Lösungsansätze: So können wir den Klimawandel aufhalten

Wir haben hier sehr viele Informationen zusammengeführt. Wenn Du gerade nicht viel Zeit hast, empfehlen wir Dir zum Einstieg folgende Beiträge: Das Video mit Mai Thi Nguyen-Kim: Lösungen für den Klimawandel und
Aktuelle Klimapolitik: Das „Klimapaketchen“ vom September 2019 der deutschen Bundesregierung bleibt weit hinter dem Erforderlichen zurück.

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Aktuelle Politik

Nach wie vor gilt in der politischen Praxis das Paradigma, dass politische Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht zu Einschränkungen und „Nachteilen“ für die Wahlbevölkerung führen dürfen – weil man sonst nicht mehr gewählt wird. 

Die politischen Vorgaben in der BRD führen zu einer skandalösen Fehlsteuerung der Energiekosten für fossile, atomare und erneuerbare Energie und schaden der Energiewende. Die derzeitigen Regelungen dienen praktisch ausschließlich dazu, den konventionellen Energieerzeugern Einnahmen zu sichern und stromintensive Industrie vor höheren Energiekosten zu schützen – die den privaten Verbrauchern aufgebürdet werden.

Auch in autoritären Staaten ohne Demokratie nimmt man eine Beschränkung des CO2-Ausstoßes nur dann in Kauf, wenn dadurch Machtpositionen der Entscheidungsträger und Machtpromotoren nicht geschwächt werden.

Die Situation in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Verbesserung der wirtschaftlichen Position auf dem Weltmarkt und des Lebensstandards der Bevölkerung mit den gegenwärtig vorhandenen Mitteln dieser Staaten nur erreicht wird, wenn man hierfür einen verstärkten CO2-Ausstoß in Kauf nimmt. Es gibt bislang keine ernstzunehmenden (d.h. wirklich wirksamen) Maßnahmen, um den Schwellen- und Entwicklungsländern dabei zu helfen, den Lebensstandard und die wirtschaftliche Position zu verbessern, OHNE einen weiteren CO2-Anstieg zu verursachen.

Auch nicht demokratisch legitmierte wirtschaftliche Interessengruppen (Lobbies) schaffen es bislang, engagiertes Handeln zu verhindern (energieintensive Industrien, Autoindustrie, Fluggesellschaften – aber auch Gruppen, die daran interessiert sind, die bisherige, auf Verschwendungskonsum ausgerichtete Art des Wirtschaftens zu erhalten. Selbstverpflichtungen der Industrie haben sich als nicht wirksam erwiesen.

Wenn das politische Handeln so weitergeht, wie bisher, steuert die Menschheit auf eine Katastrophe zu. Die Katastrophe besteht darin, dass viele (vor allem arme) Menschen sterben oder ihre Existenzgrundlage verlieren und dass die Ökosysteme erheblichen Schaden nehmen, der innerhalb menschlicher Zeiträume nicht mehr reparabel ist.

Es ist daher vernünftig, wenn die Bewohner der Nationalstaaten alle gewaltfreien Wege nutzen, um Druck auf die Parlamente und Regierungen zu erzeugen, endlich WIRKSAME Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen, Parteien zu wählen, die dazu ernsthaft bereit sind und außerparlamentarische Initiativen gegen den Klimawandel zu unterstützen.

Aktuelle Klimapolitik in Deutschland: Der Kabinettsbeschluss vom September 2019 – ein Dokument des Versagens

Hier kannst Du das Eckpunktepapier der Bundesregierung aufrufen. Hier findest Du einen Übersichtsartikel zum Kabinettsbeschluss in der Zeit Online.

Fazit vorweg: Mit dem Verzicht auf eine WIRKSAME Größenordnung der CO2-Abgabe, hat die Bundesregierung hat eine einmalige Chance vertan, wirksame Maßnahmen gegen die Erderhitzung einzuleiten. Die Regierung hat versagt. Stattdessen droht uns eine neue Subventionsorgie für die Autoindustrie.

Die deutsche Bundesregierung betreibt weiterhin Placebo-Politik.

CO2-Bepreisung

Kabinettsbeschluss ist

Bereits vorhanden ist ein Europäischer Zertifikatehandel im Energiesektor (EU-ETS). Neu: Für Gebäude und Verkehr wird ein CO2-Emissionshandel eingeführt.

erforderlich wäre

Die Einführung eines CO2-Preises ist richtig. Es fehlen aber Landwirtschaft, Ernährung und Produktion (Konsumgüter).

