Ungleichheit in Deutschland

Ungleichheit in Deutschland

Weltweite Ungleichheit:

  • Die Einkommensungleichheit hat seit 30 Jahren weltweit zugenommen, vor allem in den USA, China, Indien und Russland.
  • Schon heute besitzen die reichsten 0,001 Prozent der Menschheit dreimal so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte (World Inequality Report 2026). (Quelle)
  • Durch das Wachstum in China und Indien verdient die ärmere Hälfte
    der Weltbevölkerung mehr. Ihr Anteil am globalen Einkommen stagniert
    trotzdem unter zehn Prozent. Die Top
    ein Prozent der Erde dagegen vergrößerten ihren Anteil von 16 auf 20 Prozent.
  • Mittel- sowie Unterschichten in Nordamerika und Europa wurden in
    der Globalisierung (relativ gesehen) „zusammengedrückt“. Ihre Einkommen
    nahmen nur geringfügig zu oder
    schrumpften sogar (USA). Die Autoren der Studie sehen dies als eine der
    Ursachen für den zunehmenden Rechtspopulismus an. (vgl. „Ich würde zuschlagen, wenn
    ich könnte
    “ – SZ 28.9.16)
  • Noch in den 70er Jahren hatte die Hälfte der Gesellschaft immerhin
    30% des Einkomens – heute sind es ca. 15%, während die oberen Schichten
    ihren Anteil von einem Drittel auf
    40% steigerten.

Deutschland ist so ungleich wie vor 100 Jahren (SZ 14.12.17)

Neben den genannten Arten von Ungleichheit zeigt sich am Horizont der Zukunft eine völlig neue Dimension. Wir haben heute die Möglichkeit, direkt Eingriffe in das menschliche Genom vorzunehmen und die menschliche Keimbahn zu beeinflussen. Dies kann (und wird wahrscheinlich) dazu führen, dass sich die Menschheit genetisch in verschiedene Arten teilt. Mehr dazu findest Du hier: Zukunftsthema Genetik: Die Menschheit teilt sich.

Ungleichheit in Deutschland: aktuelle Zahlen

Viele Zahlen in diesem Abschnitt stammen aus den Jahren 2016 bis 2019. Hier der neueste Stand aus Bundesbank, Bundesregierung, Forschungsinstituten und Sozialverbänden.

  • Den reichsten 10 Prozent der Haushalte gehören 54 Prozent des gesamten Nettovermögens (2023). 2010/11 waren es noch 59 Prozent. (Deutscher Bundestag)
  • Wer etwa 780.000 Euro Nettovermögen hat, gehört schon zu den reichsten 10 Prozent der Haushalte (2023). (Deutscher Bundestag)
  • Der mittlere Haushalt (Median) besaß 2023 ein Nettovermögen von 103.200 Euro. Das ist nominal etwas weniger als 2021. (Deutsche Bundesbank)
  • Die Ungleichheit beim Vermögen ist hoch und kaum verändert: Der Gini-Koeffizient liegt bei 0,724. (Deutsche Bundesbank)
  • Beim Einkommen ist die Verteilung seit 2020 weitgehend stabil. Der Gini-Koeffizient liegt bei etwa 0,3. (IW-Verteilungsreport 2025)
  • Laut Paritätischem Armutsbericht 2026 leben 13,3 Millionen Menschen in Deutschland in Armut. Die Armutsquote steigt auf 16,1 Prozent. Hinweis: Der Paritätische ist ein Sozialverband und vertritt eigene politische Forderungen. (Der Paritätische)
Inflation trifft die untere Hälfte: Vermögen 2021 bis 2023

Nominal sind die Vermögen in Deutschland bis 2023 auf durchschnittlich rund 324.800 Euro je Haushalt gestiegen. Rechnet man die Inflation heraus, sieht es anders aus: Der Durchschnitt fiel real von 268.700 auf 239.200 Euro. Der Median – also der Haushalt genau in der Mitte – fiel real von 90.500 auf 76.000 Euro.

Der Anteil der reichsten 10 Prozent am Nettovermögen lag 2023 bei 54 Prozent, etwas unter 2017 (55 Prozent) und 2021 (56 Prozent). Die Spitze hat also nicht weiter zugelegt – aber die Ungleichheit bleibt sehr hoch.

Quellen: Deutsche Bundesbank · Deutsche Bundesbank