Wetterextreme: Wie viel Klimawandel steckt drin?
Die Attributionsforschung kann inzwischen innerhalb von Tagen oder Wochen berechnen, wie stark der Klimawandel ein Extremereignis wahrscheinlicher oder heftiger gemacht hat. Das Ergebnis ist eindeutig: Vor allem Hitze ist längst kein reines Wetter mehr. Sie ist das tödlichste Extremereignis.
- Ahrtal und Erft 2021: Der Klimawandel hat die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Tagesregen in der Großregion um den Faktor 1,2 bis 9 erhöht. Die Regenmenge war um 3 bis 19 % höher als in einem 1,2 °C kühleren Klima. (World Weather Attribution)
- Bei dieser Flut starben mindestens 184 Menschen in Deutschland und 38 in Belgien. (World Weather Attribution)
- Hitzetote in Europa: Im Sommer 2024 starben schätzungsweise 62.775 Menschen an den Folgen der Hitze, 2023 rund 50.800 und 2022 fast 67.900. In den drei Sommern zusammen waren es über 181.000. (ISGlobal)
- In Deutschland waren es laut dieser Studie 2024 rund 6.300 Hitzetote, 2023 etwa 6.500 und 2022 etwa 9.600. Menschen über 75 sind besonders gefährdet. (ISGlobal)
- Sommer 2025: In 854 europäischen Städten starben schätzungsweise 24.400 Menschen an Hitze. Etwa 68 % davon – rund 16.500 – gehen auf das Konto des Klimawandels. Es handelt sich um eine Schnellanalyse, die noch nicht begutachtet ist. (Eos)
- Bilanz 2025 von World Weather Attribution: Von 22 untersuchten Extremereignissen hatte der Klimawandel 17 heftiger oder wahrscheinlicher gemacht; die übrigen Studien waren nicht eindeutig. Hitzewellen waren das tödlichste Extremwetter des Jahres. (Climate Home News)
- Seit dem Pariser Abkommen 2015 erlebt die Welt im Schnitt 11 zusätzliche heiße Tage pro Jahr. (Climate Home News)
Was heißt das für uns? Hitze ist bei uns die größte Klimagefahr für die Gesundheit – und sie trifft vor allem Ältere. Hitzeschutzpläne in Städten, Pflegeheimen und Kliniken retten unmittelbar Leben.
Videos dazu

Prof. Dr. Friederike Otto: Forscherin macht Klimakrise konkret I Deutscher Umweltpreis 2023
Dreieinhalb Minuten über Friederike Otto, die mit World Weather Attribution berechnet, wie viel Klimawandel in einem Extremwetter steckt.
Klimawandel mindestens so stark wie El Niño: Hurrikan Polo 2026
Oft heißt es, ein Sturm sei „nur El Niño“. World Weather Attribution hat das beim Hurrikan Polo geprüft. Polo traf im September 2026 Mexiko zweimal, zuletzt östlich von Guaymas in Sonora. In Jalisco und Sonora starben fünf Menschen bei Überschwemmungen.
Ergebnis: Der Klimawandel machte die Bedingungen für einen so starken Sturm etwa 23-mal wahrscheinlicher, El Niño etwa 14-mal. Das Meer auf Polos Weg war rund 1,4 Grad wärmer als vor der Industrialisierung. Beim Regen sind die Unsicherheiten sehr groß – das sagen die Forscher/innen offen.
Quellen: World Weather Attribution: Effect of climate change at least as … · World Weather Attribution (15.10.2026)