Fakten und Analysen zum Klimawandel

Auf dieser Seite findest Du eine Darstellung der wichtigsten Fakten und viele Links zu vertiefenden Informationen rund um den Klimawandel. Noch bessere Webseiten zum Thema sind insbesondere die Seiten von Scientists4Future und vom Deutschen Klima-Konsortium.

Die Aufgabe unseres Web-Projekts ist es vor allem, zu zeigen, dass der Klimawandel nur ein Symptom der Art und Weise ist, wie wir unsere Lebensgrundlagen systematisch zerstören – und dass wir alle Möglichkeiten haben, diesen Wahnsinn zu beenden.

Inhalte dieser Seite

Der Klimawandel ist bereits Realität

Weltweit ist die Durchschnittstemperatur bereits um etwa 1 °C angestiegen (relativ zu 1850–1900). Rund die Hälfte des Anstiegs erfolgte in den letzten 30 Jahren.

Globale Temperaturabweichung (Quelle DWD)

Quelle: Deutscher Wetterdienst, Globale Durchschnittstemperatur

Warming  Stripes nach Hawkins veranschaulichen die Erderwärmung im Zeitraum  von 1850, dem Zeitalter der Industrialisierung, bis zur Gegenwart 2018.
Quelle: Scientists for Future; Warming Stripes nach Hawkins. Sie veranschaulichen die Erderwärmung im Zeitraum von 1850, dem Zeitalter der Industrialisierung, bis zur Gegenwart 2018. Die farbigen Streifen zeigen die Temperaturabweichung vom Temperaturdurchschnitt.

CREDITS Text: © Gregor Hagedorn et al. 2019. The concerns of the young protesters are justified. GAIA 28 / 2(2019): 79–87, CC-BY 4.0 CREDITS Image: © Catherine Eckenbach & Sophie Lokatis (Scientists for Future). Idea for stripes: Ed Hawkins. CC BY-SA 4.0 SOURCE: Own work based on the idea by Ed Hawkins; data are Annual global temperatures from 1850-2017 [SlideID:3106] SOURCE: NASA. 2019. 2018 fourth warmest year in continued warming trend, according to NASA, NOAA. https://climate.nasa.gov/news/2841/ 2018-fourth-warmest-year-in-continued-warming-trend-according-to- nasa-noaa (accessed April 12, 2019). 

Ein neuer Bericht des Weltklimarats IPCC zeigt, welche Auswirkungen der Erderwärmung schon heute erkennbar sind: Eis schwindet, Meeresspiegel steigen, Ozeane versauern – der fürs Klima bedeutenden Wasserwelt geht es immer schlechter. (Die Erde versinkt in Wasser und Salz. Zeit online, 25.9.19)

Es wird heißer – das Fortschreiten des Klimawandels zwischen den Corona-Schlagzeilen

Auch wenn die Coronakrise 2020 das beherrschende Thema ist: Der Klimawandel macht keine Pause. Hier in lockerer Folge die traurigen Klima-Neuigkeiten.

Erwärmung der Arktis

„Konsequenz aus Klimaerwärmung“ Arktis-Eis schmilzt wie nie zuvor, n-tv 28.7.2020

Folgen für den Meeresspiegel Eisschmelze auf Grönland nicht aufzuhalten. n-tv vom 15.8.2020

Hinter diesen Nachrichten stehen aktuelle Forschungen des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung:

„The Greenland Ice Sheet recorded a new record loss of mass in 2019. This was the finding of a team of international researchers after evaluating data from satellite observations and modelling data. The total loss amounted to 532 billion metric tons, more than in the previous record year 2012 (464 billion metric tons), which equates to an average global sea-level rise of 1.5 mm. After two years characterised by low loss of mass in 2017 and 2018, the ice sheet is now heading toward increasing mass losses. The five years with the greatest losses all occurred in the last decade. The ice loss in 2019 exceeded the increase due to snowfall by over 80%. „ (Quelle, AWI)

Und wer es immer noch nicht glaubt: Auf der AWI-Webseite gibt es ausgiebige Informationen und Daten dazu.

Erwärmung des Permafrosts

Kipppunkt im Klimasystem – Permafrostböden weltweit erwärmen sich, n-tv vom 16.11.2019.

Verheerendes Klima-Domino: Sibiriens CO2-Zeitbombe tickt bedrohlich, n-tv vom 16.2.2020. Quelle für diesen Bericht: Permafrost is warming at a global scale, von Boris K. Biskarborn et al., nature communications, 16.1.2029

Zunahme des Methan-Ausstoßes

Größere Treibhauswirkung als CO2 – Methanausstoß erreicht unguten Höchststand, n-tv vom 15.7.2020. Methan hat eine bis zu 86 Mal stärkere Treibhauswirkung als CO2. Durch die Förderung fossiler Brennstoffe (alte Bohrlöcher, Erdgasförderung…), Deponien und durch die Tierhaltung gelangt immer mehr Methan in die Atmosphäre. Die gute Nachricht: Methan wird wesentlich schneller abgebaut, als CO2, so dass eine Verringerung des anthropogenen Ausstoßes von Methan entsprechend positive Folgen hätte. Der wissenschaftliche Artikel dazu: Increasing anthropogenic methane emissions arise equally from agricultural and fossil fuel sources, von R.B. Jackson et al., veröffentlicht in Environmental Research Letters, 15.7.2020. Besonders übel wirkt hier der sogenannte „Methan-Schlupf“ bei der Erdgasförderung. Vgl. „Der große Gas-Bluff“ Zeit Online, 4.7.2020. Soviel also zur Umweltfreundlichkeit von Erdgas. Aber noch nicht alle Methan-Quellen sind entdeckt und der Anstieg geht weiter. So dokumentiert es zumindest das WMO Greenhous Gas Bulletin der World Meteorological Organization und das Gobal Monitoring Laboratory der Earth System Research Laboratories.

FAQs zum Klimawandel

Fragen zum Klimawandel? Hier geht es zu den FAQ-Seiten von Klimafakten.de, vom Bundesumweltamt und vom Deutschen Klima-Konsortium:

Klimafakten auf Klimafakten.de – die Übersicht

  1. Gibt es wirklich einen Klimawandel?
  1. Kann man sich auf die Klimaforschung verlassen?

Die FAQ-Seite des Umwelt Bundesamts

beantwortet Fragen zum Klimawandel differenziert und verständlich. Einfach auf die Fragen klicken.

FAQ-Seite und Klima-Fakten des Deutschen Klima Konsortiums

1.1 | Temperaturprojektionen: Wenn das Wissen und das Verständnis über das Klimasystem zugenommen haben, warum wurde die Bandbreite der Temperaturprojektionen nicht geringer?

2.1 | Erderwärmung: Woher wissen wir, dass die Erde wärmer geworden ist?

2.2 | Klimaextreme: Haben sich die Klimaextreme verändert?

3.1 | Ozeanerwärmung: Wird der Ozean wärmer?

3.2 | Wasserkreislauf: Gibt es Belege für Änderungen im Wasserkreislauf der Erde?

3.3 | Ozeanversauerung: Wie hängt die anthropogene Ozeanversauerung mit dem Klimawandel zusammen?

4.1 | Meereis: Wie verändert sich das Meereis in der Arktis und Antarktis?

4.2 | Gletscher: Verschwinden Gletscher aus den Bergregionen?

5.1 | Sonne: Ist die Sonne ein wesentlicher Treiber der jüngsten Klimaänderungen?

5.2 | Meeresspiegel: Wie ungewöhnlich ist die aktuelle Änderungsgeschwindigkeit des Meeresspiegels?

6.1 | Permafrost: Könnte eine schnelle Freisetzung von Methan und Kohlendioxid aus tauendem Permafrost oder aus der Ozeanerwärmung die Erwärmung wesentlich erhöhen?

6.2 | Kohlenstoffkreislauf: Was passiert mit Kohlendioxid, nachdem es in die Atmosphäre eingebracht wurde?

7.1 | Wolken: Wie beeinflussen Wolken das Klima und den Klimawandel?

7.2 | Aerosole: Wie beeinflussen Aerosole das Klima und den Klimawandel?

7.3 | Geoengineering: Könnte Geoengineering dem Klimawandel entgegenwirken, und welche Nebeneffekte könnten auftreten?

8.1 | Wasserdampf: Wie wichtig ist Wasserdampf für den Klimawandel?

8.2 | Luftqualität: Haben Verbesserungen der Luftqualität einen Einfluss auf den Klimawandel?

9.1 | Klimamodelle: Werden Klimamodelle besser, und wie können wir das prüfen?

10.1 | Klimaänderungen: Das Klima ändert sich ständig. Wie ermitteln wir die Ursachen von beobachteten Änderungen?

10.2 | Lokale Ebene: Wann werden Einflüsse des Menschen auf das Klima auf lokaler Ebene sichtbar werden?

11.1 | Wetter: Wenn man das Wetter für den nächsten Monat nicht vorhersagen kann, wie kann man das Klima für das nächste Jahrzehnt vorhersagen?

11.2 | Vulkanausbrüche: Wie beeinflussen Vulkanausbrüche das Klima und unsere Fähigkeit, das Klima vorherzusagen?

12.1 | Modelle und Szenarien: Warum werden so viele Modelle und Szenarien benutzt, um den Klimawandel zu projizieren?

12.2 | Wasserkreislauf: Wie wird sich der Wasserkreislauf der Erde ändern?

12.3 | Emissionen: Was würde mit dem zukünftigen Klima geschehen, wenn wir heute die Emissionen stoppen würden?

13.1 | Meeresspiegelanstieg: Warum unterscheidet sich die lokale Meeresspiegeländerung vom globalen Durchschnitt?

13.2 | Eisschilde: Werden die Eisschilde in Grönland und der Antarktis bis Ende des Jahrhunderts zur Meeresspiegeländerung beitragen?

14.1 | Monsune: Wie beeinflusst der Klimawandel die Monsune?

14.2 | Klimaprojektionen: Wie stehen regionale Klimaprojektionen mit Projektionen globaler Mittelwerte in Verbindung?

Das Deutsche Klima-Konsortium bietet auch eine gute Klimafakten-Liste an:

Vertiefende Analysen zu den Ursachen des Klimawandels

Die für Nicht-Klimaforscher*innen geeignetsten Seiten, um sich über den Stand der Wissenschaft zu informieren sind vermutlich die von Scientists4Future und vom Deutschen Klima-Konsortium. Scientists for Future bieten eine Fülle von Material, Belegen und Analysen zum Klimawandel. Viele der Grafiken gibt es mit öffentlicher Lizenz, einige siehst Du in den folgenden Abschnitten. Interessante Podcasts zum Thema findest Du auf Wissenschafts-podcasts – Klimaforschung.

