Das industrielle Leiden der Tiere beenden

Wir haben hier sehr viele Informationen zusammengeführt. Wenn Du gerade nicht viel Zeit hast, und Dir NICHT klar ist, wie wichtig eine Reduktion des Fleischkonsums ist, empfehlen wir Dir, eines der ausgewählten Videos anzusehen. Sorry, aber da musst Du durch.

Wenn Du bereits nach Möglichkeiten suchst, wie Du Dein Leben vegan gestalten kannst, geh am Besten direkt auf den Blog von Justine, mit zahllosen Tipps für ein faires, veganes, nachhaltiges, gesundes und dabei sehr frohes Leben. Das macht Lust auf Veränderung!

Fakten zur Massentierhaltung

Mitgefühl zulassen – und mit Freude essen

Tierschutzbund: Was bedeutet Massentierhaltung?

Tierschutzbund

Die unterzeichnenden Organisationen begrüßen grundsätzlich die Bestrebungen der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft nach Verbesserungen für landwirtschaftlich genutzte Tiere. Bezüglich der Einführung des geplanten staatlichen Labels auf freiwilliger Basis erachten wir es allerdings als unerlässlich, bereits jetzt in dessen gesetzlichen Rahmen die Überführung in eine verpflichtende staatliche Haltungskennzeichnung zu verankern. Dass dies auch EUrechtskonform möglich ist, wurde mehrfach durch Gutachten belegt.1 Weit über das Label hinaus, sehen wir in einer Haltungskennzeichnung einen effektiven Beitrag, um mittel bis langfristig die unzureichende Haltung durch tiergerechtere Verfahren zu ersetzen. Das Beispiel der Eierkennzeichnung hat gezeigt, dass dieser Weg erfolgreich sein kann, denn nur so können Verbraucher über die von ihnen akzeptierten Haltungsverfahren entscheiden. Wir fordern hiermit die Bundesregierung auf, die rechtlichen Voraussetzungen für ein solches System bis zum Ende dieser Legislaturperiode vorzulegen.Die derzeit vom BMEL initiierte Tierwohlkennzeichnung, die nicht konkret alle Haltungsverfahren, sondern „Tierwohl“ an sich auszeichnen will, bringt eine hohe Verantwortung des Gesetzgebers mit sich: Die Kriterien der einzelnen Stufen müssen so ausgestaltet sein, dass tatsächlich ein wirkliches Mehr an „Tierwohl“ erkennbar und garantiert ist. So darf die Haltung von Schweinen mit kupierten Ringelschwänzen in VollspaltenSystemen keinesfalls – auch nicht in der Einstiegsstufe – mit einem entsprechenden Label ausgezeichnet werden; genauso wenig wie eine wochenlange Fixierung im Kastenstand. Vom Ferkel über die Sau bis zum Mastschwein müssen alle Tiere berücksichtigt werden. Beim staatlichen Tierwohllabel in Dänemark ist das Kupieren von Ringelschwänzen bereits in der Einstiegsstufe verboten und Stroh als Beschäftigungsmaterial sowie eine freie Abferkelung Pflicht. Daran sollte sich auch die Eingangsstufe der staatlichen Tierwohlkennzeichnung orientieren.

Folgende Kriterien für die Schweinehaltung sind aus Sicht der unterzeichnenden Organisationen als Einstieg für das staatliche Tierwohlkennzeichen unerlässlich:

Mindestkriterien für die Einstiegsstufe für Mastschwein, Sauen und Ferkel

  • Intakte Ringelschwänze und Eckzähne (keine Ausnahmegenehmigungen, keine Übergangsfristen2 )
  • Kein „vierter Weg“ (Lokalbetäubung) bei der Ferkelkastration
  • Erhöhung des Platzangebotes in den Ställen um 40% über den gesetzlichen Standard
  • Bequeme, weiche Liegefläche (eingestreut oder weiche, dicke Gummimatte), keine Neuzulassung von Vollspaltenböden
  • Raufutter und Beschäftigungsmaterial zum Wühlen in bester Qualität zur ständigen freien Verfügung und in ausreichender Menge für alle Schweine Stroh, Heu, Silage, Maissilage und Gras. Die alleinige Gabe von Kleie ist nicht ausreichend.
  • Maximale Fixierung von Sauen im Deckbereich von 4 Tagen, danach Gruppenhaltung
  • Freie Abferkelung (maximale Fixierung der Sauen auf 4 Tage nach der Geburt begrenzt)
  • Ständiger Zugang zu geeignetem Nestbaumaterial für Sauen (z.B. Langstroh) in ausreichender Menge in den Tagen vor, während und nach der Geburt
  • Der Einsatz von Hormonen wie PMSG ist nicht erlaubt.
  • Transport bis zum nächstgelegenen Schlachthof (Fahrzeit max. 4 h, max. 6 Stunden im Transportfahrzeug, max. 200 km Transportradius.
  • Verpflichtende Betäubungs und Entblutungskontrolle bei der Schlachtung mit vorheriger Schulung. Dokumentation der Fehlbetäubungsrate und entsprechender Gegenmaßnahmen.

