Artensterben: Die neuen Berichte des Weltbiodiversitätsrats (2024): Alles hängt zusammen

Die neuen Berichte des Weltbiodiversitätsrats (2024): Alles hängt zusammen

Im Dezember 2024 hat der Weltbiodiversitätsrat IPBES in Windhuk (Namibia) zwei neue große Berichte vorgelegt. Der „Nexus-Bericht“ zeigt, wie Artenvielfalt, Wasser, Ernährung, Gesundheit und Klima zusammenhängen. Der Bericht zum „transformativen Wandel“ fragt, was sich grundlegend ändern muss.

  • Am Nexus-Bericht haben 165 Fachleute aus 57 Ländern gearbeitet. Ihr Ergebnis: Man kann Artenvielfalt, Wasser, Ernährung, Gesundheit und Klima nicht getrennt voneinander lösen. (IPBES)
  • Die Artenvielfalt nimmt seit 30 bis 50 Jahren um 2 bis 6 Prozent pro Jahrzehnt ab – über alle untersuchten Messgrößen hinweg. (IPBES)
  • Mehr als die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung – über 50 Billionen Dollar im Jahr – hängt mäßig bis stark von der Natur ab. (IPBES)
  • Die Schäden, die heute niemand bezahlt (an Natur, Klima und Gesundheit), schätzt der Bericht auf mindestens 10 bis 25 Billionen Dollar pro Jahr. (IPBES)
  • Staaten zahlten 2022 zwischen 1,4 und 3,3 Billionen Dollar an Subventionen für Bereiche, die die Natur zerstören. Diese Summe ist seit 2021 um 55 Prozent gestiegen. (IPBES)
  • Als tiefere Ursachen nennt der zweite Bericht: Menschen haben sich von der Natur entfremdet, Macht und Reichtum sind ungleich verteilt, und es zählt vor allem kurzfristiger Gewinn. (IPBES)
  • Abwarten wird teuer: Wer auch nur zehn Jahre später handelt, zahlt nach dem Bericht etwa doppelt so viel. Das Zeitfenster, um den Verlust aufzuhalten, schließt sich. (IPBES)

Was heißt das für uns? Der Weltbiodiversitätsrat sagt deutlich: Kleine Korrekturen reichen nicht. Es braucht einen Umbau von Wirtschaft, Subventionen und Politik – und zwar bald.

Videos dazu

Vorschaubild zum Video „Forschung zu Biodiversität: Artensterben so gefährlich wie Klimawandel“

Forschung zu Biodiversität: Artensterben so gefährlich wie Klimawandel

YouTube · tagesschau · 2024 · 6 Min.

tagesschau von der Weltnaturkonferenz in Cali (November 2024): warum Fachleute das Artensterben für so gefährlich halten wie den Klimawandel.