Verkehr und Stadtentwicklung

Wir haben hier sehr viele Informationen zusammengeführt. Was ist am Wichtigsten? Wenn Du gerade nicht viel Zeit hast, schau Dir bitte unsere Vision für ein grundlegend neues Verkehrskonzept an.

Fakten zum Verkehr

In Deutschland gibt es über 47 Millionen PKWs, die eine Gesamtfahrleistung von 642 Milliarden Kilometer pro Jahr zurücklegen. Der durchschnittliche Auslastungsgrad von PKWs liegt bei 33%.

Klima-Impact

Mittere CO2-Emissionen von Neufahrzeugen in Europa (Eurostat)

Mittlere CO2-Emissionen von Neufahrzeugen in Europa

Short Description: The indicator is defined as the average carbon dioxide (CO2) emissions per km by new passenger cars in a given year. The reported emissions are based on type-approval and can deviate from the actual CO2 emissions of new cars.

Übersicht über den CO2-Ausstoß verschiedener Verkehrsmittel.

Der VDC ergänzt dazu: Die Klimawirksamkeit des Flugverkehrs ist mindestens dreimal höher, als der Treibstoffverbrauch es nahegelegt. Das liegt daran, dass Flugzeuge ihre Emissionen in Höhen ausstoßen, in denen sie größere Schäden anrichten als gleiche Mengen am Boden. Der direkte CO2-Ausstoß von Flugzeugen wird deshalb üblicherweise mit dem so genannten RFI-Faktor (Radiative Forcing Index) multipliziert, um den Klimaschaden zu errechnen. Eine Aufbereitung des Themas „Auto, Bahn, Flugzeug oder Bus= Verkehrsmittel und C02-Bilanzen“ für den Schulunterricht findest Du hier. Du kannst die Berechnung des C02-Ausstoßes mit dem C02-Rechner des WDR personalisieren, indem Du Motorenvariante, Anzahl Personen im Auto etc. angeben kannst.

Wie viel CO2 entsteht bei der Produktion eines Autos?

Das Handelsblatt sagt: ca. 4,5 Tonnen CO2. „…UndZahlen des Öko-Institutsdeuten an, dass (Akku-)Recycling am Ende zu einer CO2-Gutschrift führen könnte. Wird etwa das Aluminium des Autos wiederverwertet, sinkt die CO2-Bilanz im neuen Auto erheblich.“
Der Spiegel bietet einen interaktiven Klima-Rechner für den Autokauf.
Mehr über die Umweltfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen gibt es auf der Seite emobil-umwelt.de.

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Entwicklung der Städte

Bis 2050 werden 66% der Menschen in Städten leben. Was wird das für die Umwelt bedeuten. Dazu ein Video des Science-Magazins.

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Was spricht gegen die genannten Informationen und Fakten?

Wenn Du belegbare Informationen hast, die den hier dargestellten widersprechen oder diese ergänzen, sende uns bitte eine E-Mail, möglichst mit entsprechenden Links und Belegen dazu. Wir prüfen Deine Informationen im Rahmen unserer Möglichkeiten und werden sie veröffentlichen, wenn wir die Evidenz nachvollziehen können. 

Ziele für die Entwicklung des Verkehrs

Eine Revolution des Nahverkehrs

Stell Dir eine Stadt ohne Staus vor. Wo jeder zügig an sein Ziel kommt, ohne die Umwelt zu vergiften. Wo man mit Kindern ohne Lebensgefahr mit dem Fahrrad unterwegs sein kann. So könnte es gehen:

  • Der Individualverkehr wird in Städten konsequent auf Trambahn und (Elektro) Busse umgestellt (während der extrem teure U-Bahn-Bau nur dazu dient, auf der Oberfläche den individuellen Autoverkehr zu erhalten). Ein Elektrobussystem mit Hybridantrieb und Oberleitungen lässt sich relativ leicht und schnell realisieren. Wo keine Oberleitungen sind, fährt der Bus via Batterie, die auf den Oberleitungsstrecken wieder aufgeladen wird.
  • Neue Technologien ermöglichen zusätzlich ein selbstfahrendes Kleinbussystem on demand (Holen per Handy-App, Berechnung des optimaleb Fahrwegs für alle Fahrgäste). Diese Systeme sind auch für den ländlichen Raum geeignet.
  • CarSharing-Systeme ergänzen das Verkehrskonzept dort, wo Autos tatsächlich – zum Beispiel für Transporte – erforderlich sind.
  • Auf den Straßen erhalten Fahrradfahrer (Elektrofahrräder) den Vorrang.

