Landwirtschaft und Ernährung

Fakten und Analysen zu Landwirtschaft und Welternährung

Auch im 21. Jahrhundert bestimmt Hunger die Lebensrealität von 800 Millionen Menschen weltweit. Dabei erscheint es zunächst paradox, dass 70 % der weltweit produzierten Nahrungsmittel in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft erzeugt werden, aber zugleich die Mehrheit der Hungernden selbst Bauern und Bäuerinnen, Landarbeiterinnen, Hirtinnen oder Fischer*innen sind. Zudem würden die gegenwärtig produzierten Nahrungsmittel theoretisch ausreichen, um 12 Milliarden Menschen zu ernähren.

Die historisch einzigartigen Produktivitätssteigerungen der industriellen Landwirtschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ermöglichten, dass der gesamte Output schneller (Faktor 2,6) als die Weltbevölkerung (Faktor 2,4) stieg. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft weltweit von 65 % auf 42 %.

Vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung hält es die Welternährungsorganisation (FAO) dennoch für notwendig, die landwirtschaftliche Produktion weiter zu steigern. Denn nur so könne sie Ernährungssicherheit für alle gewährleisten.
Dieser krasse Gegensatz wirft viele Fragen auf: Wie kann es sein, dass ein Teil der Weltbevölkerung nach Lust und Laune speist, während der andere Teil am Hungertuch nagt oder gar stirbt? Bieten gängige Maßnahmen zur Ernährungssicherung einen Ausweg aus dem Widerspruch zwischen Überkonsum und Hunger? Warum ändert sich nichts, obwohl vielfache Krisen – wie Hungerkrisen, Ressourcenknappheit oder ökologische Krisen – das Ernährungssystem prägen?

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

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Landwirtschaft, Ressourceneinsatz und fossile Energieträger

Quelle: Scientists for Future; CREDITS: © C. Rüth, CC BY-SA 4.0, nach Springman et al., Nature 2018 SOURCE: Springman et al., Options for keeping the food system within environmental limits, Nature 562, 519–525 (2018), https://www.nature.com/articles/s41586-018-0594-0#Fig5 DESCRIPTION: Caption. Present (2010) and projected (2050) environmental pressures on five environmental domains divided by food group. Bevölkerungszuwachs und sich verbessernde  Einkommen für viele Menschen haben zur Folge, dass mehr Nahrung produziert werden muss. Wenn wir das mit den heutigen Technologien tun, wird unser Nahrungssystem im Jahr 2050 die Umwelt zwischen 50 und 90 Prozent stärker belasten als 2010. Für die 5 hier gezeigten Parameter werden dann die plantaren grenzen überschritten sein. NOTE: Abstract: The food system is a major driver of climate change, changes in land use, depletion of freshwater resources, and pollution of aquatic and terrestrial ecosystems through excessive nitrogen and phosphorus inputs. Here we show that between 2010 and 2050, as a result of expected changes in population and income levels, the environmental effects of the food system could increase by 50–90% in the absence of technological changes and dedicated mitigation measures, reaching levels that are beyond the planetary boundaries that define a safe operating space for humanity. We analyse several options for reducing the environmental effects of the food system, including dietary changes towards healthier, more plant-based diets, improvements in technologies and management, and reductions in food loss and waste. We find that no single measure is enough to keep these effects within all planetary boundaries simultaneously, and that a synergistic combination of measures will be needed to sufficiently mitigate the projected increase in environmental pressures.
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Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hält in einem Bericht zur Umweltkrise der Ernährung fest, dass im Wesentlichen ein erhöhter Wasser- und Düngemitteleinsatz die Steigerung der Ernten ermöglichte.
Die Landwirtschaft verbraucht heute etwa 70% des global verfügbaren Süßwassers, dreimal so viel wie vor 50 Jahren. Diese Produktionsweise stellt uns vor neue Probleme: Seit den 1970er-Jahren nimmt das Produktivitätswachstum deutlich ab. Das liegt unter anderem am Rückgang der natürlichen Fruchtbarkeit der Böden (Humusgehalt). Die bisherigen Methoden der industriellen Landwirtschaft (zum Beispiel Hochertragssaatgut, Agrochemie, Monokulturen oder Bewässerung) greifen zu kurz. Auch die Wachstumspotenziale durch Düngemittel sind weitgehend erschöpft. Laut UNEP ist daher weltweit mit der Expansion der Ackerflächen
zu rechnen. Jedoch ist Land bereits jetzt Gegenstand vieler Konflikte.

Die industrielle Landwirtschaft ist weltweit auf dem Vormarsch. Sie verdrängt im Namen des Fortschritts andere Formen agrarischer Produktion – und zerstört damit die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Dieser Prozess ist eng mit Strategien von Unternehmen sowie mit Wirtschafts-, Agrar-, Handels- und Geopolitiken verbunden. Sie richten sich an jene Konsument*innen, die über ›kaufkräftige Nachfrage‹ verfügen. Damit
sind Vorstellungen von einem ›modernen‹ und ›guten‹ Leben verknüpft: Fleisch muss billig und exotische Früchte jederzeit verfügbar sein.

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

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Laut Weltklimarat (IPCC) trägt die Landwirtschaft aktuell maßgeblich zum Klimawandel bei: Schließt man weitere Klimaauswirkungen des Ernährungssystems (Verarbeitung, Verpackung, Transport, Lagerung und Abfälle) mit ein, so hängen 44-57 % aller Treibhausgasemissionen von der Art und Weise ab, wie wir uns ernähren.

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Die Verursacher lagern die Kosten ihres Ressourcenhungers oftmals aus – so auch die Umweltschä den. Menschen und Umwelt ›anderswo‹ müssen die negativen Folgen tragen. Durch die Externalisierung von Kosten fließen diese nicht in wirtschaftliche Bewertungen ein; Nahrungsmittel werden billig gemacht. Auch die Effizienz der industriellen Landwirtschaft rückt so in ein besseres Licht. Bodenerosion, Versalzung, übermäßiger Wasserverbrauch oder der Verlust der Artenvielfalt bleiben unberücksichtigt. Gleiches gilt für die steigende Toxizität und Umweltverschmutzung in der Landwirtschaft (etwa durch Kunstdünger, Agrochemikalien und Abfälle). Laut einer Studie von KMPG verursacht die Agrar- und Nahrungsmittelindustrie Umweltkosten in Höhe von 225 % des Profits – damit ist sie einsamer Spitzenreiter.

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

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Was Lebensmittel wirklich kosten – wenn man den Ressourceneinsatz und den ökologischen Impact in den Preis einrechnet

Lies dazu das Interview mit Tobias Gaugler in Zeit Online: „Tierische Produkten müssten dreimal so teuer sein“. Gaugler ist Wirtschaftswissenschaftler am Institut für Materials Resource Management der Universität Augsburg.

Die Landwirtschaft, die in Deutschland den bei weitem höchsten Flächenbedarf
aufweist, ist für eine Vielzahl von Umweltbelastungen verantwortlich, die sich auf alle drei Säulen der Nachhaltigkeit beziehen (Ökonomie, Gesellschaft, Umwelt). Die resultierenden, versteckten Kosten dieser zumeist unzureichend quantifizierten Folgen sind aktuell nicht in die Marktpreise für Lebensmittel einbezogen. Vor diesem Hintergrund identifiziert die Studie drei dieser Umweltfolgen (Stickstoff, Klimagase, Energieerzeugung) quantitativ und aggregiert sie bezogen auf unterschiedliche Kategorien von Nahrungsmitteln. Hierauf aufbauend werden kategoriespezifische externe Effekte berechnet. Eine Internalisierung von kategoriespezifischen Folgekosten, die dem Verursacherprinzip (polluter-pays principle, UN 1992) entspricht, ebnet den Weg in Richtung einer nachhaltigeren Preissetzung für landwirtschaftliche Produkte. Unter Verwendung von Lebenszyklus-Analysen (life cycle analysis) und Metaanalysen zeigen wir, dass die höchsten externen Effekte bzw. Folgekosten mit der Produktion konventionell hergestellter Produkte tierischen Ursprungs einhergehen (196% Aufschlag auf die Erzeugerpreise), die zweithöchsten Aufschläge sich für konventionell hergestellte Milchprodukte (96%) und die niedrigsten für Bio-Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs (6%) ergeben.
In allen untersuchten Kategorien verursachen biologisch hergestellte Lebensmittel geringere
Folgekosten als ihre konventionellen Counterparts. Unser Ansatz leistet einen Beitrag, das Delta
zwischen aktuellen Marktpreisen und den tatsächlichen Preisen aufzuzeigen. Hierbei zeigt sich, dass der wahre Wert auszudifferenzieren ist für unterschiedliche Lebensmittelgruppen und
Produktionssysteme. 

