Fleisch aus dem Bioreaktor: Wo kultiviertes Fleisch heute zugelassen ist
Als Precht über Kunstfleisch sprach, war es noch Zukunftsmusik. Inzwischen haben mehrere Länder kultiviertes Fleisch zugelassen – in Europa wird aber noch geprüft, und manche Staaten verbieten es sogar.
- Singapur hat 2020 als erstes Land der Welt den Verkauf von kultiviertem Fleisch erlaubt. In den USA dürfen seit Juni 2023 zwei Firmen kultiviertes Hühnerfleisch verkaufen, vorerst in Restaurants. Mehrere US-Bundesstaaten wie Texas haben es dagegen verboten. (top agrar)
- In Australien und Neuseeland hat die Lebensmittelbehörde FSANZ im März 2025 Wachtelfleisch aus Zellkultur der Firma Vow genehmigt. Ihre Prüfung fand keine Sicherheitsbedenken. (FSANZ Board Communique)
- Im August 2026 hat Singapur auch kultiviertes Rindfleisch der israelischen Firma Aleph Farms zugelassen – nach Israel (2023) das zweite Land. Das Produkt besteht zu 10–20 Prozent aus Rinderzellen auf pflanzlicher Basis. Der Verkauf in Restaurants soll 2027 beginnen. (FoodNavigator)
- In der EU gibt es noch keine Zulassung. Erste Anträge liegen bei der Lebensmittelbehörde EFSA: seit Juli 2024 für Entenleber (Gourmey) und seit Januar 2025 für Rinderfett (Mosa Meat). In der Schweiz wartet Aleph Farms seit 2023 auf eine Entscheidung. Italien und Ungarn haben Herstellung und Verkauf verboten. (top agrar)
- Pflanzlicher Fleischersatz ist schon heute im Handel. Seine Produktion in Deutschland hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt, auf 124.900 Tonnen im Jahr 2025. Zuletzt sank sie aber erstmals leicht (−1,2 Prozent). (Destatis)
- Zum Vergleich: Der Wert der Fleischproduktion war 2025 gut 70-mal so hoch wie der Wert des Fleischersatzes. (Destatis)
Was heißt das für uns? Kultiviertes Fleisch wird kommen, aber langsam und zuerst in kleinen Mengen. Wer heute etwas ändern will, greift am besten zu Hülsenfrüchten, Tofu und Co.
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