Insgesamt wäre ein solches Verkehrssystem wesentlich effektiver (im Endeffekt kommen alle schneller an ihr Ziel), als das heutige Verkehrschaos. Städte könnten auf diese Weise wieder zu Lebensräumen werden.

Das funktioniert natürlich nur, wenn Fahrbahnen und Parkmöglichkeiten für Individualautos drastisch eingeschränkt und zurückgefahren werden. Wichtig erscheint mir an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass Maßnahmen getroffen werden, die verhindern, dass am Schluss nur eine Schicht von Reichen weiterhin Individualverkehr in der Stadt für sich beanspruchen kann. Ein Beispiel: Teure Parkgebühren bevorzugen einseitig die Wohlhabenden, während Parkscheiben eine faire Nutzung von Parkmöglichkeiten steuern können.

Ideen für einen Paradigmenwandel im Verkehr

Ein neues Verkehrs-Paradigma

Verkehr in den Städten

Das Primat der Auto-Mobilität führt zu erheblichem Stress für Menschen und Umwelt. Dabei spielen folgende Faktoren eine Rolle:

Die Klimabelastung ist nicht nur auf den Benzinverbrauch der Autos zurückzuführen, sondern auch aus der extrem aufwändigen Herstellung.

Der Autoverkehr in den Städten ist extrem ineffizient und führt zu einem ständigen Stehen im Stau. Man fühlt sich fortwährend an der Fortbewegung behindert, was für fast unerträglich ist – umso aggressiver wird dann das Verhalten im Auto. Alle Versuche, den Verkehr in der Stadt so zu organisieren, dass Autos ungehindert fahren können, sind bislang gescheitert. Am Beispiel München lässt sich dies gut zeigen: selbst der Bau von drei großen Tunnels, die mit Milliardenkosten errichtet wurden, hat nicht dazu geführt, dass Staus der Vergangenheit angehören. Im Gegenteil: es kamen immer mehr Autos auf die Straße und Staus auf dem Mittleren Ring sind Alltag.

Die Einschränkung des Lebensraums ist gravierend: Zu rollenden Verkehr – der bereits große Flächen verschlingt, hohe Lärmbelästigung mit sich bringt und die Luft mit Schadstoffe belastet, kommt auch noch der stehende Verkehr: In jeder größeren Stadt werden riesige Flächen zugeparkt, die den Menschen nicht mehr als Lebensräume zur Verfügung stehen.

Das Hauptproblem hat nichts mit technischen Lösungen zu tun, sondern mit Psychologie.

Wenn hier vom Verzicht auf das individuelle, ständig verfügbare Auto, die Rede ist, das man jederzeit und überall fahren darf, denken die meisten sofort: Ja, da wird mir ja meine Freiheit genommen. Ich brauche doch ein Auto, weil…, weil…, weil…

Wenn man heute davon spricht, die Auto-Mobilität, den automobilen Individualverkehr, weitgehend einzuschränken, dann entsteht bei den meisten die Vorstellung, man würde ihnen ihr Auto wegnehmen. Jetzt, unter den gegenwärtigen Bedingungen. Das ist natürlich so nicht gemeint. Denn eines ist klar: wer in den gegenwärtigen städtischen Bedingungen mit einem unzureichenden öffentlichen Nahverkehr, der durch den Individualverkehr ausgebremst wird und in einer Auto-Umgebung, in der Fahrradfahren vielfach lebensgefährlich ist, auf sein Auto verzichten muss, tut sich möglicherweise schwer mit dieser Vorstellung.

