Die große Rohstoff-Bilanz: mehr Abbau, mehr Abhängigkeit, viel Elektroschrott
Unsere digitale Welt verschlingt Rohstoffe. Neue Berichte der Vereinten Nationen und der Internationalen Energieagentur zeigen: Der Druck wächst weiter.
- Laut dem Weltressourcenrat der UN könnte die Entnahme von Rohstoffen bis 2060 um 60 Prozent gegenüber 2020 steigen, wenn nicht schnell gegengesteuert wird. (International Resource Panel)
- Der Anbau und die Ernte von Biomasse – also Landwirtschaft und Forstwirtschaft – verursachen über 90 Prozent des weltweiten Verlusts an Artenvielfalt und des Wasserstresses. (International Resource Panel)
- Bei Lithium und Kupfer droht Knappheit: Laut Internationaler Energieagentur könnte 2035 beim Lithium ein Defizit von 40 Prozent und beim Kupfer von 30 Prozent entstehen. (Argus Media)
- China fördert nur 22 Prozent des Lithiums, kontrolliert aber 70 Prozent der weltweiten Raffination. Das macht Europa abhängig. (Argus Media)
- 2022 fielen weltweit 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an – 82 Prozent mehr als 2010. Bis 2030 könnten es 82 Millionen Tonnen werden. (UNITAR/ITU)
- Nur 22,3 Prozent davon wurden nachweislich ordentlich gesammelt und recycelt. In diesem Schrott steckten Metalle im Wert von rund 91 Milliarden US-Dollar. Europa erzeugt mit 17,6 kg pro Kopf den meisten Elektroschrott. (UNITAR/ITU)
- Bei den seltenen Erden hilft Recycling bisher kaum: Höchstens 1 Prozent des Bedarfs wird aus Elektroschrott gedeckt. (UNITAR/ITU)
Was heißt das für uns? Jedes Gerät, das länger genutzt, repariert oder richtig zurückgegeben wird, spart Rohstoffe, die sonst unter oft schlimmen Bedingungen abgebaut werden.
Videos dazu

Europas Lithiumhunger, wer zahlt den Preis? | ARTE Re:
ARTE Re: (April 2026): Im serbischen Jadar-Tal will Rio Tinto Lithium abbauen. Ein Bauer und seine Mitstreitenden wehren sich.

#UnsereErde: Kampf um Rohstoffe – Am Abgrund | Lithium und Kupfer in Chile | Ganze Folge!
ARD #UnsereErde (2024): Lithium und Kupfer aus Chile und was der Abbau dort anrichtet. Eine Dreiviertelstunde.