Werbung im Internet ist der Motor für das Sammeln von privaten Daten – Du kannst etwas dagegen tun
Ganz schwierig wird es beim Thema Handy. Mit seinem Smartphone-Betriebssystem hat G—- eine zentrale Vormachtstellung – und das weltweit. Dabei verhält sich G—– so, dass du zentrale Funktionen deines Handys, wie z.B. maps nur nutzen kannst, wenn Du G—– erlaubst, dich komplett zu tracken. So weiß G—- von einer Mehrheit der Menschen ganz genau, wann sie sich wo aufgehalten haben.
Die spannende Frage ist aber, was nützt das den Datensammler, was machen die daraus?
Genau das ist der Punkt wo wir ansetzen können. G—– und andere Datensammler verdienen ihr Geld nämlich vor allem mit Werbung. Diese Werbung kann Dir sehr gezielt angeboten werden, weil alle Deine Daten und Aktivitäten im Internet sowie Deine Aufenthaltsorte erfasst und analysiert werden. So kann Dir entsprechend deinen Spezifikationen die Werbung eingeblendet werden, die die größte Wahrscheinlichkeit auf Erfolg hat. Das ist derzeit (noch!) der wichtigste Grund für die Datensammelei von G—– und Co.
Und hier wird es tricky. Du kannst G—– nämlich ganz einfach dadurch ausbremsen, dass Du im Internet definitiv keinerlei Anzeigen und keine Werbung anklickst. Wenn du etwas suchst, dann kannst du aktiv eine Suche, etwa bei ecosia, starten und das gewünschte Produkt oder die gewünschte Information i.d.R. dort finden. Auch hier: klicke nicht auf die Anzeigen, sondern nur auf die „freien“ Suchergebnisse.
Dieses Vorgehen erfordert einige Disziplin, wäre aber hochwirksam, wenn es von vielen angewendet würde. Denn wenn G—- keine Klicks mehr zu verzeichnen hat, die auf dem Tracking und der Auswertung unserer persönlichen Daten basieren, dann verdient G—- auch kein Geld mehr damit.
Vielleicht müssten wir dann eines Tages für das suchen im Internet einen kleinen Betrag bezahlen. Aber der wird sicherlich minimal ausfallen, im Vergleich zu dem, was wir ausgeben, weil wir aufgrund ungebetener Werbung dazu verleitet werden, Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen oder Anbieter zu wählen, die eben nicht die für uns besten sind.
Was, das findest Du naiv und idealistisch? Es mag sein, dass das ziemlich idealistisch klingt. Ist es auch, weil nur ein ein kleiner Teil der Menschen sich derartig diszipliniert verhalten wird. Deshalb brauchen wir zusätzlich die Politik, um den Datensammlern wirksam Einhalt zu gebieten. Dienstleistungen im Internet würden dann kleine Beträge kosten, aber es wäre sichergestellt, dass wir nicht mehr auf Schritt und Tritt von einem Beobachter verfolgt werden, den wir gar nicht wahrnehmen.
Auch wenn die Hürden hoch sein mögen: Es ist nicht wahr, dass wir gegen Monopole und nicht legitimierte Einflussnahme nichts machen können – es fehlt uns nur die Entschlossenheit. Wir hätten es in der Hand, wir haben letzten Endes die Macht, auch wenn wir als einzelne nur ein x-milliardstel der Erdbevölkerung darstellen. Wenn sich diese Ideen verbreiten und umgesetzt würden, könnten wir die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen und unseren Einfluss demokratisch nutzen. Dafür gibt es diese Web-Plattform.