Das Weltnaturabkommen: 30 Prozent Schutz bis 2030 – wo stehen wir 2026?
Im Dezember 2022 haben sich fast alle Staaten in Montreal auf das Weltnaturabkommen von Kunming-Montreal geeinigt: 23 Ziele bis 2030. Das bekannteste heißt „30×30“. Im Oktober 2026 wurde in Eriwan (Armenien) zum ersten Mal Bilanz gezogen.
- Ziel 3 des Abkommens: Bis 2030 sollen 30 Prozent der Land- und Meeresflächen der Erde geschützt sein. (IUCN)
- Davon sind wir weit entfernt: Geschützt sind erst etwa 18,4 Prozent der Landfläche und 10 Prozent der Meere. An Land fehlt noch eine Fläche so groß wie Russland. (GIZ)
- Im Februar 2025 einigten sich die Staaten in Rom auf die Finanzierung: Ab 2030 sollen jedes Jahr 200 Milliarden Dollar aus allen Quellen in den Naturschutz fließen, davon 30 Milliarden von reichen an ärmere Länder. (EU-Kommission)
- Die Zwischenbilanz für Eriwan zeigt: Das Abkommen hat viel angestoßen, aber bei keinem der 23 Ziele ist das Tempo hoch genug, um 2030 anzukommen. (GIZ)
- Ende Oktober 2026 beschloss die Konferenz in Eriwan nach zähen Verhandlungen eine weltweite Bestandsaufnahme und einen Beschluss zur Finanzierung. Streit gab es um schädliche Subventionen und den „Cali-Fonds“, in den Firmen für die Nutzung genetischer Daten einzahlen sollen – bisher kam dort kaum Geld an. (news.at)
- Die nächste Weltnaturkonferenz findet 2028 in Ecuador statt. (news.at)
- Ein großer Schritt für die Meere: Seit dem 17. Januar 2026 gilt das UN-Hochseeabkommen. Es deckt etwa die Hälfte der Erdoberfläche ab und erlaubt erstmals Meeresschutzgebiete auf der Hohen See. (EU-Kommission)
Was heißt das für uns? Die Ziele sind beschlossen, das Geld und die Umsetzung hinken hinterher. Ob 30×30 gelingt, entscheidet sich in den nächsten vier Jahren – auch durch politischen Druck von uns.
Videos dazu

UN-Hochseeabkommen: Was Deutschlands Beitritt bringt | ZDFheute live
ZDFheute live (September 2026) ordnet ein, was der Beitritt Deutschlands zum UN-Hochseeabkommen für den Schutz der Meere bringt.

Weltnaturkonferenz endet: Wie lange lebt die Erde noch? | BR24
BR24 zum Ende der Weltnaturkonferenz in Armenien (2026): was beschlossen wurde und wie realistisch die Umsetzung ist.