Von der Zukunft lernen: Die Theorie U von Otto Scharmer
Eine der tiefgründigsten Ansätze für die Realisierung von Innovationen und Veränderungen stammt von Otto Scharmer, der die Theory U entwickelt hat. Das wichtigste Element: ZUHÖREN. Das überraschendste: Man kann von der Zukunft lernen – wenn man eine entsprechende innere Haltung kultiviert. Wissenschaftlich geprüft ist die Theorie U allerdings kaum: Sie stützt sich vor allem auf Interviews und Erfahrungen aus Beratungsprojekten. Der Soziologe Stefan Kühl hält sie für eine Managementmode, Scharmer widerspricht. Als Haltung des Zuhörens und Innehaltens kann sie trotzdem wertvoll sein. (Quelle) Die folgenden Videos geben Dir einen Einblick.
Theorie U: viel Praxis, wenig Prüfung
Die Theorie U ist in Unternehmen, Verwaltungen und Initiativen weit verbreitet. Sie beruht vor allem auf rund 150 Interviews, die Otto Scharmer und Kollegen am MIT mit Innovator/innen geführt haben, und auf Erfahrungen aus Beratungsprojekten. Kontrollierte Studien, die ihre Wirkung mit anderen Vorgehensweisen vergleichen, gibt es bisher kaum.
Der Bielefelder Soziologe Stefan Kühl kritisierte 2020 im Journal of Change Management, die Theorie U habe die typischen Merkmale einer Managementmode und blende Interessenkonflikte in Organisationen aus. Scharmer wies die Kritik in derselben Zeitschrift zurück. Als Haltung des Zuhörens und Innehaltens kann die Theorie U wertvoll sein. Ein wissenschaftlich belegtes Verfahren ist sie nicht.
Quellen: Scharmer