Wer die Macht hat: Handel und Agrarkonzerne heute
Die Konzentration hat seit 2019 weiter zugenommen, sowohl im Supermarkt als auch bei Saatgut und Pestiziden. Neue Zahlen liefern der Konzernatlas 2026 und das Bundeskartellamt.
- In Deutschland teilen sich vier Handelsgruppen rund 85 Prozent des Lebensmittelmarkts: Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. 2024 setzte der Lebensmittelhandel 209,7 Milliarden Euro um. (ZDFheute)
- Der Konzernatlas 2026 nennt für die vier Gruppen sogar 88 Prozent. 1995 waren es noch 55 Prozent. (evangelisch.de)
- Auch die Insolvenz der Kette Tegut 2026 stärkt die Großen: Edeka will rund 200 der etwa 340 Filialen übernehmen. (ZDFheute)
- Weltweit beherrschen jeweils vier Konzerne 61 Prozent des Pestizidmarkts und 43 Prozent der Landmaschinen. Darunter sind die deutschen Firmen Bayer und BASF. Bayer hatte 2018 Monsanto übernommen. (evangelisch.de)
- Beim Saatgut beherrschen drei Konzerne 56 Prozent des Weltmarkts. Bayer und Corteva besitzen zusammen 80 Prozent der Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen. Wer patentiertes Saatgut nutzt, muss es jedes Jahr neu kaufen oder Lizenzgebühren zahlen. (Heinrich-Böll-Stiftung)
- Glyphosat, das wichtigste Produkt von Bayer-Monsanto, darf in der EU weitere zehn Jahre eingesetzt werden. Die EU-Kommission hat das im November 2023 entschieden, obwohl es unter den Mitgliedstaaten keine Mehrheit dafür gab. (LTO)
Was heißt das für uns? Wenige Konzerne entscheiden mit, was auf den Acker und ins Regal kommt. Hofläden, Solidarische Landwirtschaft und Food-Coops sind deshalb auch eine Antwort auf diese Marktmacht.