Ein radikal neues, effizientes und lebensfreundliches Verkehrskonzept

Die Alternative besteht jedoch nicht darin, innerhalb der gegenwärtigen Struktur nicht mehr Auto fahren zu dürfen. Die Alternative besteht, darin neue Strukturen zu schaffen, in denen es keinerlei Vorteil mehr bietet, mit dem Auto zu fahren. Insgesamt sind diese Strukturen wesentlich kostengünstiger zu schaffen und zu betreiben, als die gegenwärtigen. Ein Paradigmenwechsel im Nahverkehr zugunsten eines modernen, öffentlichen Verkehrssystems und einer Bevorzugung von Fahrrad und Fußgänger*innen bedeutet letzten Endes: wir wären schneller am Ziel, wir wären klimafreundlicher unterwegs und wir hätten wesentlich angenehmere Lebensräume zur Verfügung – und das alles zu deutlich geringeren Kosten.

Die Verkehrslogik von Städten muss vollkommen neu gedacht werden. Ziel ist es, Lebensräume zu schaffen und Mobilität ungehindert zu ermöglichen, wobei Effizienz ein wichtiges Kriterium ist. Hohe Effizienz lässt sich erreichen, wenn der Individualverkehr aus den Städten zurückgenommen und durch ein intelligentes und ausreichend dimensioniertes System für den öffentlichen Nahverkehr ersetzt wird. Die Kapazität des öffentlichen Nahverkehrssystems muss hier für vervielfacht werden.

Dessen Bestandteile sind: für den Anfang ein intelligentes Elektrobussystem, das auf den Hauptstrecken über Oberleitungen gespeist wird, so dass relativ kleine Akku-Kapazitäten ausreichen (die Zukunft heißt allerdings eher Wasserstoff). Solche Oberleitungs-Systeme gab es bereits in der Vergangenheit, sie lassen sich vergleichsweise leicht umsetzen und sind (v.a. im Vergleich mit U-Bahnen) mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden.

Kombiniert werden können diese Systeme zukünftig mit selbstfahrenden Kleinbussen, die über eine App angefordert werden können. Derartige Systeme gibt es vom technischen Stand her schon heute, es fehlen nur die nötigen Genehmigungen und der Wille, diese umzusetzen. Hinzu kommen Schienensysteme, vor allem Trambahnen, die den teuren U-Bahnbau ersetzen, der nicht mehr erforderlich ist, weil Autos ja nicht mehr das dominierende Verkehrsmittel. U-Bahnen wurden nur deshalb (mit ungeheurem finanziellem Aufwand) gebaut, damit darüber der Autoverkehr fließen kann.

Das ganze wird ergänzt durch eine Verkehrslogik, bei der Fußgänger und Radfahrer grundsätzlich Vorrang vor Autos haben. Das heißt: Autos können und dürfen nur dort fahren, wo sie Fußgänger und Radfahrer nicht mehr behindern. Eine Regelung der Autodichte über Gebühren – seien es Parkgebühren oder Formen einer Stadt-Maut – ist unsozial und daher abzulehnen. Eine solche Regelung würde nur denen entgegenkommen, die zu den reichen Schichten gehören und so viel Geld haben, dass es für Sie unerheblich ist, ob sie eine Gebühr bezahlen müssen oder nicht, während alle anderen auf Auto verzichten müssten.. Eine solche Regelung verschärft Ungleichheit noch weiter und ist damit absolut kontraproduktiv. Die Neuregelung muss ganz klar über ein Verbot des Individualverkehrs mit Autos erfolgen. Hierbei kann es Ausnahmen nur geben, wenn Menschen z.B. aufgrund einer Behinderung nachweisen können, dass sie auf ein Auto angewiesen sind. Keine VIP-Ausnahmen!

Selbstverständlich wird es weiterhin Lieferverkehr und Dienstfahrzeuge geben, aber diese Fahrzeuge kommen ohnehin wesentlich besser voran, wenn der Individualverkehr zurückgefahren.

Die freiwerdenden Flächen lassen sich als Lebensräume für Menschen in den Städten nutzen. Städte lassen sich begrünen, es lassen sich Oasen des Zusammenkommens schaffen. Städte werden wieder zu lebensfreundlichen Räumen. Alles, was es dafür braucht, ist der Einschluss, sich vom Privat-Auto zu lösen und Effizienz, Ressourcenschonung, Klimaverträglichkeit und Lebensfreundlichkeit des Verkehrssystems an erste Stelle zu stellen. Im Zeitraum von 10 Jahren könnten Städte komplett umgewandelt werden, in Orte, an denen man wieder gut leben kann.