Studie: Institut für Materials Resource Management der Universität Augsburg. Quelle: http://www.db.zs-intern.de/uploads/1537345607-LangfassungHowmuchisthedish.pdf

Deutschland liegt beim Ökolandbau zurück

SZ, 12.7.2019: Sterbende Höfe, belastete Äcker. Einem Expertenbericht „steige der Einsatz von Ressourcen und Pflanzenschutzmitteln …, die Artenvielfalt nehme ab, die Abhängigkeit von Futterimporten wachse … Intensive Formen der Nutztierhaltung ohne Auslauf nähmen zu statt ab, und immer häufiger würden Nutztiere eingesetzt, die einseitig auf hohe Leistung getrimmt seien. … Die Landwirtschaft sei von sehr starken Arbeitsplatzverlusten gekennzeichnet. … Das Höfesterben der vergangenen Jahre sei ein Zeichen dafür, „dass die Branche insgesamt durch einen Mangel an ökonomischer Nachhaltigkeit gekennzeichnet ist“. Allein von 2010 bis 2017 ist die Zahl der Betriebe mit Rinderhaltung der Studie zufolge um 18 Prozent gesunken, die der Betriebe mit Milchkühen ging um 28 Prozent zurück. Deutschland läge … beim Ausbau des Ökolandbaus weit hinter anderen europäischen Ländern.  Die Erträge seien zwar im Öko-Landbau durchschnittlich um 20 bis 25 Prozent niedriger, die Preise für Kunden etwas höher. Bei einer Reihe von Indikatoren schneide der ökologische Landbau aber deutlich besser ab. Vorteile bei Bodenfruchtbarkeit, Bodenbiologie, dem Schutz des Grundwassers und der Artenvielfalt seien nachgewiesen. Zudem sei der Gewinn ökologisch bewirtschafteter Betriebe in Deutschland in den meisten Jahren höher. Die Ernährungswerte seien besser. (Der Bericht liegt uns leider nicht im Original vor.)

Ausbeutung von Landarbeiter*innen

Der Agrarsektor beschäftigt einen besonders hohen Anteil an Arbeitsmigrant*innen, zum Beispiel auf Plantagen oder in der Nahrungsmittelverarbeitung. Die menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen im ›Plastikmeer‹ von A lmeria, wo Tomaten produziert werden, oder die Orangenplantagen von Rosarno sind zwei von vielen Beispielen. Auch in der US-Landwirtschaft arbeiten eine Million lateinamerikanische Migrant*innen, 40 % davon ohne Papiere. Dies ist kein Zufall. Sie sind leichter ausbeutbar, da sie über wenige und schwach abgesicherte Rechte verfügen, einen unsicheren Aufenthaltsstatus haben und von rassistischer Diskriminierung betroffen sind. Ihnen bleibt häufig nichts anderes übrig, als temporäre, schlecht bezahlte und gesundheitsschädigende Arbeit anzunehmen. Auch viele Frauen werden in der Landwirtschaft systematisch benachteiligt und diskriminiert. Sie arbeiten in der Regel zu niedrigeren Löhnen als Männer und führen oft unbezahlte Tätigkeiten aus. … Ausbeuterische Klassen-, Geschlechter- und rassistische Verhältnisse sind im Ernährungsbereich weit verbreitet. … Arbeit ist dabei eine ›Ressource‹, die scheinbar unbegrenzt und ›billig‹ vorhanden ist. Ohne diese Ausbeutung wäre der enorme Wohlstand in ›unserer‹ Überflussgesellschaft nicht möglich.

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

Landnutzung

Nutztierhaltung erzeugt auf über vier Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche weniger als ein Fünftel der weltweit konsumierten Kalorien und hat einen
erheblichen Anteil am Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase.

Quelle: Scientists for Future; CREDITS: © Hannah Ritchie & Max Roser, OWID, CC BY-SA 4.0, based on data by FAO and World Bank Statistics, https://ourworldindata.org/yields-and-land-use-in-agriculture, modified and translated by Catherine Eckenbach. SOURCE: This image direct: https://ourworldindata.org/wp-content/uploads/2013/10/Land-use-graphic-01-01-01.png
Quelle: Scientists for Future; NOTES: Land-use for animal-based food includes Grazing land and Crop lands used for animal feed.
CREDITS: © Gregor Hagedorn, CC BY-SA 4.0, DATA FAO via Our World in Data; Crops in Agricultural Land = Crops minus Animal feed
See also: https://ourworldindata.org/agricultural-land-by-global-diets and https://ourworldindata.org/wp-content/uploads/2013/10/Land-use-graphic-01-01-01.png, Animal & Plant Icons: Catherine Eckenbach, CC-BY-SA 4.0 [SlideID:1851]

Einen allgemeinen Überblick über Landnutzung und Ernteerträge findest Du bei Ourworldindata „Yields and Land Use in Agriculture„. Hier werden auch Korrelationen zwischen Erträgen und dem Einsatz chemischer Dünger gezeigt.

Landgrabbing – auch in Europa

Ackerland wird zunehmend zum Investitionsobjekt für Energie-, Rohstoff- und Finanzkonzerne – auch in Deutschland. Ein Artikel aus dem Atlas der Globalisierung 2015 von Le Monde diplomatique (mehr lesen…)

Beim Landgrabbing sichern sich Banken, Investmentfonds, Agrar- und Ernährungskonzerne sowie Nationalstaaten im globalen Maßstab die Kontrolle über agrarisch nutzbare Flächen. Dies ist zwar nichts Neues, aber seit einigen Jahren hat sich die Art der Akteure verändert, Umfang und Geschwindigkeit der Landnahme haben rasant zugenommen und damit auch die Konflikte um Land.

Ursache dafür ist das Zusammentreffen verschiedener globaler Krisen: Die Nahrungsmittelkrise treibt die Preise in die Höhe und lässt die Nachfrage nach Land und landwirtschaftlichen Produkten nach oben schnellen; durch den Klimawandel veröden fruchtbare Böden, und es kommt vermehrt zu Miss ernten; aufgrund der Finanzkrise investieren institutionelle Investoren, wie zum Beispiel Pensionskassen, verstärkt in Land; und weil fossile Energieträger zur Neige gehen, wachsen auf den Äckern statt Bohnen und Kartoffeln immer mehr Energiepflanzen.

Weltweit werden dadurch Millionen Kleinbauern von ihrem Land vertrieben und Menschenrechte verletzt. Was gern als unvermeidlicher Strukturwandel dargestellt wird, ist politisch gewollt, wie nicht zuletzt der Agrarhaushalt der EU zeigt. Konkrete Kriterien für der Erhalt oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind im größten Haushaltsposten der EU nicht vorgesehen, und so fließen jährlich 5,3 Milliarden Euro als Direktzahlungen nach Deutschland und fördern Betriebe nach ihrer Größe: große Betriebe bekommen viel Geld, kleine wenig. Ein Extrembeispiel ist Rumänien. Hier erhalten weniger als 1 Prozent der Betriebe– alle über 500 Hektar – 50 Prozent der Agrarförderung, die Brüssel an das Land zahlt. Wenige Akteure sichern sich so die Kontrolle über unsere Lebensgrundlage Land. 1087 dokumentierte Fälle von Landgrabbing haben weltweit zu einem Transfer von 40 Millionen Hektar Land geführt, das ist etwa das Vierfache der Ackerfläche Deutschlands. Dadurch entstanden Megafarmen mit einer durchschnittlichen Größe von 37 000 Hektar. Das Geschäft mit den fruchtbaren Böden der Entwicklungsländer boomt. Doch auch Deutschland ist betroffen: Seit der Wiedervereinigung hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland mehr als halbiert – bei gleichbleibender Anbaufläche. Inzwischen existieren nur noch 288 000 Betriebe, und allein zwischen 2010 und 2012 mussten 11 000 Höfe aufgeben, mit dem Ergebnis, dass immer weniger Betriebe immer mehr Land kontrollieren. Heute halten 4 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe – diejenigen mit mehr als 200 Hektar – 38 Prozent der gesamten Agrarfläche. In Ostdeutschland hatte die ländliche Bevölkerung nach der Wiedervereinigung kaum eine Chance, (wieder) in eine bäuerliche Landwirtschaft einzusteigen. Die mit der Verwaltung der Agrarflächen der ehemaligen DDR beauftragte Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) erhielt von der Politik kein Mandat zu Schaffung vielfältiger bäuerlichen Strukturen. Die riesigen Flächen der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) wurden nur teilweise aufgeteilt, zumeist gingen sie an einzelne Großbauern und Investoren. Gleichzeitig drängen nun überregionale Investoren auf den ostdeutschen Bodenmarkt. So zum Beispiel die KTG AgrarAktiengesellschaft, ein auf großflächige Landwirtschaft ausgerichteter Finanzinvestor mit Sitz in Hamburg. Die Firma verfügt inzwischen über insgesamt 40 000 Hektar Land, davon 32 000 Hektar in Ostdeutschland, baut unter anderem Getreide an und macht bei Weizen, Roggen und Dinkel auch in Bio. Die Vermarktung erfolgt über Eigenmarken wie die Bio-Zentrale. Daneben boomt bei KTG auch das Geschäft mit Agrarenergie. Zwischen 2007 und 2012 konnte der Konzern seine Energieproduktion von 6,5 auf 40 Megawatt steigern. Ein anderes Beispiel ist der internationale Möbelkonzern Steinhoff, der in den letzten Jahren etwa 20 000 Hektar Land in Ostdeutschland gekauft hat – eine Investition, die sich dank der staatlich geförderten Produktion von Biogas lohnt. Landgrabbing und die Konzentration von Land in den Händen weniger Großunternehmen müssen also zusammengedacht werden. Mit Investoren, Großbauern oder Agrarkonzernen können die lokalen Bauern und Bäuerinnen nicht konkurrieren. Und für junge Menschen, die Interesse an der Landwirtschaft haben und vielleicht in einen bäuerlichen Betrieb einsteigen würden, ist in diesen Geschäftsmodellen erst recht kein Platz. Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird sich die Landkonzentration weiter fortsetzen, weitere 40 Prozent der derzeit noch existierenden landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden in den nächsten zwei Jahrzehnten schließen und das Feld für die wenigen, immer größer werdenden industriellen Agrarbetriebe räumen müssen. Dabei gibt es konkrete Vorschläge, diesen Trend zu stoppen oder gar umzukehren. In Deutschland können Verpachtung und Verkauf von Land aus Gründen einer »ungesunden Landverteilung« rechtlich verhindert werden. Dazu müsste dieser Begriff allerdings vom Gesetzgeber klar definiert werden, und zwar mit dem erklärten Ziel, eine große Vielfalt landwirtschaftlicher Betriebe zu erhalten oder sogar neu zu schaffen. Mittelfristig müsste in diesem Sinne eine europäische Direktive Fragen des Zugangs zu Land auf Basis der UN / FAO-Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung von Land regeln.

