?

Immer wieder erlebe ich, wie hilflos ich oft bin, wenn mir irgendwelche angeblichen Faktenschnipsel hingeworfen werden – und ich keine genauen Daten habe, die ein realistischeres Modell der Wirklichkeit stützen. Natürlich werden Fakten alleine nicht überzeugen, weil die Motivation dafür, sich aus Faktenschnipseln ein graubraunes Weltbild zu basteln, nicht in den Fakten liegt, sondern ganz woanders. Dennoch bleibt es eine notwendige – wenn auch nicht zureichende – Bedingung, zumindest einen systematischen Zugang zu verlässlichen Informationen zu haben, um den Dialog über die Notwendigkeit von Veränderungen führen zu können.

Weit verbreitet ist auch eine Form des „Denkens“, das aus winzigen Schnipseln von Fakten und daneben auch eindeutigen Irrtümern und Falschinformationen Meinungen bildet, die einen dumpf-grauen Charakter haben: Politiker sind eine Klasse von Leuten, die mit uns nichts zu tun haben und in Saus und Braus leben – vor allem die Grünen. Institutionen dienen nicht „uns“ sondern irgendetwas anderem. Den Klimawandel kann man doch auch ganz anders erklären, Klimaschwankungen gab es schon immer. Die Ausländer bekommen alles hinten und vorne serviert und wir gehen leer aus usw. usf. Wer auf diese Weise denkt, wird sich mit dieser Seite nicht beschäftigen und auch nicht mit anderen Informationsquellen.

Ethische Überlegungen werden oftmals als Weltverbesserung, „Gutmenschentum“ oder ähnliches diskreditiert und belächelt. Keine Sorge – wir müssen die Welt gar nicht verbessern, denn die Welt an sich ist schon „gut“. Aber an unserem Handeln müssen wir etwas ändern. Daher beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie könnte eine universelle, kultur- und religionsübergreifende Ethik aussehen und welche Quellen und Grundlagen gibt es dafür? 

Man kann Fakten sehr distanziert betrachten. Man kann aber auch, wie die Gruppe Extinction Rebellion, sagen:

EGAL WIE VIEL DU WEISST, DU BIST NICHT BEUNRUHIGT GENUG

DIE ARKTIS BRENNT

Ok, das ist nichts neues – Buschfeuer sind selbst in der Arktis normal. Aber 2019 wütet seit Monaten der größte Brand, den wir dort je gesehen haben. Tatsächlich sieht man den Brand aus dem Weltraum. [Quelle]

WALDBRÄNDE IN EUROPA

Allein 2019 hatten wir in Europa schon über 1500 Waldbrände die jeweils eine Fläche über 30 Hektar groß waren. Durchschnitt der Jahre 2008-18 waren in diesem Zeitraum nur 320 Brände – das sind fast 5x so viel! Außerdem nahmen die Brände in etwa die doppelte Fläche ein. [Quelle]

PERMAFROST

In Permafrostböden sind riesige Mengen von Klimagasen gebunden. Sobald die Böden auftauen, zersetzen Bakterien die Biomasse und die Klimagase werden freigesetzt. Teilweise sind Böden schon heute in einem Zustand, den wir frühestens 2090 erwartet hatten – wir haben uns um 70 Jahre verschätzt! [Quelle]

ARTENSTERBEN

Wir haben einen Planeten kennengelernt, der uns immer wieder aufs neue erstaunt hat. Atemberaubende Landschaften, bunte Korallenriffe, bizarre Balzrituale und Symbiosen unterschiedlichster Spezies. All das ist in Gefahr, inzwischen sind eine Million Arten vom Aussterben bedroht. 10% aller Insekten, 40% aller Amphibien und 30% aller maritimer Säugetiere sind bedroht um nur ein paar Gruppen zu nennen. Die Geschwindigkeit, mit der das passiert, ist zehn- bis hundertmal schneller als in den letzten zehn Millionen Jahren.[Quelle]

Ein „Weiter so“ ist eine tödliche Entscheidung.

Quelle: https://www.extinctionrebellion.de

Scientists for future: gesicherte Fakten

Nachfolgend eine Zusammenfassung wesentlicher Fakten aus der Sicht der Wissenschaftler*innen von Scientists for Future.

Der durch Menschen verursachte Temperaturanstieg ist wissenschaftlich belegt

1. Weltweit ist die Durchschnittstemperatur bereits um etwa 1 °C angestiegen (relativ zu 1850–1900) (IPCC 2013, 2018). Rund die Hälfte des Anstiegs erfolgte in den letzten 30 Jahren (NASA 2018, IPCC 2014).