In den Jahren 2021 bis 2025 sollen CO2-Preise von jeweils 10, 20, 25, 30 und 35 Euro pro Tonne Co2 erhoben werden. Dadurch verteuern sich Benzin und Diesel 2021 um 3 Cent pro Liter, bis 2026 um 9 bis 15 Cent.

Der CO2-Preis ist viel zu niedrig. Nötig wäre ein Preis von mindestens 50 Euro pro Tonne.
Die Bepreisung kommt zu spät (ganz langsam ab 2021). Mit einer Steuer hätte man 2020 starten können.

Ab 2026 Versteigerung der Emissionszertifikate in einem Preiskorridor zwischen 35 und 60 Euro pro Tonne CO2. Erst dann Festlegung einer maximalen Emissionsmenge, die jährlich geringer wird.

Der CO2-Preis müsste auf bis zu 180 Euro pro Tonne steigen. Vorgehen ab 2017 wurde offen gelassen. Festlegung maximaler Emissionsmengen ab 2021.

Sozialer Ausgleich des CO2-Preises

Kabinettsbeschluss ist

Alle zusätzlichen Einnahmen aus der CO2-Bepreisung sollen entweder in Klimaschutz-maßnahmen fließen oder an die Bürger*innen zurückgegeben werden.

erforderlich wäre

CO2-Bepreisung soll komplett an die Bürger*innen zurückgegeben werden. Klimaschutzmaßnahmen sollen anstelle von Rüstung und Ausbau des Straßenverkehrs finanziert werden.

Anhebung der Pendlerpauschale ab 2021 ab dem 21. Kilometer befristet bis zum 31. Dezember 2026 um 5 Cent pro Kilometer.

Kompletter Unfug. Das ist, wie wenn man beim Roulette gleichzeitig auf Rot und Schwarz setzt.

Wohngeldbezieher erhalten höheres Wohngeld, bei Empfängern von staatlichen Leistungen (Hartz-IV) sollen höheren Energiekosten berücksichtigt werden.

Eine komplette Rückgabe der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung (in den unteren 60/70% der Einkommen) würde für eine volle und unbürokratische soziale Abfederung sorgen.

Ausbau erneuerbarer Energien

Kabinettsbeschluss ist

Bis 2030 soll der Anteil Erneuerbarer auf 65 Prozent des Stromverbrauchs steigen (1.Hj. 2019: 44%).

erforderlich wäre

Nicht ausreichend. Wir müssen asap an die 100% kommen.

Der Ausbau der Windenergie ist aufgrund von Auflagen eingebrochen. (Vgl. die bayerische Abstandsregelung, nach der z.B. ein 150 Meter hohes Windrad 1,5 Kilometer weit vom nächsten Haus entfernt sein muss). Der Mindestabstand soll zukünftig 1.000 Meter betragen, aber es gibt Ausnahmen: z.B. Bayern darf seine 10-H-Regelung behalten. Kommunen sollen als Genehmigungs-Anreiz eine finanzielle Beteiligung am Betrieb von Windrädern erhalten.

Bayern darf Windkraftanlagen weiterhin faktisch verhindern. So funktioniert der Umstieg auf Erneuerbare nicht. Wir brauchen Windenergie, denn Wind und Sonne verhalten sich in der Stromproduktion gegensätzlich.

Das EEG-Gesetz muss weg oder zumindest von sämtlichen Hemmnissen für den Umstieg auf erneuerbare Energien befreit werden. Bisher ist es ein Erneuerbare-Verhinderungs-Gesetz.

Der von P. Altmaier eingeführte Deckel für Solaranlagen (53GW) wird aufgehoben, Subventionen werden auch bei größeren Anlagen weiterbezahlt.

Solarenergie spielt eine entscheidende Rolle. Es braucht einen garantierten und lohnende Strompreis für Solarenergie, damit ausreichend neue Anlagen gebaut werden.

Heizen: Ölheizungen und Wärmedämmung

Kabinettsbeschluss ist

Der Einbau neuer Ölheizungen soll ab dem Jahr 2026 in allen Gebäuden verboten werden, zumindest, in denen „eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist“. Der Tausch alter Ölheizungen gegen neue, effizientere wird mit bis zu 40 Prozent der Kosten gefördert.

erforderlich wäre

Sofortiges Verbot neuer Ölheizungen.