Quelle: Le Monde diplomatique. Atlas der Globalisierung 2015, Landgrabbing in Europa, ein Beitrag von Roman Herre.

Waldvernichtung

Auch wenn die landwirtschaftliche Nutzung die wichtigste Ursache für die Waldvernichtung darstellt, gibt es weitere Interessen, wie z.B. Bergbau, weshalb wir das Thema (Ur)Waldvernichtung im Hauptabschnitt „Ressourcen der Erde“ darstellen.

Hier nur der Hinweis, dass die Regenwaldvernichtung eng mit dem Thema Landgrabbing verknüpft ist: „Arme und landlose Menschen ziehen in die Wälder und roden („Brandrodungen sind Traktor und Dünger des kleinen Mannes“) zur Versorgung ihrer Familien Flächen zwischen ein und fünf Hektar. Wegen der meist sehr kargen und schlechten Böden, können die gerodeten Flächen nur für wenige Jahre bewirtschaftet werden.
Ohne Perspektive und bedrängt von Großgrundbesitzern geben viele Familien resigniert ihr Land auf. Kleinbauern als Speerspitze der Agroindustrie!
Die gerodeten Flächen werden jetzt nämlich günstig von Großgrundbesitzern übernommen, die Kleinbauern ziehen mit ihren Familien weiter in die Wälder hinein oder arbeiten als Tagelöhner auf den Farmen der Großgrundbesitzer … Landverteilungskonflikte als „Motor der Entwaldung“.“
Quelle: Faszination Regenwald.

Palmöl

Quelle: Zeit online 6.6.2018: Kann diese Pflanze böse sein?

Der Anbau von Palmöl geht häufig mit der Vernichtung von Regenwäldern einher. Indonesien und Malaysia liefern etwa 85% der Weltproduktion. Der durchschnittliche Europäer verbraucht 23 kg Palmöl pro Jahr.

Das Problem: Keine andere Nutzpflanze produziert so viel Öl pro Fläche wie die Ölpalme. Pro Hektar Anbaufläche kann man durchschnittlich vier Tonnen Palmöl pro Jahr gewinnen, bei Raps, Kokos oder Sonnenblumen sind es nur rund 0,7 Tonnen gewinnen, bei Soja 0,4 Tonnen. Alternative Öle brauchen also noch größere Anbauflächen als Palmöl, was ebenfalls einen hohen ökologischen Impact bedeutet.

Aber es sind Alternativen in Sicht, wie der Zeit-Online-Artikel „Zum Frühstück Insektenbutter aufs Brot“ zeigt. Keine Angst, es geht auch ohne Insekten:

Eine Frage (siehe Zeit-Artikel), die man sicherlich klar beantworten kann, ist diese: Ist es sinnvoll, Palmöl im Tank zu verbrennen, wenn 800 Millionen Menschen hungern oder mangelernährt sind?

Bedingungen und Folgen der Massentierhaltung

Quelle: https://ourworldindata.org/grapher/land-use-per-gram-of-protein-by-food-type

Da das global verfügbare Weideland weitgehend ausgeschöpft ist, wird die wachsende Fleischproduktion über Futtermittel gewährleistet. Dafür braucht es jedoch mehr Ackerland. Die meisten Masttiere fressen statt Gras heute Mais, Soja, Weizen und anderes Getreide. Insgesamt 40 % der weltweiten Getreideernte und große Mengen an Ölschroten, vor allem aus Soja, landen in den Trögen der Tiere. Feuchtgebiete, Graslandschaften, Wälder und Brachen werden dafür in Agrarland umgewandelt. Mit den Kalorien, die bei der Umwandlung von pflanzlichen in tierische Nahrungsmittel verloren gehen, könnten 3,5 Milliarden Menschen ernährt werden.

Heute wird weltweit fast doppelt so viel Fleisch pro Kopf gegessen wie noch vor 55 Jahren. Gleichzeitig bevölkern mehr als doppelt so viele Menschen wie damals
die Erde (siehe Abb. 7.10). Damit hat sich die weltweite Fleischproduktion von 75 auf über 300 Millionen Tonnen mehr als vervierfacht. Im Jahr 2012 wurden dafür 65 Milliarden Wirbeltiere geschlachtet – im Schnitt also 10 pro Mensch. Der globale Anstieg des Fleischkonsums geht dabei mit der tief verankerten Wahrnehmung einher, dass es sich bei Fleisch und tierischen Produkten um überlegene Nahrungsmittel handelt: Daraus gewonnene Proteine seien wertvoller als pflanzliche. Fleischkonsum wird dementsprechend von immer mehr Menschen weltweit als Bestandteil eines ›besseren‹, ›gesünderen‹ Lebens (nach westlichem Vorbild) begriffen. … Ernährung allgemein und Fleischkonsum im Speziellen
stellen ein gesellschaftliches Zugehörigkeitsmerkmal dar. Der steigende Verzehr von Fleisch suggeriert Fortschritt, die Überlegenheit des Menschen über andere Lebewesen und die Natur sowie kulturelle und soziale Macht. Der Verzehr von meist rotem Fleisch steht in vielen Gesellschaften für ›Männlichkeit‹, für ›das Tier‹ im Mann.

… Die Ungleichheit beim Fleischkonsum setzt sich global fort: In Deutschland und Österreich lag der pro-Kopf Fleischkonsum 2013 mit 86 beziehungsweise 91 Kilogramm weit über dem globalen Durchschnitt von 43 Kilogramm. Der Fleischkonsum in den USA und in Westeuropa hält sich auf hohem Niveau, während er global – mit steigendem Pro-Kopf-Einkommen – zunimmt. Vor allem in den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) und im asiatischen Raum nehmen Fleischkonsum und -produktion rasch zu. Die Kluft zwischen Arm und Reich herrscht auch innerhalb von Gesellschaften, ist jedoch schwerer zu ermitteln. Vorwiegend Ober- und Mittelschichten steigern ihren Fleischkonsum – in einer
wachsenden Klasse transnationaler Verbraucher*innen. Die Armen weltweit bleiben von dieser Entwicklung ausgeschlossen. Der Verzehr von Fleisch stellt ein Privileg dar. Menschen, die übermäßig Fleisch und andere tierische Produkte wie Milch, Eier und Käse, konsumieren, greifen damit auch übermäßig auf die Biosphäre zu und beuten Tiere aus.

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

Factsheet von OroVerde: Was unser Fleischkonsum mit dem Regenwald zu tun hat (externer link)

Mehr zu den Ursachen und Folgen der Regenwald-Vernichtung findest Du hier auf unserer Seite.

In Mato Grosso im Westen Brasiliens leitet Rodrigo Pozzobon in zweiter Generation einen landwirtschaftlichen Betrieb mit mehreren tausend Hektar. Er ist hier geboren und erlebte selbst den raschen Aufstieg der Region, die mit der Ausdehnung der Anbaugebiete einherging. „Wir leben an einem idealen Ort: Wir haben das Klima und das Land für eine Agrarproduktion, die nirgends sonst möglich wäre. Unsere Wirtschaft basiert im Wesentlichen auf einem Produkt: Sojabohnen.“

Früher waren die brasilianischen Cerrados, die Savannen im Landesinneren, für ihre biologische Vielfalt berühmt. Heute gibt es den „dicken Wald“ (Mato Grosso auf Portugiesisch) nicht mehr, sondern nur noch Sojafelder, so weit das Auge reicht. Die große Metamorphose liegt noch nicht lange zurück. In den 1980er Jahren gelang der brasilianischen Regierung mit Unterstützung des Instituts für Agrarforschung das sogenannte Wunder von Cerrado(1) : die Verwandlung einer unwirtlichen und unfruchtbaren Region zum Herzstück einer neuen Agrarindustrie.

