Diskriminierung ist tief verwurzelt – der thematische Apperzeptionstest
Die wenigsten Menschen würden von sich sagen: Ja, ich habe Vorurteile. Ja, meine Wahrnehmung ist rassistisch verzerrt. Ja, ich diskriminiereFrauen oder Männer. Wer denkt schon so von sich?
Der sogenannte thematische Apperzeptionstest zeigt, wie tief verwurzelt Vorurteile sind. Der Test unterläuft unsere bewusste Kontrolle und zeigt ganz genau, inwieweit wir eine Gruppe emotional bevorzugen. Probiere es einmal aus.
Meine Erfahrung mit dem thematischen Apperzeptionstest
Als ich (G.M.) diesen Test zum ersten Mal gemacht habe, bin ich erschrocken. Ich hatte keine Ahnung, wie tief verwurzelt meine diskriminierende Bewertung von Wahrnehmungen ist. In gewisser Weise fließt die Diskriminierung schon in die Wahrnehmung ein, so dass die Wahrnehmung selbst schon verzerrt ist, bis sie im Bewusstsein ankommt.
Und das Schlimme: Die Autoren des Test sagen, dass es nicht möglich ist, diese subtilen „inneren“ Diskriminierungen einfach wegzubekommen. Das geht nur sehr schwer und braucht vermutlich lange Zeit, weil es so wenig bewusst ist und wir die Wurzeln unserer Wahrnehmungsverzerrungen oft gar nicht kennen und auch nicht mehr ändern können.
Deshalb gibt es auch die Empfehlung, Diskriminierung über bewusst gesetzte soziale Regeln zu verhindern. Wenn wir wissen, wie sehr wir zur Diskriminierung neigen – auch wenn wir das gar nicht wollen – macht es Sinn, dass wir füreinander und miteinander Regeln vereinbaren. Diese Regeln können bewirken, dass unsere blinden Diskriminierungs-Flecken nicht dazu führen, dass Diskriminierung im äußeren Verhalten und in der Gesellschaft tatsächlich geschieht.