Landwirtschaft und Ernährung: Was Essen wirklich kostet und wie viel im Müll landet

Was Essen wirklich kostet und wie viel im Müll landet

Die Augsburger Studie hat für Deutschland gezeigt, wie viel Umweltkosten in tierischen Lebensmitteln stecken. Inzwischen hat die Welternährungsorganisation FAO diese „wahren Kosten“ für 156 Länder berechnet. Neue Zahlen gibt es auch zur Verschwendung und zu unserem Teller.

  • Die versteckten Kosten unseres Ernährungssystems betragen weltweit rund 12 Billionen US-Dollar im Jahr. Sie stehen auf keinem Preisschild, wir bezahlen sie mit Krankheit und Umweltschäden. (FAO Newsroom)
  • Etwa 70 Prozent davon, rund 8,1 Billionen US-Dollar, gehen auf ungesunde Ernährung zurück, zum Beispiel auf Herzkrankheiten und Diabetes. (FAO Newsroom)
  • Die Umweltkosten (Treibhausgase, Stickstoff, Landumwandlung, Wasserverschmutzung) sind besonders hoch in Ländern, deren Landwirtschaft sich gerade wandelt: dort rund 720 Milliarden US-Dollar. Länder in langen Krisen trifft es relativ am härtesten, mit Umweltkosten von 20 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung. (FAO Newsroom)
  • Die ältere FAO-Zahl von 1,3 Milliarden Tonnen ist überholt. Neu gemessen: 2022 wurden 1,05 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Handel, in der Gastronomie und in Haushalten weggeworfen, etwa 19 Prozent. (UNRIC)
  • Am meisten wird zu Hause weggeworfen: 631 Millionen Tonnen, bis zu 60 Prozent. Jeder Mensch wirft im Schnitt 79 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg. Dazu gehen weitere etwa 13 Prozent schon in der Lieferkette verloren. (UNRIC)
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rechnet seit 2024 erstmals auch die Umweltbelastung mit ein. Sie empfiehlt: mindestens drei Viertel pflanzliche Lebensmittel und höchstens 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. (Der Paritätische)
  • In Deutschland wird trotzdem wieder mehr Fleisch gegessen: 2025 waren es 54,9 Kilogramm pro Person, 1,4 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Geflügel erreichte mit knapp 15 Kilogramm einen Höchststand. Das sind rund 5,3 Kilogramm pro Woche und damit weit mehr als empfohlen. (BLE)

Was heißt das für uns? Billige Lebensmittel sind oft nur an der Kasse billig. Weniger Fleisch und weniger Verschwendung sind die zwei Stellschrauben, an denen jede und jeder selbst drehen kann.

Videos dazu

Vorschaubild zum Video „Zu gut für die Tonne - die Lebensmittelretter | erlebnis hessen | Dokus & Reportagen“

Zu gut für die Tonne – die Lebensmittelretter | erlebnis hessen | Dokus & Reportagen

YouTube · Hessischer Rundfunk · 45 Min.

Hessischer Rundfunk: Sylvia Schneider und ihr Verein „Essen für Alle“ holen sechs Tage die Woche aussortierte Lebensmittel bei Supermärkten und Bäckereien ab.