Verbesserte steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungsmaßnahmen für die Wärmedämmung (bis 20% der Kosten über 3 Jahre).
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). „Energieberatung für Wohngebäude“

Nicht ausreichend. Wärmedämmung ist ein Prio1 Thema. Förderung von Nullenergiehäusern muss deutlich erhöht werden, incl. aktiver Zuschüsse. Aber auch hier gilt: ein hoher CO2-Preis (mit kompletter Rückgabe) ist viel effektiver, als Subventionen.

Fortführung/Erweiterung Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“

ok…

Die installierte Erzeugungskapazität aus Kohlekraftwerken im Markt soll bis 2030 auf insgesamt 17 GW reduziert werden und bis spätestens 2038 vollständig beendet werden.

Der Beschluss bedeutet: Es wird noch weitere 20 Jahre Kohle verstromt! Nötig ist statt dessen: Braunkohleförderung zeitnah einstellen. Keine Zukunftsinvestionen in fossile Energieträger. Keinerlei (Steuer)Subventionen für fossile Energieträger.

Verkehr

Kabinettsbeschluss ist

Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets im Fernverkehr von 19 auf 7 Prozent senken.

erforderlich wäre

Besser: EINE Methode, um CO2-Abgaben auszugleichen: komplette Rückgabe einer hohen CO2-Abgabe, die dafür aber immer und für alles gilt.

Die Bahn soll bis 2030 eine Milliarde Euro zusätzlich vom Bund erhalten, um damit das Schienennetz auszubauen und zu modernisieren.

Im Prinzip richtig, aber viel zu wenig. Ziel sollte eine rasche Einführung des Deutschlandtakts sein, der die Bahn WESENTLICH ATTRAKTIVER UND EFFIZIENTER macht.

Die Luftverkehrssteuer wird zum 1. Januar 2020 angehoben. Der Betrag steht noch nicht fest. (Voraussichtlich Verdoppelung. Die Abgabe für Inlandsflüge beträgt derzeit 7,38 Euro.)

Innerdeutsche Flüge sollten eingestellt werden. Die Flugsteuer sollte wegen der besonders hohen Klimabelastung zusätzlich zur CO2-Steuer wesentlich deutlicher erhöht werden. (Rückgabe aller Klima-Einnahmen über die Klimadividende)

Autos mit hohem Kraftstoffverbrauch werden zusätzlich besteuert, die KFZ-Steuer soll sich enger am CO2-Ausstoß orientieren. 

Große SUVs und Privatfahrzeuge mit übergroßen Motoren werden verboten.

Elektroautos werden bis 2025 von der KfZ-Steuer ausgenommen. Die Kaufprämien !!! für umweltschonende Fahrzeuge sollen zudem angehoben werden. Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Kaufprämien für E-Autos zeigen, dass nichts verstanden wurde: Wir brauchen generell eine Abkehr vom Individual-Autoverkehr (wo immer möglich) und keine neue Förderorgie für Autokonzerne.
Die Produktion von Elektroautos, v.a. mit Lithiumakkus, verbraucht enorme Mengen Ressourcen und führt zu hohen CO2 Emissionen. Und: Lithiumakkus sind nur eine Übergangstechnologie. Außerdem fahren E-Autos immer noch überwiegend mit Strom aus fossilen Energieträgern. Wenn also noch fahrtüchtige Autos durch neue E-Autos ersetzt werden, erhöht dies die globalen CO2 Emissionen mehr, als wenn man das bestehende Auto behalten und dessen Nutzung aufs nötigste beschränken würde.

ÖPNV? Erhöhung von Mitteln für das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Keine Vorrangregelung o.ä.
Vorrang für Radverkehr? Nur Absichtserklärung „… wird die Attraktivität des Radverkehrs erhöhen“. Nichts substantielles.

Wir brauchen ein neues Verkehrskonzept. Intensiver und schneller Ausbau des ÖPNV (Oberleitungsbusse, autonome Kleinbusse, Vorrangspuren, etc.). Vorrang für Radfahrer in den Städten.