Des Weiteren sind folgende Kriterien wichtig:

  • Buchtenstrukturierung, Rückzugsmöglichkeiten (z.B. spanische Wand)
  • bei Verwendung von Raufen, mindestens im Verhältnis 1:4
  • offene Tränken (Schalentränken, Trogtränken)
  • 2 Tränken pro Gruppe, Tränke: TierVerhältnis mind. 1:10
  • Fressplatz: TierVerhältnis: bei rationierter Fütterung 1:1, bei Vorratsfütterung 1:4
  • Aktive Luftkühlung (Ventilatoren)
  • Tageslicht mind. 3 % der Stallgrundfläche
  • Jährliche Fortbildung/Schulung zu Tierschutzthemen
  • Erhebung tierbezogener Parameter während Aufzucht und Mast sowie nach der Schlachtung mit Rückmeldung an Tierhalter. Teilnahme an Erfassungssystemen zum Tiergesundheitsindex, Aufbau eines Benchmarking.

Grundvoraussetzung für jegliche Auslobung mit „mehr Tierwohl“ ist die Nämlichkeit. Es dürfen keine Produkte gekennzeichnet werden, bei denen Betriebe noch nicht alle Kriteri-en erfüllen. Übergangsfristen entfallen somit. Die überwiegende Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ist bereit, höhere Preise für Fleischprodukte aus verbesserten Haltungsverfahren zu bezahlen. Diese Bereitschaft unterstreicht nicht nur die Verantwortung für ein Label, das sich durch Klarheit und Transparenz auszeichnet und damit ein nachhaltiges Verbrauchervertrauen erfährt. Das Label wird damit auch an die Bedingung geknüpft, die gesetzlichen Mindeststandards für alle landwirtschaftlich genutzten Tiere zu verbessern und weiterzuentwickeln. Trotz dieser Bereitschaft muss klar festgehalten werden: Die Finanzierung des überfälligen Umbaus in verbesserte Haltungsverfahren kann nicht allein den Verbrauchern aufgebürdet werden. Eine reine Finanzierung über den Markt lehnen wir ab. Über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) sowie durch Bundesmittel stünden bereits Milliarden an öffentlichen Fördergeldern für den Umbau in eine tier und auch umweltgerechtere Landwirtschaft zur Verfügung. Diese sind weit umfänglicher und zielgerichteter als bisher einzusetzen, wie auch vom Wissenschaftlichen Beirat des Bundeslandwirtschaftsministeriums mehrfach gefordert.

Quelle: Bund Naturschutz – Kernforderungen Tierwohlkennzeichen

 

Einen Überblick zum Thema findest Du im Wikipedia-Artikel zur Massentierhaltung. Da kann man auch lesen: „Der Präsident des Bauernverbands Joachim Rukwied ist der Meinung, dass es Massentierhaltung in Deutschland nicht gibt. Er spricht sich dafür aus, den Begriff Intensivtierhaltung zu verbreiten. “ Ach so…

Was sagen Tierschützer?

Im Folgenden findest Du einige Auszüge aus der Webseite von PeTA Deutschland (International: People for the Ethical Treatment of Animals)

Eierproduktion

… Hühner in der Eierindustrie leiden in jeder Haltungsform an der Zucht auf immer mehr Eier: Entzündungen des Legeapparates, verformte und gebrochene Knochen sowie der psychische Stress, den die Haltung in großen Tiergruppen auf zu wenig Platz auslöst, sind keine Seltenheit.
Aufgrund der extremen Enge und den unnatürlich großen Tiergruppen mit tausenden Tieren kommt es nicht selten zum sogenannten Federpicken, das bis hin zum Kannibalismus führen kann. …

Quelle: PeTA

Masthähnchen

… Herz, Lunge und Skelett der Tiere kommen mit der überdurchschnittlich schnell wachsenden Körperfülle nicht zurecht. Außerdem werden die Tiere dahingehend gezüchtet, dass sie ohne Unterlass Futter zu sich nehmen, bis sie in konventionellen Betrieben nach maximal 40 Tagen ihr „Schlachtgewicht“ von etwa 2 Kilo erreicht haben und getötet werden. …

Quelle: PeTA

Rinder und Kälber

Rinder werden nicht nur mit Heu und Gras, sondern auch mit einer für sie unnatürlichen Diät aus Soja, Getreide und anderem sogenanntem Kraftfutter gefüttert. Dies dient dazu, dass sie zum einen viel Milch geben und zum anderen schnell viel Fleisch ansetzen. Rinder werden meist ohne Betäubung kastriert und enthornt. Auf Transportern leiden sie unter Angst, Verletzungen, extremen Temperaturen, unzureichender Futter- und Wasserzufuhr und mangelnder tierärztlicher Versorgung. …

… Die Kälber in der Milchindustrie … werden zur „Produktion“ von Kalbfleisch aufgezogen. Hierzu werden sie … gleich oder nur wenige Tage nach der Geburt … in kleine Boxen, sogenannte Kälberiglus, gesperrt. …

(Weibliche Kälber) … werden … nach etwas über einem Jahr zum ersten Mal künstlich befruchtet.Hierzu werden sie zunächst fixiert. Dann führt der „Besamer“ seinen kompletten Arm in den Anus der Kuh und eine lange Kanüle in ihre Vagina ein. Dieser Vorgang wiederholt sich meist jährlich, um den Milchfluss konstant hochzuhalten. Kurz nach der Geburt wird der Mutterkuh das Kalb weggenommen. Sobald die Kuh nicht mehr schwanger wird, zu wenig Milch gibt oder ernsthaft krank wird, wird sie im Schlachthaus getötet. Im Schnitt geschieht dies nach etwa fünf Jahren. Die natürliche Lebenserwartung von Rindern liegt hingegen bei 20 Jahren und mehr.