Paläoklima-Forschung und die Hockeyschläger-Kurve

„Klimaveränderungen gab es doch schon immer.“ Mit diesem Argument wird der anthropogene Klimawandel immer wieder angezweifelt. Die folgenden Informationen geben Aufschluss über die Diskussion. Fazit: Der Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte ist a) in seiner Art und Geschwindigkeit außergewöhnlich und b) vom Menschen verursacht.

Eine Grafik taucht in der Beschreibung des Klimawandels immer wieder auf: Die Hockeyschläger-Kurve, die anzeigt, dass die globale Temperatur in den letzten Jahrzehnten drastisch über das langjährige Mittel angestiegen ist.

Der Beitrag von Stefan Rahmstorf verteidigt die Hockey-Schläger-Kurve vehemment gegen Kritik. Dabei beruft er sich auf die Pages 2k Studie, die die Vorhersage der vieldiskutierten Hockeyschläger-Kurve zu bestätigen scheint. Das PAGES 2k Netzwerk ist eine Initiative zum Studium der globalen Temperaturveränderungen der vergangengen 2000 Jahre.

Klimawandel: Die Hockeyschlägerkurve - Paläoklima und die Hockeyschläger-Debatte

Quelle: Stefan Rahmstorf. Paläoklima: Die Hockeyschläger-Debatte.

Es gibt einige (wenige) Wissenschaftler, die vor allem die Unsicherheiten in der Interpretation komplexer vergangenheitsbezogener Daten betonen. Einer davon ist Dr. Harald Kehl, der bis 2016 für das Institut für Ökologie an der TU Berlin tätig war. Auf seiner Webseite werden die Klimadaten äußerst kritisch diskutiert.

Kritische Diskussion innerhalb der Wissenschaft ist notwendig, denn wenn sie nicht kritisch ist, ist sie keine Wissenschaft mehr. Andererseits führen diese Diskussionen dazu, dass in der Bevölkerung eine massive Verunsicherung auftritt. Was stimmt denn nun? Letztlich kannst Du Dir nur selbst ein Bild machen und die Glaubwürdigkeit verschiedener Quellen einschätzen, was als Nicht-Experte allerdings unglaublich schwierig ist.

Ich halte es für unverantwortlich, ohne hieb- und stichfeste Beweise und eine tiefe Durchdringung des Themas zu behaupten, man müsse nicht handeln, weil es keinen wissenschaftlichen Konsens gäbe. 97% aller Wissenschaftler sind sich völlig einig darüber, dass der anthropogene Klimawandel eine Tatsache ist.

Der menschengemachte Klimawandel ist mit so hoher Wahrscheinlichkeit belegbar, dass es nicht mehr vernünftig genannt werden kann, wenn quantitative Restunsicherheiten herangezogen werden, um Maßnahmen gegen die Klimaerhitzung abzulehnen.

Um die genannten Restunsicherheiten soweit wie möglich aufzuklären, wollen wir noch tiefer in das Thema Paläoklima und Zusammenhang von atmosphärischer CO2-Konzentration und globaler Temperatur einsteigen:

Quelle: Scientists for Future; Die Grafik zeigt den Verlauf der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, die Globale Temperatur und die Höhe des Meeresspiegels in den letzten 420000 Jahren. Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen, unter anderem von Eisbohrkernen aus Grönland und der Antarktis, von Sedimentbohrkernen aus dem tiefen Ozean, oder von sehr alten Korallenriffen. Die CO2-Konzentration übersteigt heute alle Werte der vergangenen 420000 Jahre. Die 400 ppm Marke haben wir ca. 2016 permanent überschritten. Wichtig: In der Geschichte folgte die CO2-Konzentration der Erwärmung. Heute folgt die Erwärmung der Mensch-gemachten CO2-Konzentration, da der Anstieg des CO2-Levels so stark ist. Man sieht, dass das Holozän, also das Erdzeitalter in dem wir leben, im Vergleich zu früheren Zeiten eine sehr stabile Erdtemperatur hat. Diese „Komfortzone“ würden wir riskieren, wenn wir die Erde weiter erwärmen.

Die folgende Grafik zeigt anschaulich die Unterschiede im Temperaturverlauf auf verschiedenen Kontinenten:

Temperaturverlauf der letzten 2000 Jahre in verschiedenen Kontinentalregionen.

Quelle 1: Stefan Rahmstorf. Paläoklima: Die letzten 2000 Jahre. Temperaturverlauf in den einzelnen Kontinentalregionen (30-Jahres-Mittel). Rot bedeutet warm, blau kalt. Quelle 2: Nature Geoscience.

Fakt ist: CO2 ist die Hauptursache des gegenwärtigen Klimawandels, auch wenn das bei anderen Klimawandeln in der Erdgeschichte anders gewesen sein mag

Eiszeitalter sind durch einen Wechsel von Eis- und Warmzeiten geprägt. Wenn die Erde aus einer Eiszeit kommt, wird die Erwärmung tatsächlich nicht durch Kohlendioxid verursacht, sondern durch Veränderungen der Erdumlaufbahn und der Erdachse. Infolge des Temperaturanstiegs geben dann die Meere CO2 ab, das die Erwärmung verstärkt und über den gesamten Planeten verteilt. In Wahrheit stimmt also beides: Steigende Temperaturen führen zu einem CO2-Anstieg in der Atmosphäre, und CO2 führt zu einer Erwärmung.

In den letzten 500.000 Jahren erlebte die Erde lange Eiszeiten (Glaziale), die regelmäßig von kurzen Warmzeiten unterbrochen wurden, sogenannten Interglazialen. Veränderungen der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre stimmen ziemlich genau mit diesem Zyklus überein: Der CO2-Gehalt nimmt um etwa 80 bis 100 Teilchen pro Million (ppm = parts per million, also CO2-Moleküle in einer Million Luftmolekülen) zu, während die arktischen Temperaturen um rund zehn Grad Celsius steigen (siehe Abbildung 1). 

Bei genauer Betrachtung jedoch folgt der CO2-Anstieg dem Temperaturanstieg um ungefähr 1000 Jahre. Obwohl dieses Phänomen schon vor mehr als zwanzig Jahren vorhergesagt wurde (Lorius et al. 1990), führt es bei vielen Menschen noch immer zu Überraschung und Verwirrung. Ist nun der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre eine Folge der Erderwärmung, oder ist umgekehrt die Erderwärmung eine Folge des CO2-Anstiegs? Die Antwort lautet: Beides ist richtig.

CO2 Konzentration in der Atmosphäre

Abbildung 1: Daten zur CO2-Konzentration in der Atmosphäre, die anhand eines Eisbohrkerns von der russischen Antarktis-Forschungsstation „Wostok“ gewonnen wurden (blaue Kurve) und zu Temperaturschwankungen über die vergangenen 400.000 Jahre (rote Kurve); Quellen: Petit 2000, Barnola 2003 

Warmzeiten treten ungefähr alle 100.000 Jahre auf. Man spricht in diesem Zusammenhang von den Milanković-Zyklen, die durch Veränderungen der Erdumlaufbahn und der Rotationsachse verursacht werden. Drei wichtige orbitale Veränderungen sind hierbei zu nennen: Die Form der Erdumlaufbahn um die Sonne (Exzentrizität) variiert zwischen elliptisch und kreisähnlich. Die Neigung der Erdachse (Obliquität) gegenüber der Erdbahnebene schwankt zwischen 22,5 Grad und 24,5 Grad. Drittens pendelt die Erdrotationsachse zwischen einer Ausrichtung auf den Polarstern und auf den Stern Wega (Präzession). –– Näheres dazu in unserem Glossar unter dem Stichwort Erdbahnparameter.

Veränderungsparameter der Erdumlaufbahn

Abbildung 2: Die drei wichtigsten Veränderungsparameter der Erdumlaufbahn: Exzentrizität – Änderung der Form der Erdumlaufbahn, Obliquität –  Änderung der Neigung der Erdrotationsachse, Präzession – Richtungsänderung der Erdachse

Die drei Effekte überlagern sich auf komplizierte Weise und führen zu langfristigen Veränderungen der Intensität, mit der die Sonne zu verschiedenen Jahreszeiten auf die Erde strahlt (in den nördlichen Breiten scheinen die Veränderungen besonders groß zu sein). Die Milanković-Zyklen führen also zu natürlichen Erderwärmungen – diese aber laufen in Zeitspannen von Jahrtausenden ab und damit viel langsamer als die Erderwärmung, die heute zu beobachten ist.

Für die Verzögerung des CO2-Anstiegs bei diesen prähistorischen Klimawandeln hat die Wissenschaft überzeugende Erklärungen gefunden, sehr genau wurde beispielsweise eine Erwärmungsphase vor rund 19.000 Jahren untersucht, der letzte Übergang von einer Eiszeit zu einer Warmzeit (vgl. Shakun et al. 2012). Demnach lief damals folgende Kettenreaktion ab: Durch langsame orbitale Veränderungen erwärmte sich die Arktis. Große Mengen von Eis schmolzen. Das Schmelzwasser floss in die Ozeane der Nordhalbkugel. Dieser Wasserzufluss störte die Ozeanströmungen, mit denen großräumig Wärme zwischen der Nord- und der Südhalbkugel umverteilt wird. In der Folge, beginnend etwa vor 18.000 Jahren, erwärmten sich dann als erstes die Ozeane auf der Südhalbkugel.

Wenn sich Ozeangebiete erwärmen, verringert sich generell die CO2-Löslichkeit des Wassers (Martin et al. 2005). In der Folge entweicht mehr Kohlendioxid aus dem Ozean in die Atmosphäre. Der genaue Mechanismus, durch den die Tiefsee CO2 abgibt, wird noch nicht ganz verstanden, doch man geht davon aus, dass er mit der vertikalen Vermischung des Wassers im Ozean zusammenhängt (Toggweiler 1999). Dieser Vorgang dauert ungefähr 800 bis 1000 Jahre, so dass bei prähistorischen Klimawandeln erst ungefähr tausend Jahre nach der anfänglichen Erwärmung ein Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu beobachten war (Monnin 2001Mudelsee 2001.)