2. Weltweit waren die Jahre 2015, 2016, 2017 und 2018 die heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (NASA, 2019).

3. Der Temperaturanstieg ist nahezu vollständig auf die von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen zurückzuführen (U.S. Global Change Research Program 2017, IPCC 2013, 2014).

4. Bereits mit der aktuellen Erwärmung sind wir in vielen Regionen mit häufigeren und stärkeren Extremwetterereignissen und deren Folgen wie Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und Starkniederschlägen konfrontiert (zum Beispiel IPCC 2012, 2013, 2018, National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine 2016).

Dieser Temperaturanstieg wird drastische Auswirkungen haben

5. Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind zudem eine Gefahr für die menschliche Gesundheit (Watts et al., 2015, 2018). Neben den oben genannten direkten Folgen sind dabei auch indirekte Folgen der globalen Erwärmung wie Ernährungsunsicherheit und die Verbreitung von Krankheitserregern und ‑überträgern zu beachten.

6. Falls die Weltgemeinschaft die vom Pariser Abkommen angestrebte Beschränkung der Erwärmung auf 1,5 °C verfehlt, ist in vielen Regionen der Welt mit erheblich verstärkten Klimafolgen für Mensch und Natur zu rechnen (IPCC 2018).

7. Um mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Erwärmung von 1,5 °C nicht zu überschreiten, müssen die Nettoemissionen von Treibhausgasen (insbesondere CO2) sehr rasch sinken und in den nächsten 20 bis 30 Jahren weltweit auf null reduziert werden (IPCC 2013, 2018).

Die derzeitigen Maßnahmen reichen NICHT aus


8. Stattdessen steigen die CO2-Emissionen weiter. Mit den Vorschlägen, die weltweit derzeit auf dem Tisch liegen, wird die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts wahrscheinlich bei über 3 °C liegen und anschließend aufgrund anhaltender Emissionen und Rückkoppelungseffekte weiter zunehmen (Climate Action Tracker 2018).

9. Bei derzeitigen Emissionen reicht das verbleibende globale CO2-Emissionsbudget für den 1,5-Grad-Pfad nur für etwa 10 Jahre. Auch für den 2-Grad-Pfad reicht es nur für etwa 25–30 Jahre (MCC 2018, IPCC 2018).

10. Anschließend leben wir von einem „CO2-Überziehungskredit“, d. h. die ab dann emittierten Treibhausgase müssen später unter großen Anstrengungen wieder aus der Atmosphäre entfernt werden (z.B. Rogelj et al., 2018; Gasser et al., 2015). Bereits die heute lebenden jungen Menschen sollen diesen „Kredit“ wieder abbezahlen. Gelingt dies nicht, werden viele nachfolgende Generationen unter den gravierenden Folgen der Erderwärmung leiden.

Es besteht die Gefahr, dass Kipp-Punkte erreicht werden, die einen langfristig verstärkten Temperaturanstieg zur Folge haben

11. Bei zunehmender Erwärmung der Erde werden gefährliche klimatische Kipp-Punkte des Erdsystems, d. h. sich selbst verstärkende Prozesse, immer wahrscheinlicher (Schellnhuber et al., 2016; Steffen et al., 2016 und 2018). Dies würde dazu führen, dass eine Rückkehr zu heutigen globalen Temperaturen für kommende Generationen nicht mehr realistisch ist.

12. Die Ozeane nehmen zurzeit rund 90 % der zusätzlichen Wärme auf (IPCC 2013). Sie haben zudem etwa 30 % des bisher emittierten CO2 aufgenommen. Die Konsequenzen sind Meeresspiegelanstieg, Verlust von Meereis, Versauerung und Sauerstoffmangel im Ozean. Die konsequente Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens ist essentiell, um Mensch und Natur zu schützen und den Verlust von marinen Arten und Lebensräumen, besonders der akut gefährdeten Korallenriffe, zu begrenzen (IPCC 2018).

Die planetaren Belastungsgrenzen sind überschritten

13. In vielen Bereichen werden menschliche Lebensgrundlagen durch Überschreitung der planetaren Belastungsgrenzen gefährdet (Steffen et al., 2015; SRU, 2016). Mit Stand 2015 sind zwei der neun Grenzen bedenklich überschritten (Klimaerwärmung und Landnutzungsänderungen), zwei weitere (Zerstörung genetischer Vielfalt (Biodiversität) und Belastung der Phosphor- und Stickstoffkreisläufe) kritisch überschritten (Steffen et al., 2015).