Wirksamkeits-Kontrolle und Steuerung von Klimaschutzmaßnahmen

Kabinettsbeschluss ist

Für Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, Gebäude und weitere Sektoren werden auf Basis der bereits im „Klimaschutzplan 2050“ vereinbarten Ziele jährliche CO2-Budgets in einem Gesetz verankert.

erforderlich wäre

Richtig: Festschreibung per Gesetz.
Falsch: Absenkung geht zu langsam – auch nach den bisherigen Budget-Vorgaben.

Klimakabinett wird Dauereinrichtung und prüft Wirkung und Effizienz der Klimaschutzmaßnahmen und wird von Expertengremium unterstützt.

Das ist die Einladung an uns, keine Ruhe zu geben, bis ausreichende und wirksame Maßnahmen gegen die Erderhitzung durchgesetzt sind.

Konsequenzen für Ministerien, die die vereinbarten Ziele verfehlen – gibt es nicht.

Mit Unverbindlichkeit werden wir nicht weiter kommen. Erforderlich ist eine klare Festlegung jährlicher Ziele mit entsprechenden Konsequenzen bei Nichterreichung.

Informationsportal für Möglichkeiten, persönlich zum Klimaschutz beizutragen.

Das werden wir gerne nutzen.

Außerdem enthält der Kabinettsbeschluss viele kleinere Maßnahmen – Dinge, die man einfach tun muss (Methan-Emissionen aus Mülldeponien reduzieren). Daneben jede Menge vage gehaltener Absichtserklärungen.

Was fehlt ist ein Gesamtkonzept, dessen zentraler Baustein eine wirksame CO2-Abgabe mit Rückverteilung sein muss. Stattdessen Subventionen, Steuererleichterungen (dienen denen, die viel Steuern zahlen) und viele kleine Aufgaben, die man schon vor Jahren hätte angehen können und müssen. Echte, terminierte, konkrete und mutige Maßnahmen fehlen.

Kommentare und Reaktionen zum Klimapaketchen

Zeit Online, 20.9.19, von Alexandra Endres: Sie haben sich wieder nicht getraut. limaschutz muss wehtun. Doch die Bundesregierung erhöht lieber die Pendlerpauschale – und vergeudet durch einen absurd niedrigen CO2-Preis wertvolle Zeit.

Denn: Wie viel CO2 kann Deutschland noch ausstoßen? “ Will man die Erderhitzung auf 1,5 Grad begrenzen, kann auf jeden Mensch nur noch eine bestimmte Menge an CO2-Emissionen entfallen. Wenn Deutschland den Anteil an Klimagasen nicht überschreiten will, der seinem Anteil an der Weltbevölkerung entspricht, müssten die deutschen Emissionen bis zum Jahr 2036 auf null sinken!

Aktivisten unzufrieden mit Klimaschutzpaket. In Berlin gingen am Freitag mehr als 100.000 Menschen auf die Straßen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. In Stockholm meldete sich Greta Thunberg zu Wort.

Nacht der langen Formeln. Warum fast 19 Stunden um das Klimaschutzpaket gerungen wurde, ehe Angela Merkel ein Ergebnis vorstellen konnte. Von Michael Bauchmüller, Stefan Braun, Cerstin Gammelin und Boris Herrmann, Berlin

Klimapaket: Die Groko will niemandem wehtun. Die Bundesregierung spricht von einem Durchbruch, „Fridays for Future“ von einem Eklat: Die Groko wollte es mit ihrem Klimapaket wieder mal vielen recht machen und erntet dafür Kritik.

Diese Grafik zeigt, wie wenig ambitioniert das Klimapaket ist. WICHTIG!

Klimapaket ist für die Tonne: Wir brauchen jetzt „Alle for Future“. Die Bundesregierung tut so, als sei ein mutiges und effektives Klimapaket nicht durchsetzbar. Dabei sind nicht nur Schüler bereit, das Klima zu retten, sondern auch Unternehmer. Eine Riege von Ignoranten jedoch fährt die Zukunft gegen die Wand. Sollen wir das zulassen?