Das Ausgasen von Kohlendioxid aus dem Ozean hatte dann verschiedene Folgen:

Erstens verstärkte der erhöhte CO2-Gehalt der Atmosphäre die ursprüngliche Erwärmung. Der relativ schwache Erwärmungseffekt eines Milanković-Zyklus reicht nämlich nicht aus, um den extremen Temperaturwandel herbeizuführen, der erforderlich ist, um den Übergang von einer Eiszeit in eine Warmzeit zu bewirken (diese Periode wird Deglaziation genannt). Dagegen lässt sich durch den Verstärkungseffekt des CO2 die tatsächlich aufgetretene Erwärmung erklären. (Diese Beobachtungen sind übrigens hilfreich, um die heute zu erwartenden Klimaänderungen infolge bestimmter CO2-Freisetzungen – in der Fachsprache: die „Klimasensitivität“ – abschätzen zu können.)

Zweitens verteilte sich das Kohlendioxid vom südlichen Ozean aus in der gesamten Erdatmosphäre, so dass sich mit zeitlicher Verzögerung auch nördlichere Gebiete erwärmten (Cuffey 2001). Tropische Meeressedimente deuten auf eine Erwärmung der Tropen ungefähr tausend Jahre nach der Erwärmung der Antarktis und somit ungefähr zur Zeit des CO2-Anstiegs hin (Stott 2007). Auch Eiskerne aus Grönland zeigen, dass die Erwärmung im Norden erst nach dem CO2-Anstieg in der Antarktis erfolgte (Caillon 2003).

In Abbildung 3 sind die Daten für den Übergang von der letzten Eiszeit zur Warmzeit quasi in Nahaufnahme zu sehen: Die Erwärmung der Antarktis (rote Kurve) ging in der Tat dem Anstieg der CO2-Werte (gelbe Punkte) leicht voraus, doch die globale Erwärmung (blaue Kurve) folgte erst auf diese CO2-Zunahme. Mehr als 90 Prozent der weltweiten Erwärmung (blaue Kurve) ereignete sich jedenfalls nach dem CO2-Anstieg.

Abbildung 3: Die aus einer Vielzahl von Proxy-Daten ermittelte globale Durchschnittstemperatur (blau), dargestellt als Abweichung vom Mittelwert des frühen Holozän (vor rund 11.500 bis 6.500 Jahren); ein aus Eisbohrkern-Daten rekonstruierter Temperaturverlauf in der Antarktis (rot); Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre (gelbe Punkte). An der horizontalen Achse sind prominente Zeitintervalle verzeichnet (LGM – Letztes Glaziales Maximum, OD – Älteste Dryaszeit, B-A – Bölling-Interstadial, YD – Jüngere Dryaszeit sowie Holozän); Quelle: Shakun et al. 2012

Die Behauptung, die Verzögerung beim CO2-Anstiegs während prähistorischer Klimawandel widerlege den Einfluss von CO2 auf die Erderwärmung, zeugt also von einem mangelnden Verständnis der Prozesse, die von Milanković-Zyklen angetrieben werden. Eine Analyse der Forschungsergebnisse zu den vergangenen Deglaziationsphasen ergibt jedenfalls:

  • Die Deglaziation wird nicht durch CO2, sondern durch Orbitalzyklen angestoßen.
  • CO2 verstärkt jedoch das Ausmaß der Erderwärmung, das nicht durch Orbitalzyklen allein erklärt werden kann und sorgt zudem für eine Verteilung der Erwärmung über den gesamten Globus.

Für den aktuellen Klimawandel lässt sich aus alldem Zweierlei lernen: Die gegenwärtige Erderwärmung vollzieht sich viel zu schnell und zu heftig, als dass sie mit orbitalen Faktoren erklärt werden könntezumal die gegenwärtigen Veränderungen der Erdbahnparameter zu einer sehr langsamen Abkühlung führen müssten. Momentan geht also etwas grundsätzlich anderes vor als in Deglaziationsphasen, bei denen der CO2-Anstieg tatsächlich erst durch die Erderwärmung angestoßen wurde. Was dann aber auf diese höhere Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre folgte, lässt wertvolle Rückschlüsse darauf zu, wie das Klimasystem der Erde heute bzw. in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten auf die menschengemachten CO2-Emissionen reagieren dürfte.

John Cook/klimafakten.de, Juni 2010,
zuletzt aktualisiert: Juli 2014

Hier noch einige vertiefende Beispiele für Studien zur Klimageschichte der Erde:

Reconstructions of Earth’s past climate strongly influence our understanding of the dynamics and sensitivity of the climate system. Yet global temperature has been reconstructed for only a few isolated windows of time, and continuous reconstructions across glacial cycles remain elusive. Here I present a spatially weighted proxy reconstruction of global temperature over the past 2 million years estimated from a multi-proxy database of over 20,000 sea surface temperature point reconstructions. Global temperature gradually cooled until roughly 1.2 million years ago and cooling then stalled until the present. The cooling trend probably stalled before the beginning of the mid-Pleistocene transition3, and pre-dated the increase in the maximum size of ice sheets around 0.9 million years ago. Thus, global cooling may have been a pre-condition for, but probably is not the sole causal mechanism of, the shift to quasi-100,000-year glacial cycles at the mid-Pleistocene transition. Over the past 800,000 years, polar amplification (the amplification of temperature change at the poles relative to global temperature change) has been stable over time, and global temperature and atmospheric greenhouse gas concentrations have been closely coupled across glacial cycles. A comparison of the new temperature reconstruction with radiative forcing from greenhouse gases estimates an Earth system sensitivity of 9 degrees Celsius (range 7 to 13 degrees Celsius, 95 per cent credible interval) change in global average surface temperature per doubling of atmospheric carbon dioxide over millennium timescales. This result suggests that stabilization at today’s greenhouse gas levels may already commit Earth to an eventual total warming of 5 degrees Celsius (range 3 to 7 degrees Celsius, 95 per cent credible interval) over the next few millennia as ice sheets, vegetation and atmospheric dust continue to respond to global warming. Quelle: Carolyn W. Snyder, Evolution of global temperature over the past two million years, Nature volume 538, pages226–228 (2016)

Quelle: Welt der Physik, Temperaturkurve des Erdklimas über zwei Millionen Jahre

Ergänzend die Darstellung im Wikipedia-Artikel Klimageschichte:

Quelle: Wikipedia – Klimageschichte

Eine schöne private Seite zur Klimageschichte und der Art, wie Menschen Klima beeinflusst und erlebt haben (z.B. die kleine Eiszeit) ist das Klima-Archiv.

Kann man aktuelle Wetterereignisse auf den Klimawandel zurückführen?

Klima ist etwas anderes als Wetter. Dennoch stellt sich fast automatisch die Frage, ob denn auch das aktuelle Wetter – die Hitzewelle oder der warme Winter – auf den Klimawandel zurückgeführt werden können.

Zu dieser Frage hat die Physikerin Friederike Otto am Environmental Institute in Oxford mit neuen Methoden bahnbrechende Erkenntnisse geschaffen.

„Oder die Antwort war: Naja, wir leben in einem sich verändernden Klima, natürlich spielt der Klimawandel eine Rolle, was auch trivialerweise richtig ist.“ Aber natürlich ist das keine sonderlich befriedigende Antwort. Dass es sehr wohl möglich ist, den Anteil zu bestimmen, den der Klimawandel an konkreten Wetterereignissen hat, beansprucht die sogenannte Zuordnungswissenschaft („Attribution Science“). Dieser Forschungszweig wurde von der jungen Physikerin vom Environmental Change Institute in Oxford vor einigen Jahren mitbegründet.
So bestimmt die Zuordnungswissenschaft die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Extremwetterereignis auftritt, in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren: 
„Das kann zum Beispiel sein, dass eine Hitzewelle im heutigen Klima ungefähr alle fünf Jahre zu erwarten ist“, erklärt Otto. „Und dann fragen wir: Was ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten exakt des gleichen Ereignisses in einer Welt, wie sie ohne den Klimawandel gewesen wäre?“ Da käme dann beispielsweise heraus, dass damit alle 40 Jahre zu rechnen wäre. „Und weil der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Welten die menschengemachten Treibhausgase sind, können wir eben diese Verschiebung der Wahrscheinlichkeit dem Klimawandel zuordnen.“ Kompliziert ist die Analyse vor allem deshalb, weil der Klimawandel das Wetter auf zwei unterschiedliche Arten beeinflussen kann: zum einen über die Thermodynamik, zum anderen durch einen Zirkulationseffekt.
Effekte des Klimawandels können sich gegenseitig aufheben
So sorgt die Thermodynamik dafür, dass die Atmosphäre wärmer ist. Das erhöhe nicht nur die Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen, sondern führe auch dazu, dass die Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen könne. „Der muss als Regen wieder runterkommen, das heißt, im globalen Mittel haben wir mehr Extremregenfälle.“
Der Zirkulationseffekt hingegen bestimmt das Tempo und die Dynamik, mit der sich Wettersysteme entwickeln und wie sie ziehen. „Dieser Effekt ist nicht überall gleich, sondern sehr unterschiedlich in Teilen der Welt“, betont die Physikerin. Und je nachdem, ob sich Thermodynamik und dynamischer Effekt wechselseitig verstärken oder aufheben, kommt es Otto zufolge zu unterschiedlichen Wetterereignissen. Eine Verstärkung sehe man zum Beispiel im Mittelmeerraum: „Da hat man mehr Hitzewellen aufgrund der Thermodynamik, aber auch der andere Effekt, der Zirkulationseffekt führt dazu, dass die Hitzewellen noch sehr viel heißer sind, als es aufgrund der Thermodynamik allein wäre.“
Anders etwa bei Dürren in Brasilien: Hier sehe man, „dass diese Effekte in entgegengesetzte Richtungen wirken und sich die Wahrscheinlichkeit für Dürren gar nicht ändert“.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de

Friederike Otto: „Wütendes Wetter“ Eine Physikerin erklärt die Folgen der Erderwärmung, Von Johannes Kaiser, Deutschlandfunk, 7.6.2019.

Physikerin Friederike Otto: Die Hitze von 2018 war der Klimawandel. Friederike Otto im Gespräch mit Ute Welty, Deutschlandfunk, 11.5.19

Wetter oder Klima? Die deutsche Forscherin Friederike Otto will eines der größten Klima-Rätsel lösen, von Ralf Nestler, der Tagesspiegel, 17.4.19: Überschwemmungen hier, Hitzewellen da – ist das schon der Klimawandel, fragen sich viele? Friederike Otto sagt, sie kann das berechnen. Ein Interview.

Du kannst Friederike Otto auch auf Twitter folgen.