Massenaussterben von Arten

14. Zurzeit findet das größte Massenaussterben seit dem Zeitalter der Dinosaurier statt (Barnosky et al., 2011). Weltweit sterben Arten derzeit 100- bis 1000-mal schneller aus als vor dem Beginn menschlicher Einflüsse (Ceballos et al., 2015; Pimm et al., 2014). In den letzten 500 Jahren sind über 300 Landwirbeltierarten ausgestorben (Dirzo et al., 2014); die untersuchten Bestände von Wirbeltierarten sind zwischen 1970 und 2014 im Durchschnitt um 60 % zurückgegangen (WWF 2018).

15. Gründe für den Rückgang der Biodiversität sind zum einen Lebensraumverluste durch Landwirtschaft, Entwaldung und Flächenverbrauch für Siedlung und Verkehr. Zum anderen sind es invasive Arten, sowie Übernutzung in Form von Übersammlung, Überfischung und Überjagung (Hoffmann et al., 2010).

16. Die Erderwärmung kommt hinzu: Bei unveränderten CO2-Emissionen könnten bis 2100 z. B. aus dem Amazonasbecken oder von den Galapagosinseln die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten verschwinden (Warren et al., 2018). Auch für die tropischen Korallenriffe ist die Meereserwärmung der Hauptbedrohungsfaktor (Hughes et al., 2017 und 2018; IPCC 2018).

17. Auch der Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche und Bodenfruchtbarkeit, sowie die irreversible Zerstörung von Artenvielfalt und Ökosystemen, gefährden die Lebensgrundlagen und Handlungsoptionen heutiger und kommender Generationen (IPBES 2018a und 2018b; Secretariat of the CBD, 2014; Willett et al., 2019; IAAST 2009a und 2009b).

18. Insgesamt besteht durch unzureichenden Schutz der Böden, Ozeane, Süßwasserressourcen und Artenvielfalt – bei gleichzeitiger Erderwärmung als „Risikovervielfacher” (Johnstone und Mazo, 2011) – die Gefahr, dass Trinkwasser- und Nahrungsmittelknappheit in vielen Ländern soziale und militärische Konflikte auslösen oder verschärfen und zur Migration größerer Bevölkerungsgruppen beitragen (Levy et al., 2017; World Bank Group 2018; Solow, 2013).

Nachhaltige (überwiegend vegane) Ernährung und Neuausrichtung der Landwirtschaft sind Notwendigkeiten

19. Eine nachhaltige Ernährung mit starker Reduzierung unseres Fisch-, Fleisch- und Milchkonsums und eine Neuausrichtung der Landwirtschaft auf ressourcenschonende Lebensmittelproduktion sind für den Schutz des Klimas, der Land- und Meeresökosysteme notwendig (Springmann et al., 2018).

20. Nutztierhaltung erzeugt auf über vier Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche weniger als ein Fünftel der weltweit konsumierten Kalorien (Poore and Nemecek, 2018) und hat einen erheblichen Anteil am Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase (FAO 2013). Da die landwirtschaftlich genutzte Fläche Dauergrünland, Dauerkulturen und Ackerflächen umfasst, und ein erheblicher Teil des Dauergrünlandes nicht in Ackerland verwandelt werden kann, ist auch folgender Vergleich relevant: über ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird zurzeit als Tierfutter verwendet (FAO 2017).

21. Ein verstärkter Direktkonsum von pflanzlicher Nahrung reduziert den Bedarf an knapper Ackerfläche, erzeugt weniger Treibhausgase und hat zudem erhebliche gesundheitliche Vorteile (Springmann et al., 2016).

Immer noch: Subventionen für fossile Brennstoffe statt Einpreisung von Folgekosten

22. Die direkten staatlichen Subventionen für fossile Brennstoffe betragen jährlich mehrere 100 Milliarden US-Dollar (Jakob et al., 2015). Berücksichtigt man zusätzlich noch die nicht durch Steuern ausgeglichenen Sozial- und Umweltkosten (vor allem Gesundheitskosten durch Luftverschmutzung), wird die Nutzung fossiler Brennstoffe nach Schätzungen von Experten des Internationalen Währungsfonds (IMF) weltweit mit rund 5 Billionen US-Dollar pro Jahr unterstützt; das sind 6,5 % des Welt-Bruttoinlandsproduktes von 2014 (Coady et al., 2017).

