Smartphones
Foxconn ist der mit Abstand größte Elektronikhersteller weltweit, mit mehr als einer Million Angestellten. Zusammen mit den wenig bekannten Herstellern Pegatron,
Flextronics, Jabil Circuit, Sanmina und Celestina kontrolliert der Konzern ungefähr 80 % der Markenprodukte im Elektronikbereich. Obwohl diese Unternehmen die Elektrogeräte herstellen, bleiben sie im Normalfall weitgehend unsichtbar hinter den Markennamen, unter denen sie ihre Produkte verkaufen. Erst durch die öffentliche Berichterstattung über die Zustände bei Foxconn sowie die zunehmende zivilgesellschaftliche Kritik daran wurden sie etwas bekannter und die Arbeitsbedingungen in ihren Fabriken teilweise ›verbessert‹. Beispielsweise wurden die monatlichen Basislöhne bei Foxconn in den vergangenen Jahren von 135 auf 285 Euro angehoben, die Wochenarbeitszeit auf 60 Stunden begrenzt und in den fabrikeigenen Unterkünften 8-Bett-Zimmer als Norm eingeführt. Aufgrund
der damit gestiegenen Lohn- und Produktionskosten beauftragte Apple dann allerdings den günstigeren Konkurrenten Pegatron. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2015 zeigt, dass in den Fabriken dieses Konzerns mehr als 60 Wochenstunden Arbeit üblich sind und über die Hälfte der Arbeiterinnen monatlich 90 oder mehr Überstunden leistet. Der Großteil der (vorrangig weiblichen) Belegschaft gibt an, ›freiwillig‹ Überstunden zu machen, weil der Basislohn nicht für die lokalen Lebenshaltungskosten ausreicht. Von Apples Verkaufserlösen in Milliardenhöhe gehen nicht einmal 5 % an die Arbeiterinnen, die das Produkt herstellen. Apple ist damit freilich nicht allein. Keiner der großen Elektronikkonzerne (zum Beispiel
Microsoft, Samsung, Sony) garantiert den Arbeiter*innen in ihrer Wertschöpfungskette einen existenzsichernden Lohn. Das ist auch deshalb möglich, weil Arbeitsrechte wie die Organisierungs- und Verhandlungsfreiheit der Gewerkschaften nicht einmal dann respektiert werden, wenn sie formal bestehen.“ Quelle: https://aufkostenanderer.org/wp-content/uploads/2017/06/3-digitalisierung.pdf
Dein Recht auf Reparatur
Ein langes Handyleben ist das Fairste, was Du tun kannst. Neue Gesetze helfen dabei.
- Seit 20.06.2025 müssen Hersteller Ersatzteile für Smartphones mindestens 7 Jahre nach Verkaufsende anbieten. Updates gibt es mindestens 5 Jahre. Ein Etikett zeigt die Reparaturnote A bis E. (EU-Kommission, 20.06.2025)
- Der Bundestag hat am 25.06.2026 das Recht auf Reparatur beschlossen. Lässt Du ein Gerät in der Gewährleistung reparieren, verlängert sie sich um 12 Monate. Hersteller müssen auch danach reparieren. (Deutscher Bundestag, KW 26/2026)
Smartphones: länger nutzen ist der größte Hebel
Seit Juni 2025 müssen Smartphones in der EU länger halten. Der Akku muss nach 800 Ladezyklen noch 80 % Leistung haben. Ersatzteile gibt es 7 Jahre, Updates 5 Jahre. Ein Etikett zeigt die Reparaturnote.
Wer sein Gerät länger nutzt, braucht seltener neue Rohstoffe wie Kobalt. Dessen Abbau im Kongo ist mit Kinderarbeit verbunden (siehe Video).
Quellen: EU-Kommission, 20.06.2025