Quelle: PeTA

Schweine

Bildquelle: PeTAhttps://www.peta.de/grausamkeitantieren

Insbesondere konventionell gehaltene Schweine in der sogenannten Massentierhaltung leiden ihr Leben lang unter beengten Verhältnissen. Da Säue maximal viele Nachkommen für die Mast produzieren sollen, werden auch sie regelmäßig künstlich befruchtet. Während der Besamung und der Säugezeit werden die Muttertiere über Wochen in extrem enge Metallkäfige gesperrt, in denen sie außerstande sind, sich umzudrehen. Dies ist auch in der Biohaltung erlaubt.

… Obwohl Schweine von Natur aus äußerst friedfertige und soziale Tiere sind, werden sie durch die Qualhaltung in drangvoller Enge und Isolation zu Schwänze beißenden Kannibalen, die ein völlig neurotisches Verhalten entwickeln. Zudem führt die Haltung auf harten Spaltenböden bei vielen Tieren zu Krankheiten: Ihre Gelenke schmerzen und entzünden sich, sodass jeder Schritt Schmerzen bereitet.

Schweine sind extrem intelligent und verfügen ähnlich wie Delfine über ein Ich-Bewusstsein. Zudem sind Schweine reinliche Tiere mit einem exzellenten Geruchssinn. Das Leben inmitten und über ihrem Kot und Urin ist deshalb nicht nur eine psychische Belastung, sondern führt oftmals auch zu einer krankhaften und schmerzhaften Reizung von Augen und Atemwegen.

Quelle: PeTA

Männliche Küken werden vergast

Allseits bekannt – aber nicht im Bewusstsein: Die männlichen Küken werden bei der Aufzucht von Legehennen vergast. Das gilt auch für Bio-Eier! Wer das nicht möchte, kann Eier mit doppeltem Lebenswertkaufen. Allerdings sollte auch das nicht darüber hinwegtäuschen, dass in vielen Lebensmitteln Eier enthalten sind. Und die sind definitiv nicht mit „doppeltem Lebenswert“ erzeugt.

Was Sie über Massentierhaltung wissen sollten

Fleischproduktion in Deutschland – Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 3.3.2014

Die Masse

In Deutschland leben dem Bundesamt für Statistik zufolge derzeit etwa 12,7 Millionen Rinder, davon 4,3 Millionen als Milchkühe, 28 Millionen Schweine und 67,5 Millionen Masthühner. Dazu kommen 36,6 Millionen Lege­hennen. Diese Zahl hat seit 2011 deutlich zugenommen, um 7,5 Prozent. Nimmt man Schafe, Puten und andere Nutztiere hinzu, leben insgesamt fast doppelt so viele Nutztiere wie Menschen in Deutschland. …

Deutschland steht bei der Schweineschlachtung mit mehr als 58 Millionen getöteten Tieren pro Jahr auf Platz 1 der europäischen Spitzenproduzenten, beim Rindfleisch auf Platz 2 hinter Frankreich, wie der Fleischatlas 2014 des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt. Auf dem größten Geflügelschlachthof Europas im niedersächsischen Wietze schlachtet eine Maschine 450 Tiere pro Minute. …

Knapp 8,1 Millionen Tonnen Fleisch wurden im Jahr 2013 in den gewerblichen Schlachtbetrieben Deutschlands produziert. Das geht weit über den Bedarf auf dem deutschen Markt hinaus: Deutschland exportiert derzeit 4,14 Millionen Tonnen Fleisch im Jahr. Zwischen 2000 und 2010 ist der Fleischexport um fast 250 Prozent gestiegen. …