Experte zum Klimapaket: „Keine Logik und kein Sachverstand“. Während Hunderttausende in Deutschland auf die Straße gehen, präsentiert die Bundesregierung ihr Klimapaket. Aus Sicht des Experten Volker Quaschning ist es ein Desaster, ohne „Logik und Sachverstand“, ohne den Willen, etwas zu verändern. „Die Maßnahmen wären gut, wenn wir 200 Jahre Zeit hätten.“ 

Heftige Kritik an Klimapaket: „Koalition kann keinen Klimaschutz“. Die Große Koalition präsentiert ihr Klimaschutzpaket – doch das Ergebnis stößt auf scharfe Kritik. Es fehle der Regierung „der politische Mut, unsere Zukunft zu sichern“, bemängelt Greenpeace. Wirtschaftsforscher halten die vielen Initiativen für schlecht abgestimmt.

Harald Lesch zu den Groko-Klimaverhandlungen

MaiLab zu den Ergebnissen der Groko-Klimaverhandlungen

Campact: Das große Klima-Versagen – und jetzt? Eine Analyse der Situation und klare Forderungen an die politischen Entscheidungsträger*innen.

Sehr geehrte Frau Merkel, Frau Schulze, Herr Altmaier, Herr Scholz, Herr Scheuer, Herr Seehofer, Frau Klöckner und sehr geehrte Parteispitzen von CDU, CSU und SPD.

Ihre Entscheidungen zum Klimaschutz vom 20. September sind eine politische Bankrotterklärung. Während zeitgleich im Rahmen von #AlleFürsKlima rund 1,4 Millionen Menschen in ganz Deutschland auf der Straße waren, haben Sie sich offiziell vom 1,5‑Grad-Ziel verabschiedet. Dies auch noch als Erfolg zu verkaufen, ist ein Schlag ins Gesicht aller Demonstrant*innen für wirksamen Klimaschutz.

Weil Sie das Pariser Klimaabkommen seit seinem Inkrafttreten konsequent ignorieren, sahen sich bereits in den vergangenen neun Monaten hunderttausende junge Menschen dazu genötigt, durch das Bestreiken der Schule, Universität und Ausbildung auf die Verfehlungen Ihrer Klimapolitik aufmerksam zu machen.

Zwar behaupten Sie inzwischen, Fridays For Future hätte Sie aufgerüttelt – doch angesichts dieses lächerlichen Maßnahmenpakets befinden Sie sich offenbar weiterhin im politischen Tiefschlaf. Mit dem Eckpunktepapier ignorieren Sie nicht nur den Wunsch hunderttausender junger Menschen nach einer lebenswerten Zukunft, sondern auch die Weckrufe aus der Wissenschaft und aus breiten Teilen der Bevölkerung. 

Frau Merkel sagt:  „Politik ist die Kunst des Möglichen” – aber welche Gründe führen Sie eigentlich dafür an, dass konsequenter Klimaschutz in diesem Land scheinbar nicht möglich ist? Nicht erst der vergangene Freitag hat gezeigt, dass unsere Gesellschaft beim Klimaschutz deutlich weiter ist als Ihre Bundesregierung und bereit ist, notwendige Maßnahmen zu tragen.

Die Möglichkeiten, die Schritte einzuleiten, die zur drastischen Reduzierung von CO2 notwendig sind, waren nie größer als jetzt. Mit dem nun von Ihnen eingelegten Schneckentempo ducken Sie sich nicht nur vor ihrer Verantwortung unserem Land gegenüber weg, sondern Sie ignorieren auch weiterhin Deutschlands internationale Verpflichtungen. Aufgrund historischer Emissionen geht es hierbei nicht nur um eine Vorreiterrolle, sondern auch um Klimagerechtigkeit. An der Möglichkeit, hier ein Zeichen zu setzen, sind Sie kläglich gescheitert.

Angesichts dieser angekündigten Maßnahmen sehen wir die Handlungsfähigkeit Ihrer Bundesregierung beim Klimaschutz nicht mehr gegeben. Vizekanzler Scholz machte im Vorfeld des 20. Septembers klar:  „Wir brauchen einen großen Wurf in der Klimapolitik, wenn wir als Regierung weiter eine Berechtigung haben wollen, das Land zu führen” (Spiegel Online, 02.09.2019). Von diesem großen Wurf kann nun nicht im Entferntesten gesprochen werden. Nicht nur werden wir mit den Maßnahmen das 1,5‑Grad-Ziel klar verfehlen, sondern sogar die deutlich zu niedrigen Klimaziele der Bundesregierung für 2030 nicht einhalten. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, das unzureichende Klimapaket grundlegend  zu überarbeiten.

