Eine neue Dimension von (wirtschaftlicher) Macht

Eine neue Dimension von (wirtschaftlicher) Macht

Was hat das Thema KI und Robotik in unserem Zusammenhang zu suchen? Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Robotik werden die reicheren Schichten, also die Eigener von Produktionsmitteln, in der Lage sein, ihre Dominanz weiter auszubauen. Die Bedeutung vieler Menschen, als Produzentinnen und Produzenten oder Dienstleister, geht verloren. Gebraucht werden Spezialisten, aber nicht mehr die normale Werkerin, der normale Werker, der normale Sachbearbeiter. Damit geht auch die gesellschaftliche Macht verloren, die z.B. durch Gewerkschaften in der Vergangenheit ausgeübt werden konnte und für eine günstige Beeinflussung sozialer Verhältnisse gesorgt hat. Es werden große Teile der Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes immer ohnmächtiger, je mehr die reicheren Schichten komplett über Produktionsmittel und Dienstleistungen verfügen, ohne von (einer großen Zahl von) Menschen abhängig zu sein.

Was die künstliche Intelligenz betrifft, stellt sich ja die Frage, wer die eigentlich programmiert und mit Grundannahmen und Zielen füttert. Auch hier ist es ganz klar so, dass Oligopole heute eine völlig unkontrollierte bestimmen können, was Eingang in die Systemen findet. Wenn KI-Systeme sich erst einmal selbst weiterentwickelt haben, sind sie so komplex, dass kein Mensch mehr versteht, was sie eigentlich tun. Dann sind wir möglicherweise in einer Lage, dass wir Entitäten (künstliche Wesenheiten) geschaffen haben, die wir gar nicht mehr kontrollieren können, es sei denn wir ziehen den Stecker, solange das noch möglich ist .

Viele ernstzunehmende Wissenschaftler*innen haben davon davor gewarnt, eine vollständige künstliche Intelligenz zu schaffen, weil wir nicht wissen, inwieweit diese uns Menschen wohlwollend gesonnen sein wird. Vielmehr müssen wir davon ausgehen , dass eine allgemeine KI ein Denken und möglicherweise auch ein Bewusstsein entfaltet, das von unserem vollständig verschieden ist. Die Science Fiction Literatur setzt sich seit Jahrzehnten mit dieser Möglichkeit auseinander, und ob eine solche echte künstliche Intelligenz bald entsteht, ist unter Fachleuten heftig umstritten. Einige Risiken heutiger KI sind aber schon real: Sie wird bei Cyberangriffen genutzt, und Fachleute können nicht ausschließen, dass sie Laien beim Bau von Biowaffen hilft. (Quelle) Nichtsdestotrotz arbeiten die großen Internetkonzerne und vermutlich auch einige Staaten, mit Hochdruck daran, die ersten zu sein, die eine solche künstliche Intelligenz entwickelt haben. Das Problem ist, dass derjenige, der als erstes eine allgemeine künstliche Intelligenz entwickelt hat, einen derartigen Machtvorsprung erlangt, dass er alle anderen Wettbewerber unterdrücken und sich im Grunde von demokratisch definierten Einschränkungen frei machen kann.

Solange wir nicht einmal in der Lage sind, mit den gegenwärtigen vor Herausforderungen vernünftig umzugehen, ist es extrem gefährlich, zuzulassen, dass eine vollständige allgemeine künstliche Intelligenz drinsteht.

Schau Dir zu diesem Aspekt auch das Thema Humangenetik: Die Menschheit teilt sich – eine neue Dimension der Ungleichheit an.

Der Strom- und Rohstoffhunger der KI

KI läuft in großen Rechenzentren. Die gehören wenigen Konzernen und brauchen viel Strom.

  • Rechenzentren verbrauchten 2024 weltweit 415 TWh Strom, rund 1,5 % des Weltverbrauchs. 2030 könnten es etwa 945 TWh sein. Die USA stehen für 45 %, China für 25 %. (IEA)
  • In Deutschland brauchten Rechenzentren 2025 rund 21,3 Mrd. kWh, fast doppelt so viel wie 2015. KI macht etwa 15 % der Kapazität aus, Tendenz stark steigend. (Bitkom, 10.11.2025)