Mikroplastik und PFAS: neue Forschung, neue Regeln
Die Forschung zu Mikroplastik und zu den „Ewigkeitschemikalien“ PFAS hat stark zugenommen. Die EU hat erste Verbote beschlossen. Manche Schlagzeilen gehen aber weiter, als die Daten tragen.
- Die größte Quelle für Kunststoff in der Umwelt ist in Deutschland nicht Kosmetik, sondern der Verkehr: Vor allem durch Reifenabrieb bleiben jedes Jahr etwa 133.000 bis 165.000 Tonnen Kunststoff in der Umwelt – bei insgesamt etwa 151.000 bis 256.000 Tonnen. (Umweltbundesamt)
- Seit Oktober 2023 beschränkt die EU absichtlich zugesetztes Mikroplastik in Produkten – etwa in Kosmetik, Waschmitteln, Düngern, Spielzeug und loser Plastik-Glitzer. So sollen rund eine halbe Million Tonnen Mikroplastik weniger in die Umwelt gelangen. (EU-Kommission)
- Eine US-Studie in Nature Medicine (2025) fand in Gehirnproben Verstorbener mehr Mikroplastik als in Leber und Niere – und 2024 mehr als 2016. Das Bundesinstitut für Risikobewertung mahnt aber zur Vorsicht: Die Messmethoden sind noch unsicher, und die Studie kann keinen Zusammenhang von Ursache und Wirkung belegen. (BfR)
- Nach heutigem Stand gibt es laut BfR keine belastbaren toxikologischen Hinweise auf Gesundheitsrisiken durch Mikroplastik aus Lebensmitteln. (BfR)
- PFAS sind in unseren Kindern nachweisbar: In einer Studie des Umweltbundesamts hatten alle Kinder PFOS im Blut. Bei 21,1 Prozent lag PFOA über dem Wert, unterhalb dessen gesundheitliche Wirkungen ausgeschlossen werden können (HBM-I-Wert). (Umweltbundesamt)
- Ein erstes PFAS-Verbot ist beschlossen: Seit Oktober 2025 gilt eine EU-Regel, die PFAS in Feuerlöschschäumen schrittweise verbietet. Tragbare Feuerlöscher mit PFAS-Schaum dürfen nur noch bis 23. Oktober 2026 verkauft werden, ab Oktober 2030 sind PFAS in Löschschäumen weitgehend verboten. (IHK Braunschweig)
- Ein umfassendes Verbot fast aller PFAS ist auf dem Weg: Die Fachausschüsse der EU-Chemikalienagentur unterstützen 2026 eine EU-weite Beschränkung mit gezielten Ausnahmen. Bis Ende 2026 soll die letzte Stellungnahme vorliegen, danach entscheidet die EU-Kommission mit den Mitgliedstaaten. (IHK Braunschweig)
Was heißt das für uns? Bei Mikroplastik und PFAS ist Vorsorge klüger als Abwarten: weniger Kunststoff, weniger Autofahren, Pfannen und Outdoorkleidung ohne Fluorchemie – und politischer Druck für das umfassende PFAS-Verbot.
Videos dazu

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Mai Thi Nguyen-Kim hat PFAS in ihrem eigenen Blut gefunden. MAITHINK X (April 2026) erklärt, was diese Ewigkeitschemikalien mit Gesundheit und Umwelt machen.

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ZDFinfo-Doku (2024): Ein Drittel des Plastikmülls landet in der Umwelt. Wie Plastik vom Wundermaterial zur Gefahr für die Gesundheit wurde.