Das Verursacher-prinzip muss sozialverträglich umgesetzt werden

23. Um dem Verursacherprinzip Rechnung zu tragen, müssten die Klimaschäden den Kosten der Verbrennung fossiler Brennstoffe zugerechnet werden. Eine Methode, mit der die Emissionen besonders effizient gesenkt werden können, sind z. B. CO2-Preise. Solange eine Versorgung durch kostengünstige erneuerbare Energieformen noch nicht ausreichend erreicht ist, müssen die dadurch entstehenden Belastungen sozialverträglich gestaltet werden. Dies ist beispielsweise durch Transferzahlungen oder Steuererleichterungen für besonders betroffene Haushalte oder eine pauschale Auszahlung an die Bürgerinnen und Bürger möglich (Klenert et al., 2018).





24. Stark sinkende Kosten und steigende Produktionskapazitäten für bereits eingeführte klimafreundliche Technologien machen eine Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu einem vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem bezahlbar und schaffen neue ökonomische Chancen (Nykvist and Nilsson, 2015; Creutzig et al., 2017; Jacobson et al., 2018; Teske et al., 2018; Breyer et al., 2018; Löffler et al., 2017; Pursiheimo et al., 2019).

Die Darstellung der vorstehenden Fakten findest Du hier auf der Webseite von Scientists for Future.
Hier geht es zu den Quellen, die Scientists for Future für die vorstehenden Aussagen herangezogen haben

Scientists for future

Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt.
Zurzeit demonstrieren regelmäßig viele junge Menschen für Klimaschutz und den Er­halt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler erklären wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: Diese Anliegen sind berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.

Das Übereinkommen von Paris, meist als Pariser Klimaschutzabkommen bezeichnet, von 2015 (UN FCCC, 2015) verpflichtet die Staaten völker­rechtlich verbindlich, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

Es kommt nun darauf an, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und welt­weit spätestens zwischen 2040 und 2050 auf null zu reduzieren (IPCC, 2018). Eine schnellere Absenkung erhöht hierbei die Wahrscheinlichkeit, 1,5 °C nicht zu überschreiten. Die Verbrennung von Kohle sollte bereits 2030 fast vollständig beendet sein, die Verbrennung von Erdöl und Erdgas gleichzeitig reduziert werden, bis alle fossilen Energieträger durch klima­neutrale Energiequellen ersetzt worden sind. Unter Berücksichtigung von globaler Kli­magerechtigkeit müsste in Europa dieser Wandel sogar noch deutlich schneller ablau­fen (IPCC, 2018; Global Carbon Project, 2018).

Auch wenn weiterhin Beteiligungs- und Diskussionsbedarf besteht: Jetzt muss gehan­delt werden. Beides schließt einander nicht aus. Es gibt bereits viele gesellschaftliche und technologische Innovationen, die Lebensqualität erhalten und menschliches Wohl­ergehen verbessern können, ohne unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören (siehe zum Beispiel Klima-Allianz Deutschland, 2018; WBGU, 2011).

In allen deutschsprachigen Ländern werden beim Umbau der Bereiche Ener­gie, Ernährung, Landwirtschaft, Ressourcennutzung und Mobilität die notwen­dige Größenordnung und Geschwindigkeit nicht erreicht.

  • Deutschland wird die selbstgesteckten Klimaschutzziele für 2020 verfehlen (UBA, 2019) und auch die Er­reichung der Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie für 2030 ist hochgra­dig gefährdet (Sachverständigen Rat für Umwelt, 2018). Zudem mangelt es weiterhin an einem wirksamen Klimaschutzgesetz.
  • Öster­reich hat sich in seiner Klima- und Energiestrategie Ziele gesetzt, die dem Pariser Vertrag in keiner Weise gerecht werden (CCCA, 2018; Wegener Center für Klima und Globalen Wandel, 2018; Schleicher und Kirchgast, 2019) und selbst dafür sind weder die erforderlichen Maßnahmen noch die finanziellen Mittel vorgesehen (CCCA, 2018). Zugleich sind Bodenverbrauch und -versiegelung pro Person und Jahr in Österreich die höchsten in Europa (UBA, 2018).
  • Die Schweiz hat ihre Treibhausgas-Emissionen seit 1990 nur geringfügig verringert; gleichzeitig stiegen die im Ausland verursachten Emissionen erheblich an (BAFU, 2018). In der ersten parlamentarischen Debatte zur Totalrevision des CO2-Ge­setzes wurden die inländischen Reduktionsziele gestrichen und die Reduzierung der Schweizer Emissionen sollte durch Kompensation im Ausland erfolgen. Schließlich ist das Gesetz vorläufig gescheitert (Schweizer Parlament, 2018).

