Was kann ich selbst tun, um zu einer demokratische Kontrolle und Begrenzung von Macht beizutragen? – Begrenzung digitaler Macht: Boykott der Quasi-Monopolisten

Was kann ich selbst tun, um zu einer demokratische Kontrolle und Begrenzung von Macht beizutragen?

Begrenzung digitaler Macht: Boykott der Quasi-Monopolisten

Wir müssen die Macht von G…. nicht deshalb begrenzen, weil G…. primär böse wäre, sondern einfach deshalb, weil G…. zuviel unkontrollierte und inzwischen unkontrollierbare Macht hat. Es geht also nicht gegen G…. sondern für die Freiheit. Das würden sogar die verständigeren Macher bei G…. selbst einsehen. Auch wenn sie es nicht sagen dürfen.

Das gleiche gilt für Facebook und Amazon, wobei ich mich hier in der Frage böse oder nicht etwas schwerer tun würde.

Durch die Wahl von Alternativen zu G—–, Amazon und Co haben die Minderheiten tatsächlich einen starken Effekt: wir werden die Monopolisten zwar nicht aus der Poleposition verdrängen (und das ist vielleicht auch gar nicht nötig), aber wir können Nischen erhalten, in denen sich andere Anbieter weiter entfalten können. Nur wenn eine genügende Anzahl von Menschen auch Anbieter jenseits des Monopolisten-Kreises nutzen, können diese sich quasi wie in einem Biotop erhalten. Das kann für uns auf Dauer eine wichtige Ressource sein, denn wenn diese kleineren Anbieter nicht erhalten werden, besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass die gesamte Landschaft von Quasi-Monopolisten dominiert wird, deren Marktmacht und politische Einflussnahme nicht mehr einzudämmen ist.

Messenger-Dienste – es gibt Alternativen zu WhatsApp

Natürlich ist es so, dass die meisten WhatsApp verwenden. Aber du kannst mit deinen besten Freunden vereinbaren dass ihr z.B. Threema nutzt (ist sehr sicher) oder Signal. Wenn Du erst einmal mit einigen Freunden eine alternative Messenger Plattform nutzt, besteht die Chance, dass es mit der Zeit immer mehr werden. Irgendwann kannst Du dann auch auf WhatsApp verzichten. Das ist vor allem deshalb nicht schwer, weil die anderen Plattformen im Wesentlichen das gleiche bieten.

Internet-Suche

Mein persönlicher Suchalgorithmus funktioniert inzwischen so: ich suche erst bei den anderen Suchmaschinen – zuerst Ecosia (pflanzt Bäume), dann Startpage (zeigt anonymisierte Google-Ergebnisse, gehört seit 2019 mehrheitlich dem US-Unternehmen System1 und verzichtet (Quelle) auf die Sammlung und Personalisierung der Nutzerdaten) … und wenn ich da nichts gefunden habe, gehe ich auf G—–.

Ecosia ist nicht die einzige „grüne Suchmaschine„. Daneben gibt es z.B. Ekoru / Geksi / Givero mehr (vgl. my-green-choice.de).

Leider muss man hier wieder Wasser in den Wein gießen: So richtig grün sind diese Suchmaschinen nicht. Lange liefen die Suchanfragen grüner Suchmaschinen über Bing von Microsoft. Ecosia baut seit 2024 zusammen mit Qwant einen eigenen europäischen Suchindex auf. (Quelle) Nur für den Server, über den die Suchanfrage gestellt wird, können grüne Suchmaschinen einen Betrieb mit Ökostrom garantieren. Die eigentliche Suche verbraucht daher kaum weniger oder grüneren Strom, als wenn man direkt auf Bing sucht. Dennoch macht es Sinn, auf diesem Weg zu suchen, da ein relevanter Teil der Einnahmen an ökologische und soziale Projekte gespendet wird.

Suchen, Chatten, Netzwerken ohne Big Tech

Ein paar Dinge haben sich geändert – auch bei den Anbietern selbst.

  • Ecosia liefert nicht mehr nur Bing-Ergebnisse: Gemeinsam mit der französischen Suchmaschine Qwant baut Ecosia seit Ende 2024 einen eigenen europäischen Suchindex auf. (Ecosia-Blog)
  • Startpage zeigt anonymisierte Google-Ergebnisse. Seit 2019 gehört die Mehrheit aber dem US-Unternehmen System1. Der Betrieb blieb in den Niederlanden. (Wikipedia)
  • Threema bleibt ein Schweizer Messenger ohne Telefonnummer-Pflicht. Seit Januar 2026 gehört das Unternehmen einem neuen Investor. (Wikipedia)
  • Statt Facebook oder X kannst Du Mastodon nutzen. Es ist dezentral: Viele unabhängige Server sind verbunden, kein Konzern steuert den Feed. (joinmastodon.org)