Die Klimabewegung ist so groß wie nie zuvor und sie rückt durch den vergangenen historischen Streiktag am 20. September – sowohl durch Ihre Entscheidungen, als auch durch den von uns organisierten Protest – nur noch stärker zusammen. Wir streiken, bis Ihr handelt! 

Klimastreik am 20.9.2019

Greta in New York

Weltweite Massendemonstrationen

Weltweiter Massenprotest für eine bessere Klimapolitik (20.9.19)

Thunberg vor Vereinten Nationen: „Uns kann niemand stoppen“ (21.9.19)

Viel Kritik am Klimapaket der großen Koalition (22.9.19)

Greta Thunbergs Macht im Financial District. Die schwedische Schülerin inspiriert eine ganze Generation, auch in den USA. In New York gehen auch wegen ihr Zehntausende Menschen auf die Straße – ein wichtiger Rückhalt vor Thunbergs Rede vor den Vereinten Nationen am Montag. Von Thorsten Denkler, New York

„Bye bye CO2“: Hunderttausende beim globalen Klimastreik. „Konsum killt unser Klima“ oder „Wäre die Erde eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet“ – nur zwei von vielen Slogans bei den Klimademos. Der Zulauf in Deutschland beim globalen Klimastreik war groß.

„Es ist meine Pflicht, hier zu sein“. Die Welt streikt für Klimaschutz, auch in Brüssel gehen die Leute auf die Straße. Der Protest ist Ausdruck ihrer Verzweiflung über die Klimapolitik der EU. Protokolle von Nadja Schlüter

40 000 protestieren auf dem Münchner Königsplatz: „Weil ich meine Zukunft bewahren will“. Zur Klimademo in München kommen wesentlich mehr als erwartet.

Demo-Premiere mit 69 Jahren. Der ehemalige Physiklehrer Franz Heimerl ist noch nie auf einer Demonstration gewesen. „Aber jetzt ist der Punkt erreicht, an dem es gezündet hat.“ Fünf Teilnehmer und ihre Beweggründe. Von Max Ferstl

Die Welt steht auf. Millionen Menschen in mehr als 150 Ländern gehen für besseren Klimaschutz auf die Straße. In Berlin schnürt die große Koalition unter Mühen ein Paket, das neue Proteste auslöst.

1,4 Millionen demonstrieren in Deutschland. Auf der ganzen Welt setzen sich Menschen für verstärkte Anstrengungen zum Klimaschutz ein. Allein in Deutschland gehen mehr als eine Million Demonstranten auf die Straßen. 500 Aktionen waren zeitgleich angemeldet. Eine Übersicht.

 

Was ist tatsächlich notwendig, um den Klimawandel aufzuhalten?

Was ganz klar zu tun ist

Alternative Wege der CO2-Bepreisung

Die “Wirtschaftsweisen” sprechen sich in Ihrem Gutachten für eine CO2-Bepreisung als marktwirtschaftliches Instrument zur Reduktion von Treibhausgasen aus.

FAQ zur CO2-Bepreisung von Scientists for Future – verständliche Antworten auf komplizierte Fragen

„Ein wesentlicher Grund dafür, dass Klimaschutz nur unzureichend umgesetzt wird, ist, dass Treibhausgase keinen angemessenen Preis haben. Nun wird in Deutschland daher kontrovers diskutiert, wie CO2-Emissionen einen höheren Preis bekommen können. Dabei werden eine CO2-Steuer, eine Erweiterung des europäischen Emissionshandels oder Mischformen und Varianten dieser Instrumente erwogen.“ (Quelle: SfF)

Hier direkte Links zu den Antworten von Scientists for Future. Den Gesamttext kann man hier als PDF downloaden.