Mato Grosso ist das Labor für eines der größten landwirtschaftlichen Experimente unserer Zeit. An die Stelle eines biologisch reichen Lebensraums – vielseitig, aber nicht sehr ertragreich – trat eine Monokultur, die den Weltmarkt beliefert. Sojabohnen sind allgemein als Pro­tein­quelle und Fleischersatz bekannt. Tatsächlich sind sie jedoch ein zentraler Bestandteil der intensiven Viehhaltung. 70 Prozent der weltweiten Sojaproduktion enden als Futtermittel in der industriellen Tierzucht. Der Ausbau der Monokultur, die heute die Landschaft von Mato Grosso prägt, ging Hand in Hand mit der Zunahme des weltweiten Fleischkonsums.

Die Wachstumsraten sind schwindelerregend: Die brasilianische Sojaproduktion stieg von 32 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 117 Mil­lio­nen 2017. Allein in Mato Grosso wuchs die Anbaufläche im selben Zeitraum von 3 Millionen Hektar auf heute 7 Millionen. In dieser Region Lateinamerikas, genannt die „Vereinigte Republik der Sojabohne“, die sich über Teile Brasiliens und Argentiniens, Uruguay, Paraguay und den Osten Boliviens erstreckt, wird auf 46 Mil­lio­nen Hektar Land ausschließlich Soja angebaut. Zum Größenvergleich: 1950 betrug die Weltproduk­tion an Soja 17 Millionen Tonnen, heute beläuft sie sich auf 250 Millionen Tonnen, das ist das Vierzehnfache. Weizen, Mais und Reis, die Grund­ele­mente der Welternährung, sind im gleichen Zeitraum lediglich um das Drei- bis Vierfache gestiegen.

„Und wir können die Produktion noch erweitern. Uns steht noch viel Land zur Verfügung“, erklärt Sergio Mendes, der Generaldirektor vom Dachverband für Soja- und Getreidebetriebe, Associação Nacional dos Exportadores de Cereais (ANC). „Wir sind der Brotkorb des Planeten“, fügt er enthusiastisch hinzu. „Die Welt will Soja. Und wir haben das Land und die Bedingungen, um die Nachfrage zu befriedigen.“ Man bräuchte nur noch eine bessere Infrastruktur für den Export.

Entwaldung für den Sojaanbau

Ein Großteil der Sojaproduktion von Mato Grosso bleibt nicht im Land, sondern wird rund um den Globus verschickt. Zunächst wird die Hülsenfrucht in gigantischen Silos überall im Land gesammelt, dann per Lkw in die 2000 Kilometer entfernt gelegenen Häfen am Atlantik transportiert. Die Containerschiffe steuern in erster Linie zwei Ziele an: Rotterdam, als Zugang zum europäischen Markt, und, noch häufiger und mit viel größeren Ladungen, chinesische Hafenstädte. Von den 2017 erzeugten 117 Millionen Tonnen gelangten 54 Millionen nach China, 14 Millionen nach Europa.

Der jüngste Handelskonflikt zwischen den USA und China wird diesen Prozess vermutlich noch beschleunigen. Seit die Trump-Regierung für verschiedene chinesische Produkte die Zölle erhöht hat, revanchierte sich Peking mit einem Aufschlag von 25 Prozent für US-amerikanische Sojabohnen.(2) Die Maßnahme entfaltete sofort ihre Wirkung. Im November 2018 hat China zum ersten Mal seit zwanzig Jahren nicht eine einzige Sojabohne aus den USA importiert (gegenüber 4,7 Millionen im November 2017). Peking erhöhte folglich die Einfuhr aus Brasilien, und als dessen Vorräte erschöpft waren, erhöhten die Unternehmer in Mato Grosso und den benachbarten Bundesstaaten die Produktion.

Washington und Peking einigten sich im Dezember 2018 zwar auf einen 90-tägigen „Waffenstillstand im Zollkrieg“, um Verhandlungen zu erleichtern, und China importierte danach auch wieder Soja aus den USA. Aber die Sogwirkung auf die brasilianischen Sojabauern war bereits spürbar und führte zu weiteren Produktionssteigerungen.

Um mit der Nachfrage Schritt zu halten, hat sich die Anbaugrenze schon seit einigen Jahren deutlich nach Norden verschoben, ganz Mato Grosso und weite Teile des Regenwalds gehören dazu. Heute wachsen hier die gleichen Monokulturen, die früher für die Regionen weiter südlich typisch waren. Am Amazonas wurden mehrere Exporthäfen gebaut; jede Handelsfirma hat ihren eigenen Hafen, über den die Sojaausfuhr direkt abgewickelt wird.

Das weiße Gold bringt nicht nur Unternehmern wie Pozzobon ein Vermögen ein, sondern auch den Handelsfirmen, die den Markt kon­trol­lieren: den US-Unternehmen Cargill, Archer Da­niel Midland und Bunge sowie dem französischen Mischkonzern Louis Dreyfus. In den vergangenen Jahren kamen das staatseigene chinesische Unternehmen Cofco und die brasilianische Amaggi-Gruppe hinzu, die sich im Besitz der Familie Maggi befindet. Blairo Maggi, der Chef des Unternehmens, war früher Gouverneur von Mato Grosso und zuletzt Landwirtschaftsminister in Michel Temers liberal-konservativer Regierung. Die genannten sechs Konzerne kontrollieren 57 Prozent der brasilianischen Soja­exporte.(3)

Doch ohne den intensiven Einsatz von Agrochemikalien hätte es kein „Wunder von Cerrado“ gegeben. „Aus agrarwissenschaftlicher Sicht ist hier ein Verbrechen begangen worden“, erklärt João Pedro Stedile, Sprecher und Gründer der Landlosenbewegung Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra (MST). Soja wurde an eine feucht-tropische Gegend angepasst, die dafür nicht geeignet war. Damit die Pflanzen überhaupt wachsen konnten, wurde der Boden mit Harnstoff, Nitrat und Phosphat gedüngt. Inzwischen ist Brasilien der weltweit größte Verbraucher von Düngemitteln und Pestiziden. „Das ist ein Fehler, der kurzfristig die Natur aus dem Gleichgewicht bringen wird – ganz zu schweigen von dem Verlust an biologischer Vielfalt“, klagt João Pe­dro Stedile.

Die Zerstörung der Cerrados und die schrittweise Abholzung des Regenwaldes tragen außerdem zur weltweiten Erderwärmung bei. Wenn Bäume gefällt werden, vermindert das nicht nur die Kapazitäten zur CO2-Speicherung, sondern es werden zugleich unglaubliche Mengen an Kohlendioxid freigesetzt.

Umweltorganisationen dokumentieren seit Jahren die Folgen des Sojaanbaus. „19 Prozent des Waldes sind bereits verschwunden“, erklärt Romulo Batista, der Vorsitzende von Greenpeace Amazonia. Auf einer Karte zeigt er den „Entwaldungsbogen“: die bereits abgeholzten Gebiete sind rot eingefärbt. „62 Prozent der abgeholzten Flächen, die den ganzen südlichen Amazonas umfasst, sind für die Sojaproduktion bestimmt.“

Vor mehr als zehn Jahren startete Greenpeace eine besonders wirkungsvolle Kampagne: Als Hühner verkleidet ketteten sich die Aktivisten in verschiedenen McDonald’s-Restaurants in Europa an Stühle und erklärten den erstaunten Gästen: „Jedes Mal, wenn Sie Ihre Chicken McNuggets essen, zerstören Sie ein Stück Amazonas.“

„Von 1961 bis heute ist der Fleischkonsum in Westeuropa von 50 auf 80,6 Kilogramm pro Person und Jahr gestiegen, in den USA von 89,2 auf 120,2 Kilogramm und in China von 4 auf 58,2 Kilogramm“

„Diese Schockkampagne war supererfolgreich“, erzählt Batista. Kurz danach unterzeichnete die brasilianische Regierung eine Art Soja-Moratorium, das den Anbau auf kürzlich gerodeten Flächen verbietet. Seitdem sei der Anteil der nur für die Sojaproduktion abgeholzten Gebiete auf 1 Prozent gesunken. Das Moratorium verhindert jedoch nicht, dass weiter Soja angebaut wird – auf Flächen, die für die Holzgewinnung oder für die Nutzung als Weideland gerodet wurden. Die Zahlen sprechen für sich: Seit Inkrafttreten des Moratoriums 2006 wuchs die zur Sojaproduk­tion verwendete Fläche in der Amazonasregion von 2 Millionen auf 3,6 Millionen Hektar.

Die Wahl von Jair Bolsonaro zum Präsidenten bedeutet nichts Gutes für die Zukunft des größten Regenwalds der Erde. Bolsonaro hat wiederholt eine „flexiblere Anwendung“ von Umweltschutzbestimmungen gefordert. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt am 1. Januar 2019 unterstützte er eine Reihe von Verordnungen zugunsten der Interessen von Großproduzenten.(4)

Der rasante Anstieg der Sojaerzeugung ist untrennbar mit dem Anstieg des Fleischkonsums in der westlichen Welt und in Ländern wie China verknüpft. Die Kausalität, die Greenpeace damals in seiner Kampagne hergestellt hat, ist alles andere als weit hergeholt: Jedes Mal, wenn wir Chicken-Nuggets essen – oder auch einen edlen Parmaschinken –, tragen wir indirekt zur Abholzung im Amazonas und zur Erderwärmung bei.