Bei den Legehennen sind selbst 100 000 pro Betrieb keine Seltenheit mehr. …

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 3.3.2014

Das Leiden

Je nach Tierart sind die Bedingungen und Folgen der Massentierhaltung unterschiedlich. Jedoch gibt es einige typische Merkmale für sämtliche Tierarten:
Viele Tiere auf wenig Raum: So leben beispielsweise in etwa 70 Prozent der Masthühnerbetriebe mehr als 50 000 Tiere. Pro Quadratmeter sind 33 Kilogramm Gesamtgewicht erlaubt – das sind ungefähr 20 Hühner.
Möglichst schnell ein möglichst hohes Gewicht: Mastschweine etwa setzen in sechs Monaten 100 Kilogramm Fleisch an. Dabei wenden die Betreiber unnatürliche Methoden an: In Putenställen beispielsweise brennt Tag und Nacht das Licht, weil die Tiere dann auch nachts die Futterstellen aufsuchen und schneller zulegen.
Unnatürlich hohe Leistungen: Hennen legen fast jeden Tag ein Ei, Kühe produzieren viel mehr Milch als früher. 2013 gab eine Kuh 8200 Liter pro Jahr, mehr als doppelt so viel wie noch 1950.
Stress und Frust: Bei der Massentierhaltung können Tiere ihre natürlichen Bedürfnisse nicht oder kaum ausleben – ihnen fehlen ausreichend Bewegung, Ruhemöglichkeiten, natürliche Futtersuche. Außerdem beeinflusst die Haltung auf engstem Raum das Sozialverhalten. Bei den Tieren führt das zu Stress und Frustrationen.
Körperliche Eingriffe: Damit die Tiere sich in der Folge nicht gegenseitig angreifen, kommt es zu körperlichen Eingriffen: Man kupiert bei Ferkeln die Ringelschwänze und kürzt ihnen die Zähne, schneidet Legehennen und Puten die Schnabelspitzen ab oder entfernt Rindern die Hörner.
Häufige Erkrankungen: Besonders verbreitet sind Herz-Kreislauf-Störungen, Verformungen der Knochen durch schnelle Gewichtszunahme, Geschwüre oder Verhaltensstörungen. …
– auf diese (Gesundheitsprobleme) reagiert man mit einer Reihe von Arzneimitteln: Aspirin etwa gegen die Schmerzen, wenn Hühnern unter ihrem Mastgewicht die Beine brechen, oder Cortison gegen Stresszustände bei Schweinen. Am problematischsten aber ist der massenhafte Einsatz von Antibiotika. Ein Masthuhn zum Beispiel lebt durchschnittlich 32 Tage und wird in dieser Zeit rein statistisch 2,3 Mal mit Antibiotika behandelt.
… In Deutschland sind in der Tierhaltung nur Sexualhormone erlaubt. Der BUND hat den Hormoneinsatz in der Schweinezucht untersucht. Demnach würden „systematisch und routinemäßig“ Hormone eingesetzt, um den Zyklus der Sauen gleichzuschalten und mehr Ferkel pro Wurf zu bekommen, heißt es in der Studie. Durch die enorme Steigerung der Ferkelzahl pro Wurf kommen außerdem immer mehr Ferkel tot zur Welt oder sterben direkt nach der Geburt. Zudem landen die Hormone auch im Grundwasser. …
… Der massenhafte Einsatz von Antibiotika in den Ställen fördert die Entstehung von antibiotikaresistenten Keimen, die auch für Menschen gefährlich sein können. Eine Studie des BUND entdeckte auf mehr als der Hälfte des Hähnchenfleisches im Supermarkt antibiotikaresistente Keime. … Das Robert-Koch-Institut rät mittlerweile sogar, bei der Zubereitung von Geflügelfleisch Einmalhandschuhe zu tragen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 3.3.2014

Umweltfolgen

Hoher Wasserverbrauch: Ein Mastschwein verbraucht fast eine Million Liter Trinkwasser. Nicht, weil es so durstig ist, der Großteil wird dazu gebraucht, sein Futter anzubauen. Sollte der Fleischkonsum weiter so rasant wachsen, dann würde sich dem Worldwatch Institut zufolge der Wasserbedarf für Tierfutter bis zur Jahrhundertmitte verdoppeln.
Anbauflächen für Futter: Die Tiere werden meist mit Soja gefüttert, das zum größten Teil aus Südamerika importiert wird. Vor allem wegen des gestiegenen Fleischkonsums hat sich die Sojaproduktion seit 1960 verzehnfacht, drei Viertel davon sind gentechnisch verändert. Die Anbauflächen sind auf das Vierfache angestiegen, nach Angaben der Tropenwaldstiftung Oroverde mussten dafür allein in Brasilien bereits 21 Millionen Hektar Regenwald weichen.
Verschmutzung des Grundwassers mit Nitrat: Grundwasserproben zeigen, dass die Nitrat-Grenzwerte für Trinkwasser von 50 Milligramm pro Liter besonders oft in Regionen mit hoher Viehdichte überschritten werden. 36 Prozent der Messstellen bundesweit wiesen deutlich bis stark erhöhte Nitratwerte auf. Nitrat gilt als krebserregend.
Wohin mit der Gülle? Große Betriebe haben meist Gülleüberschuss und nicht so viele Felder, auf denen sie diese ausbringen könnten. So entsteht häufig Überdüngung, große Mengen von Stickstoff lagern sich im Boden an und lassen Tier- und Pflanzenarten sterben, die an stickstoffärmere Umgebungen angepasst sind.
Klimawandel: Methan entsteht in den Mägen von Wiederkäuern und ist als Klimagas etwa 25 Mal klimaschädlicher als CO2. Die Landwirtschaft ist aktuell mit mehr als 54 Prozent die größte Emissionsquelle für Methan in Deutschland, das ist fast ausschließlich auf die Rinderhaltung zurückzuführen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 3.3.2014

Weitere Information in der ZEIT-Themenreihe zur Massentierhaltung.

Informativ auch der Beitrag der ARD in Planet-wissen: Tierhaltung XXL – Wie Fleisch und Wurst in Massen produziert werden (von Andrea Böhnke)

Der Spiegel berichtete 2017 über die Positionen der Parteien zum Tierschutz: „Beim Tierschutz geht es zu langsam voran. Glaubt man den Wahlprogrammen, setzen sich alle Parteien für das Tierwohl ein. Bilder aus der Massentierhaltung vermitteln einen anderen Eindruck.

Hier ein Statement der Tierschutzpartei zur Massentierhaltung.

