Asylsuchende in Europa

Asylsuchende in Europa

Ausländeranteil in Deutschland nach Regionen (Destatis)

Nicht überall in Deutschland ist der Ausländeranteil gleich hoch. Die Karte zeigt, in welchen Regionen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung besonders viele bzw. besonders wenige Ausländerinnen und Ausländer leben. Vor allem die neuen Länder heben sich vom Rest der Bundesrepublik ab: Hier liegt der Ausländeranteil (teilweise deutlich) niedriger als im früheren Bundesgebiet.
Eine Ausnahme im Osten Deutschlands stellt Berlin dar, das durch die dunkle Einfärbung gut zu erkennen ist: Hier leben im Vergleich zur Gesamtbevölkerung deutlich mehr Ausländerinnen und Ausländer als in den umliegenden Kreisen. Im früheren Bundesgebiet heben sich vor allem Ballungsräume wie das Ruhrgebiet, das Rhein-Main-Gebiet sowie die Großräume Stuttgart und München durch ihre höheren Ausländeranteile ab.

Die EU-Asylreform GEAS: Was gilt seit dem 12. Juni 2026?

Nach jahrelangem Streit hat die EU ihr Asylsystem neu geregelt. Die Reform heißt GEAS (Gemeinsames Europäisches Asylsystem). Sie gilt seit dem 12. Juni 2026 in allen EU-Staaten.

  • Seit dem 12. Juni 2026 gelten in allen EU-Staaten die gleichen Regeln für das Asylverfahren. (Bundesregierung)
  • Neu sind Grenzverfahren: Menschen mit geringer Aussicht auf Schutz sollen direkt an der EU-Außengrenze ein Schnellverfahren bekommen – in höchstens zwölf Wochen. Das gilt für Herkunftsländer, deren Schutzquote EU-weit unter 20 Prozent liegt. (ZDFheute)
  • Deutschland hat keine EU-Außengrenze an Land. Es muss aber 374 Plätze für Grenzverfahren an Flughäfen bereithalten. Die neuen Grenzverfahren ersetzen das bisherige Flughafenverfahren. (Mediendienst Integration)
  • Ein Solidaritätsmechanismus soll die Staaten an den Außengrenzen entlasten. Die anderen Staaten helfen entweder durch die Aufnahme von Menschen oder durch Geld. (Bundesregierung)
  • Für 2026 haben die EU-Staaten 21.000 Umsiedlungen oder 420 Millionen Euro als Ausgleich vereinbart. (Euronews)
  • Die Organisation PRO ASYL kritisiert die Reform als schwere Verschärfung. Sie warnt vor beschleunigten Verfahren mit weniger Rechtsschutz und vor Asylsuchenden, die an den Außengrenzen faktisch inhaftiert werden. (PRO ASYL)

Was heißt das für uns? Die Reform verspricht „Ordnung“. Ob sie fair und menschenwürdig umgesetzt wird, hängt stark von unabhängiger Kontrolle und Rechtsberatung ab – hier kann die Zivilgesellschaft hinschauen.

Grenzverfahren: Was Befürworter/innen und Kritiker/innen sagen

Die Bundesregierung sieht in der Reform „einheitliche Regeln für mehr Ordnung, Sicherheit und Fairness“. Asylverfahren sollen schon an den Außengrenzen stattfinden können, bevor jemand einreist. Ein unabhängiger Kontrollmechanismus soll dabei die Grund- und Menschenrechte sichern. Bundesländer können außerdem „Sekundärmigrationszentren“ einrichten – für Menschen, die schon in einem anderen EU-Staat Schutz haben oder für die ein anderer Staat zuständig ist.

Die Organisation PRO ASYL sieht das ganz anders. Sie spricht von der „großen Asylrechtsverschärfung“: Viele Anträge würden in Schnellverfahren mit eingeschränktem Rechtsschutz geprüft und oft fälschlich abgelehnt. An den Außengrenzen würden Menschen faktisch inhaftiert. Auch der Rechtswissenschaftler Daniel Thym hält die Wirkung für offen: Ein Verfahren mit Rechtsschutz dauere in Deutschland zwischen sechs Monaten und einem Jahr.

Quellen: Bundesregierung · PRO ASYL · ZDFheute