Die Verbindung zwischen intensiver Landwirtschaft und großen Monokulturen ist quasi symbiotisch. Tony Weis, Professor für Geografie an der University of Western Ohio, spricht vom „Getreide-Ölsaat-Vieh-Komplex“.(5) „Industrielle Landwirtschaftsbetriebe sind wie Inseln in einem Meer aus Soja und Getreide“, hält er die Situation in einem anschaulichen Bild fest.

Die Massentierhaltung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg intensiv vorangetrieben, immer mehr Tiere wurden auf immer kleinerem Raum gehalten. Die Fleischproduktion stieg von 71 Millionen Tonnen 1961 auf 323 Millionen Tonnen 2017. „Heute werden auf der Erde jährlich 70 Milliarden Tiere für den menschlichen Verzehr getötet, 1960 waren es noch 10 Milliarden. Setzt sich die Entwicklung beim Fleischkonsum fort, liegen wir 2050 bei jährlich 120 Milliarden getöteten Zuchttieren“, rechnet Weis vor.

Die industrielle Massentierhaltung hat das Zuchtkonzept grundlegend verändert. Seit ihre Domestizierung im alten Mesopotamien begann, waren Tiere fester Bestandteil eines organischen, mit der Landwirtschaft eng verwobenen Systems. Sie grasten auf den Weiden, die sie mit ihrem Mist düngten und so wieder fruchtbar machten.

Das nennt man heute Kreislaufwirtschaft, wohingegen Massentierhaltung zur Linearwirtschaft gehört, die nur Treibstoff verbraucht und Abfall erzeugt. Hochkonzentrierte tierische Jauche ist nämlich kein Dünger, sondern Abfall. Und die ungeheuren Mengen an Soja und Getreide, die zu Tierfutter verarbeitet werden, bilden den Treibstoff. „Heute wird ein Drittel des weltweiten Ackerlands für diese Futterpflanzen verwendet“, stellt Weis fest.

Der Trend ist auf der ganzen Welt ähnlich: Mit zunehmendem Wohlstand erhöhen die Menschen meist ihren Fleischkonsum. Länder, in denen die Bevölkerung rasch wächst, übernehmen die Essgewohnheiten der westlichen Welt. Analysiert man den Pro-Kopf-Verbrauch je nach Re­gion, so stellt man fest, dass von 1961 bis heute der Fleischkonsum in Westeuropa von 50 auf 80,6 Kilogramm pro Person und Jahr gestiegen ist, in den USA von 89,2 auf 120,2 Kilogramm und in China von 4 auf 58,2 Kilogramm.(6)

Insbesondere der exponentielle Anstieg des Fleischverbrauchs in China hat zu der gewaltigen Ausweitung der intensiven Sojaproduktion in Brasilien und ganz Lateinamerika geführt. Heute ist China mit 60 Prozent der Gesamtmenge der größte Importeur von Sojabohnen weltweit. Der zweitgrößte sind die Niederlande mit 3 Prozent.

„Es ist absurd, tonnenweise Soja in Brasilien zu produzieren, um Hühner oder Schweine in China zu füttern! Können die Chinesen ihre Schweine nicht ohne unsere Sojabohnen züchten?“, fragt João Pedro Stedile. Nein, das können sie nicht. China verfügt nicht über genug Land, um die erforderliche Menge an Soja und Getreide anzubauen. „In den vergangenen fünfzehn Jahren hat Peking den Industrialisierungsprozess bei der Fleisch­erzeugung gefördert und die Errichtung gewaltiger Massenbetriebe nach westlichem Modell vorangetrieben“, berichtet Mindi Schneider.

Die Professorin für Agrarwissenschaften vom Institut für Soziale Studien in Den Haag hat in einer Langzeitstudie die Entwicklung der Schwei­ne­industrie in China untersucht.(7) In ihrem Büro, in dem Schweinefiguren in allen Formen und Größen stehen, erläutert sie die Ergebnisse ihrer Feldforschung. Heute werden in dem asiatischen Land jährlich 700 Millionen Schweine gezüchtet, die Hälfte aller Zuchtschweine weltweit. Um sie zu ernähren, hat die chinesische Regierung die Einfuhr von Sojabohnen komplett liberalisiert.

Siebzig Milliarden tote Tiere

Konsummuster beeinflussen Produktionsmuster und können weltweite Folgen haben. Die „Ge­treide-­Ölsaat-­Nutztiere“, wie Tony Weis sie beschreibt, verursachen gewaltige Umweltschäden, angefangen bei der Entwaldung der Cerrados und des Amazonas bis hin zu den CO2-Emissionen der Sojatransporte. Hinzu kommen die unkalkulierbaren sozialen Kosten, wie die Enteignung von Kleinbauern, die gezwungen sind, in Großstädte zu ziehen oder ins Ausland zu emigrieren.

Die Ausbreitung des westlichen Konsumverhaltens auf andere Erdteile, wie sie sich zum Beispiel im Anstieg des Fleischverzehrs in China und anderen asiatischen sowie afrikanischen Ländern mit ähnlichem BIP-Wachstum zeigt, gibt Anlass zur Sorge. Bislang wird in China pro Kopf nur halb so viel Fleisch konsumiert wie in den USA, erklärt die Washingtoner Umweltforscherin Janet Larsen: „Aber bei 1,4 Milliarden Chinesen sind die Mengen dennoch enorm. Wenn sie irgendwann die westliche Ernährungsweise vollständig übernehmen sollten, wo bekämen wir die Ressourcen her, um all die Nutztiere zu füttern?“

Tony Weis hat eine geradezu apokalyptische Antwort auf diese Frage: „Wenn wir 2050 die Zahl von 120 Milliarden Tieren erreichen, müssen zwei Drittel des Ackerlands auf der Erde ausschließlich für den Futtermittelanbau verwendet werden.“ Aufgrund dieser Analysen von Verbrauchertrends plädiert er dafür, die gängige Sichtweise zum Thema Überbevölkerung noch einmal zu überdenken.

Laut der Welternährungsorganisation (FAO) werden 2050 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. „Die wahre Überbevölkerung, mit der wir uns auseinandersetzen müssen, ist aber die der gezüchteten Tiere“, sagt Weis. „Anstatt unsere Produktion zu steigern, müssen wir anders produzieren und konsumieren. Wir müssen dringend das vorherrschende Modell überprüfen, das auf einer permanenten Steigerung des Verzehrs von tierischem Eiweiß basiert.“

Die intensive Tierhaltung hat es im Laufe der Zeit möglich gemacht, breiten Bevölkerungsschichten billige Lebensmittel anzubieten. Doch wer bezahlt die Kosten, die durch die Ausbeutung der Böden und die Umweltzerstörung mit Pestiziden und tierischen Abfallprodukten entstehen? Wie berechnet man den Verlust an CO2-Speichern, wenn alle Bäume abgeholzt sind? Und was ist mit den CO2-Emissionen, die durch den Transport von Soja quer über den Globus verursacht werden? Oder den gewaltigen Wassermengen, die für die Herstellung von einem Kilogramm Fleisch verbraucht werden? Oder den sozialen Kosten, die entstehen, wenn Landschaften in Lebensmittelfabriken für die wachsende städtische Bevölkerung umgewandelt werden und Klein­bauern von Konzernen verdrängt werden?

All diese „negativen Externalitäten“ werden nicht in den Preis für ein Kilogramm Fleisch miteingerechnet, den der einzelne Verbraucher zahlt. Aber sie stecken in den Folgekosten, die jeder Mensch als Bewohner eines Ökosystems mitträgt, dessen Zerstörung immer schneller voranschreitet. Würden auch diese Faktoren berücksichtigt, so müssten manche Lebensmittel mindestens doppelt so viel kosten wie auf dem Preisschild im Supermarkt ausgezeichnet.(8)

Kommen wir noch einmal auf die anfangs gestellte Frage zurück: Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Verzehr von süßsaurem Schweinefleisch in einem Restaurant in Schanghai und einem Flüchtlingsboot im europäischen Mittelmeer?

Der übermäßige Fleischverzehr und das dazugehörige Produktionsmodell können ein ohnehin fragiles Gleichgewicht zerstören und enorme Umwelt- und Sozialschäden anrichten. Für ein Kilogramm Schweinefleisch muss etwa ein Hektar Regenwald geopfert werden, das führt unweigerlich zum Anstieg der Erdtemperatur und in manchen Regionen der Welt sogar zur Ausdehnung von Wüsten, so zum Beispiel in Subsahara-Afrika.

Die Verteilungskämpfe um Wasser werden zunehmen und weitere kriegerische Auseinandersetzungen um knappe Ressourcen nach sich ziehen, die die Menschen in die Flucht treiben. Es ist ein vielschichtiges, komplexes Phänomen. Und sicher ist nicht allein das Schwein in Schanghai dafür verantwortlich. Auch wenn es sich manchmal danach anhört: Das alles sind keine Science-Fiction-Szenarien. Es ist die Wirklichkeit, in der wir bereits heute leben.