Der Zusammenhang von Treibhausgas-Emissionen und Temperaturanstieg

Ist C02 wirklich die Ursache für den Temperaturanstieg? Wie viel C02 „verträgt“ das Klimasystem? Wenn Du dazu Fragen hast, schau Dir die folgenden Informationen an:

Ist es wirklich das Kohlendioxid?

Um mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Erwärmung von 1,5 °C nicht zu überschreiten, müssen die Nettoemissionen von Treibhausgasen (insbesondere CO2) sehr rasch sinken und in den nächsten 20 bis 30 Jahren weltweit auf null reduziert werden.

Quelle: Scientists for Future; Zu sehen sind rechts die verschiedenen Temperaturen zum Ende des Jahrhunderts bei verschiedenen Emissionspfaden. “Business as usual“ stellt den aktuellen Pfad ohne deutlich CO2-Reduktionen dar. Kernbotschaft ist, wie groß die Diskrepanz zwischen aktuellen Richtlinien zur CO2-Reduktion und 1,5°C-Pfad ist. Auch die Pariser Selbstverpflichtungen reichen außerdem bei weitem nicht auf, um das auch beim Pariser Klimagipfel gefasste Ziel „Erderwärmung auf deutlich unter 2°C beschränken“ einzuhalten. Dazu sind drastischere Emissionssenkungen nötig.

NOTES: This is the Nov. 2017 version, a Nov 2018 update would be possible, a 2019 update highly desirable see the Dec. 2018 update in https://climateactiontracker.org/documents /507/CAT_2018-12-11_ Briefing_WarmingProjectionsGlobalUpdate_Dec2018.pdf Own Graph, Inserted as EMF, then ungrouped! EXCEL: CAT_public_data_emissions_pathways_Nov2017-modified GH_v03.xlsx Inserted as EMF, then ungrouped! See also https://climateactiontracker.org/global.html CREDITS: © Gregor Hagedorn 2018, CC BY-SA 4.0. Data from climateactiontracker.org, plus other sources [SlideID:2105]

Stattdessen steigen die CO2-Emissionen weiter. Mit den Vorschlägen, die weltweit derzeit auf dem Tisch liegen, wird die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts wahrscheinlich bei über 3 °C liegen und anschließend aufgrund anhaltender Emissionen und Rückkopplungseffekte weiter zunehmen.

CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt ungehindert weiter an

Quelle: Scientists for Future; Bislang haben wir es trotz aller Bemühungen nicht geschafft, die CO2-Emissionen zu reduzieren, sie wachsen exponentiell weiter.

CREDITS: © Graph Gregor Hagedorn 2019, CC BY-SA 4.0; data Mauna Loa CO2 data from scrippsco2.ucsd.edu NOTES: THIS VERSION COMPLETE UNTIL 2018-12 SOURCE: Data: https://scrippsco2.ucsd.edu/assets/data/atmospheric/stations/in_situ_co2/monthly/monthly_in_situ_co2_mlo.csv“
Graph: OWN Graph, local storage GH: monthly_in_situ_co2_mlo – Keeling Curve REDONE GH.xlsx
Recommended Citation for Data: see CSV file. [SlideID:1868

Quelle: Scientists for Future;
Jährliche globale anthropogene  CO2-Emissionen. Die Hauptquellen sind fossile Brennstoffe, die Zement-Produktion und das Abfackeln bei der Gewinnung von Erdgas oder Erdöl. Braun: CO2-Emissionen durch Waldwirtschaft und andere Landnutzung.

SOURCE: IPCC AR5 Report 2014; Synthesis Report, Fig.1. Original Caption: Annual global anthropogenic carbon dioxide (CO2) emissions (gigatonne of CO2-equivalent per year, GtCO2/yr) from fossil fuel combustion, cement production and
flaring, and forestry and other land use (FOLU), 1750–2011. Cumulative emissions and their uncertainties are shown as bars and whiskers, respectively, on the right-hand side. The global effects of the accumulation of methane (CH4) and nitrous oxide (N2O) emissions are shown in Figure 1.3. Greenhouse gas emission data from 1970 to 2010 are shown in Figure 1.6. {modified from WGI Figure TS.4 and WGIII Figure TS.2}

Trotz aller Diskussionen um den Klimawandel steigen die Emissionen weiter an. n-tv am 22.11.2018: Treibhausgas-Werte hoch wie nie – „Zerstörerische und unumkehrbare Folgen“: Die Treibhausgas-Werte in der Atmosphäre haben nach Angaben der UN im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Die Weltorganisation für Meteorologie warnt, es bleibe kaum Zeit, um gegenzusteuern: „Die Chance, noch einzugreifen, ist fast vertan.“

Eine aktuelle Studie zeigt: Höchster CO2-Wert seit 3,3 Millionen Jahren erwartet (Zeit Online, 13.7.2020). Der wissenschaftliche Bericht dazu: Atmospheric CO2 during the Mid-Piacenzian Warm Period and the M2 glaciation, von Elwyn de la Vega et al., veröffentlicht in Scientific Reports, 9.7.2020:

„… at present rates of human emissions, there will be more CO2 in Earth’s atmosphere by 2025 than at any time in at least the last 3.3 million years.“

Und so geht es immer weiter: CO2 und Methan in der Atmosphäre auf Rekordniveau, Zeit Online vom 25.11.2019, basierend auf dem Bulletin der World Meteorological Organization.

Welche Trends wir umkehren müssen, um Treibhausgas-Emissionen zu stoppen, hat das Mercator Institut erforscht: „A review of trends and drivers of greenhouse gas emissions by sector from 1990 to 2018“ – hier die deutsche Zusammenfassung bei Mercator.

Klimasensitivität

Die Klimasensitivität des Planeten Erde besagt, um wie viel Grad sich die Atmosphäre bei einer Verdoppelung des atmosphärischen Kohlendioxids erwärmt. Eine ältere Studie lieferte einen Wert zwischen 1,5 und 4,5 Grad Celsius – was eine sehr hohe Unsicherheit bedeutete. Eine neuere Analyse versucht, diese Spanne einzugrenzen und kommt auf werte zwischen 2,6 und 3,9 Grad Celsius (66% Range). Hier das Ergebnis der Studie in einfachem Englisch:

„Earth’s global “climate sensitivity” is a fundamental quantitative measure of the susceptibility of Earth’s climate to human influence. A landmark report in 1979 concluded that it probably lies between 1.5-4.5℃ per doubling of atmospheric carbon dioxide, assuming that other influences on climate remain unchanged. In the 40 years since, it has appeared difficult to
reduce this uncertainty range. In this report we thoroughly assess all lines of evidence including some new developments. We find that a large volume of consistent evidence now points to a more confident view of a climate sensitivity near the middle or upper part of this range. In particular, it now appears extremely unlikely that the climate sensitivity could be low enough to avoid substantial climate change (well in excess of 2℃ warming) under a
high-emissions future scenario. We remain unable to rule out that the sensitivity could be above 4.5℃ per doubling of carbon dioxide levels, although this is not likely. Continued research is needed to further reduce the uncertainty and we identify some of the more promising possibilities in this regard.“

Quelle: An assessment of Earth´s climate sensitivity using multiple lines of evidence, by S. Sherewood et al., veröffentlicht in Reviews of Geophysics, Juli 2020. Berichtet in Zeit Online, „Der zarte Planet“, vom 12.8.2020

Kippelemente (tipping points) des Klimasystems

Das entscheidende Problem ist, dass es sich beim Klimawandel nicht um einen linearen Prozess handelt. Wenn bestimmte Kipppunkte – tipping points – erreicht werden, kommt es zu Rückkopplungseffekten. Diese führen zu einem über Jahrhunderte unumgekehrbaren Temperaturanstieg. Was sind diese Kipppunkte und wie funktioniert die Rückkopplung?

Bei zunehmender Erwärmung der Erde werden gefährliche klimatische Kipp-Punkte des Erdsystems, d. h. sich selbst verstärkende Prozesse, immer wahrscheinlicher.
Dies würde dazu führen, dass eine Rückkehr zu heutigen globalen Temperaturen für kommende Generationen nicht mehr realistisch ist.

Rückkopplungseffekte im Klimasystem

Quelle: Scientists for Future; © Helga Kromp-Kolb (BOKU, Wien) CC BY-SA 4.0.

Die zunehmende Erwärmung löst weitere große Veränderungen im Klimasystem aus, die für die nächsten Jahrhunderte nicht umkehrbar sein werden, zum Beispiel das Abschmelzen des Gröndlaneises, das Aussterben der Korallen oder bei höherer Erwärmung die Austrocknung des Amazonasregenwaldes.

Quelle: Scientists for Future; Weiteres dazu: IPCC AR5 Report, WGI, Chap 12., S. 1114. CREDITS: © G. Hagedorn & Felix Schreyer, CC BY-SA 4.0, after Steffen et al. 2018, Fig. 3, PNAS, https://doi.org/10.1073/pnas.1810141115 SOURCE: Data: Will Steffen, Johan Rockström, Katherine Richardson, Timothy M. Lenton, Carl Folke, Diana Liverman, Colin P. Summerhayes, Anthony D. Barnosky, Sarah E. Cornell, Michel Crucifix, Jonathan F. Donges, Ingo Fetzer, Steven J. Lade, Marten Scheffer, Ricarda Winkelmann, and Hans Joachim Schellnhuber 2018. Trajectories of the Earth System in the Anthropocene. PNAS August 14, 2018 115 (33) 8252-8259. https://doi.org/10.1073/pnas.1810141115, CC BY-NC-ND 4.0. Map: Blank World map, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BlankMap-World-large.png [SlideID:3242]

Die Ozeane nehmen zurzeit rund 90 % der zusätzlichen Wärme auf. Sie haben zudem etwa 30 % des bisher emittierten CO2 aufgenommen. Die Konsequenzen sind Meeresspiegelanstieg, Verlust von Meereis, Versauerung und Sauerstoffmangel im Ozean. Die konsequente Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens ist essentiell, um Mensch und Natur zu schützen und den Verlust von marinen Arten und Lebensräumen, besonders der akut gefährdeten Korallenriffe, zu begrenzen.