ICH und MEIN Auto

Damit ein solches neues Denken über Verkehr möglich wird, müssen wir das Auto auch vom eigenen Ich abkoppeln. Zum einen geht es darum, die Vorstellung zu überwinden, das Auto würde unser eigenes Ich erweitern, es würde uns Respekt und Status bringen. Wir verfügen heute über die technologischen Möglichkeiten – z.B. zur Herstellung von Autos. Die Art und Weise, wie wir diese Errungenschaften nutzen, entspricht dagegen einer viel früheren Evolutionsebene. Gerade der Trend zum SUV zeigt: Das Auto ist vielfach Ersatz für uralte Rangkämpfe und Dominanzverhalten auf der Ebene der Primaten. Das müssen wir entkoppeln, um den Widerstand gegen die notwendigen Veränderungen zu überwinden. Das Auto sollte nicht länger als Statussymbol gelten nach dem Motto: je größer das Auto, desto wichtiger die Person die darinnen sitzt. Der Versuch, sich über ein Auto Status zu verschaffen, sollte als eben das gesehen werden, was er ist: ein Versuch sich Status zu verschaffen und – bei den großen, dicken Autos – zu dominieren. Sieht man dies klar, wird die Größe des Autos nicht mehr zu einer besonderen Steigerung des Respekts gegenüber den jeweiligen Besitzern führen.

Zum anderen geht es darum, mit der Idee aufzuräumen, das ständig verfügbare Auto würde uns Freiheit bringen. Denn genau das tut es ja nicht: die Beengung durch das Primat des Autos verschafft uns in unseren Städten jede Menge Unfreiheit und massive Einschränkungen. Die Phase der Umwandlung von der Auto-Mobilität in ein lebensfreundliches Verkehrssystem wird jedoch nicht einfach: Die Erhöhung der ÖPNV-Kapazität funktioniert nur bei gleichzeitiger Reduktion des automobilen Individualverkehrs. Die Übergangsphase wird allen Geduld abverlangen, aber im Ergebnis wird sich diese Anstrengung lohnen.

Verkehr in ländlichen Räumen

In ländlichen Räumen gilt das Auto heute als absolut unverzichtbares Fortbewegungsmittel. Grund dafür ist die Tatsache, dass in ländlichen Räumen bislang noch kein ernstzunehmender öffentlicher Nahverkehr geschaffen wurde. Auch hier gilt: unter den gegenwärtigen Bedingungen kann man auf dem Land niemandem sein Auto nehmen. Die gegenwärtigen technologischen Möglichkeiten machen einen guten und angepassten Nahverkehr jedoch ohne weiteres realisierbar. Hier sind selbstfahrende Elektrobussysteme sicherlich das Modell der Zukunft. Über App gesteuert, wählen die Busse die jeweils optimalsten Routen und sind bei Bedarf verfügbar. Das ist nicht vergleichbar mit einem Busfahrplan, der nur morgens und abends eine Verbindung in die Stadt bietet und damit keine ernstzunehmende Alternative darstellt.

Vorhandene Lösungsansätze für einen umwelt- und sozialverträglichen Verkehr

Die Zukunft heißt Wasserstoff – Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC)

Während wir hierzulande alles daran setzen, Autos mit Hilfe des knappen Rohstoffs Lithium zu elektrifizieren, steht eine neue Technologie kurz vor dem Durchbruch: Die Möglichkeit, Wasserstoff in einer Flüssigkeit zu speichern – eben den LOHC. Man kann sich das – stark vereinfacht – etwas so vorstellen, wie das Lösen von Kohlendioxid in einer Wasserflasche, nur dass der Wasserstoff erst in Gegenwart eines Katalysators freigesetzt wird.