1 „The miracle of the cerrado“, The Economist, 26. August 2010.
2 Siehe Martine Bulard, „USA gegen China – Wer siegt im Handelskrieg?“, LMd, Oktober 2018.
3 „Brazilian soy supply chains: linking buyers to landscapes“, Trase Yearbook 2018.
4 Dom Phillips, „Jair Bolsonaro launches assault on Amazon rain­forest protections“, The Guardian, 2. Januar 2019.
5 Siehe Tony Weis, „The ecological hoofprint. The Global Burden of Industrial Livestock“, London (Zed Books) 2013.
6 Faostat, 2016.
7 Siehe Mindi Schneider und Shefali Sharma, „China’s Pork Miracle? Agribusiness and Development in China’s Pork Industry“, Institute for Agriculture and Trade Policy, 17. Februar 2014.
8 ETC Group, „Who will feed us? The Peasant Food Web vs. the Industrial Food Chain“, 15. Oktober 2017.

Aus dem Englischen von Birgit Bayerlein

Dieser Beitrag ist erschienen in Le Monde diplomatique, März 2019. © Stefano Liberti; für die deutsche Übersetzung LMd, Berlin

Quelle: https://atlas-der-globalisierung.de/fleisch-fuer-die-welt/

Ein Wort zu Soja: 80 Prozent des Sojas ist für Tierfutter bestimmt, also indirekt für die Fleischproduktion. Etwa zehn Prozent werden zu Treibstoffen verarbeitet und neun Prozent in die Herstellung von Pflanzenfettmargarine gesteckt. Nur ein Prozent des Sojas wird für Tofu- und Sojamilchprodukte genutzt. Optimal ist, Bio-Soja aus der EU zu beziehen (z.B. überwiegend bei Tofu von Taifun und vom DM).

„Why should we end animal agricouture“ von Jace Reese. (TED)
There are over 100 billion animals in the global food system, taking an enormous collective toll on our health and the environment. In this eye-opening talk, animal advocate and social scientist Jacy Reese makes a compelling argument as to why (and how) we should relegate the factory farming of animals to history’s scrap pile.

Agrartreibstoffe

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

Agrartreibstoffe versprechen eine neue, klimafreundliche, auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Alternative zu fossiler Energie. Zugleich bieten Investitionen in diesem Bereich profitable und scheinbar sichere Kapitalanlagen. Schätzungen
zufolge haben sich europäische Firmen für den Anbau von Agrartreibstoffen heute bereits über fünf Millionen Hektar Land im Globalen Süden gesichert – mehr als die Fläche Niedersachsens. In jüngerer Zeit äußern sich vermehrt Kritiker: Der Agrartreibstoff-Boom seit den 2000er Jahren hat zu einer weiteren Ausbreitung der industriellen Landwirtschaft geführt und ist Ursache für Entwaldung, Zerstörung
von Artenvielfalt und die teilweise Verdrängung von Nahrungsmittelanbau und kleinbäuerlicher Landwirtschaft.
Zudem zeigen Studien, dass Agrartreibstoffe klimaschädlicher sind als gedacht. Erstens braucht auch die Produktion von Agrartreibstoffen Inputs wie Dünger und Agrochemie, die unter hohem Energieeinsatz erzeugt werden. Wird dies berücksichtigt, ist die Klimabilanz häufig negativ. Zweitens werden beispielsweise Wälder oder Savannen in Anbauflächen für Energiepflanzen umgewandelt. Dies geht mit der Freisetzung gewaltiger Mengen an Kohlenstoff einher. Der Gallagher-Report errechnet in einem Szenario aus dem Jahr 2008, dass angesichts der Förderpolitiken für Agrartreibstoffe der EU und den USA der Anbau von Agrartreibstoffen bis 2020 etwa 500 Millionen Hektar zusätzliches Land benötigt. Das entspricht einem Drittel der aktuell verfügbaren Ackerflächen. So entstehen vor allem in Afrika, Indien, Brasilien, Malaysia und Indonesien täglich neue Plantagen, um mit Soja, Raps, Ölpalmen, Sonnenblumen, Jatropha, Mais, Weizen und Zucker nicht leere Mägen, sondern Tanks zu füllen. Die Forschung an weniger schädlichen und flächenintensiven Agrartreibstoffen steckt noch in den Kinderschuhen und bietet bislang keine realen Alternativen. Wahrscheinlich ist, dass trotz Einsparpotenzialen die negativen Folgen angesichts des anhaltenden Booms weiter zunehmen.

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

Enorme Mengen an Nahrungsmitteln werden weggeworfen

Eine zusätzliche Problematik des Agrar- und Ernährungssystems ist der drastische Verlust an Lebensmitteln, der auf dem Weg vom Acker zum Teller entsteht. Der Anteil der Abfälle wird auf mindestens ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel geschätzt. Laut FAO sind das unvorstellbare 1,3 Milliarden Tonnen im Jahr.

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

Der Zustand der Böden

Informationen aus DIE ZEIT
Wie geht es dem Boden? Allein in Deutschland gehen jeden Tag 60 Hektar an wertvollen Böden verloren. Sie wieder fruchtbar zu machen, kann Generationen dauern.
Des Bauern wichtigstes Gut“ – „Wenn es so wäre! Wer über den Zustand der Böden spricht, der muss über Landwirtschaft streiten. Was haben sich ein Bayer-Manager und ein Vordenker der Agrarökologie zu sagen?
Die Haut der Erde Zahlen und Fakten zu den Böden der Welt, erklärt in sechs Grafiken

Trinkwasser

Informationen aus DIE ZEIT
Bedrohte Ressource Wie viel Wasser gibt es, und wie viel Plastik schwimmt darin? Eine Übersicht in Grafiken
Als hätten wir fünf Planeten Zu wenig sauberes Wasser: Sind die Bauern schuld? Oder die verwöhnten Verbraucher? Der Aktivist Benjamin Adrion streitet mit dem Bauernvertreter Hubertus Paetow.

Welche Macht haben Lebensmittel- und Agrarkonzerne?

Die Industrialisierung der Landwirtschaft hat aus einem Kreislauf- ein Durchfl usssystem gemacht: Ersteres passt sich lokalen Bedingungen an und erzeugt oder züchtet selbst die nötige Energie, Saatgut, Düngemittel, Futtermittel und Tiere. Das Durchfl usssystem hingegen kauft diese großteils zu. Für landwirtschaft liche Erzeuger*innen steigt damit die Abhängigkeit von vorgelagerten (etwa
Saatgut, Dünge- und Futtermittel) und nachgelagerten Bereichen (wie Verarbeitung und Handel).
Immer weniger Konzerne kontrollieren den Nahrungsmittelmarkt. Die für die Produktion notwendigen Ressourcen beziehen die Landwirte nun ›extern‹ aus einem anonymen (Welt-)Markt. Die Nahrungsmittel sind losgelöst von ihren Produktionsbedingungen und -standorten, sie erscheinen als »Nahrungsmittel von nirgendwo«. Freihandelsabkommen treiben diese Weltmarktorientierung noch weiter voran. Es entsteht eine wachsende Ungleichheit zwischen Exportbetrieben und von lokalen Märkten abhängigen Erzeugern. So haben etwa durch Handelsliberalisierungen der Welthandelsorganisation (WTO) und die damit einhergehenden Dumping- und Verdrängungseffekte rund 30 Millionen Bauern und Bäuerinnen in Ländern des Globalen Südens ihre Existenzgrundlage verloren.
Entlang eines undurchsichtigen Netzes an Wertschöpfungsketten findet eine massive Machtkonzentration statt. Immer weniger große Akteure beherrschen den gesamten Sektor. Die weltweite Produktion von Pestiziden und Saatgut wird von einigen wenigen Konzernen dominiert. Sie erzeugen so gut wie alle gentechnisch veränderten Pflanzen und besitzen das Gros der Pflanzenpatente weltweit.

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

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Ein Blick in die Nachrichten:
April 2019: Pepsi droht indischen Kleinbauern mit einer Klage, weil sie eine vom Unternehmen patentierte (!) Kartoffelsorte angebaut haben soll.

Wie super sind Supermärkte?