Die jungen Menschen fordern zu Recht, dass sich unsere Gesellschaft ohne weiteres Zögern auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr. Dieser Wandel bedeutet unter anderem: Wir führen mit neuem Mut und mit der notwendigen Geschwindigkeit erneuerbare Energiequellen ein. Wir setzen Energiesparmaßnahmen konsequent um. Und wir verändern unsere Ernäh­rungs-, Mobilitäts- und Konsummuster grundlegend.

Vor allem die Politik steht in der Verantwortung, zeitnah die notwendigen Rahmen­bedingungen zu schaffen. Insbesondere muss

  • klimafreundliches und nachhaltiges Handeln einfach und kostengünstig werden,
  • klimaschädigendes Handeln hingegen un­attraktiv und teuer, zum Beispiel durch wirksame CO2-Preise (EFI, 2019),
  • Einstellung von Sub­ven­tionen für klimaschädliche Handlungen und Produkte,
  • Effizienzvorschriften und soziale Inno­vationen.

Eine sozial ausgewogene Verteilung von Kosten und Nutzen des Wandels ist dabei unerlässlich.

Die enorme Mobilisierung der neuen Bewegungen (Fridays for Future in Deutschland und Österreich, Klimastreik in der Schweiz) zeigt, dass die jungen Menschen die Situation verstanden haben. Ihre Forderung nach schnellem und konse­quentem Handeln können wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nur nach­drücklich unterstreichen.

Als Menschen, die mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut sind und denen die derzei­tigen Entwicklungen große Sorgen bereiten, sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verantwortung an, auf die Folgen unzureichenden Handelns hinzuweisen (siehe auch Ripple et al., 2017).

Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen. Genau das möchten die jungen Menschen von Fridays for Future und Klimastreik erreichen. Ihnen gebührt unsere Achtung und unsere volle Unterstützung. 

Hier die Bundespressekonferenz mit den vollen Redebeiträgen von Scientists for Future und Repräsentant*innen von Fridays for Future.

Die Stellungnahme wurde auch im Magazin Science veröffentlicht.

Harald Lesch: Die Menschheit schafft sich ab

Harald Lesch ist wie immer gründlich – „Die Menschheit schafft sich ab“

Was sind Fakten?

Welche Fakten wählen wir aus?

Ohne relevante Informationen ist es kaum möglich, zu einem vernünftigen Handeln zu kommen. Die Forderung heißt: Informiert euch! (Auch viele Politikjournalisten haben eine Meinung zum Klima, aber leider wenig Ahnung. Auch deshalb werden Debatten lautstark ausgetragen – während die Regierung von kritischen Nachfragen weitgehend verschont bleibt. Hier ein Interview mit Lisa Neubauer in DIE ZEIT.)

In Diskussionen werden üblicherweise NUR die Fakten vorgetragen, die die eigenen Ziele, Interessen und Strategien stützen. Die Auswahl der Fakten ist intentional ausgerichtet. Alleine durch die Auswahl von Fakten kann man Meinungen beeinflussen.

Ein Beispiel: Wenn ich nur Fakten über den „Missbrauch von Sozialleistungen“ berichte, wird die Meinung gestützt, dass Empfänger von Sozialleistungen mehr oder weniger als Betrüger anzusehen seien. Häufig wird die einseitige Auswahl von Fakten noch damit kombiniert, dass man diese nicht quantifiziert, d.h., dass man z.B. nicht sagt, wie häufig und in welchem Umfang ein „Missbrauch von Sozialleistungen“ feststellbar ist.

Aber wie entstehen Meinungen und Überzeugungen – und wie werden sie aufrechterhalten? Und wird unser Verhalten durch unsere Überzeugungen gesteuert – oder doch etwas ganz anderes?

Wir wissen, dass wir als Menschen keine objektiven Faktensucher sind. Wir gehen nicht so vor, wie ein Wissenschaftler, sondern wir suchen Fakten so aus, dass sie unseren bereits etablierten Überzeugungen und unserem Weltbild entsprechen und zugleich möglichst gut zu unserer aktuellen Interessenlage passen, zu unseren Bedürfnissen und Motiven. Von diesem Bias ist eigentlich niemand ausgenommen, selbstverständlich auch der Autor dieser Zeilen nicht.