Video-Beiträge über Massentierhaltung und Alternativen

„Why should we end animal agricouture“ von Jace Reese.
There are over 100 billion animals in the global food system, taking an enormous collective toll on our health and the environment. In this eye-opening talk, animal advocate and social scientist Jacy Reese makes a compelling argument as to why (and how) we should relegate the factory farming of animals to history’s scrap pile.

Die folgenden Videos sind NICHT FÜR KINDER GEEIGNET

Zwei harte Filme: Dominion und Earthlings

ist eine der harten Dokumentationen – hier geht es zum Trailer, hier zum Video und hier siehst Du Reaktionen von jungen Zuschauern, die den Film gesehen haben.

Ebenso heftig: Der Film Earthlings. Wer schon vegan lebt, muss sich das nicht mehr anschauen. Aber wenn Du etwas brauchst, um Dir sicher zu sein…

Ziele für das Wohl der Tiere und eine gesunde Ernährung für alle

Klare Definition von Mindestbedingungen für die Tierhaltung, die qualitativ sicherstellen, dass die Tiere nicht leiden und ein artgemäßes Leben führen können. Verbot tierquälerischer Massentierhaltung und Schlachtung. Dieses Verbot macht auch dann Sinn, wenn in anderen Ländern mehr und mehr Fleisch aus Massentierhaltung verschlungen wird – weil jedes einzelne Tier als fühlendes Lebewesen zählt.

Verbot der Fütterung von Tieren mit Futter aus Weltgegenden, in denen Nahrungsknappheit herrscht oder in denen Wälder für Weide- oder Futteranbauflächen vernichtet werden.

Lösungsansätze für eine Ernährung ohne Leiden


Öko-Steuer auf Fleisch

Fleischproduktion hat einen erheblichen ökologischen Impact, der nicht nur durch die damit einhergehenden Co2-Emissionen entsteht. Die Fakten sind genannt. Ebenso wie die CO-Bepreisung könnte man sich auch eine Fleisch-Steuer vorstellen, die umgekehrt proportional zum Einkommen wieder an die Bevölkerung rückverteilt wird. Damit handelt es sich also NICHT um eine Steuer, die beim Staat verbleibt, sondern um eine reine Steuerungsmaßnahme, die ökologisch schädliches Verhalten besteuert und die Einnahmen an die Bevölkerung rückverteilt.

Fleisch aus der Retorte

Richard David Precht diskutiert in einem spannenden Vortrag das Für und Wider von künstlich erzeugtem Fleisch. Wenn wir uns vor Augen führen, dass es darum geht, das LEIDEN von Tieren zu vermeiden und die ÖKOLOGISCHEN Konsequenzen der Massentierhaltung zu überwinden, dann sollten wir diesen Möglichkeiten offen gegenüberstehen.

Was aber wirklich spannend ist: Prechts Warnung vor einer Patentierung von Kunstfleisch.

Vegane Ernährung und Lebensweise

Ganz ehrlich: Ich ernähre mich seit Jahren mehr und mehr vegan – und je veganer meine Ernährung wird, desto wohler fühle ich mich. Sorry, aber es ist einfach Quatsch, dass Mensch Fleisch essen MUSS. Auf der Seite Proveg.com findest Du viele gute Ideen für den Einstieg ins vegane Lebe, z.B. Rezepte. Blog mit zahllosen Tipps für ein faires, veganes, nachhaltiges, gesundes und dabei sehr frohes Leben

Geheimtipp: Justine macht als vegan-fair-fashion-Bloggerin einen wunderschönen Blog mit zahllosen Tipps für ein faires, veganes, nachhaltiges, gesundes und dabei sehr frohes Leben. Da geht einem das Herz auf 

Veganes Essen kann richtig lecker sein

Wir waren selbst erstaunt, wie lecker veganes Essen inzwischen sein kann. Ein chinesisches Restaurant in Berlin bereitet pflanzliche Bratstücke (Seitan, Tofu etc.) auf traditionelle chinesische Art zu – auf Top-Niveau.

Das Tianfuzius in Berlin ist ein feines chinesisches veganes Restaurant mit fairen Preisen (dafür gibt´s in München eine Pizza)

Tipps für den Einstieg ins vegane Leben – viel Vergnügen 🙂

Vegan leben – 11 Tipps von CareElite zum veganen Start

  • Proteine: Integriere regelmäßig Linsen, Bohnen, Quinoa, Kichererbsen, Chiasamen und Nüsse in deinen Ernährungsplan
  • Satt werden: Ballaststoffe helfen Dir (Kichererbsen – z.B. als Hummus, Quinoa, Buchweizen, Wildreis…
  • Süßes: Vegane Schokolade, veganes Eis…
  • Statt Fleisch: Tofu, Seitan, Tempeh und Soja
  • Milch: Gibt es als Mandel-, Reis-, Hafer-, Kokosnuss-, oder Sojadrinks
  • Kochideen: Vegan Quick & Easy von Björn Moschinski.
  • Frisch kochen: Die Basis deiner Lebensmittel sollte aus knackigem Gemüse und Obst bestehen
  • Versuchungen im schnellen Alltag – nimm was leckeres mit. Datteln, Gemüsechips, Nüsse …
  • Berate Dich mit Deinem Arzt: Vitamin B12, Vitamin D, Eisen und Kalzium sind kritische Elemente (ich nehme B12…)