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/

Seit Anfang der 1990er-Jahre verschieben sich die Machtverhältnisse im Lebensmittelsystem zunehmend zum Vorteil des Lebensmitteleinzelhandels. Supermärkte nehmen als ›Türsteher‹ zwischen Erzeugerinnen und Konsument
innen eine bedeutende Rolle ein. Entsprechend steigt die Markt- und Machtkonzentration in vielen Ländern.
In Deutschland kontrollieren die fünf führenden Supermarktketten Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Metro rund 90 % des Marktes,69 in Österreich dominieren Rewe, Spar
und Hofer 87 %.70 Diese Zahlen sind mit einer zentralen Entwicklung verbunden: Die Nahrungsmittelmärkte in Ländern des Globalen Nordens sind gesättigt. Daraus folgt ein harter Verdrängungswettbewerb um Marktanteile.
Durch folgende Strategien wollen Supermärkte als Gewinner aus dem Wettbewerb hervorgehen: Erstens bringen sie immer mehr und neue Waren auf den Markt.
Schätzungen zufolge bietet die Lebensmittelbranche allein in Großbritannien jedes Jahr 12.000 neue Produkte an. Zugleich lädt sie Produkte mit ›neuen‹ Bedeutungen auf, die von ›bäuerlicher Idylle‹ über ›Gesundheit‹ bis ›Wohlbefinden‹ reichen. Über Labels wird auch beansprucht, besonders ›faire‹, ›CO2-neutrale‹ oder ›ökologische‹ Produkte zu verkaufen.
Zweitens herrscht der Kampf um die geringsten Preise. Supermärkte können aufgrund ihrer Marktmacht die Preise bestimmen und drücken, auf Kosten von Arbeiterinnen, Bäuerinnen und unserer Umwelt. Ebenso definieren Supermärkte Qualität und Art der Ware. Ein Beispiel dafür sind Eigenmarken: Anstatt von den Marken anderer Akteur*innen abhängig zu sein, erscheint in den Regalen die scheinbar gleiche – eigene – Ware: Supermärkte machen Zulieferer dadurch auswechselbar und stellen sie in Konkurrenz zueinander. Dadurch setzen sie für sich günstige Konditionen durch. Zudem können sie in die Produktion eingreifen. Drittens erschließt die Lebensmittelbranche neue Märkte. Die Liberalisierung
von Handel und Investitionen sowie die Deregulierung der Agrarmärkte machen’s möglich. Investitionen im Ausland und Übernahmen von kleineren, lokalen Supermarktketten dienen oft als Türöffner. Denn lokale Ketten haben bereits Fuß gefasst und kennen sich mit Konsumgewohnheiten im jeweiligen Land aus. Lokale Händler und Erzeugerinnen sind oft die Leidtragenden des Verdrängungswettbewerbs. Wachsende Konkurrenz und Preisdruck am Weltmarkt führen auch dazu, dass sie bei Liefer-, Preis- und Qualitätsstandards nicht mithalten können. Neue Arbeitsplätze wiegen dies nur bedingt auf. So ziehen die großen Supermarktketten Wertschöpfung aus der Region ab und zerstören die Lebensgrundlage zahlreicher Menschen. Supermärkte beeinflussen heute maßgeblich das Ernährungssystem. Sie ermöglichen und verstärken die imperiale Ernährungsweise. Konsumentinnen haben erst bei den Regalen die Wahl – zu einem Zeitpunkt, an dem wesentliche Entscheidungen bereits getroffen sind.

Wie gut ist eigentlich unsere Ernährung?

Das folgende Video stammt von einem Dr. Lustig – ist aber nicht so vergnüglich wie der Name des Vortragenden. Worum geht es? Fette kamen irgendwann in den Verdacht, DICK zu machen. Weil die Menschen schlank bleiben wollen, hat man low-fat-food kreiert. Aber in Form von industrieller Fertignahrung schmeckt das nicht. Deshalb hat man einen Ersatz gesucht und gefunden: Fruktose. Die steigert nicht den Blutzucker, erzeugt KEIN Sättigungsgefühl – aber die Fertignahrung schmeckt besser. Das Problem: Fruktose wird überwiegend in der Leber verstoffwechselt und belastet diese ähnlich wie Alkohol. Und wird – wie dieser – letztlich zu Fett umgebaut. Das bedeutet: Die Nahrung enthält zwar weniger Fett, macht aber dennoch dick. (Grob gesagt: Wir werden von der Lebensmittelindustrie verarscht) Besonders problematisch ist dies bei Getränken, über die wir große Mengen von Fruktose aufnehmen können, die unseren Organismus belastet und dick macht – ohne dass uns ein Sättigungsgefühl warnen könnte. Dr. Lustig erklärt die Zusammenhänge. Viel Spaß bei einem Ausflug in die Physiologie und Biochemie:

Hier noch eine weitere Video von Dr. Lustig: „Processed Food: An Experiment That Failed

Ich hab mal versucht, das Ganze als Nicht-Biochemiker nachzuvollziehen und einen Foliensatz draus gemacht, den Du hier downloaden kannst:

Die Überfischung der Meere

Dieser Abschnitt ist erst im Entstehen. Für den Anfang:

Der WWF hat zusammen mit EjF das Fish Forward Projekt gegründet. Die folgenden Abschnitte sind der Webseite des Projekts entnommen:

ARTEN UND LEBENSRÄUME IN GEFAHR

Jahrhunderte lang wurden die Ozeane als unerschöpfliche Quelle von Fischen und Meeresfrüchten gesehen. Heute wissen wir, dass knapp 60 Prozent der Fischbestände bis an nachhaltige Grenzen befischt und rund 33 Prozent überfischt sind.

Ganze Arten wie der Pazifische Rote Thun sind am Rande des Zusammenbruchs und auf dem geringsten Bestandsniveau aller Zeiten. Zerstörerische Fangpraktiken schädigen Lebensräume, Meeresökosysteme, ihre Vielfalt und Produktivität und bedrohen die Lebensgrundlage küstennaher Gemeinschaften. Aufgrund der Überfischung und Zerstörung von Lebensräumen haben Fischbestände keine Zeit und immer weniger Platz, um sich zu erholen.

BEIFANG TÖTET

Als Beifang bezeichnet man ungewollt gefangene Meerestiere, die neben der Zielfischart in den Netzen landen. Oft wird Beifang verletzt oder tot zurück ins Meer geworfen. Es wird geschätzt, dass Beifang 40 Prozent der weltweiten Gesamtfangmenge ausmacht. [4] Häufig sind Arten wie Wale, Delphine und Schildkröten davon betroffen. Es ist ein sinnloser Tod und ein enormes Problem. Nachhaltige Fangmethoden können Beifang drastisch reduzieren.

SCHÄDLICHE AQUAKULTUR

Nicht-nachhaltige Aquakultur hat viele negative Auswirkungen. In einigen Küstenregionen werden Mangrovenwälder – ein wichtiger Laichplatz und die Kinderstube für viele Arten – zerstört, um Fischfarmen zu errichten. Nicht-nachhaltige Aquakultur kann auch zur Überfischung beitragen. Bedeutende Mengen gefangenen Wildfischs werden verwendet, um Zuchtfische zu füttern. Dies erhöht den Druck auf Fischbestände anstatt ihn zu verringern. Nachhaltige Aquakultur hingegen hilft dabei, diesen Druck zu reduzieren und natürliche Lebensräume zu erhalten.

GESUNDE OZEANE NÜTZEN MENSCHEN

Die stetig wachsende Weltbevölkerung, rasante Entwicklung von Küstengebieten, schwaches Fischereimanagement, boomende Aquakultur und mangelndes Wissen über den wirtschaftlichen Wert der Meeresressourcen für die küstennahe Bevölkerung haben zu Problemen für die Meeresumwelt und die von ihr abhängigen Menschen geführt.

Gesunde Meere und Fischbestände sind für den Lebensunterhalt von Küstengemeinden und Kleinfischereien von entscheidender Bedeutung. Millionen von Menschen hängen von der Fischerei als Nahrungs- und Einkommensquelle ab. Leere Meere bedeuten leere Mägen und leere Taschen. Der Konsum von nachhaltigem Fisch hilft daher Meeren und Menschen.

Ansatz für das eigene Handeln: Verzichte auf Fisch (die meisten Fischarten sind überfischt und Fischzucht ist überwiegend nicht ökologisch). Wenn Du Fisch kaufst: „Kaufe günstigen Fisch mit Schwanz und Kopf, am besten an der Fischtheke.“  Hinweise zum Schutz von Fischbeständen findest Du bei Reset.org und beim WWF-Fischratgeber.

Was spricht gegen die genannten Informationen und Fakten?

Wenn Du belegbare Informationen hast, die den hier dargestellten widersprechen oder diese ergänzen, sende uns bitte eine E-Mail, möglichst mit entsprechenden Links und Belegen dazu. Wir prüfen Deine Informationen im Rahmen unserer Möglichkeiten und werden sie veröffentlichen, wenn wir die Evidenz nachvollziehen können. 

Ziele für eine nachhaltige Landwirtschaft und Welternährung

www.neueagrarpolitik.eu

Ziele der Vereinten Nationen

2. Ziel der Vereinten Nationen

Zweites der 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige und gerechte Zukunft. Die Agenda 2030.

2.1 Bis 2030 den Hunger beenden und sicherstellen, dass alle Menschen, insbesondere die Armen und Menschen in prekären Situationen, einschließlich Kleinkindern, ganzjährig Zugang zu sicheren, nährstoffreichen und ausreichenden Nahrungsmitteln haben.