Quelle: Scientists for Future; Weiteres dazu: IPCC AR5 Report, WGI, Chap 12., S. 1114. CREDITS: © Steffen et al. 2018, Fig. 2, PNAS, https://doi.org/10.1073/pnas.1810141115, CC BY-NC-ND 4.0 (unchanged image). Translated by Catherine Eckenbach und Gregor Hagedorn SOURCE: Will Steffen, Johan Rockström, Katherine Richardson, Timothy M. Lenton, Carl Folke, Diana Liverman, Colin P. Summerhayes, Anthony D. Barnosky, Sarah E. Cornell, Michel Crucifix, Jonathan F. Donges, Ingo Fetzer, Steven J. Lade, Marten Scheffer, Ricarda Winkelmann, and Hans Joachim Schellnhuber 2018. Trajectories of the Earth System in the Anthropocene. PNAS August 14, 2018 115 (33) 8252-8259. https://doi.org/10.1073/pnas.1810141115, CC BY-NC-ND 4.0. [SlideID:3237]

Die Tipping Points sind die große Gefahr im Verlauf des Klimawandels. Ein am 27.11.2019 erschienener Kommentar in nature macht das deutlich: „Climate tipping points – too risky to bet against“ von T.M. Lenton et al (incl. Rahmstorf und Schellnhuber). „The growing threat of abrupt and irreversible climate changes must compel political and economic action on emissions.“ Hier ein Ausschnitt:

„For example, Arctic sea-ice loss is amplifying regional warming, and Arctic warming and Greenland melting are driving an influx of fresh water into the North Atlantic. This could have contributed to a 15% slowdown15 since the mid-twentieth century of the Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC) , a key part of global heat and salt transport by the ocean3. Rapid melting of the Greenland ice sheet and further slowdown of the AMOC could destabilize the West African monsoon, triggering drought in Africa’s Sahel region. A slowdown in the AMOC could also dry the Amazon, disrupt the East Asian monsoon and cause heat to build up in the Southern Ocean, which could accelerate Antarctic ice loss.“

Verursacher von Treibhausgas-Emissionen

CO2-Emissionen nach Ländern / Regionen

Wenn man sich die CO2-Emissionen nach Ländern anschaut, fällt vor allem der starke Anstieg in China auf.

Nun könnte man sagen: Aha, die Chinesen sind schuld, was sollen wir dagegen machen. Solange DIE so viel CO2 emittieren, nützt es kaum etwas, wenn WIR hier sparen.

Aber Dir ist natürlich klar, dass das ein Trugschluss ist. Die chinesischen Emissionen entstehen zu einem sehr großen Teil bei der Produktion von Exportgütern mit Braunkohlestrom. Güter, die wir einführen, in rießigen Massen! Da kann man tatsächlich fragen: Was nützt es, wenn hier ein Werk symbolische Solarzellen auf dem Dach und ein Biotop auf dem Gelände hat, wenn alle Stahlprodukte aus China geholt werden. Produziert mit Braunkohlestrom. Es läuft immer auf das Gleiche hinaus: weniger konsumieren ist mehr Lebensqualität für unsere Zukunft.

Treibhausgasemissionen nach Quellsektoren

Wo sollen wir anfangen, C02-Emissionen einzusparen? Die folgenden Abschnitte zeigen, welchen Anteil einzelne Sektoren haben.

Bau: Klimakiller Zement

Für besseren Klimaschutz in der Baubranche ist ein Wandel in der Beton- und Zementindustrie essentiell. Denn acht Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit gehen auf die Zementherstellung zurück.

Der WWF hat 2019 eine Analyse zum Klimaschutz in der Beton- und Zementindustrie erstellt.

Militär

Eine 2019er Studie von Wissenschaftlern der Durham University und der Lancaster University, die von der Royal Geographical Society in Großbritannien veröffentlicht wurde, belegt: Das US-Militär ist einer der größten Klimasünder in der Geschichte, verbraucht mehr flüssige Kraftstoffe und emittiert mehr Kohlenstoff als die meisten Länder.

Auf Basis des des Freedom of Information Act stellten die Wissenschaftler Anfragen an die Defense Logistics Agency.

Auf Basis dieser Daten konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die US-Streitkräfte, wenn man sie als einen Nationalstaat betrachten würde, der 47. größte Verursacher von Treibhausgasen in der Welt wären. Dabei sind aber nur die Emissionen aus der Kraftstoffnutzung berücksichtigt. Das US-Militär verursacht also alleine mehr Emissionen als Staaten wie Portugal, Schweden oder Dänemark.

Im Jahr 2017 verbrauchte das US-Militär jeden Tag etwa 42,9 Millionen Liter Öl, dabei wurden mehr als 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid emittiert. Damit ist das US-Militär weltweit der größte institutionelle Verbraucher von Kohlenwasserstoffen.

Quelle: heise.de – Das US-Militär – einer der größten Klimasünder in der Welt

Vgl. auch die (Studie genannte) Informationsbroschüre der Informationsstelle Militarisierung.

Ernährung

Wusstest Du, dass der Verzehr von 1 kg Rindfleisch 12 mal so viel C02 freisetzt, wie der Genuss der gleichen Menge Tofu? Schau Dir den Vergleich verschiedener Nahrungsmittel an:

Treibhausgas-Emissionen bei der Herstellung verschiedener Nahrungsmittel. Informationen von Christian Rüther zum Klima-Impact verschiedener Nahrungsmittel:

Verkehr

Sind die Autos wirklich das Problem? Oder sind es vielleicht gar die Schiffe? Schau Dir den nachfolgenden Überblick über die C02-Emissionen verschiedener Verkehrsmittel an:

Zur Ermittlung und Aufbereitung von Informationen aus dem Verkehrsbereich hat das Umweltbundesamt das Computerprogramm TREMOD (Transport Emission Model) entwickeln lassen. Hier kannst Du eine Übersicht über den C02-Ausstoß aller Verkehrsmittel finden.

Der VDC ergänzt dazu: Die Klimawirksamkeit des Flugverkehrs ist mindestens dreimal höher, als der Treibstoffverbrauch es nahegelegt. Das liegt daran, dass Flugzeuge ihre Emissionen in Höhen ausstoßen, in denen sie größere Schäden anrichten als gleiche Mengen am Boden. Der direkte CO2-Ausstoß von Flugzeugen wird deshalb üblicherweise mit dem so genannten RFI-Faktor (Radiative Forcing Index) multipliziert, um den Klimaschaden zu errechnen. Eine Aufbereitung des Themas „Auto, Bahn, Flugzeug oder Bus= Verkehrsmittel und C02-Bilanzen“ für den Schulunterricht findest Du hier. Du kannst die Berechnung des C02-Ausstoßes mit dem C02-Rechner des WDR personalisieren, indem Du Motorenvariante, Anzahl Personen im Auto etc. angeben kannst.

Wie viel CO2 entsteht bei der Produktion eines Autos?

Das Handelsblatt sagt: ca. 4,5 Tonnen CO2. „…Und Zahlen des Öko-Instituts deuten an, dass (Akku-)Recycling am Ende zu einer CO2-Gutschrift führen könnte. Wird etwa das Aluminium des Autos wiederverwertet, sinkt die CO2-Bilanz im neuen Auto erheblich.“
Der Spiegel bietet einen interaktiven Klima-Rechner für den Autokauf.
Mehr über die Umweltfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen gibt es auf der Seite emobil-umwelt.de.

Emissionen der Schifffahrt

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat 2012 in einer Studie erklärt: „Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr schädliche Schwefeloxide aus als alle 760 Millionen Autos weltweit.“

Daraus wurde dann das Märchen, die Seeschifffahrt stoße mehr C02 aus, als alle Autos zusammen. Auch mir ist dieses Argument schon begegnet. Ich wusste zwar, dass das offensichtlich falsch ist – aber ohne Zahlen konnte ich nichts entgegnen. Die Zeit Online hat in ihrem Artikel „Kreuzfahrt mit Schwefel“ (erschienen 2017) die Zahlen des NABU korrekt zusammengestellt:

Anzahl Autos im Jahr 2017: 1,25 Milliarden

Ein Kreuzfahrtschiff emittiert so viel C02 wie 84.000 Autos

Ein Kreuzfahrtschiff emittiert so viel Schwefeldioxid wie 376 Millionen Autos

Ein Kreuzfahrtschiff emittiert so viel Feinstaub wie 1 Million Autos

Trotz dieses alten Missverständnisses bietet der NABU eine gute Seite zum Thema Luftverschmutzung durch Schiffe.

Das Internet als CO2-Schleuder

Wieviel C02 entsteht beim googeln? Hier ist die Antwort:

Jedes Log-in bei Facebook oder jede Suchanfrage bei Google negativ auswirken. Handy, Laptop oder Modem schlucken Strom genauso wie die Server, die uns mit der gewünschten Website verbinden. (Nach eigenen Angaben verursacht einmal googeln etwa 0,2 Gramm CO2.) Das Umweltbundesamt errechnete, dass bereits 2015 alleine durch den Stromverbrauch für Betrieb und Kühlung der Server in Deutschland sechs Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht wurden. Eine Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nimmt an, dass sich der Energiebedarf von Servern bis 2025 noch um 60 Prozent erhöhen könnte, weil etwa die Nutzungszeit weiter ansteigt.“ (Quelle: Zeit Online)

Tipps: Ecosia als Suchmaschine nutzen (pflanzt Bäume, wird mit Erneuerbaren betrieben), Posteo als E-Mail-Provider (Betrieb mit Erneuerbaren, Finanzen via Ökobanken, Nutzersicherheit, 1 Euro / Monat). Über WLAN ins Netz gehen verbraucht deutlich weniger Energie, als über mobile Netze (sagt das Bundesumweltamt). Und: Modem beim Verlassen der Wohnung ausschalten.

Das verbleibende „CO2-Emissionsbudget“

Wie viel C02-Emissionen darf jeder Mensch zukünftig verursachen, wenn die Klimaerwärmung unter 1,5 Grad bleiben soll? Und gestehen wir unseren Mitmenschen in Afrika und Südamerika dabei die gleichen Emissionsrechte zu, wie uns selbst?

Bei derzeitigen Emissionen reicht das verbleibende globale CO2-Emissionsbudget für den 1,5-Grad-Pfad nur für etwa 10 Jahre. (Anders ausgedrückt: Wenn wir weiterhin so viel Klimagase emitieren, wie wir es jetzt tun, haben wir in 10 Jahren die Konzentrationen, die einen Anstieg der mittleren globalen Temperatur um 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit bedingen.) Auch für den 2-Grad-Pfad reicht es nur für etwa 25–30 Jahre.

