Verleugnung des Klimawandels: Wer steckt dahinter? Von Exxon bis EIKE

Wer steckt dahinter? Von Exxon bis EIKE

Zweifel am Klimawandel entstehen nicht zufällig. Hinter vielen Kampagnen stehen Konzerne, Denkfabriken und Netzwerke, die seit Jahrzehnten zusammenarbeiten. Die wichtigsten Belege im Überblick.

  • Exxon-Forscher berechneten zwischen 1977 und 2003 die kommende Erwärmung. Eine Auswertung im Fachjournal Science (2023) zeigt: Die meisten Projektionen stimmten mit der später gemessenen Erwärmung überein. (idw/PIK)
  • Exxon erwartete durch fossile Brennstoffe eine Erwärmung von etwa 0,2 °C pro Jahrzehnt. Genau so ist es gekommen. (idw/PIK)
  • Nach außen sagte der Konzern etwas anderes. Er übertrieb die Unsicherheiten, griff die Klimamodelle an und verbreitete den Mythos einer kommenden Abkühlung. (PIK)
  • Das Vorgehen ist erprobt. Dieselben wenigen Wissenschaftler halfen über Jahrzehnte, die Gefahren von Tabakrauch, saurem Regen, Ozonloch und Klimawandel kleinzureden. Die Formel: Unsicherheit betonen, Streit erzeugen. Solange es Zweifel gibt, kommt kein Gesetz. (The Ecologist)
  • Das US-Institut Heartland gilt als eine der einflussreichsten Denkfabriken der Klimaleugner. Laut Leaks wurde es von Exxon Mobil und von Stiftungen der Koch-Brüder finanziert. Den deutschen Verein EIKE nennt Correctiv den „kleinen Bruder von Heartland“. (CORRECTIV)
  • Heartland wollte die Konferenzen von EIKE weiter finanzieren. Das schrieb ein Heartland-Vertreter den Journalisten von Correctiv und Frontal21. Laut Correctiv hat die AfD Verbindungen zu EIKE. (Clean Energy Wire)
  • Auch 2024 trat Heartland-Präsident James Taylor als Hauptredner bei der EIKE-Konferenz in Niederösterreich auf. Der EIKE-Vizepräsident Michael Limburg ist AfD-Mitglied und schrieb am Parteiprogramm mit. Nur wenige Klimaforscher teilen die dort vertretenen Thesen. (profil)
  • Eine Auswertung von 300 Studien nennt als Haupttreiber fossile Konzerne, politisch verbundene Interessen und ihnen nahe Denkfabriken. Bots und Trolle verstärken ihre Botschaften im Netz. (IPIE)

Was heißt das für uns? Wer heute an Klimafakten zweifelt, folgt oft unwissentlich Erzählungen, die mit viel Geld gezielt gestreut wurden. Die Frage „Wem nützt dieser Zweifel?“ hilft beim Einordnen.

Videos dazu

Vorschaubild zum Video „Wieso Rechtspopulisten so gern die Klimakrise leugnen – Shortcut | DER SPIEGEL“

Wieso Rechtspopulisten so gern die Klimakrise leugnen – Shortcut | DER SPIEGEL

YouTube · DER SPIEGEL · 2024 · 20 Min.

SPIEGEL-Redakteurin Susanne Götze erklärt, warum Rechtspopulisten wie Trump und die AfD die menschengemachte Erwärmung infrage stellen und wie das Netzwerk dahinter arbeitet.