Wirksamkeit und Ausgestaltung

(1)    Wieso reduziert ein CO2-Preis die CO2-Emissionen? Kurze Antwortausführliche AntwortMythos und Realität

(2)    Welche Erfahrungen haben Staaten bisher mit CO2-Preisen gemacht? Kurze Antwortausführliche Antwort

(3)    Welche Möglichkeiten der Ausgestaltung eines CO2-Preises gibt es? Kurze Antwortausführliche Antwort

(4)    Wie hoch sollte der CO2-Preis sein?Kurze Antwortausführliche Antwort

Verteilungskonflikte und Gerechtigkeit

(5)    Warum ist es gerecht, dass ein CO2-Preis die Verursacher trifft? Kurze Antwortausführliche AntwortMythos und Realität

(6)    Belastet ein CO2-Preis Haushalte mit niedrigen Einkommen? Kurze Antwortausführliche Antwort

(7)    Führt ein nationaler CO2-Preis zu einer Verschiebung der Emissionen in andere Länder? Kurze Antwortausführliche Antwort

(8)    Schadet ein CO2-Preis der Wirtschaft? Kurze Antwortausführliche Antwort

Weitergehende Maßnahmen

(9)    Wie wird ein CO2-Preis für die Bürgerinnen und Bürger attraktiv? Kurze Antwortausführliche Antwort

(10)   Warum ist ein CO2-Preis für eine gute Klimapolitik nicht hinreichend? Kurze Antwortausführliche Antwort

Quellenverzeichnis von Scientist for Future & Autorinnen und Autoren von Scientists for Future

Weitere Hintergrundinfos zum Thema CO2-Bepreisung

Wer es ganz wissenschaftlich will: Hier das MCC-PIK-Papier „Optionen für eine CO2-Preisreform

Informationen zum EU-Emissionshandel (EU-ETS = European Union Emission Trading Scheme), der derzeit (Sep 2019) etwa 5% der EU Emissionen einschließt: https://bit.ly/2Kdo1ip

Politik: Hintergrund

So geht es nicht: Die Regierung der BRD verhindert eine wirksame Bekämpfung des Klimawandels

Das Versagen der Bundesregierung beim Klimaschutz hat mittlerweile Tradition.
1.5.2019 (n-tv): Scholz lehnt bisherige CO2-Steuerpläne ab
9.10.2018 (Die Zeit): Die Bundesregierung lehnt anders als die meisten EU-Länder strengere Grenzwerte bei Neuwagen ab.

Fehlsteuerung der Energiekosten bremst Energiewende

Eine aktuelle Fraunhofer-Studie zeigt: Die politischen Vorgaben führen zu einer skandalösen Fehlsteuerung der Energiekosten für fossile, atomare und erneuerbare Energie und schaden der Energiewende.

Der Text des Fraunhofer-Instituts ist für nicht technisch ausgebildete Menschen so schwer zu lesen, dass die Informationen in der Öffentlichkeit vermutlich nicht ausreichend wahrgenommen werden. Auch auf die Gefahr hin, dass die komplexen Zusammenhänge nicht ganz korrekt wiedergeben können, möchten wir die zentralen Aussagen eine allgemein verständlichen Sprache zusammenfassen.
Wir haben zitieren im Folgenden zentrale Zitate aus der Fraunhofer-Studie, die Du hier auch im Original öffnen kannst.

Fraunhofer-Studie

Fraunhofer-Studie

Photovoltaik ist eine effiziente Form der Energiegewinnung – wird aber faktisch nicht gefördert – im Gegenteil…

“Im Jahr 2018 deckte die Photovoltaik mit einer Stromerzeugung von 46 TWh [ISE4] ca. 8,7% des Netto-Stromverbrauchs in Deutschland, auf Basis der Verbrauchszahlen des Vorjahres.”

“Der Kostenvergleich mit fossiler und nuklearer Stromerzeugung wird dadurch erschwert, dass deren externe Kosten durch Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschäden als Folge von planmäßigen oder unfallbedingten Schadstoffemissionen außen vor bleiben.”

“Die Grenzkosten (d.h.: wieviel kostet jede zusätzlichen Kilowattstunde mehr) für Atomstrom liegen zwar in der Größenordnung von nur 1 ct/kWh, für Kohlestrom 3-7 ct/kWh, für Gasstrom 6-9 ct/kWh. Zwar wurde im Jahr 2005 ein EU-weiter Emissionshandel (European Union Emissions Trading System, EU ETS) für den Energiesektor eingeführt, um den CO2-Ausstoß zu verteuern und die Kosten ansatzweise zu internalisieren.”

“Wegen eines Überangebots an bereitgestellten Zertifikaten war der Preis (für diese Zertifikate) jedoch bis Ende 2017 zusammengebrochen.”