Das CO2-Emissionsbudget für die Einhaltung des 1,5 Grad-Zieles reicht bei derzeitigen Emissionen nur noch 10 Jahre

Quelle: Scientists for Future; NOTES: IPCC 1.5°C report sagt „2050“ statt 2040 (https://report.ipcc.ch/sr15/pdf/sr15_spm_final.pdf (C1)) CREDITS: © Gregor Hagedorn, CC BY-SA 4.0, modified after Christiana Figueres, Schellnhuber, …, Rahmstorf 2017. Nature: 593ff doi:10.1038/546593a. SOURCE: https://doi.org/10.1038/546593a – Copyright Note: Reminder of original graph is a standard data representation and below copyright threshold. [SlideID:1582]

CO2-Minderungspfad für das 1,5-Grad Ziel

CO2-Minderungspfad für das 2-Grad Ziel

Quelle: Scientists for Future © Robbie Andrew 2018, simplified Gregor Hagedorn, CC BY-SA 4.0. Data: GCP + Emissions budgets from IPCC SR1.5. Mitigation curves after Raupach et al. 2014.

CO2-Emissionen in Deutschland: Wir leben auf Kredit

CREDITS: © Stefan Rahmstorf, re-labeled by Gregor Hagedorn, CC BY-SA 4.0; SOURCE: https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/wie-viel-co2-kann-deutschland-noch-ausstossen/ original graphics under CC BY-SA 4.0.
https://www.bmu.de/publikation/klimaschutz-in-zahlen-2018/; Hinzugefügt: Ziele der Bundesregierung, Source: Klimaschutz in  Zahlen, 2018 https://www.bmu.de/publikation/klimaschutz-in-zahlen-2018/; NOTES: „Grün: Emissionen bis 2018 nach Zahlen des Umweltbundesamtes (für 2018 habe ich denselben Wert wie 2017 veranschlagt, da die Zahl noch nicht veröffentlicht ist). Blau: exemplarische lineare Emissionsminderung, die einem fairen Beitrag Deutschlands zu den Paris-Zielen entsprechen könnte.“ Angesetzt für das Deutschland zur Verfügung stehende Budgets ist ein Anteil an den global verfügbaren 800 Gigatonnen (für ein 1,75°C Ziel) , der dem Anteil Deutschlands an der Weltbevölkerung entspricht.

Wenn wir die CO2-Emissionen nicht rechtzeitig zurückfahren, leben wir von einem „CO2-Überziehungskredit“, d. h. die ab dann emittierten Treibhausgase müssen später unter großen Anstrengungen wieder aus der Atmosphäre entfernt werden. Bereits die heute lebenden jungen Menschen sollen diesen „Kredit“ wieder abbezahlen. Gelingt dies nicht, werden viele nachfolgende Generationen unter den gravierenden Folgen der Erderwärmung leiden.

CO2-Footprint

Woher weiß ich, wie viel C02-Emissionen ich mit meinem Lebensstil verursache? C02-Rechner liefern die Antwort.

Wenn Du Deinen eigenen ökologischen Fußabdruck berechnen willst, kannst Du das z.B. hier tun: 

Wenn Du es genau wissen willst, kannst Du natürlich auch Deinen persönlichen ökologischen Fußabdruck ermitteln. Dabei helfen Dir folgende Links:

Und es gibt eine App, die Dir hilft Dein alltägliches Verhalten tatsächlich messbar nachhaltiger zu gestalten: Ein guter Tag hat 100 Punkte.

Folgen der Erderwärmung

Wenn wir die C02-Emissionen nicht drastisch reduzieren, wird sich die Atmospäre immer weiter erwärmen. Welche Folgen wird dies haben?

Von Dezember 2019 bis Februar 2020 lag die Temperatur im Schnitt um 3,4 Grad Celsius über den durchschnittlich gemessenen Werten aus den Jahren 1981 bis 2010 – und fast 1,4 Grad über dem bislang wärmsten Winter 2015/16.

Vgl. dazu auch den Bericht auf mdr: Winter in Europa war wärmster seit Beginn der Aufzeichnungen.

Video von copernicus.eu

Was passiert, wenn wir nichts tun?

Was passiert eigentlich, wenn Kipppunkte erreicht werden, und sich die Erde dadurch deutlich über 2 Grad erwärmt?

Vertiefung: Stefan Rahmstorf über die Folgen eines ungebremsten Klimawandels.
Quelle: Zeit online.

(gutes Video, aber leider mit Werbeblock)

Eine ausführliche Darstellung der Folgen einer ungebremsten Erderwärmung findeste Du in der Szenario-Studie (2019): Existential climate-related security risk: A scenario approach (Breakthrough Policy Paper; David Spratt & Ian Dunlop)

Immer wieder wird gefordert (und psychologisch macht das auch Sinn), weg zu kommen von einer Katastrophenrhetorik, weil diese nur zu Reaktanz (unbewusstem reflexartigem Widerstand) führt. Andererseits fragen wir: sind wir Menschen wirklich zu dumm, um zu erkennen, wenn die Hütte brennt? Sind wir wirklich so eingeschränkt, dass klare und unabweisbare Fakten dazu, dass wir tatsächlich auf eine Katastrophe zusteuern, aufgrund psychischer Mechanismen einfach an uns abprallen?

Der Anstieg des Meeresspiegels

Anstieg des Meeresspiegels aufgrund der Klimaerwärmung

Quelle: Scientists for Future; Entwicklung des Meeresspiegels (globaler Durchschnitt) unter verschiedenen Emissionsszenarien.

CREDITS: © IPCC 2013 (AR5, WG1, Fig. 13.27, p.1204), modified by Gregor Hagedorn, used by permission to Scientists for Future; SOURCE: IPCC 2013 AR5 WG1, Figure 13.27 | Compilation of paleo sea level data, tide gauge data, altimeter data (from Figure 13.3), and central estimates and likely ranges for projections of global mean sea level rise for RCP2.6 (blue) and RCP8.5 (red) scenarios (Section 13.5.1), all relative to pre-industrial values. Scenario 8.5: Assumes more or less constant emissions;

Eisfreie Arktis im Sommer im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung

Quelle: Scientists for Future; Entwicklung des Meeresspiegels unter verschiedenen Emissionsszenarien. 2013 ging der IPCC von einem maximalen Meeresspiegelanstieg von 1,2 Metern bis 2100 aus. Neuere Analysen (Bamber et al 2019) zeigen, dass mit 5% Wahrscheinlichkeit der Meerespiegel im Jahr 2100 im Durchschnitt um 2 Meter steigt.

CREDITS: © IPCC 2013 (AR5, WG1, Fig. 13.27, p.1204, modified by Gregor Hagedorn, used by permission to Scientists for Future NOTES: Red Addition: With ca. 5% probabilty, sea level rise may be > 2 m by 2100 (Bamber et al. 2019. Ice sheet contributions to future sea-level rise from structured expert judgment. Proceedings of the National Academy of Sciences. doi:10.1073/pnas.1817205116) SOURCE: IPCC 2013 AR5 WG1, Figure 13.27 |Compilation of paleo sea level data, tide gauge data, altimeter data (from Figure 13.3), and central estimates and likely ranges for projections of global mean sea level rise for RCP2.6 (blue) and RCP8.5 (red) scenarios (Section 13.5.1), all relative to pre-industrial values. Scenario 8.5: Assumes more or less constant emissions;

Wie hoch steigt das Meer? Noch höher als befürchtet, warnt der Weltklimarat in seinem neuen Bericht: Die Flut von morgen. ( Zeit online, 25.9.19)

Gletscherschmelze – es ist schlimmer, als befürchtet

Messungen zeigen, dass z.B. die Himalaya-Gletscher immer schneller schmelzen.

25.6.20: Auch für die Alpen ist ein rapider Schwund der Gletscher inzwischen sicher nachgewiesen: „Our results reveal rapid glacier retreat across the Alps (−39 km² a−1) with regionally variable ice thickness changes (−0.5 to −0.9 m a−1). The strongest downwasting is observed in the Swiss Glarus and Lepontine Alps with specific mass change rates up to −1.03 m.w.e. a−1. For the entire Alps a mass loss of 1.3 ± 0.2 Gt a−1 (2000–2014) is estimated.

Fig. 1
Glacier area, elevation, and mass change of the European Alps 2000–2014.

(Quelle: Sommer, C., Malz, P., Seehaus, T.C. et al. Rapid glacier retreat and downwasting throughout the European Alps in the early 21st century. Nat Commun 11, 3209 (2020). https://doi.org/10.1038/s41467-020-16818-0)

James Balog: Time-lapse proof of extreme ice loss
Columbia Glacier, Alaska, 1984 to now
Greenland Time-Lapse, 1984 – 2016

Es ist schlimmer, als befürchtet. In diesem Video von Zeit-online kannst Du sehen, dass der Klimawandel offensichtlich viel schneller voranschreitet, als Forscher bislang vorausgesagt haben.

Mit Google Timelapse kannst Du Dir einen Bereich auf der Welt heraussuchen und diesen im Zeitraffer, von 1984 bis heute, aus dem Weltall ansehen. Dabei kannst Du nicht nur das Schmelzen der Gletscher erkennen, sondern z.B. auch die Entwaldung in Madagaskar, in Bolivien, oder in Brasilien; oder die Austrocknung des Aral Sees (wobei das nicht am Klimawandel liegt, sondern großteils an der Verwendung zur Bewässerung für den Baumwollanbau).

Fischbestände sind weltweit gefährdet

Bis zu 60 Prozent aller Fischarten sind von Klimawandel bedroht (Zeit Online, 2.7.2020). Diese Aussage stammt aus einer Analyse des Alfred-Wegener-Instituts, die in Science erschienen ist:

„Die Risiken für Fische sind demnach viel größer als bisher angenommen, wenn man berücksichtigt, dass bestimmte Lebensstadien besonders empfindlich auf steigende Wassertemperaturen reagieren. Ein kritischer Engpass im Lebenszyklus der Fische ist die geringe Wärmetoleranz während der Fortpflanzung. Das bedeutet, die Wassertemperatur in den Laichgebieten entscheidet maßgeblich über den Fortpflanzungserfolg der Arten und macht Fische auf diese Weise besonders anfällig für den Klimawandel – im Meer ebenso wie in Seen, Teichen und Flüssen. Den Analysen zufolge gefährdet der ungebremste Klimawandel aufgrund steigender Wassertemperaturen den Fortpflanzungserfolg von bis zu 60 Prozent aller Fischarten“ (Quelle: AWI)

Die Seite zur Klimafolgenforschung für Lehrer*innen (Lehrer-Online) bietet viele anschauliche Informationen.

