URLAUB machen – so kannst Du nachhaltig reisen

URLAUB machen – so kannst Du nachhaltig reisen

Du kannst bei Deiner Urlaubsgestaltung folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Nah ist besser als weit weg. V.a. Flüge vermeiden (siehe Mobilität).
  • Keinen Urlaub in Entwicklungsländern machen, wo neben dem Hotel bitterste Armut herrscht. Wer doch in ärmere Länder reist, kann Unterkünfte und Angebote wählen, bei denen das Geld bei den Menschen vor Ort ankommt.
  • Ökologisch orientierte Reiseanbieter wählen. Bei Reset.org erfährst Du mehr über nachhaltigeren Tourismus und bekommst viele Tipps zum nachhaltigen
    Reisen
    u.a. Links zu Reiseveranstaltern, die auf die Verträglichkeit des Reisens achten.
  • Bei GoCambio (Webseite noch im Aufbau) kannst Du Sprachunterricht für Deinen Gastgeber gegen Unterkuft tauschen.
Kann ich – will ich – soll ich auf FLUGREISEN verzichten?

Der Verzicht der Flugreisen stellt einen Einschnitten in unsere Lebensweise da, der von den sehr vielen Menschen als besonders hart und inakzeptabel empfunden wird. Viele Menschen sagen, dass ihnen die Reisen in andere Länder unglaublich wichtig sind, weil sie dadurch sehr viel lernen und ihr Leben bereichert wird. Dieses Argument ist auch mir selbst, dem Autor dieser Zeilen, sehr zugänglich. Auch mich zieht es in ferne Länder, auch ich kenne die Sehnsucht nach Fernreisen in andere Kontinente, den Zauber in der Begegnung mit anderen Kulturen.

Dennoch bleibt es eine Tatsache, dass wir die maximale Menge an CO2, (die wir pro Kopf jährlich ausstoßen dürfen, wenn wir die Klimaerwärmung unter 2 Grad halten wollen) nicht einhalten können, wenn wir weiterhin Flugreisen unternehmen. Diese schlichte Tatsache gilt sowohl für Vergnüngungsreisen, wie auch für geschäftliche Reisen.

Also habe ich mir das Thema noch mal genauer angesehen: wenn wir in andere Länder in den Urlaub fahren, für zwei, drei, vier Wochen was tun wir da eigentlich? Schließen wir Freundschaften mit Menschen aus anderen Kulturen? Tauchen wir tief ein in die jeweils anderen kulturellen Lebenswelten, so dass wir nicht nur Zuschauer*innen, sondern auch Berührte sind? Und die Antwort lautet leider: nein so ist es nicht, die allermeisten Fernurlaube sind tatsächlich touristische Urlaube, bei denen man Zuschauer ist und das jeweilige Gastgeberland nicht mehr als ein großes Museum .

Und dann ist da die große Anzahl von Flugreisen, die aufgewendet wird, um Konzernen weltumspannenden Handeln zu ermöglichen. Dass diese neue Art eines „Imperialismus des Reichtums“ nicht dazu beiträgt, die Verbundenheit und das Verständnis der Menschen untereinander zu vergrößern, zeigt sich immer mehr. Was sich verbreitet hat, ist nicht ein Miteinander, eine Integration kultureller Welten, eine Reifung von Erkenntnissen durch die Begegnung von Kulturen quer über den Globus. Was sich vor allem verbreitet hat, ist die Ausbeutung von Mensch und Natur zum Zwecke der Gewinnmaximierung und des Verschwendungskonsums, der dazu dient, Reiche noch reicher zu machen.

Abgesehen davon lassen sich sehr viele Reisen inzwischen vermeiden, indem man die Möglichkeiten der technischen Kommunikation nutzt.

Kompensieren – nur als letzter Schritt

Erst vermeiden, dann verringern, zuletzt ausgleichen. Studien zeigen, warum Ausgleich allein nicht reicht:

  • Eine Auswertung vieler Projekte ergab: Weniger als 16 % der Zertifikate stehen für echte Einsparungen. (idw zu Probst et al. 2024, Nature Communications)
  • Bei Waldschutzprojekten (REDD+) sind nur etwa 13 % der Zertifikate durch nachweislich verhinderte Abholzung gedeckt. (EurekAlert)
  • Wenn Du kompensierst, wähle Anbieter mit hohen Standards (etwa Gold Standard) und sieh es als Spende, nicht als Freifahrtschein. (Verbraucherzentrale)
Kognitive Dissonanz: Warum wir trotzdem fliegen

Wer weiß, dass Fliegen schadet, und trotzdem fliegt, erlebt eine innere Spannung. Die Psychologie nennt das kognitive Dissonanz. Oft wird sie mit Ausreden aufgelöst („Das Flugzeug fliegt auch ohne mich“).

Hilfreicher ist, die Spannung auszuhalten und Schritt für Schritt zu handeln. Ein Inlandsflug verursacht 290 Gramm pro Personenkilometer, der Fernzug 26 Gramm – schon ein ersetzter Flug macht viel aus.

Quellen: Umweltbundesamt