Organisationen gegen die Massentierhaltung

PROVIEH e.V. – Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung

Das will PROVIEH:

  • Artgemäße Tierhaltung: Die wirtschaftliche Haltung von Nutztieren muss sich an den Lebensbedürfnissen der Tiere ausrichten – nicht umgekehrt!
  • Ökologisch verträgliche Tierhaltung: Nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung von Tieren kann nur im Einklang mit der Umwelt geschehen – nicht aber auf ihre Kosten!  
  • Die Züchtung von Nutztierrassen darf nicht allein ökonomischen Interessen folgen. PROVIEH will erreichen, dass die Bedürfnisse der Tiere und der Umwelt  bei der Zucht gleichermaßen mit berücksichtigt werden.
  • Artgemäße Fütterung: Nutztiere müssen ihrer Art gemäß gefüttert werden. PROVIEH verlangt, das die Futtermittelproduktion nicht zu Lasten der Umwelt und der ärmeren Weltregionen gehen darf.
  • Auch Tötung und Schlachtung gehören zur landwirtschaftlichen Nutzung von Tieren hinzu. PROVIEH setzt sich dafür ein, dass Transport und Tod von Nutztieren so schonend wie möglich geschehen.
  • Qualität statt Quälerei PROVIEH will erreichen, dass alle tierischen Erzeugnisse nach Herkunft und Erzeugungsart eindeutig gekennzeichnet werden.

Politische Forderungen, um Tierleid zu vermeiden

Grundlegende Forderungen

Tierquälerei wird konsequent verboten. Dazu gehört auch die nicht-artgerechte Tierhaltung, wie sie heute in der Massentierhaltung der Normalfall ist. Dazu gehören weiterhin Tiertransporte und Schlachtungen im Fließbandverfahren.
Dies hat automatisch zur Folge, dass Fleisch teurer wird. Damit kommt man zu einer Situation, in der sich wohlhabende Personen nach wie vor Fleisch im Überfluss leisten können, während ärmere Familien auf Fleisch verzichten müssten. Auch wenn es viele gute Gründe für eine vegane Ernährung gibt, ist es kaum realistisch, diese Lebensform von allen Menschen zu verlangen. Die Antwort auf das Problem liegt aber nicht darin, weiterhin Tiere zu quälen, um Fleisch beim Aldi zu Dumping-Preisen kaufen zu können, sondern sie liegt in einer gerechteren Verteilung von Einkommen und Vermögen.

Forderungen des Bund Naturschutz

  • Antibiotikaverbrauch minimieren. Reserveantibiotika in der Tierhaltung verbieten!
  • Megaställe verhindern! Bauernhöfe statt Agrarfabriken!
  • Irreführende Werbung verbieten! Verbindliche staatliche Haltungskennzeichnung einführen!
  • Tierschutzgesetz reformieren! Kontrollen verschärfen!
  • Verbot des Küken-Tötens aus rein wirtschaftlichen Gründen!
  • Düngerecht verschärfen! Gewässer vor Nitrat schützen!

Verbindliche Kennzeichnung aller tierischen Produkte

Bund Naturschutz: „Massentierhaltung ist schlecht für die Tiere und die Umwelt. Dennoch hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren den Ausbau Deutschlands als Fleischproduktionsstätte massiv vorangetrieben. Und das, obwohl sich die Essgewohnheiten ändern und der Fleischkonsum langsam sinkt. Die Menschen wollen Klarheit über die Haltungsbedingungen. Eine Haltungskennzeichnung kann Abhilfe schaffen. „

Ein staatliches Tierwohlkennzeichen muss her!

Die unterzeichnenden Organisationen begrüßen grundsätzlich die Bestrebungen der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft nach Verbesserungen für landwirtschaftlich genutzte Tiere. Bezüglich der Einführung des geplanten staatlichen Labels auf freiwilliger Basis erachten wir es allerdings als unerlässlich, bereits jetzt in dessen gesetzlichen Rahmen die Überführung in eine verpflichtende staatliche Haltungskennzeichnung zu verankern. Dass dies auch EUrechtskonform möglich ist, wurde mehrfach durch Gutachten belegt.1 Weit über das Label hinaus, sehen wir in einer Haltungskennzeichnung einen effektiven Beitrag, um mittel bis langfristig die unzureichende Haltung durch tiergerechtere Verfahren zu ersetzen. Das Beispiel der Eierkennzeichnung hat gezeigt, dass dieser Weg erfolgreich sein kann, denn nur so können Verbraucher über die von ihnen akzeptierten Haltungsverfahren entscheiden. Wir fordern hiermit die Bundesregierung auf, die rechtlichen Voraussetzungen für ein solches System bis zum Ende dieser Legislaturperiode vorzulegen.Die derzeit vom BMEL initiierte Tierwohlkennzeichnung, die nicht konkret alle Haltungsverfahren, sondern „Tierwohl“ an sich auszeichnen will, bringt eine hohe Verantwortung des Gesetzgebers mit sich: Die Kriterien der einzelnen Stufen müssen so ausgestaltet sein, dass tatsächlich ein wirkliches Mehr an „Tierwohl“ erkennbar und garantiert ist. So darf die Haltung von Schweinen mit kupierten Ringelschwänzen in VollspaltenSystemen keinesfalls – auch nicht in der Einstiegsstufe – mit einem entsprechenden Label ausgezeichnet werden; genauso wenig wie eine wochenlange Fixierung im Kastenstand. Vom Ferkel über die Sau bis zum Mastschwein müssen alle Tiere berücksichtigt werden. Beim staatlichen Tierwohllabel in Dänemark ist das Kupieren von Ringelschwänzen bereits in der Einstiegsstufe verboten und Stroh als Beschäftigungsmaterial sowie eine freie Abferkelung Pflicht. Daran sollte sich auch die Eingangsstufe der staatlichen Tierwohlkennzeichnung orientieren.