Die Klima-Ungerechtigkeit

Falls die Weltgemeinschaft die vom Pariser Abkommen angestrebte Beschränkung der Erwärmung auf 1,5 °C verfehlt, ist in vielen Regionen der Welt mit erheblich verstärkten Klimafolgen für Mensch und Natur zu rechnen.

Die Nationen, die den größten Beitrag zur Erderwärmung geleistet haben, sind am wenigsten unmittelbar betroffen. Die krassesten Auswirkungen des Klimawandels sind in den Ländern rund um den Äquator zu erwarten, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben.

Klima-Ungerechtigkeit

Quelle: Scientists for Future; Links: Anteil an kumulativen CO2-Emissionen (USA > 25 %, China > 10 %, Russland, Deutschland > 5 %, UK, Indien, Japan > 2,5 %) Rechts: Gebiete in rot, die bis 2100 unbewohnbar werden (da kein Schwitzen mehr möglich) bei RCP 8.5-Szenario (“business as usual”) (Hinweis GM: Das rechte Chart ist eines der Szenarien bei weiterem Temperaturanstieg aufgrund unzureichender Maßnahmen. Hier geht es nicht um die Richtigkeit der absoluten Zahl, sondern um die Tatsache, dass diejenigen am meisten betroffen sein werden, die am wenigsten zur Verursachung des Klimawandels beigetragen haben.)

CREDITS: © Benedikt Nickel und Julia Steinberger, CC-BY-SA 4.0 Links: © Our World in Data, CC BY-SA 4.0, Rechts: after Mora et al 2017, code under Apache 2.0 license SOURCE: Links: Daten von Global Carbon Project und Carbon Dioxide Information Analysis Center, Rechts: Uni Hawaii Simulation RCI 8.5, 2100, https://maps.esri.com/globalriskofdeadlyheat/# vom 09.09.2019, under Apache 2.0 licence (https://github.com/richiecarmichael/Esri-Deadly-Heatwaves/blob/master/LICENSE)

Our World in Data hat eine anschauliche Übersicht über die negative Korrelation von Einkommen und CO2-Emissionen entwickelt:

Quelle: Our World in Data, Licensed under CC-BY-SA by the authors Hannah Ritchie and Max Roser

Berichte des Weltklimarats IPCC

Die Berichte und Informationen des Weltklimarates enthalten eine Fülle von Daten und Forschungsergebnissen, die die o.g. Aussagen stützen. Ihr müsst das nicht alles lesen, wenn ihr Euch schon darüber im klaren seid, dass wir JETZT HANDELN müssen und wenn Ihr dazu auch schon die notwendige Entschlossenheit entwickelt habt. Wer aber noch allen Ernstes glaubt, dass der Klimawandel nicht von Menschen verursacht sei, oder etwas, was „doch nicht so schlimm“ ist usw. – bitte macht Euch klar, dass eine solche Haltung nicht mehr vernünftig genannt werden kann.

Zu den Dokumenten des Weltklimarats

Hier geht es zur Startseite der deutschen Koordinierungsstelle des IPCC.
„Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) wurde 1988 von den Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet. Der IPCC ist gleichzeitig ein zwischenstaatlicher Ausschuss und ein wissenschaftliches Gremium. Zurzeit gehören ihm 195 Mitgliedstaaten an. WissenschaftlerInnen sitzen dem Ausschuss vor und tragen in seinem Auftrag das aktuelle Wissen aus allen relevanten Bereichen der Forschung zum Klimawandel zusammen. Sie stellen dessen Ursachen, Folgen sowie Risiken dar und zeigen Möglichkeiten auf, wie die Menschheit den Klimawandel mindern und wie sie sich daran anpassen kann. Der IPCC forscht nicht selbst, sondern fasst die Aussagen zehntausender Veröffentlichungen in sogenannten Sachstandsberichten (IPCC Assessment Reports) und Sonderberichten zusammen und bewertet sie aus wissenschaftlicher Sicht. Seit seiner Gründung bietet der IPCC der Politik Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen, ohne jedoch konkrete Lösungswege vorzuschlagen oder politische Handlungsempfehlungen zu geben. Die Glaubwürdigkeit des IPCC und das hohe Gewicht seiner Aussagen in der Klimapolitik sind maßgeblich auf die transparente Kooperation von Wissenschaft und Politik zurückzuführen, die sowohl Politikrelevanz als auch wissenschaftliche Unabhängigkeit der Berichte gewährleistet.“

Kurzfilm des IPCC zu den wissenschaftlichen Grundlagen von 2013

Ein IPCC-Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau und die damit verbundenen globalen Treibhausgasemissionspfade im Zusammenhang mit einer Stärkung der weltweiten Reaktion auf die Bedrohung durch den Klimawandel, nachhaltiger Entwicklung und Anstrengungen zur Beseitigung von Armut.

IPCC-Sonderbericht über 1,5 °C globale Erwärmung – die Hauptaussagen.

Klimaänderung 2014:
Synthesebericht des IPCC

IPCC Sonderbericht 2019: Climate Change and Land

Climate Change and Land: An IPCC special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems. Der „Sonderbericht über den Klimawandel, Wüstenbildung, Bodendegradation, nachhaltiges Landmanagement, Ernäh- rungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen“ betrachtet die Wechselwirkungen zwischen diesen Komponenten. Außerdem bewertet er den wissenschaft- lichen Kenntnisstand über Risikomanagement und Entschei- dungsfindung im Hinblick auf ein nachhaltiges Landmanage- ment und eine nachhaltige Entwicklung.

IPCC-Climate-Change-and-Land-Aug2019-Fullreport-1Herunterladen

Eine Zusammenfassung zentraler Aussagen des Berichts findest Du in der Zeit Online vom 8.8.2019: Sonderbericht zum Klimawandel: So geht es nicht weiter.

  1. Mehr Felder trotz intensiver Landwirtschaft nötig. Fast 25 Prozent der gesamten Treibhausgase folgen aus der Landnutzung. Besonders die intensive Fleischproduktion verbraucht große Flächen.
  2. Der Fleischkonsum ist absurd hoch. Circa 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird für die Tierproduktion genutzt. „Wir müssen nicht komplett auf tierische Produkte verzichten, aber wir müssen zum Prinzip des Sonntagsbratens zurück.“ Die durch Landnutzungsänderung entstehenden Kohlenstoffemissionen ließen sich um fast 80 Prozent senken, wenn die Menschheit ihre Ernährung bis 2050 auf einen Anteil von 15 Prozent tierischer Kalorien umstellt (Global and Planetary Change: Weindl, 2017).
  3. Zu viel Essbares landet im Müll. Bis zu 30 Prozent aller weltweit produzierten Lebensmittel landen auf dem Müll. „Schon beim Bauern gehen Lebensmittel verloren. Das setzt sich beim Transport der Nahrungsmittel fort und danach im Supermarkt. Aber auch die Konsumenten werfen viel weg“. Pro Kopf sind es in Europa und Nordamerika durchschnittlich 95 bis 115 Kilogramm Lebensmittel im Jahr, in den afrikanischen Subsahara-Staaten und in Asien nur sechs bis elf Kilogramm pro Kopf.  In Afrika ist das Problem vor allem der Transport von der Ernte zum Markt (siehe TED-Video von Esther Ndichu).
  4. Die Böden werden unfruchtbarer. Bei 25 Prozent der eisfreien Landflächen weltweit lässt sich Landdegradierung feststellen. Davon sind mindestens 1,3 Milliarden Menschen betroffen.
  5. Wüsten breiten sich aus. Die Lufttemperatur an der Landoberfläche ist seit dem vorindustriellen Zeitalter um 1,53 Grad Celsius gestiegen (die globale Durchschnittstemperatur – also auch über den Ozeanen – um 0,9 Grad Celsius). Was die unmittelbaren Folgen angeht, wird es hier komplizierter: „In der Folge breiten sich Wüsten aus. In der afrikanischen Subsahara, in Teilen Ost- und Zentralasiens oder in Australien beispielsweise, zudem sind Sandstürme häufiger und stärker geworden. Das ist Fakt. Dem Langzeittrend widersprechen nach jetziger Kenntnis auch nicht die überraschenden Satellitenaufnahmen der vergangenen dreißig Jahre. Sie zeigen, dass der Planet vielerorts grüner statt brauner geworden ist. ‚Im Moment überwiegt der positive Einfluss des Klimawandels auf die Vegetation, eine größere Fläche wird grüner als brauner. Dadurch wird mehr Kohlenstoff auf Landflächen gebunden als beispielsweise durch Abholzung und Rodung freigesetzt wird‘, erklärt Livia Rasche vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg dem Science Media Center. Doch diese Entwicklung wird nicht von Dauer sein. ‚Immer mehr Fläche wird für die Landwirtschaft genutzt, wofür oft Ökosysteme mit großen Kohlenstoffspeichern wie Feuchtgebiete, Moore und Wälder umgewandelt werden und deren Kohlenstoff freigesetzt wird‘, sagt Rasche.“ (Quelle: Zeit Online – s.o.)
  6. Der Wald schwindet. 2.254 Quadratkilometer Regenwald wurden im Juli 2019 in Brasilien abgeholzt. Vgl. dazu auch das Kapitel „Die Vernichtung der Wälder“.

Empfehlungen des IPCC: Staaten müssen ihr Land grundlegend anders nutzen und andere Pflanzen anbauen, als bisher. Der Fleischkonsum muss erheblich reduziert werden.

Geplanter Bericht: The Ocean and Cryosphere in a Changing Climate. Der „Sonderbericht über die Ozeane und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima“ wird die Themen Hochgebirgs- regionen; Polargebiete; Meeresspiegelanstieg und Auswirkungen auf tief liegende Inseln, Küsten und Gemeinden; veränderte Ozeane, marine Ökosysteme und abhängige Gemeinden; extreme, abrupte Veränderungen und Risikomanagement behandeln.

2019 Refinement to the 2006 IPCC Guidelines for National Greenhouse Gas Inventories. Diese Seite gibt einen kleinen Einblick, wie die Diskussionen unter den Klimaexperten ablaufen, welcher Aufwand betrieben wird, um die verfügbaren Forschungsergebnisse zu analysieren und zusammenzufassen, um für die Politik handlungsleitende Fakten und Vorhersagen zu generieren. 

Webseiten zum Klimawandel: Empfehlungen von Scientists for Future

Die nachfolgende Liste ist eine direkte Kopie aus der Webseite von Scientists for Future. Ich habe diese Inhalte in der Annahme übernommen, dass es den Autor*innen zuallererst um die Verbreitung dieser Wissens-Ressourcen geht.

