Mobilität: SUVs heute: mehr, schwerer, gefährlicher

SUVs heute: mehr, schwerer, gefährlicher

Der Trend zum SUV hat sich weiter verstärkt. Inzwischen gibt es auch belastbare Forschung dazu, wie gefährlich hohe, stumpfe Fahrzeugfronten für Fußgänger und Radfahrer sind. Und erste Städte steuern gegen.

  • Am 1. Januar 2026 waren in Deutschland 49,5 Millionen Pkw zugelassen, so viele wie nie. Im Schnitt sind sie 10,9 Jahre alt. (KBA, Pressemitteilung 09/2026)
  • Fast 7,2 Millionen dieser Autos sind SUVs, das sind 14,5 Prozent des Bestands. Ihre Zahl ist in nur einem Jahr um 9,7 Prozent gewachsen, viel schneller als der Bestand insgesamt. (KBA, Pressemitteilung 09/2026)
  • Bei den Neuwagen ist der SUV längst die Nummer eins: 2025 war jeder dritte neu zugelassene Pkw ein SUV (33,3 Prozent). (KBA, Pressemitteilung 01/2026)
  • Eine Auswertung von fast 700.000 Unfällen (London School of Hygiene and Tropical Medicine und Imperial College, 2025) zeigt: Wer als Fußgänger oder Radfahrer von einem SUV erfasst wird, stirbt mit 44 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit als bei einem normalen Pkw. Bei Kindern sind es 82 Prozent. (RTÉ News)
  • Als Hauptgrund nennen die Forschenden die hohe, stumpfe Front: Sie trifft Menschen höher am Körper, Kinder oft am Kopf. (RTÉ News)
  • Paris steuert gegen: Seit 1. Oktober 2024 zahlen auswärtige Besucher für schwere Autos (Verbrenner ab 1,6 Tonnen, E-Autos ab 2 Tonnen) dreimal so hohe Parkgebühren, im Zentrum 18 statt 6 Euro pro Stunde. Anwohner, Handwerk und Pflegedienste sind ausgenommen. Die Pariser hatten das im Februar 2024 per Bürgerbefragung beschlossen. (electrive)

Was heißt das für uns? Der SUV-Trend ist kein Gefühl, sondern Statistik, und er kostet Klima, Platz und Menschenleben. Regeln nach Gewicht und Fahrzeugfront setzen direkt dort an, wo der Schaden entsteht.

1,16 Millionen Tote im Jahr: Der Straßenverkehr weltweit

Jedes Jahr sterben weltweit rund 1,16 Millionen Menschen im Straßenverkehr. Dazu kommen 20 bis 50 Millionen Verletzte, viele davon bleiben ihr Leben lang behindert. Für Kinder und junge Menschen zwischen 5 und 29 Jahren ist der Verkehr die häufigste Todesursache überhaupt (WHO, Stand Juli 2026).

Mehr als die Hälfte der Toten sind ungeschützte Verkehrsteilnehmer/innen: Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer. 92 Prozent der Toten gibt es in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, obwohl dort nur rund 60 Prozent der Fahrzeuge fahren. Wer arm ist, trägt also das größte Risiko, auch innerhalb reicher Länder.

Die Vereinten Nationen wollen die Zahl der Toten und Verletzten bis 2030 halbieren. Ein Hebel ist das Tempo: Steigt die Durchschnittsgeschwindigkeit um 1 Prozent, steigt das Risiko eines tödlichen Unfalls um 4 Prozent.

Quellen: WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026) · WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026) · WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026) · WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026) · WHO: Road traffic injuries – Fact sheet (20.07.2026)