Folgende Kriterien für die Schweinehaltung sind aus Sicht der unterzeichnenden Organisationen als Einstieg für das staatliche Tierwohlkennzeichen unerlässlich:

Mindestkriterien für die Einstiegsstufe für Mastschwein, Sauen und Ferkel

  • Intakte Ringelschwänze und Eckzähne (keine Ausnahmegenehmigungen, keine Übergangsfristen2 )
  • Kein „vierter Weg“ (Lokalbetäubung) bei der Ferkelkastration
  • Erhöhung des Platzangebotes in den Ställen um 40% über den gesetzlichen Standard
  • Bequeme, weiche Liegefläche (eingestreut oder weiche, dicke Gummimatte), keine Neuzulassung von Vollspaltenböden
  • Raufutter und Beschäftigungsmaterial zum Wühlen in bester Qualität zur ständigen freien Verfügung und in ausreichender Menge für alle Schweine Stroh, Heu, Silage, Maissilage und Gras. Die alleinige Gabe von Kleie ist nicht ausreichend.
  • Maximale Fixierung von Sauen im Deckbereich von 4 Tagen, danach Gruppenhaltung
  • Freie Abferkelung (maximale Fixierung der Sauen auf 4 Tage nach der Geburt begrenzt)
  • Ständiger Zugang zu geeignetem Nestbaumaterial für Sauen (z.B. Langstroh) in ausreichender Menge in den Tagen vor, während und nach der Geburt
  • Der Einsatz von Hormonen wie PMSG ist nicht erlaubt.
  • Transport bis zum nächstgelegenen Schlachthof (Fahrzeit max. 4 h, max. 6 Stunden im Transportfahrzeug, max. 200 km Transportradius.
  • Verpflichtende Betäubungs und Entblutungskontrolle bei der Schlachtung mit vorheriger Schulung. Dokumentation der Fehlbetäubungsrate und entsprechender Gegenmaßnahmen.

Des Weiteren sind folgende Kriterien wichtig:

  • Buchtenstrukturierung, Rückzugsmöglichkeiten (z.B. spanische Wand)
  • bei Verwendung von Raufen, mindestens im Verhältnis 1:4
  • offene Tränken (Schalentränken, Trogtränken)
  • 2 Tränken pro Gruppe, Tränke: TierVerhältnis mind. 1:10
  • Fressplatz: TierVerhältnis: bei rationierter Fütterung 1:1, bei Vorratsfütterung 1:4
  • Aktive Luftkühlung (Ventilatoren)
  • Tageslicht mind. 3 % der Stallgrundfläche
  • Jährliche Fortbildung/Schulung zu Tierschutzthemen
  • Erhebung tierbezogener Parameter während Aufzucht und Mast sowie nach der Schlachtung mit Rückmeldung an Tierhalter. Teilnahme an Erfassungssystemen zum Tiergesundheitsindex, Aufbau eines Benchmarking.

Grundvoraussetzung für jegliche Auslobung mit „mehr Tierwohl“ ist die Nämlichkeit. Es dürfen keine Produkte gekennzeichnet werden, bei denen Betriebe noch nicht alle Kriteri-en erfüllen. Übergangsfristen entfallen somit. Die überwiegende Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ist bereit, höhere Preise für Fleischprodukte aus verbesserten Haltungsverfahren zu bezahlen. Diese Bereitschaft unterstreicht nicht nur die Verantwortung für ein Label, das sich durch Klarheit und Transparenz auszeichnet und damit ein nachhaltiges Verbrauchervertrauen erfährt. Das Label wird damit auch an die Bedingung geknüpft, die gesetzlichen Mindeststandards für alle landwirtschaftlich genutzten Tiere zu verbessern und weiterzuentwickeln. Trotz dieser Bereitschaft muss klar festgehalten werden: Die Finanzierung des überfälligen Umbaus in verbesserte Haltungsverfahren kann nicht allein den Verbrauchern aufgebürdet werden. Eine reine Finanzierung über den Markt lehnen wir ab. Über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) sowie durch Bundesmittel stünden bereits Milliarden an öffentlichen Fördergeldern für den Umbau in eine tier und auch umweltgerechtere Landwirtschaft zur Verfügung. Diese sind weit umfänglicher und zielgerichteter als bisher einzusetzen, wie auch vom Wissenschaftlichen Beirat des Bundeslandwirtschaftsministeriums mehrfach gefordert.