Maps – Internet-Karten und Internet-Navigation

Über Maps hat G—- permanenten Zugriff auf unsere gesamten Bewegungen. Die meisten haben den Standortzugriff für G—- freigeschaltet, da G—– ja damit „droht“, dass viele Apps nicht mehr funktionieren, wenn der Standortzugriff nicht freigegeben wird. G—- weiß, in welchen Restaurants wir essen, in welchen Geschäften wir einkaufen, mit wem wir uns treffen…

Dabei gibt es gute und brauchbare Alternativen zu G—- Maps. Einen Überblick findest Du unter diesem Link auf einen Artikel der Zeitschrift Chip.

Karten-Apps 2026: Was wirklich eine Alternative ist

Wichtig: Waze ist keine Alternative zu Google – es gehört zu Google. Und Maps.me ist nicht mehr das, was es war.

  • Waze gehört seit 2013 zu Google. (Wikipedia)
  • Maps.me wurde an einen Zahlungsdienstleister verkauft, der App und Inhalte umgebaut hat. Die Gründer haben daraufhin eine neue App gestartet. (Wikipedia)
  • Diese neue App heißt Organic Maps: kostenlos, ohne Werbung, ohne Tracking, offline nutzbar und mit OpenStreetMap-Daten. (Organic Maps)
  • Nach einem Streit um die Führung von Organic Maps hat sich 2025 die Gemeinschafts-App CoMaps abgespalten. Auch sie arbeitet offline und datenschutzfreundlich. (Wikipedia)
  • OsmAnd ist eine weitere Offline-App mit OpenStreetMap-Daten, besonders gut fürs Wandern und Radfahren. (OsmAnd)
  • HERE WeGo gehört mehrheitlich Audi, BMW, Mercedes-Benz und dem Chipkonzern Intel – also ebenfalls Konzernen, aber nicht Google. (Wikipedia)

OpenStreetMap / Maps.me

Beim Projekt OpenStreetMap tragen Nutzer eigene Kartendaten zusammen, um eine möglichst detaillierte Weltkarte zu erhalten.

  • OpenStreetMap ist kostenlos (spendenbasiert und OHNE WERBUNG) und frei unter einer offenen Lizenz. Karten dürfen gedruckt und geteilt werden.
  • Eingabe der Zieladresse, Informationen über Straßenzustand, Sehenswürdigkeiten, Industriegebiete etc.
  • Wahl zwischen Routen für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.
  • OpenStreetMap hat keine eigene App. Apps wie Organic Maps, CoMaps oder OsmAnd nutzen aber die Kartendaten – werbefrei und auch offline (Quelle)
Warum Organic Maps sich gespalten hat

Organic Maps wurde 2021 von Entwicklern des ursprünglichen Maps.me gegründet, als Gegenentwurf zur verkauften App. Ende 2024 kam es zum Streit: Mitwirkende warfen der Führung vor, Lizenzen geändert und Abmachungen mit Firmen nicht offengelegt zu haben.

Daraus entstand 2025 CoMaps – eine von der Gemeinschaft geführte Abspaltung. Für Dich heißt das: Beide Apps sind werbefrei und nutzen OpenStreetMap. CoMaps setzt stärker auf gemeinschaftliche Entscheidungen.

Quellen: Wikipedia · Wikipedia

Waze

  • Primär für Auto-Navigation
  • nur online
  • Communitybasierte App, die Nutzerdaten verwendet, um Verkehrsinformationen zu generieren.
  • kostenlos (außer Datenvolumen)
  • Adressen können als Favoriten gespeichert werden.
  • Suche nach Restaurants, Cafés, Hotels, Bankautomaten und Tankstellen
  • Weiterleitung der aktuellen Position und der voraussichtlichen Ankunftszeit an Kontakte möglich.
  • Angebot von Alternativrouten. Achtung: Waze gehört seit 2013 zu Google. (Quelle)

Organic Maps

Kostenlos, ohne Werbung und ohne Tracking, auch offline nutzbar. Wahl zwischen Routen für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer. Organic Maps nutzt die Kartendaten von OpenStreetMap. Gegründet haben die App frühere Entwickler von Maps.me, nachdem Maps.me verkauft und mit Werbung umgebaut worden war. (organicmaps.app)

Außerdem gibt es noch HERE WeGo. HERE gehört mehrheitlich Audi, BMW, Mercedes-Benz und Intel. (Quelle) HERE WeGo zeigt wie die anderen Apps Routen, empfohlene Plätze in der Nähe des Zielorts, Wetter und Verkehr. Wahl zwischen Routen für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.