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Hier einige weiterführende Links zu dieser Zukunftstechnologie:
Heißt die Lösung für das Treibstoffproblem LOHC? Verbrenner sind umweltschädlich, Hybride eine Zwischenlösung, Elektroautos aber irgendwie auch. Wie werden wir künftig fahren, was treibt unsere Autos an? Die Antwort zu kennen könnte LOHC heißen. Die Erklärung auf Ingeneur.de: „LOHC ist ein flüssiges, organisches Trägermaterial. Es handelt sich um eine Kohlenstoffverbindung auf Erdölbasis (z.B. Dibenzyltoluol). Das LOHC selbst spielt für den Antrieb der Verbrennungsmotoren allerdings gar keine Rolle. Denn die Energie soll nicht durch die emissionslastige Verbrennung von Kohlenstoff wie beim Diesel freigesetzt werden, sondern aus der Verbrennung des darin gebundenen Wasserstoffs. Das LOHC ist als Trägermaterial dennoch unerlässlich, weil es die Transportsicherheit des Wasserstoffs garantiert.“ … mittels Elektrolyse wird flüssiges Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. … Der Wasserstoff wird aufgefangen und chemisch an das LOHC gebunden. Das geschieht mittels Hydrierung in einem Katalysator. Gebunden an LOHC kann Wasserstoff in normalen Umgebungen nicht reagieren und somit sicher transportiert werden. Nur in Gegenwart eines Katalysators gibt es den Wasserstoff per Dehydrierung wieder ab, sodass er sich in Wasserstoffverbrennern z.B. nach dem Ottoprinzip verbrennen lässt.
Erste Projekte sind am Start, so etwa Wasserstoffzüge, die auf nicht elektrifizierten Bahnstrecken eingesetzt werden können.
Führender Anbieter der LOHC-Technologie ist derzeit die Firma Hydrogenious Technologies.

E-Bikes als Lastenräder

Das gute alte „PureBike“ ist und bleibt die umweltfreundlichste Verkehrsalternative, denn Litium-Akkus sind problematisch. Aber entscheidend ist doch, dass man tatsächlich vom Auto umsteigt. Und wem das Fahrrad zu mühsam oder zu langsam ist (vor allem bei Transporten), für den kann ein E-Bike eine Alternative sein. Es macht schließlich auch einen Unterschied, wie groß die Litium Akkus sind. E-Bikes haben da sicher eine bessere Ökobilanz als E-Autos. Vor allem als  E-Lastenrad oder E-Bike mit Lastenanhänger (z.B. von Rolandtout-terrainHinterher, u.a.). Damit lassen sich auch größere Einkäufe problemlos erledigen.

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Speed Pedelecs – mit bis zu 45 km/h unterwegs

E-Bikes müssen nicht langweilig sein: Speed Pedelecs (z.B. Müller & Riese, Stromer, Haibike) fahren bis zu 45 km/h und könnten das Auto in der Stadt weitestgehend ersetzen. Die Vorteile von Speed Pedelecs lassen sich in der Stadt bislang nicht voll ausnutzen, weil der Autoverkehr diesen Spaß sehr riskant macht (und die derzeitigen Fahrradwege für Geschwindigkeiten über 25 km/h i.d.R. nicht ausreichen). Das Auto ist auch hier ein Hindernis für das Ausweichen auf umweltverträglichere Alternativen – aber es macht dennoch Spaß. Man muss sein S-Pedelec auch keineswegs ständig mit 45km/h fahren. Das Problem normaler E-Bikes ist die strikte Begrezung auf bürokratisch-administrative 25 km/h, was die Attraktivität deutlich begrenzt. Mit wenig Anstrengung ist man mit einem Speed Pedelec 35 km/h unterwegs, was schon deutlich flotter ist, als ein normales Fahrrad. Wichtig ist die Anschaffung guter Regenkleidung, denn es hilft wenig, wenn beim ersten Regentropfen alle Räder im Keller bleiben und wieder das Auto dominiert (empfehlenswert: der Hersteller Vaude orientiert sich an sozial-ökologischen Kriterien). Für die ganz Unerschrockenen gibt es sogar im Winter die Möglichkeit, mit Spike-Reifen zu fahren.

Interessant ist auch die Möglichkeit, sein E-Bike an einem eigenen Sonnenkollektor aufzuladen. Hier bin ich noch am experimentieren… Erfolgsmeldung kommt hoffentlich bald.

All das hat seinen Preis – und ist derzeit sicher nicht für alle finanzierbar. Wenn man dafür aber auf ein eigenes Auto verzichten kann, lohnt sich der Umstieg auf finanziell. Angesichts der hohen Bedeutung des Umstiegs vom Individualauto auf die Vernunft wäre natürlich auch von staatlicher Seite eine stärkere finanzielle Förderung zu wünschen.

Ist der elektrifizierte Individualverkehr die beste Lösung?