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel begegnet uns immer wieder das Phänomen, dass Menschen Fakten leugnen und verdrehen. Das ist aber nicht nur beim Klimawandel der Fall, sondern bei vielen anderen großen Themen, um die es in diesem Webprojekt geht. „Ich mache mir die Welt wiediewiediewie sie mir gefällt“. Bei Pippi Langstrumpf ist das lustig, wenn es um unser Überleben geht, wird es schwierig. Deshalb lautet die entscheidende Frage:

Warum will ich etwas bestimmtes glauben?
Warum bzw. wozu treffe ich gerade diese Auswahl an Fakten?

Einladung zum Faktencheck

Was die Darstellung von Fakten betrifft, geht es uns vor allem um die Frage: gibt es Fakten, die eindeutig feststehen und an denen man nicht vorbei kommt? Dafür treffen wir aus zahllosen Informationen eine Auswahl. Diese Auswahl ist immer subjektiv, was vor allem dadurch problematisch ist, dass wir aus den Fakten ja Hinweise darauf gewinnen wollen, was wir tun sollen.
Deshalb bitten wir alle, die diese Webseite lesen, unsere Auswahl kritisch zu prüfen und uns mitzuteilen

  • wenn wir etwas fälschlicherweise als belegbare Fakten dargestellt haben und/oder 
  • wenn es Informationen gibt, die unsere Fakten-Auswahl ergänzen (auch wenn diese Informationen zu anderen Schlussfolgerungen führen, als wir sie gezogen haben).

Wenn Du zum Beispiel den Eindruck hast, dass ein Thema zu Plakativ dargestellt ist, dann möchten wir Dich herzlich bitten, zu prüfen: was genau ist falsch dargestellt? Welche Datenangaben stimmen so nicht? Welche Informationen fehlen, um ein vollständiges Bild zu erhalten? Wir gehen davon aus, dass auch bei differenziertester Betrachtung ein Kern von Informationen und Daten bleibt, der uns dringend die Notwendigkeit zu handeln vor Augen führt. Damit dieses Wissen gesichert und damit auch gewürdigt werden kann, ist es wichtig, dass Zweifel ausgeräumt werden. Gerade dann, wenn Du unseren Aussagen und Informationen gegenüber skeptisch bist, kannst Du sehr dazu beitragen, die Datenlage und die Differenziertheit der Darstellung zu verbessern. Wir sind Dir dankbar, wenn du dir die Mühe machst und uns Deine Bedenken und Informationen möglichst konkret mitteilst.

Warum es extrem schwer ist, jemanden durch Fakten von einer bestehenden Meinung abbringen zu wollen, kannst Du hier nachlesen.

Fake News

Fake news werden mehr und mehr zum Problem. Es häufen sich Belege dafür, dass demokratische Prozesse u.a. durch gezielte Lügen manipuliert werden. 
https://www.zeit.de/digital/internet/2019-05/desinformation-fake-news-europawahl-stephan-lewandowsky-psychologie

Es geht darum, Verwirrung und Chaos zu stiften“ Jakob Simmank (Die ZEIT, 24.5.19) interviewt den Psychologen Stephan Lewandowsky, der sagt: Mißinformation ist gefährlicher geworden. Die Welt nährt sich einer Post-Wahrheits-Ära. Aber – wir können uns rüsten.

Die Wissenschaft hinter dem Klimawandel ist so komplex, dass sich daraus eine besondere Anfälligkeit für Falschinformationen ergibt. Wenn irgendjemand irgendeine Fehlinformationen in die Welt setzt, ist es sehr schwierig, dagegen zu halten, wenn man nicht selbst wissenschaftlich ausgebildet und in dem Thema zu Hause ist. Angesichts der Tatsache dass 97% der Wissenschaftler sich völlig darüber einig sind, dass der anthropogene Klimawandel eine Tatsache ist, bleiben zwei Optionen: entweder den Wissenschaftlern glauben (sehr zu empfehlen), oder sich selber durch die Wissenschaft durch zu quälen und sich ein eigenes Bild über die wissenschaftlichen Zusammenhänge und die Fakten zu erarbeiten.

Eine vertiefte Analyse von Fake News und Anti-Klima-Lobbyismus findest Du auf der Seite Klima / Fakten.

