Leiden der Tiere: Klima, Gesundheit, Fläche: Was die Forschung heute sagt

Klima, Gesundheit, Fläche: Was die Forschung heute sagt

Seit dem ZEIT-Artikel von 2020 sind große neue Berichte erschienen: der FAO-Bericht zur Tierhaltung (2023), die neue Position der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur veganen Ernährung (2024) und der zweite EAT-Lancet-Bericht (2025). Die Grundaussage des Textes bleibt bestehen – einige Zahlen haben sich aber verschoben.

  • Die FAO hat ihre Zahl neu berechnet: Die Tierhaltung verursacht rund 6,2 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalente im Jahr. Das sind etwa 12 Prozent aller menschengemachten Treibhausgase (Bezugsjahr 2015). Ohne Gegenmaßnahmen könnten es bis 2050 rund 9,1 Milliarden Tonnen werden. (FAO)
  • Das ganze Ernährungssystem – vom Acker bis zum Teller – ist für etwa ein Viertel aller Treibhausgase verantwortlich. Was wir essen, zählt dabei viel mehr als der Transportweg: Ein Kilo Rindfleisch verursacht im Weltdurchschnitt rund 60 Kilo CO₂-Äquivalente, ein Kilo Erbsen etwa 1 Kilo. (Our World in Data)
  • Rund drei Viertel der landwirtschaftlichen Fläche der Welt dienen der Tierhaltung. Dafür liefert sie nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent des Eiweißes. (Our World in Data)
  • In Deutschland ist die Landwirtschaft mit 76 Prozent die größte Quelle für Methan – vor allem durch die Verdauung von Rindern und anderen Wiederkäuern. Methan wirkt rund 28-mal stärker als CO₂, baut sich aber in etwa zwölf Jahren ab. Weniger Methan bremst die Erwärmung deshalb schnell. (Umweltbundesamt)
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat 2024 ihre Position geändert: Eine gut geplante vegane Ernährung kann für die allgemeine Bevölkerung gesundheitsfördernd sein – wenn Vitamin B12 ergänzt wird. Für Kinder, Schwangere, Stillende und Ältere spricht die DGE wegen dünner Datenlage weder dafür noch dagegen eine klare Empfehlung aus. (DGE)
  • Der zweite EAT-Lancet-Bericht (Oktober 2025) bestätigt: Ernährungssysteme verursachen etwa 30 Prozent der weltweiten Treibhausgase und tragen am meisten dazu bei, dass fünf planetare Grenzen überschritten sind. Eine überwiegend pflanzliche Kost mit wenig tierischen Produkten könnte jedes Jahr bis zu 15 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern. (Wageningen University & Research)
  • Der Bericht zeigt auch eine Gerechtigkeitsfrage: Die reichsten 30 Prozent der Menschen verursachen rund 70 Prozent der Umweltschäden des Ernährungssystems. (Wageningen University & Research)

Was heißt das für uns? Die Wissenschaft ist sich heute einiger denn je: Weniger tierische Lebensmittel sind gut für das Klima, die Fläche und die Gesundheit. Vor allem wir in reichen Ländern haben hier den größten Hebel.

Videos dazu

Vorschaubild zum Video „Sollten wir weniger Fleisch essen? Das sagt die Wissenschaft | Quarks TabulaRasa“

Sollten wir weniger Fleisch essen? Das sagt die Wissenschaft | Quarks TabulaRasa

YouTube · Quarks · 2022 · 13 Min.

Quarks (2022): Sollten wir weniger Fleisch essen? Was die Forschung zu Klima, Gesundheit und Lebenserwartung sagt.

Vorschaubild zum Video „EAT–Lancet Commission Report 2025 | A Scientific Assessment of the Global Food System“

EAT–Lancet Commission Report 2025 | A Scientific Assessment of the Global Food System

YouTube · Potsdam Institute for Climate Impact Research PIK · 2025 · 5 Min.

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung stellt in fünf Minuten den EAT-Lancet-Bericht 2025 vor: Wie lässt sich die Welt gesund und innerhalb der Grenzen des Planeten ernähren? (Englisch)

Vorschaubild zum Video „Haben wir schon immer Fleisch gegessen? | Stimmt es, dass ...? | ARTE“

Haben wir schon immer Fleisch gegessen? | Stimmt es, dass …? | ARTE

YouTube · ARTEde · 2026 · 24 Min.

ARTE (Januar 2026): Haben Menschen schon immer Fleisch gegessen, und brauchte unser Gehirn Fleisch zum Wachsen? Eine Spurensuche bei unseren Vorfahren.