Planetare Grenzen 2025/2026: Jetzt sind es sieben von neun
Die Lage hat sich verschärft: Seit 2025 gelten sieben von neun planetaren Grenzen als überschritten. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung prüft das jedes Jahr im „Planetary Health Check“.
- 2009 waren drei Grenzen überschritten, 2015 vier, 2023 sechs. Im September 2025 kam als siebte die Ozeanversauerung dazu. (SRF)
- Überschritten sind: Klimawandel, Artenvielfalt (Intaktheit der Biosphäre), Landnutzung, Süßwasser, Stickstoff- und Phosphorkreisläufe, neue Stoffe wie Plastik und Chemikalien – und die Ozeanversauerung. Alle sieben verschlechtern sich weiter. (Stockholm Resilience Centre)
- Der pH-Wert der Meeresoberfläche ist seit der Industrialisierung um rund 0,1 gesunken. Das heißt: Das Meer ist 30 bis 40 Prozent saurer geworden. (idw/PIK)
- Die Folgen sind schon sichtbar: Kleine Meeresschnecken (Flügelschnecken) haben geschädigte Schalen. Sie sind Futter für Fische und Wale – das trifft ganze Nahrungsketten. (idw/PIK)
- Der Planetary Health Check 2026 bestätigt das Bild: weiterhin sieben von neun Grenzen überschritten, alle mit schlechter werdendem Trend. Er warnt besonders, dass Wälder und Böden als CO₂-Speicher schwächer werden. (Down To Earth)
- Es gibt auch gute Nachrichten: Die Ozonschicht erholt sich dank des weltweiten Verbots von FCKW, und die Luftverschmutzung durch Aerosole geht zurück. Das zeigt, dass sich schlechte Entwicklungen umkehren lassen. (Stockholm Resilience Centre)
Was heißt das für uns? Die Erde ist in fast allen lebenswichtigen Bereichen über ihre Belastungsgrenzen hinaus. Die Ozonschicht beweist aber: Wenn die Welt gemeinsam handelt, kann sie eine Grenze wieder einhalten.
Videos dazu

How stable is our planet? Johan Rockström explains Planetary Boundaries | PIK’s core research topics
Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, erklärt in acht Minuten das Modell der planetaren Grenzen (Englisch, 2026).
Sicher UND gerecht: Grenzen, die auch Menschen vor Schaden schützen
Die planetaren Grenzen fragen: Was hält die Erde stabil? Ein internationales Forschungsteam hat 2023 in der Fachzeitschrift Nature eine zweite Frage dazugenommen: Ab wann werden Menschen erheblich geschädigt – etwa durch Hitze, Wassermangel oder verschmutzte Luft?
So entstanden „sichere und gerechte“ Grenzen für Klima, Natur, Wasser, Nährstoffe und Luft. Das Ergebnis: Sieben von acht weltweit berechneten Grenzen sind schon überschritten. Die Forschenden sagen selbst: Schaden von Menschen fernzuhalten ist eine notwendige, aber noch keine ausreichende Bedingung für Gerechtigkeit.
Der Gedanke dahinter: Die Erde zu schützen und Menschen zu schützen ist dasselbe Anliegen.
Quellen: Rockström et al.: Safe and just Earth system boundaries, Nature 619 … · Rockström et al.: Safe and just Earth system boundaries, Nature 619 …