Unsere Städte und Landschaften ersticken im Individualverkehr. Das gesamte Leben wird durch die Überflutung mit Autos extrem eingeschränkt.

Wir haben unser Leben weitgehend dem Primat der Automobilität untergeordnet. Städte ersticken im Verkehr und auch auf dem Land sieht es auf mich besser aus. Was hindert daran, in den Städten Bus und Trambahnnetze auszubauen und Fußgängern und Radfahrern den Vorrang einzuräumen vor parkenden Autos?

Die derzeit favorisierte Idee von Elektromobilität zielt auf einen Erhalt des bisherigen Primat der individuellen Automobilität. Es ist jedoch erstens schlichter Unfug, so zu tun, als ob Elektroautos mit Lithium Akkus Null-Emissions-Autos seien. Lithium ist auf der Erde eine sehr begrenzte Ressource und wird vermutlich nicht ausreichen, um Auto-Elektromobilität in breitem Umfang zu verwirklichen. Möglicherweise ist die derzeitige Lithium-Technologie nur eine Übergangstechnologie wie die ersten „Energiesparlampen“ vor Einführung der LEDs. Neue Technologien sind bereits absehbar, so etwa die Liquid Organic Hydrogen Carriers, eine Methode zur relativ einfachen und sicheren Speicherung von Wasserstoff in einem flüssigen Medium.

Auch Elektroautos verbrauchen bei ihrer Herstellung enorme Ressourcen und bedingen hohen CO2 Ausstoß. Schließlich kommt auch der Strom mit dem diese Autos fahren nicht einfach aus der Steckdose. Das bedeutet: diese Fahrzeuge sind weder in beliebiger Stückzahl herstellbar, noch besonders CO2 sparend. Unsere Städte und Landschaften ersticken im Individualverkehr. Das gesamte Leben wird durch die Überflutung mit Autos extrem eingeschränkt. Das ist es, was sich ändern muss.

Was kann ich selbst für einen ökologisch akzeptablen Verkehr tun?

Checkliste für nachhaltige Mobilität

Nutze Verkehrsmittel in dieser Reihenfolge:
1. Fahrrad,
2. E-Fahrrad,
3. Öffentliche Nahverkehrsmittel, Busse und Bahn,
4. Leihauto und erst wenn es unbedingt sein muss,
5. ein eigenes Auto –
und verzichte, wenn irgend möglich, auf Flugreisen.

Wenn eine Flugreise unvermeidlich ist, nutze die Möglichkeit der CO2-Kompensation via www.atmosfair.de.

Frage Dich zuerst: Brauche ich ein EIGENES Auto? Wäre Car-Sharing eine Alternative, um ein Auto zu haben, wenn Du WIRKLICH eines benötigst? Wenn Du ein Auto kaufst, fahre es, solange es geht, weil die Herstellung einen großen Teil des ökologischen Impacts ausmacht. Gebrauchte Fahrzeuge sind bei der Anschaffung daher oftmals die ökologischere Alternative. Kaufe ein Auto, das ein gutes Verhältnis von Platzangebot und Gewicht hat. Kaufe möglichst sparsame Hybrid- oder E-Antriebe. Ein SUV mit 400PS E-Antrieb hat nichts mit Ökologie zu tun.

In Deiner Arbeitswelt kannst Du versuchen, Dienstreisen durch Telekonferenzen zu ersetzen, wo immer dies möglich ist, ohne die soziale Dimension der Zusammenarbeit zu vernachlässigen.

Beteilige Dich an Aktionen für ein lebensfreundlicheres Verkehrskonzept.

Critical Mass

„Critical mass (engl., dt. ‚kritische Masse‘) ist ein Trend in vielen Städten der Welt, bei der sich RadfahrerInnen scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um mit gemeinsamen Fahrten durch Ihre Innenstädte mit ihrer bloßen Menge auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem Autoverkehr aufmerksam zu machen. Organisation? Es gibt keine! Critical Mass organisiert sich von selbst. JedeR mit einem Fahrrad ist Willkommen! 🙂 „

Quelle: http://criticalmass.de/

Hier findest Du noch mehr über Critical Mass: https://itstartedwithafight.de/

Regionale Aktionen: Bürgerentscheide, Demonstrationen