Einladung zum Faktencheck

Einladung zum Faktencheck

Was die Darstellung von Fakten betrifft, geht es uns vor allem um die Frage: gibt es Fakten, die eindeutig feststehen und an denen man nicht vorbei kommt? Dafür treffen wir aus zahllosen Informationen eine Auswahl. Diese Auswahl ist immer subjektiv, was vor allem dadurch problematisch ist, dass wir aus den Fakten ja Hinweise darauf gewinnen wollen, was wir tun sollen.
Deshalb bitten wir alle, die diese Webseite lesen, unsere Auswahl kritisch zu prüfen und uns mitzuteilen

  • wenn wir etwas fälschlicherweise als belegbare Fakten dargestellt haben und/oder
  • wenn es Informationen gibt, die unsere Fakten-Auswahl ergänzen (auch wenn diese Informationen zu anderen Schlussfolgerungen führen, als wir sie gezogen haben).

Wenn Du zum Beispiel den Eindruck hast, dass ein Thema zu Plakativ dargestellt ist, dann möchten wir Dich herzlich bitten, zu prüfen: was genau ist falsch dargestellt? Welche Datenangaben stimmen so nicht? Welche Informationen fehlen, um ein vollständiges Bild zu erhalten? Wir gehen davon aus, dass auch bei differenziertester Betrachtung ein Kern von Informationen und Daten bleibt, der uns dringend die Notwendigkeit zu handeln vor Augen führt. Damit dieses Wissen gesichert und damit auch gewürdigt werden kann, ist es wichtig, dass Zweifel ausgeräumt werden. Gerade dann, wenn Du unseren Aussagen und Informationen gegenüber skeptisch bist, kannst Du sehr dazu beitragen, die Datenlage und die Differenziertheit der Darstellung zu verbessern. Wir sind Dir dankbar, wenn du dir die Mühe machst und uns Deine Bedenken und Informationen möglichst konkret mitteilst.

Warum es extrem schwer ist, jemanden durch Fakten von einer bestehenden Meinung abbringen zu wollen, kannst Du hier nachlesen.

Warum wir Wissenschaft vertrauen können – und wann nicht

Die Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes (Harvard) fragt in ihrem Buch „Why Trust Science?“ (2019), worauf das Vertrauen in Wissenschaft beruht. Ihre Antwort: nicht auf einer einzigen Methode und nicht auf besonders klugen oder ehrlichen Einzelpersonen. Vertrauen verdient der gemeinsame Prüfprozess. Viele unabhängige Fachleute suchen nach Fehlern. Was diese Prüfung übersteht, gilt als gesichert.

Daraus folgt auch, wann Vorsicht angebracht ist: wenn eine Fachgemeinschaft sehr einseitig zusammengesetzt ist, wenn abweichende Stimmen ausgeschlossen werden oder wenn Geldgeber Ergebnisse beeinflussen. Genau deshalb ist eine Einladung zum Faktencheck sinnvoll. Kritik, die konkret benennt, welche Daten falsch sind, ist Teil dieses Prozesses.

Quellen: Princeton University Press

Vertrauen in Wissenschaft: 68 Länder und Deutschland

241 Forscher/innen haben 71.922 Menschen in 68 Ländern befragt. Ergebnis: Im Durchschnitt liegt das Vertrauen in Wissenschaftler/innen bei 3,62 auf einer Skala von 1 bis 5. Die meisten Befragten wünschen sich, dass Wissenschaftler/innen sich aktiv in Gesellschaft und Politik einbringen. Weniger gut schneidet die Offenheit ab: Nur 42 Prozent glauben, dass Forschende auf die Meinungen anderer achten.

In Deutschland vertrauen laut Wissenschaftsbarometer 2025 54 Prozent der Menschen Wissenschaft und Forschung stark oder sehr stark; jede/r Zehnte vertraut ihr wenig oder gar nicht. Die Ausgabe 2026 erscheint am 12. November 2026.

Quellen: idw · Wissenschaft im Dialog · Wissenschaft im Dialog