Fakten und Analysen zu Landwirtschaft und Welternährung

Fakten und Analysen zu Landwirtschaft und Welternährung

Auch im 21. Jahrhundert bestimmt Hunger die Lebensrealität von 800 Millionen Menschen weltweit. Dabei erscheint es zunächst paradox, dass rund ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel auf kleinen Höfen unter 2 Hektar erzeugt wird, obwohl diese nur etwa 12 Prozent der Agrarfläche bewirtschaften (Quelle), aber zugleich die Mehrheit der Hungernden selbst Bauern und Bäuerinnen, Landarbeiterinnen, Hirtinnen oder Fischer*innen sind. Zudem würden die gegenwärtig produzierten Nahrungsmittel theoretisch ausreichen, um 12 Milliarden Menschen zu ernähren.

Die historisch einzigartigen Produktivitätssteigerungen der industriellen Landwirtschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ermöglichten, dass der gesamte Output schneller (Faktor 2,6) als die Weltbevölkerung (Faktor 2,4) stieg. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft weltweit von 65 % auf 42 %.

Vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung hält es die Welternährungsorganisation (FAO) dennoch für notwendig, die landwirtschaftliche Produktion weiter zu steigern. Denn nur so könne sie Ernährungssicherheit für alle gewährleisten.
Dieser krasse Gegensatz wirft viele Fragen auf: Wie kann es sein, dass ein Teil der Weltbevölkerung nach Lust und Laune speist, während der andere Teil am Hungertuch nagt oder gar stirbt? Bieten gängige Maßnahmen zur Ernährungssicherung einen Ausweg aus dem Widerspruch zwischen Überkonsum und Hunger? Warum ändert sich nichts, obwohl vielfache Krisen – wie Hungerkrisen, Ressourcenknappheit oder ökologische Krisen – das Ernährungssystem prägen?

Quelle: https://aufkostenanderer.org/portfolio/ernaehrung-und-landwirtschaft/