Webseiten zum Klimawandel

Climate Change Center Austria: Ansprechpartner in Klimawandelfragen in Österreich

Das Deutsche Klima Konsortium: Vereinigung der deutschen Klimaforschungsinstitute. Hier gibt es z.B. einen Online-Kurs auf Deutsch und Englisch. Die Video-Clips sind kurz und verständlich aufgebaut. Sie eignen sich gut für den Unterricht.

Der Klimawandel: Verstehen und Handeln – ein MINT-Projekt für die Schule. Eine gute Übersicht auf Schülerniveau, mit Anleitungen zu Physik-und Chemie-Experimenten rund um den Klimawandel, anhand derer die Teilnehmer relevante Prozesse selbst nachstellen können.

Der FreundeKlimaPakt soll Freunde und Verwandte ermutigen, ins Gespräch über den Klimawandel zu kommen und gemeinsam Klimaschutz zu machen – jeder kann so Klimakommunikation in seinem privaten Umfeld umsetzen.

Das Klimaspiel von friends4future – Freunde einladen, Spass haben, die Welt retten. Anleitung für einen Spieleabend, um mit Freunden aktiv zu werden.

Hamburger Bildungsserver: Wissenschaftlich begutachtete und didaktisch für Schulen (Lehrer, SchülerInnen) aufbereitete Infos, umfassend zum Klima, zum natürlichen und menschengemachten Treibhauseffekt, zum Klimawandel und dessen Folgen, Projektionen etc.

Das GeoForschungsZentrum (GFZ) veranstaltet regelmässig zusammen mit der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) als Lehrerfortbildung die Herbstschule System Erde. Es gibt ein Archiv und unterrichtsergänzendes Material.

Intergovernmental Panel on Climate Change – Die Sachstandsberichte zum Klimawandel – jeweils mit einer Zusammenfassung für Entscheidungsträger, die einen guten Überblick bieten. Die Originaldokumente finden sich dort in englischer Sprache. Die Deutsche IPCC Koordinierungsstelle stellt diese Zusammenfassungen auch in deutscher Übersetzung bereit und steht generell als deutschsprachige Anlaufstelle zur Verfügung.

klimafakten.de: Faktensammlung zum Klimawandel und seinen Folgen – und wir man darüber mit anderen gut ins Gespräch kommt.

Klimalounge – Blog von Stefan Rahmstorf zu verschiedenen Aspekten des Klimawandels. Klimawandel verständlich erklärt, eine sehr gute Quelle auch für Daten und Referenzen.

Klimareporter: klimareporter° ist ein unabhängiges Online-Magazin zu Klimawandel und Energiewende im deutschsprachigen Raum und wird von einer Gruppe professioneller Journalisten herausgebracht.

Klimawandel-Schule bietet Unterrichtsmaterial zum Thema Klimawandel

Verschiedene Lehrerfortbildungen gibt es in den Instituten für Lehrerfortbildung der Bundesländer und z.B. in NRW auch von der Energieagentur. Auch Hochschulen sind in diesem Bereich aktiv – z.B. die FU Berlin.

Psychologists for Future mit Material zur Leugnung des menschengemachten Klimawandels.

Skepticalscience.com: Für alle, die Klimawandel-Skeptikern intelligent antworten wollen. Diese Seite trägt Argumente der Klimawandel-Leugner zusammen und zeigt wissenschaftlich fundiert deren Fehler auf. Außerdem bietet sie einen Schatz an gut verständlichen, informativen Artikeln zum Klimawandel. Die Seite ist auch auf Deutsch verfügbar, die englische Version ist allerdings ausführlicher.

Das Süddeusche Zeitung Projekt „Was die Klimakrise wirklich bedeutet“ zeigt sehr anschaulich die Folgen des Klimawandels auf.

Wissenschaftspodcast, dort insbesondere die Kategorie Klimaforschung.

Webseiten zum Thema Energie

AG Energiebilanzen: Daten und Fakten zum Energieverbrauch in Deutschland, differenziert nach Stoff- und Verbrauchergruppen.

Agentur für Erneuerbare Energien: Viele Informationen zu Potenzialen von erneuerbaren Energien.

Agora Energiewende – Infos zu Energieverbrauch und -erzeugung: Interaktive Seite rund um Energieverbrauch und -erzeugung in Deutschland, z.B. Anteile verschiedener Energieträger an der Energie mit hoher Auflösung.

Blog Erneuerbare Energien und Klimaschutz von Volker Quaschning: Gut recherchierte und verständliche Artikel insbesondere zu technischen Aspekten der Energiewende.

Deutsche Energieagentur: Die Webseite bietet Infos zum Energiesparen im Alltag, z.B.  Widerlegung von Mythen zur energetischen Gebäudesanierung und Energiespartipps für Elektrogeräte.

Energieeffizienz-Kampagne des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie: Tipps für den Alltag und Information zu Förderprogrammen für das Energiesparen im Alltag, im Eigenheim und in Unternehmen.

Umweltbundesamt – Erneuerbare Energie in Zahlen: Kurzer Übersichtsartikel  mit aktuellen Zahlen zum Anteil verschiedener erneuerbarer Energien in Deutschland.

Webseiten zu Politischen und wirtschaftlichen Aspekten des Klimawandels

Report der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina e.V. – Nationale Akademie der Wissenschaften: Ein klar gegliedertes Manifest der Leopoldina mit Empfehlungen zur Dekarbonisierung der deutschen Wirtschaft. Deutschland droht, die Klimaziele für 2030 zu verfehlen. Der Text analysiert, welche Maßnahmen helfen können. Dabei werden nicht so sehr die technischen Aspekte, sondern vor allem wirtschaftliche, politische  und soziale Maßnahmen beleuchtet.

Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SBG) u.a. dort auch das Sondergutachten mit einer Diskussion zur CO2-Bepreisung: Aufbruch zu einer neuen Klimapolitik, Juli 2019

WBGU: Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen

Englischsprachige Webseiten

Carbonbrief: Eine britsche Webseite, die viele Themen zum Klimawandel journalistisch gut gemacht aufbereitet. Die Gastautoren sind häufig Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen.

Carbon Price Leadership: Bericht der “high level commission of carbon prices” über vielfältige Aspekte der CO2-Bepreisung, u.a. dem sinnvollen Umgang mit den erhobenen Einnahmen und die notwendige Ergänzung durch zusätzliche Maßnahmen. Für ehrgeizige Leser erläutert dieser wissenschaftlicher Hintergrundartikel, warum eine einheitliche CO2-Steuer allein nicht ausreicht.

Decoupling Debunked: Ist Wirtschaftswachstum auf längere Sicht mit Nachhaltigkeit vereinbar? Decoupling debunked ist ein intelligenter, leicht lesbarer Artikel, der darlegt, warum der ungebrochene Glaube an (grünes) Wachstum problematisch ist.

International Renewable Energy Agency: Links zu zahlreichen Studien, Berichten und Projekten im Bereich erneuerbarer Energie, weltweit.

Mission Possible: Beschreibt die technischen Möglichkeiten, auch schwierige Sektoren wie Langstreckentransport zu decarbonisieren. Fazit: CO2-neutrale Energieversorgung – einschließlich Langstreckentransport, Heizung etc – bis 2050 ist möglich, und die Kosten dürften unter 1% des GDP liegen. Die Seite bietet einen vollständigen Bericht (englisch) und kurze Zusammenfassungen (auch auf Deutsch).

Renewables now 21 (REN21): Übersicht zur weltweiten Verwendung erneuerbarer Energien weltweit.

Guardian article: “The plastic backlash: what’s behind our sudden rage – and will it make a difference?”: Eine Geschichte des Plastiks, von den Anfängen bis zum “Volksfeind Nr. 1”. Ist Plastikmüll unser größtes Problem, oder lenkt die heutige Anti-Plastikbewegung vom dringlicheren Problem des Klimawandels ab? Vielleicht bietet sie sogar eine Inspirationsquelle für andere Umweltprobleme? Und wie realistisch ist weitgehendes Recycling von Plastik?

The Green Entrepreneurial State: Kann und sollte der Staat eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Energiewende einnehmen – über die Festsetzung einer Emissionssteuer oder Förderung von Grundlagenforschung hinaus? Diese Veröffentlichung argumentiert, dass bei großen Umwälzungen der Staat mehr schöpferische Kraft zeigen kann – und muss – als private Unternehmen.

UN-Klimaverhandlungen im Klassenzimmer: Materialien und Anleitung für ein lehrreiches Spiel: Die Teilnehmer schlüpfen in die Rolle der UN-Unterhändler und versuchen in angespannten Verhandlungen, gemeinsam das 2-Grad-Ziel zu erreichen – und gleichzeitig das Beste für ihr Land herauszuholen. Das Spiel wurde von Schulklassen bis hin zu hochstehenden Politikern gespielt und öffnet einem die Augen für die Schwierigkeiten, aber auch die Möglichkeiten eines weltweiten Klimapakts.

Weitere Klima-Links

IPCC – International Panel of Climate Change
Deutsches Klimaforschungsprogramm (DEKLIM)
MetOffice
Max-Planck-Institut für Metereologie
Deutscher Wetterdienst
Allgemeine Informationen zu Temperaturen, Niederschläge
GISS – Goddard Institute for Space Studies
Surface Temperature Analysis
Sehr informative Darstellungen über Oberflächentemperaturmessungen.
Climate of the Past
Full
Peer Review & Interactive Public Discussion – Immediate Publication
– Open Access – Personalized Copyright under the Creative Commons
Attribution, NonCommercial and ShareAlike Licence
U.S. National Climatological Data Center
Klimadaten
Daily Earth Temperatures from Satellites
UAH Satellitendaten
Climate4you
Information on meteorological and climatologically issues
woodfortrees.org
Temperaturen interaktiv
Ökosystem Erde

Der Link zu den Links: Web-Empfehlungen von Scientists for Future

Die Süddeutsche Zeitung fasst in Ihrem Klima-Monitor die aktuelle Datenlage zusammen. Übersichtlich, grafisch, auf den Punkt.

https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/klimawandel-aktuell-der-sz-klimamonitor-e203859/?appname=sde&appos=android

Hier einige Quellen, die die Süddeutsche für ihren Klima-Monitor nutzt:

Welche Länder haben adäquate Klimapläne?

Wie entwickelt sich die Erderwärmung?

Wie schnell steigt der Meeresspiegel?

Wie verändert sich die arktische Eisfläche?

Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland?

All das und viel mehr findest Du übersichtlich zusammengefasst im SZ-Klimamonitor.