Mobilität: Wasserstoff und LOHC: Was die Forschung heute sagt

Wasserstoff und LOHC: Was die Forschung heute sagt

Wasserstoff galt lange vielen als die Antriebstechnik der Zukunft. Heute ist die Lage klarer: Für Pkw hat sich die Batterie durchgesetzt. Wasserstoff und LOHC werden gebraucht, aber vor allem dort, wo Strom nicht direkt genutzt werden kann.

  • Ein Batterieauto nutzt vom eingesetzten Strom rund 75 Prozent für das Fahren. Ein Brennstoffzellen-Auto mit grünem Wasserstoff kommt nur auf rund 28 Prozent, weil bei Herstellung, Verdichtung und Rückverstromung viel Energie verloren geht. (Umweltbundesamt)
  • Ein Brennstoffzellen-Pkw braucht deshalb pro Kilometer zwei- bis dreimal so viel Strom wie ein Batterieauto, bei einem Mittelklassewagen etwa 54 statt 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer. (Umweltbundesamt)
  • Wasserstoff in einem Verbrennungsmotor zu verbrennen, wie es der Text für LOHC beschreibt, ist noch ungünstiger: Der Wirkungsgrad liegt höchstens bei etwa 35 Prozent, außerdem entstehen Stickoxide. Das Umweltbundesamt hält das für ineffizient und ökologisch nicht sinnvoll. (Umweltbundesamt)
  • Im Alltag spielt das Wasserstoffauto kaum eine Rolle: Am 1. Januar 2026 waren in Deutschland nur 1.575 Brennstoffzellen-Pkw zugelassen, 12,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. (KBA, Pressemitteilung 09/2026)
  • Der größte Tankstellenbetreiber H2 Mobility hat 2025 22 kleinere Pkw-Wasserstofftankstellen geschlossen und will sich vor allem auf Lkw und Busse konzentrieren. (electrive)
  • Auch die Wasserstoffzüge haben enttäuscht: Im Taunus (Rhein-Main-Verkehrsverbund) fahren seit 2025 auf weiten Strecken wieder Dieselzüge, weil die Wasserstoffzüge oft ausfielen. Fachleute sehen Batteriezüge im Vorteil, die unter Oberleitungen nachladen. (ingenieur.de)
  • LOHC selbst ist nicht gescheitert, wird aber anders genutzt: Die Firma Hydrogenious plant in Vohburg (Bayern) ab 2028 eine Großanlage, die bis zu 5 Tonnen Wasserstoff am Tag aus dem Trägeröl freisetzt, für eine Raffinerie. Dafür braucht es Wärme von etwa 300 Grad, rund 11 Kilowattstunden pro Kilogramm Wasserstoff. (ingenieur.de)
  • Das Umweltbundesamt empfiehlt Wasserstoff im Verkehr nur dort, wo Strom nicht direkt genutzt werden kann, etwa in der Seeschifffahrt, im Langstreckenflug und bei bestimmten Fernverkehren. (Umweltbundesamt)

Was heißt das für uns? Grüner Wasserstoff ist knapp und kostbar. Er gehört in Stahlwerke, Raffinerien, Schiffe und Flugzeuge, nicht in den Tank von Pkw.

Videos dazu

Vorschaubild zum Video „Verkehrswende bei der Bahn: Neue Gleise, Lokführer und Akkuzüge | Die Nordreportage | NDR Doku“

Verkehrswende bei der Bahn: Neue Gleise, Lokführer und Akkuzüge | Die Nordreportage | NDR Doku

YouTube · NDR Doku · 2025 · 29 Min.

NDR Nordreportage (2025): marode Gleise, fehlendes Personal und Akkuzüge. Menschen, die die Bahn wieder in Gang bringen wollen.

Vorschaubild zum Video „Batterie oder Wasserstoff: Wer macht das Rennen beim Lkw-Antrieb der Zukunft? | WISO“

Batterie oder Wasserstoff: Wer macht das Rennen beim Lkw-Antrieb der Zukunft? | WISO

YouTube · ZDFheute Nachrichten · 2026 · 4 Min.

ZDF WISO (September 2026): Batterie oder Wasserstoff beim Lkw? Ein Vergleich von Kosten, Ladezeiten und Reichweiten.