Das GRADE System

DasGRADE System wird im medizinischen Bereich genutzt, um zu möglichst sicheren, evidenzbasierten Empfehlungen zu gelangen. Wir wollen diesen Ansatz zukünftig nutzen, um unsere Einschätzung der Evidenz für behauptete Fakten oder Zusammenhänge zu kommunizieren. Eine extrem hohe Evidenz bedeutet, dass eine Problemstellung oder einen Zusammenhang im Sinne einer vernünftigen Handlungssteuerung als Tatsache zu betrachten ist.
Jede wissenschaftliche Erkenntnis und jede Darstellung von Fakten ist immer vorläufig: Erkenntnisse und Fakten gelten so lange, bis sie widerlegt sind. Neue Fakten können neue theoretische Erklärungsmodelle erforderlich machen, weshalb Wissenschaft immer in Bewegung ist. Wissenschaftlich gesehen kann man Theorien nicht beweisen, sondern nur widerlegen (falsifizieren). Wissenschaftliche Theorien sollten daher so formuliert sein, dass sie widerlegbar sind. Sie müssen sich auf beobachtbare Fakten stützen und zur Erklärung von beobachtbaren Phänomenen beitragen. Für jede Theorie gilt, dass sie nicht im Widerspruch zu beobachtbaren Fakten stehen darf.
Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation
The GRADE approach (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation) is a method of assessing the certainty in evidence (also known as quality of evidence or confidence in effect estimates) and the strength of recommendations in health care.

Quality of evidence and definitions
High (H): We are very confident that the true effect lies close to that of the estimate of the effect / Die Evidenz für die behauptete Problemstellung oder den behaupteten Zusammenhang ist extrem hoch.
Moderate (M): We are moderately confident in the effect estimate: The true effect is likely to be close to the estimate of the effect, but there is a possibility that it is substantially different / Die Evidenz für die behauptete Problemstellung oder den behaupteten Zusammenhang ist (noch) mäßig.
Low (L): Our confidence in the effect estimate is limited: The true effect may be substantially different from the estimate of the effect / Die Evidenz für die behauptete Problemstellung oder den behaupteten Zusammenhang (noch) ist gering.
Very low (VL): We have very little confidence in the effect estimate: The true effect is likely to be substantially different from the estimate of effect / Die Evidenz für die behauptete Problemstellung oder den behaupteten Zusammenhang ist (noch) sehr gering.

Unsere Quellen für Fakten und Analysen

Wir freuen uns, dass Du auf unsere Webseite gekommen bist. Aber wir sind natürlich (und zum Glück) nicht die Einzigen, die es unternommen haben, bedeutsame Informationen, Projekte und Strategien zu bündeln.

Das Projekt „Auf Kosten anderer“

Das Projekt mit der größten Nähe und Ähnlichkeit zu dem unseren heißt „Auf Kosten anderer“. Teile der Bücher „Auf Kosten anderer“ (link zum download) und „Das gute Leben für alle“ (link zum download) werden hier vorgestellt und zitiert. Diese Zitate sind eigens farblich unterlegt, so dass ein Bild von den Inhalten dieser Bücher entsteht. Das Buch „Auf Kosten anderer“ steht unter der Creative Commons 3.0 (CC BY-NC-SA 3.0 DE) Lizenz und darf unter Nennung der Originalquelle vervielfältigt und nicht-kommerziell weiterverbreitet werden – was wir hier gerne tun.

Die Arbeiten der Gruppe sind so gut, dass unser Portal eigentlich (fast) überflüssig wäre. Leider haben die Autoren häufig den Begriff der „imperialistischen Lebensweise“ verwendet – was viele potentiell interessierte Leser abschrecken dürfte, da es Erinnerungen an marxistische Gruppen der 70er und 80er Jahre weckt. Wenn man dennoch liest, wird die Berechtigung der Begriffswahl durchaus klar und es zeigt sich, dass hier sehr intelligente Leute am Werk waren und sind. Nur leider – für Marketingzwecke ist diese Begriffswahl nicht geeignet 😉

Weitere Web-Portale mit Bezug zu Nachhaltigkeit

  • Solange unsere Seite noch am Werden ist, findest Du Informationen mit ganz ähnlicher Zielsetzung sehr gut aufbereitet bei Reset.org
  • Ebenfalls herausragend: www.sonnenseite.com – die Webseite von Franz Alt. 
  • Fakten zum Klimawandel bekommst Du auf Klimafakten.de
  • Die kommerzielle Webseite Utopia hat viele interessante Links, allerdings eingebettet in eine wahre Schwemme von Werbung. Das lässt selbst interessante und wichtige Beiträge irgendwie läppisch erscheinen, als ob das alles nur Lifestyle-Themen wären.
  • Human Rights Watch und Amnesty International für Informationen u.a. zu Fluchtgründen
  • Wer sich für Handelsbedingungen interessiert wird auch bei fairtrade-deutschland.de fündig.

