Ernährungssouveränität

Ernährungssouveränität

Reset.org: Bio für Fortgeschrittene: „Obst und Gemüse aus erster Hand.Immer mehr Menschen ziehen Bioprodukte vor und das Angebot in den Biomärkten wächst stetig. Für diejenigen, die gezielt in den Anbau von regionalem Bioobst und -gemüse investieren und aktiv werden möchten, gibt es einige Alternativen, z.B. die Biokiste, die Solidarische Landwirtschaft oder Bauerngärten.“

Wie das geht, können wir aus erster Hand berichten. Vor den Toren Münchens hat das Kartoffelkombinat eine alte Gärtnerei und Äcker gekauft und bewirtschaftet diese für über 1000 Münchner Mitglieder-Familien, die jede Woche einen Ernteanteil erhalten. Angebaut wird, was man in unseren Breiten anbauen kann, auf ökologischer Basis (was da angebaut wird, ist wirklich bio). Und das auf faire Weise, denn die Angestellten erhalten ein Gehalt, das deutlich über Vergleichsgehältern in der Branche liegt. Man kann mithelfen, es gibt Feste und es gibt einen Verein, der sich speziell um Information, Austausch und konzeptuelle Weiterentwicklung kümmert. Mehr dazu findest Du beim KARTOFFELKOMBINAT.DE.

Der Verein Nyeleni (benannt nach einer Bäuerin aus Mali) vertritt das Prinzip der Ernährungssouveränität:
I. Achse: Produktion von Nahrungsmitteln
II. Achse: Nahrungsmittel-verteilung
III. Achse: Arbeits- und soziale Verhältnisse
IV. Achse: Gemeingüter
V. Achse: Nahrungs- und Landwirtschaftspolitik

Wer ernährt die Welt? Kleinbauern/-bäuerinnen und ihre Rechte

Oft liest man, Kleinbauern/-bäuerinnen erzeugten 70 Prozent unserer Nahrung. Die FAO hat das 2021 genauer untersucht. Ergebnis: Höfe unter 2 Hektar erzeugen rund 35 Prozent der Nahrung der Welt, obwohl sie nur etwa 12 Prozent der Agrarfläche bewirtschaften. Familienbetriebe insgesamt, also auch größere, bewirtschaften 70 bis 80 Prozent der Fläche und erzeugen rund 80 Prozent der Nahrung, gemessen am Wert.

Kleine Höfe sind also sehr produktiv. Trotzdem gehören gerade sie oft zu den Hungernden. Deshalb gibt es seit dem 17. Dezember 2018 eine eigene UN-Erklärung über die Rechte von Kleinbauern/-bäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten (UNDROP). Sie nennt zum Beispiel ein Recht auf Land und ein Recht auf Saatgut. Die UN-Vollversammlung nahm sie mit 121 zu 8 Stimmen an, 54 Staaten enthielten sich, darunter Deutschland.

Bewegungen wie La Vía Campesina (siehe unten) setzen sich dafür ein, dass diese Rechte auch umgesetzt werden.

Quellen: FAO Newsroom: Small family farmers produce a third of the world’s … · Wikipedia: United Nations Declaration on the Rights of Peasants