Quelle: Bund Naturschutz – Kernforderungen Tierwohlkennzeichen

 

Quelle: BUND Naturschutz

Stellungnahme des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) zum Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Einführung und Verwendung eines Tierwohlkennzeichens (Tierwohlkennzeichengesetz-TierWKG) (Stand des Entwurfes: 07.06.2018)

Was kann ich selbst gegen das Leiden der Tiere und die Massentierhaltung tun?

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  • Das Wichtigste: Reduziere Deinen Fleischkonsum: Jedes Schnitzel, das Du nicht isst, ist ein Erfolg!
  • Verzichte auf Fisch (die meisten Fischarten sind überfischt und Fischzucht ist überwiegend nicht ökologisch).
  • Wenn Du Fisch kaufst: „Kaufe günstigen Fisch mit Schwanz und Kopf, am besten an der Fischtheke.“  Hinweise zum Schutz von Fischbeständen findest Du bei Reset.org.
  • Wenn Du dazu bereit bist, wähle vegane Speisen und Lebensmittel, wo immer möglich. Fleisch durch Milchprodukte und Eier zu ersetzen, ist im Hinblick auf die Massentierhaltung keine echte Alternative. Durch vegane Ernährung vermeidest Du nicht nur Leiden von Tieren, sondern verringerst auch den CO2-Ausstoß, die Abholzung von Regenwäldern für Soja-Anbau usw.
  • Wenn Du Fleisch isst, dann stelle sicher, dass es aus einer wirklich artgerechten Tierhaltung mit kurzen oder keinen Transportwegen und einer möglichst wenig qualvollen Schlachtung stammt. Die Kennzeichnungen der Fleischindustrie dienen nur der Gewissensdämpfung und der Verkaufsförderung und haben wenig mit dem Tierwohl zu tun.
  • Wenn Du Eier kaufst, dann solche mit „doppeltem Lebenswert“ (da werden die männlichen Küken mit aufgezogen und nicht vergast). Gibt es im Bio-Laden sowie bei REWE und EDEKA.
  • Achte darauf, dass Lebensmittel nicht verderben, indem Du nur die notwendige Menge einkaufst, für eine richtige Lagerung sorgst und auf den rechtzeitigen Verbrauch schaust.
  • Kaufe Bio-Waren, möglichst von Bio-Verbänden mit erweiterten Regeln (z.B. Demeter) und im Bio-Laden. Damit hilfst Du nicht nur Deiner Gesundheit, sondern auch dem Erhalt der Artenvielfalt.

Mehr zu den Folgen des Fleischkonsums findest Du hier auf unseren Seiten zum Klimawandel und zum Tierwohl.
Über die Überfischung der Meere kannst Du Dich auf unserer Seite zum Artenschutz informieren.

Es geht nicht darum, dass wir alle heilige Veganer werden – sondern viel WENIGER FLEISCH konsumieren – und wenn, dann aus artgerechter Haltung

Zunächst einmal kannst Du damit aufhören, zu denken, Du müsstest ENTWEDER strenger Veganer in Kunsstoffschuhen werden, ODER es ist sowieso egal. Die Falle ist hier nämlich die Forderung nach absoluter Konsequenz. Wer nicht konsequent ist, soll es doch bitteschön gleich unterlassen, sich an irgendwelchen ethischen Maßstäben auszurichten (und anderen damit bewusst zu machen, dass auch sie Verantwortung tragen und sich anders verhalten könnten). Diese Art der inneren und manchmal auch geäußerten Killerargumente lähmt jeden Wandel.

Richtig ist doch eher: Jede einzelne vegane Mahlzeit ist ein Grund zur Freude, weil kein Tier dafür leiden musste. Und für Ökologie und die CO2-Bilanz ist es auch ein Erfolg. Und Deiner Gesundheit tut es mit großer Wahrscheinlichkeit auch gut.

Und wenn Du Tiere nur aus einer wirklich artgerechten Tierhaltung isst, dann ist das auch ein Erfolg, weil damit diese Art der Tierhaltung gestärkt wird. Bitte lass Dich aber nicht von irgendwelchen Fleischindustrie-Siegeln einlullen. Diese dienen ausschließlich dazu, die kognitive Dissonanz (das Unbehagen, das Du spürst, wenn Du Massentierhaltungs-Fleisch ist) zu verringern. Für das Tierwohl ist damit so gut wie nichts getan, im Gegenteil, diese irreführende Werbung soll den Fleischkonsum ja noch weiter erhöhen. Auch der Standard für die Herstellung von (Discounter-)Bio-Fleisch ist oftmals weit von dem entfernt, was wir hier artgerechte Tierhaltung nennen. 

Du kannst Eier mit doppeltem Lebenswertkaufen – bei denen die männlichen Küken nicht vergasst, sondern mit aufgezogen werden. Diese Eier gibt es mittlerweile in jedem guten Bio-Laden und sogar bei REWE und EDEKA (da heißen sie Bruderküken-Eier).

Bei FairnESSkultur.de findest Du – auch wenn Du kein Veganer bist – Anbieter (Erzeuger, Gastronomie, Hotels), die mit einiger Wahrscheinlichkeit mehr auf Nachhaltigkeit und Tiergerechtigkeit achten, als der Mainstream. Ist allerdings eher so eine mittelstandorientierte Seite (GmbH) für Leute mit ein bisschen Geld.