Institutionen und Statistische Ämter

Eine gute Quelle für solide Fakten ist die Bundeszentrale für politische Bildung, von der wir viele Artikel verlinkt haben.
Eurostat und Destatis (statistisches Bundesamt) sind wichtige Quellen für statistische Informationen.
Besonders empfehlenswert ist das umfangreiche Portal „Our World in Data„: „Research and interactive data visualizations to understand the world’s largest problems.“
Wir binden auch Berichte weltweiter Institutionen, wie z.B. des Weltklimarats (IPCC) ein.

Medien

Viele Journalisten leisten eine hervorragende Arbeit, indem sie zu den global bedeutsamen Themen gründlich recherchieren und gute Artikel schreiben. Leider verschwinden diese Artikel nach wenigen Tagen praktisch in der Versenkung. Mit unserem MetaPortal bringen wir ausgewählte Beiträge wieder ans Licht.

Bisher berücksichtigen wir schwerpunktmäßig Artikel aus

  • DIE ZEIT
  • n-tv. (Hier ein Überblick über die Eigentümer: von n-tv gehört zu RTL, deren wichtigster Eigentümer Bertelsmann ist.)
  • Süddeutsche Zeitung
  • Der Spiegel

Atlas der Globalisierung von LE MONDE diplomatique

Eine besondere Rolle nimmt der Atlas der Globalisierung der deutschen Ausgabe von LE MONDE diplomatique ein. Der Verlag ist sehr großzügig mit der Bereitstellung der Inhalte zur weiteren nichtkommerziellen Nutzung und Verbreitung, wofür wir uns ganz herzlich bedanken. Vier Texte aus dem Atlas sind hierfür auf einer extra Website publiziert: https://atlas-der-globalisierung.de/ Die Grafiken und Texte aus dem Atlas stehen zur nicht-kommerziellen Nutzung kostenfrei unter folgender Lizenz zur Verfügung: CC BY-NC-ND 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/

In den Archiven der Website von LE MONDE diplomatique finden gibt es noch weitere interessante Texte und Grafiken:
https://monde-diplomatique.de/archiv-text
https://monde-diplomatique.de/archiv-karten

Vorträge und Video-Material

Wir finden viele spannende Informationen bei TED.
TED is a nonprofit devoted to spreading ideas, usually in the form of short, powerful talks (18 minutes or less). TED began in 1984 as a conference where Technology, Entertainment and Design converged, and today covers almost all topics — from science to business to global issues — in more than 100 languages. Meanwhile, independently run TEDx events help share ideas in communities around the world.TED is a global community, welcoming people from every discipline and culture who seek a deeper understanding of the world. We believe passionately in the power of ideas to change attitudes, lives and, ultimately, the world. On TED.com, we’re building a clearinghouse of free knowledge from the world’s most inspired thinkers — and a community of curious souls to engage with ideas and each other, both online and at TED and TEDx events around the world, all year long.In fact, everything we do — from our  Conferences to our TED Talks to the projects sparked by The Audacious Project, from the global TEDx community to the TED-Edlesson series — is driven by this goal: How can we best spread great ideas?TED is owned by a nonprofit, nonpartisan foundation. Our agenda is to make great ideas accessible and spark conversation.“ Man kann sich auf TED leicht in der Fülle interessanter Vorträge verlieren. Daher verlinken wir talks von Menschen, die sich ihr Leben lang intensiv mit den Themen beschäftigt haben, die uns hier am Herzen liegen.

Die Realität jenseits von Daten und Fakten

Jenseits von Fakten bekommst Du bei dem Fotojournalisten GMB Akash einen tiefen Eindruck von der Lebenssituation von Menschen auf der ganzen Welt, für die die Themen, um die es geht, harte Realität sind. Diese Bilder zeigen eine Wirklichkeit, die sehr viel direkter und unvorstellbarer ist, als es die uns normalerweise verfügbaren shutterstock-Bildern ahnen lassen.

Bilder aus weiteren Quellen:

Kind in einem Flüchtlingslager
Ein Kind steht alleine vor einem Zelt in einem Flüchtlingslager.

Viele Menschen in der reichen Welt glauben insgeheim, dass sie (= ich und meine Kinder) davonkommen werden. Dass sie ihren Lebensstil auf Kosten aller anderen gegenwärtig und zukünftig lebenden Menschen, Tiere und Ökosysteme schon weiterführen können. Ein verführerischer Gedanke – und einer der wahren Gründe, warum wir nicht ins Handeln kommen.

Wir halten an einem alten, irrwitzigen Paradigma fest, das es uns erlaubt, auf Kosten anderer zu leben – selbst um den Preis, dass die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen aufs Spiel gesetzt werden.