2.2 Bis 2030 alle Formen der Mangelernährung beenden, einschließlich durch Erreichung der international vereinbarten Zielvorgaben in Bezug auf Wachstumshemmung und Auszehrung bei Kindern unter 5 Jahren bis 2025, und den Ernährungsbedürfnissen von heranwachsenden Mädchen, schwangeren und stillenden Frauen und älteren Menschen Rechnung tragen

2.3 Bis 2030 die landwirtschaftliche Produktivität und die Einkommen von kleinen Nahrungsmittelproduzenten, insbesondere von Frauen, Angehörigen indigener Völker, landwirtschaftlichen Familienbetrieben, Weidetierhaltern und Fischern, verdoppeln, unter anderem durch den sicheren und gleichberechtigten Zugang zu Grund und Boden, anderen Produktionsressourcen und Betriebsmitteln, Wissen, Finanzdienstleistungen, Märkten sowie Möglichkeiten für Wertschöpfung und außerlandwirtschaftliche Beschäftigung

2.4 Bis 2030 die Nachhaltigkeit der Systeme der Nahrungsmittelproduktion sicherstellen und resiliente landwirtschaftliche Methoden anwenden, die die Produktivität und den Ertrag steigern, zur Erhaltung der Ökosysteme beitragen, die Anpassungsfähigkeit an Klimaänderungen, extreme Wetterereignisse, Dürren, Überschwemmungen und andere Katastrophen erhöhen und die Flächen- und Bodenqualität schrittweise verbessern

2.5 Bis 2020 die genetische Vielfalt von Saatgut, Kulturpflanzen sowie Nutz- und Haustieren und ihren wildlebenden Artverwandten bewahren, unter anderem durch gut verwaltete und diversifizierte Saatgut- und Pflanzenbanken auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene, und den Zugang zu den Vorteilen aus der Nutzung der genetischen Ressourcen und des damit verbundenen traditionellen Wissens sowie die ausgewogene und gerechte Aufteilung dieser Vorteile fördern, wie auf internationaler Ebene vereinbart

.

15. Ziel der Vereinten Nationen

 

15tes der 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige und gerechte Zukunft. Die Agenda 2030.
15.1 Bis 2020 im Einklang mit den Verpflichtungen aus internationalen Übereinkünften die Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung der Landund Binnensüßwasser-Ökosysteme und ihrer Dienstleistungen, insbesondere der Wälder, der Feuchtgebiete, der Berge und der Trockengebiete, gewährleisten

Lösungsansätze für eine nachhaltige Landwirtschaft und Welternährung

Landwirtschaft: Grundsätze

Gefördert werden zukünftig nur noch Betriebe bis zu einer bestimmten Größenordnung. Großbetriebe und Fabrikfarmen werden nicht mehr gefördert. Man könnte sogar daran denken, die Flächen, die ein Betrieb oder ein Eigentümer bewirtschaften darf, grundsätzlich zu begrenzen.
Für die gesamte Landwirtschaft werden Regelungen festgelegt, die eine Naturzerstörung durch Landwirtschaft verhindern.
Die ökologisch nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln wird gefördert.

Massentierhaltung wird nicht mehr gefördert. Für die Tierhaltung werden strenge Regeln definiert und mit Strafen belegt. Diese Regeln stellen sicher, dass die Tiere zumindest nicht leiden müssen.

TED-Talks zu Landwirtschaft und Ernährung

3 reasons why we can win the fight against poverty“ von Andrew Youn.
Half of the world’s poorest people have something in common: they’re small farmers. In this eye-opening talk, social entrepreneur Andrew Youn shows how his group, One Acre Fund, is helping these farmers lift themselves out of poverty by delivering to them life-sustaining farm services that are already in use all over the world. Enter this talk believing we’ll never be able to solve hunger and extreme poverty, and leave it with a new understanding of the scale of the world’s biggest problems.

„How farming could employ Africa´s young workforce – and help build peace“ von Kola Masha.
Africa’s youth is coming of age rapidly, but job growth on the continent isn’t keeping up. The result: financial insecurity and, in some cases, a turn towards insurgent groups. In a passionate talk, agricultural entrepreneur Kola Masha details his plan to bring leadership and investment to small farmers in Africa — and employ a rising generation.

The other inconvenient truth“ von Jonathan Foley.
„A skyrocketing demand for food means that agriculture has become the largest driver of climate change, biodiversity loss and environmental destruction. Jonathan Foley shows why we desperately need to begin „terraculture“ — farming for the whole planet.“

„Leather and meat without killing animals“ von Andras Forgacs.
„By 2050, it will take 100 billion land animals to provide the world’s population with meat, dairy, eggs and leather goods. Maintaining this herd will take a huge, potentially unsustainable toll on the planet. What if there were a different way? In this eye-opening talk, tissue engineering advocate Andras Forgacs argues that biofabricating meat and leather is a civilized way to move past killing animals for hamburgers and handbags.“

„Hunger isn’t a food issue. It’s a logistics issue“ von Esther Ndichu.
„Most people presume that world hunger is caused by a lack of food. But Esther Ndichu, Humanitarian Supply Chain Director at UPS, argues that the real issue is logistics. She points out that farmers often struggle to get goods to market and that food often rots just miles from the neediest people. She explains that by fixing „the last mile“ hunger can be solved in our lifetime.“

Ernährungssouveränität

Reset.org: Bio für Fortgeschrittene: „Obst und Gemüse aus erster Hand.Immer mehr Menschen ziehen Bioprodukte vor und das Angebot in den Biomärkten wächst stetig. Für diejenigen, die gezielt in den Anbau von regionalem Bioobst und -gemüse investieren und aktiv werden möchten, gibt es einige Alternativen, z.B. die Biokiste, die Solidarische Landwirtschaft oder Bauerngärten.“

Wie das geht, können wir aus erster Hand berichten. Vor den Toren Münchens hat das Kartoffelkombinat eine alte Gärtnerei und Äcker gekauft und bewirtschaftet diese für über 1000 Münchner Mitglieder-Familien, die jede Woche einen Ernteanteil erhalten. Angebaut wird, was man in unseren Breiten anbauen kann, auf ökologische Basis (was da angebaut wird, ist wirklich bio). Und das auf faire Weise, denn die Angestellten erhalten ein Gehalt, das deutlich über Vergleichsgehältern in der Branche liegt. Man kann mithelfen, es gibt Feste und es gibt einen Verein, der sich speziell um Information, Austausch und konzeptuelle Weiterentwicklung kümmert. Mehr dazu findest Du beim KARTOFFELKOMBINAT.DE.

Der Verein Nyeleni (benannt nach einer Bäuerin aus Mali) vertritt das Prinzip der Ernährungssouveränität:
I. Achse: Produktion von Nahrungsmitteln
II. Achse: Nahrungsmittel-verteilung
III. Achse: Arbeits- und soziale Verhältnisse
IV. Achse: Gemeingüter
V. Achse: Nahrungs- und Landwirtschaftspolitik

Landwirtschaftspolitik

Auch politisch nehmen die Biobauern Stellung:
„Der Landwirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hält leider weiterhin an der Agrarpolitik von gestern fest. Geld soll weiter pauschal Landbesitz belohnen, fast egal, wie darauf gewirtschaftet wird. Damit stellt sich die Mehrheit der Abgeordneten gegen jene Bauern, die mehr für Bienen, Klima und Wasser tun wollen.
Besonders Bio-Bauern zeigen: Klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft funktioniert, ist aber nicht umsonst zu haben.

Die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) muss dringend umsteuern und mit den Milliarden Steuergeldern die Bauern honorieren, die unsere Ressourcen aktiv schützen. 
Wer etwas leistet für Umwelt und Gesellschaft, muss stärker unterstützt werden.“
kommentiert Dr. Alexander Gerber, Vorstand vom BÖLW (Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft). (zitiert nach: Kartoffelkombinat, Mai 2019)

Parteiencheck Landwirtschaft (Europawahl 2019)

Nyeleni schätzt die Landwirtschaftspolitik der Parteien (Stand Mai 2019) im Hinblick auf die Ziele ökologischer und regionaler Landwirtschaft so ein:

nyeleni landwirtschaftspolitik

Was kann ich selbst tun, um eine nachhaltige, faire und ökologische Landwirtschaft zu fördern?

Einkaufen: Regional, saisonal, bio, fair.

Fleisch, Milchprodukte und Fisch durch vegane Nahrungsmittel ersetzen, soweit es Dir möglich ist.

Lebensmittel teilen, retten, verwerten: Foodsharing

Palmölfreie (!!!) Produkte findet Ihr z.B. bei https://www.waschbaer.de/shop/

Aktionen für eine lebendige Landwirtschaft und Ernährung unterstützen:

Quelle für die nachfolgenden Tipps und Links: „Auf Kosten anderer

» Nyeleni: Erstes globales Forum für Ernährungssouveränität sowie Europäisches Forum für Ernährungssouveränität, Nyeleni in Deutschland und Österreich.

» La Vía Campesina – internationale Bewegung für Bäuerinnen und Bauern, Landlose, migrantischen Landwirtschaftsarbeiter*innen, u.v.m. (sowie Ableger in Österreich).

» Transition Town Movement – Bewegung für Orte im Wandel

» Soziale und ökologische Kämpfe: Transition Europe

» Food-Coops in Deutschland und in Österreich

» Solidarische Landwirtschaft in Deutschland in Österreich

» “Wir haben es satt”-Bündnis für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland und Österreich.  

» Gartenpolylog: Österreichisches Netzwerk von Gemeinschafts-, Nachbarschafts- und interkulturellen Gärten

» Stadtacker – Urbane Landwirtschaft in Deutschland

» Globe Spotting – Blog von Uwe Hoering

» Agrardebatte – zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

to be continued…