Weltweite Flüchtlingsströme

Weltweite Flüchtlingsströme

Zahlen und Fakten: Globalisierung – Flucht und Vertreibung (Video bpb)

Weltweite Migration und Migrationskorridore (Video bpb)

Eine Übersicht über Flüchtlingsströme nach Deutschland findest Du auch bei Worldmapper.org.

Flucht weltweit: die Zahlen von heute

Seit 2017 hat sich die Zahl der Menschen auf der Flucht fast verdoppelt. Hier die neuesten Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR (Stand Ende 2025, veröffentlicht im Juni 2026).

  • Ende 2025 waren weltweit 117,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind etwas weniger als 2024 – der erste Rückgang seit zehn Jahren. (UNO-Flüchtlingshilfe)
  • Davon sind 41,6 Millionen Flüchtlinge, die in ein anderes Land geflohen sind. Rund 68,7 Millionen Menschen sind im eigenen Land vertrieben (Binnenvertriebene). 9 Millionen warten als Asylsuchende auf eine Entscheidung. (UNO-Flüchtlingshilfe)
  • Die größten Herkunftsländer von Flüchtlingen sind heute Venezuela (6,4 Mio.), die Ukraine (5,2 Mio.), Syrien (4,9 Mio.), Afghanistan (3,7 Mio.) und der Sudan (2,8 Mio.). (UNO-Flüchtlingshilfe)
  • Die größten Aufnahmeländer sind Kolumbien (2,8 Mio.), Deutschland (2,7 Mio.), die Türkei (2,4 Mio.), Uganda (1,9 Mio.) und Iran (1,7 Mio.). (ecoi.net)
  • 39 Prozent aller Flüchtlinge sind Kinder. (UNO-Flüchtlingshilfe)
  • Es gibt auch Rückkehr: 2025 konnten 14,7 Millionen Vertriebene in ihre Heimatländer oder -regionen zurückkehren, vor allem nach Afghanistan, in den Sudan und nach Syrien. Nicht alle tun das freiwillig – viele Afghanen/innen wurden aus Iran und Pakistan abgeschoben. (ecoi.net)
  • Die Hilfe für Geflüchtete ist knapp: Die humanitäre Hilfe steckt laut UNO-Flüchtlingshilfe in einer schweren Finanzierungskrise. Dadurch verlieren Geflüchtete den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe. (UNO-Flüchtlingshilfe)

Was heißt das für uns? Flucht ist kein „Ansturm auf Europa“: Die allermeisten Geflüchteten bleiben im eigenen Land oder im Nachbarland – oft in armen Staaten.

Krieg gegen die Ukraine: Wo stehen wir Ende 2026?

Der Krieg dauert inzwischen fast fünf Jahre. Hier ein kurzer Überblick über die Lage und die Menschen, die geflohen sind.

  • 2025 war für die Zivilbevölkerung das tödlichste Jahr seit 2022: Die UN-Menschenrechtsbeobachter/innen zählten mindestens 2.514 getötete und 12.142 verletzte Zivilisten/innen. (Euronews)
  • Ende Juli 2026 hatten in der EU 4,43 Millionen Menschen aus der Ukraine einen vorübergehenden Schutzstatus. Deutschland nimmt mit rund 1,29 Millionen die meisten auf (29,1 Prozent), danach folgen Polen und Tschechien. (Eunews)
  • Die EU hat den vorübergehenden Schutz bis zum 4. März 2028 verlängert. Neu ankommende wehrpflichtige Männer sind seit Sommer 2026 davon ausgenommen. Für Männer, die schon in der EU sind, ändert sich nichts. (ORF)
  • In Deutschland hat das Bundeskabinett im November 2025 beschlossen: Wer ab dem 1. April 2025 aus der Ukraine kam, soll statt Bürgergeld die geringeren Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen („Rechtskreiswechsel“). (Bundesregierung)
  • Seit 2022 sind mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. (Mediendienst Integration)

Was heißt das für uns? Der Krieg ist nicht vorbei, auch wenn er aus den Schlagzeilen verschwindet. Für die Geflüchteten bei uns heißt das: Viele werden lange bleiben – Integration lohnt sich für alle.

Warum die meisten Geflüchteten in der Nähe bleiben

Flucht ist meistens kurz: 65 Prozent aller Flüchtlinge leben in einem Nachbarland ihres Herkunftslandes. Die ärmsten Länder der Welt nehmen 26 Prozent der Flüchtlinge auf. Das größte Aufnahmeland ist heute Kolumbien mit 2,8 Millionen Menschen, vor allem aus Venezuela.

Deutschland steht mit 2,7 Millionen auf Platz zwei – vor allem wegen der vielen Menschen aus der Ukraine und aus Syrien. Bezogen auf die eigene Wirtschaftskraft tragen aber Länder wie Uganda (1,9 Millionen) oder der Tschad (1,5 Millionen) eine viel größere Last.

Quellen: UNO-Flüchtlingshilfe · ecoi.net

Binnenvertriebene: Die größte Krise ist heute der Sudan

2017 lag Kolumbien bei den Binnenvertriebenen vorn. Heute ist der Sudan die größte Vertreibungskrise der Welt. Ende 2025 waren dort nach Daten des Beobachtungszentrums IDMC 9,1 Millionen Menschen im eigenen Land vertrieben. Im September 2026 zählte die UNO-Flüchtlingshilfe 6,4 Millionen – manche Menschen sind in zerstörte Städte wie Khartum zurückgekehrt.

Weltweit lebten Ende 2025 rund 68,7 Millionen Menschen als Binnenvertriebene. Je nach Zählweise (UNHCR oder IDMC) unterscheiden sich die Zahlen etwas.

Quellen: ecoi.net · UNO-Flüchtlingshilfe

Geflüchtete aus der Ukraine: Schutz, Leistungen, Arbeit

Menschen aus der Ukraine müssen in der EU kein Asylverfahren durchlaufen. Sie bekommen „vorübergehenden Schutz“ nach einer EU-Richtlinie. Ende Juli 2026 waren das 4,43 Millionen Menschen, davon 1,29 Millionen in Deutschland. Die EU hat diesen Schutz bis 4. März 2028 verlängert. Neu ankommende wehrpflichtige Männer sind seit Ende Juli 2026 ausgenommen – das betrifft laut Rat „ausschließlich neue Antragsteller“.

In Deutschland bekamen Ukrainer/innen bisher Bürgergeld. Das Kabinett hat im November 2025 beschlossen, dass Menschen, die ab dem 1. April 2025 gekommen sind, die geringeren Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten sollen. Sozialverbände kritisieren das; der Landkreistag begrüßt es.

Quellen: Eunews · ORF · Bundesregierung