… “Den Ausbau (von Photovoltaik-Anlagen) in Erwartung niedrigerer Preise (der Anlagen) zu verschieben, wäre in Anbetracht des fortschreitenden Klimawandels nicht nur zynisch, sondern würde darüber hinaus die Dynamik der Kostensenkung verlangsamen. Grundlage für den Ausbau der PV bildeten die verschiedenen Fassungen des EEG seit dem Jahr 2000.”

“Die Politik … hat entschieden, energieintensive Industriebetriebe mit einem hohen Stromkostenanteil weitgehend von der EEG-Umlage zu befreien. Im Jahr 2018 wurde damit knapp die Hälfte des Industrieverbrauchs privilegiert. Diese umfassende Befreiung erhöht die Belastung für andere Stromkunden, insbesondere für Privathaushalte, auf die knapp 30% des gesamten Stromverbrauchs entfällt.”

“Die Privilegierung hat den Anstieg der EEG-Umlage pro kWh verstärkt Dabei profitiert die energieintensive Industrie von der preissenkenden Wirkung des PV-Stroms an der Börse zu Spitzenlastzeiten. Damit fließt ein Teil der PV-Umlage indirekt der energieintensiven Industrie zu. Die stromintensive Industrie profitiert von der Energiewende, ohne sich nennenswert an ihren Kosten zu beteiligen.”

“Die EEG-Umlage wird aufgrund ihrer Festlegung durch folgende Faktoren erhöht: …”

“Weil die stromintensive Industrie von der Umlage praktisch befreit ist, tragen kleinere Verbraucher, also Haushalte sowie industrielle und gewerbliche Verbraucher Mehrkosten in Milliardenhöhe.”

“Die Einspeisung von PV-Strom zu Tageszeiten mit ehemals höchsten Börsenstrompreisen senkt diese besonders wirksam, zum Vorteil großer Verbraucher. Sie erhöht aber gleichzeitig die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Börsenpreis, der die Grundlage für die Berechnung der Umlage darstellt, zum Nachteil kleiner, umlagepflichtiger Verbraucher.”

“Seit Jahren wird in Deutschland zunehmend mehr Strom produziert als notwendig und zwar durch fossile(= vermutlich v.a. Kohle, GM)und nukleare Kraftwerke mit geringeren Grenzkosten als teure Spitzenlastkraftwerke(= vermutlich v.a. Erdgas, GM). Dieses Überangebot senkt den Börsenstrompreis … und verdrängt Spitzenlastkraftwerke aus dem Erzeugungsmix.”

“Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von elektrischer Energie (z.B. Energiesparlampen) senken den Strombezug und erhöhen damit die Umlage pro verbrauchter kWh.”(Weil die Umlage aus der Differenz zwischen dem Herstellungspreis des Stroms und dem Verkaufspreis an der Börse errechnet wird. Da letzterer von Angebot und Nachfrage abhängt, wird die Umlage höher, wenn der Börsenpreis sinkt, was bei niedrigerer Nachfrage der Fall ist. Energiesparen erhöht daher die Umlage und damit den Strompreis, trotz der insgesamt niedrigeren Erzeugungskosten durch PV-Anlagen – lustig, oder? GM)

“Die Politik beeinflusst die Strompreise aus fossilen und nuklearen Kraftwerken. Politische Entscheidungen definieren den Preis von CO2-Zertifikaten, die Auflagen zur Filterung von Rauch, ggf. Auflagen zur Endlagerung von CO2 (CCS), die Besteuerung von Atomstrom oder die Versicherungs- und Sicherheitsauflagen für AKWs. Die Politik legt damit fest, inwieweit Stromverbraucher die schwer fassbaren Risiken und Lasten fossiler und nuklearer Stromerzeugung tragen. Bei einer konsequenteren Einpreisung dieser Kosten wird es voraussichtlich dazu kommen, dass die PV-Stromerzeugung den Strommix verbilligt.”

“Bis wir so weit sind, wird fossiler und nuklearer Strom zu Preisen verkauft, die seine externen Kosten verschleiern und in die Zukunft abschieben.”

“Privathaushalte tragen viele zusätzliche Lasten auf ihrer Stromrechnung. Der Gesetzgeber legt die Berechnungsgrundlage und den Verteiler für die EEG-Umlage sowie weitere Steuern und Abgaben fest, mit zurzeit nachteiligen Effekten für Privathaushalte.”

“Die Investitionsanreize für die PV-Stromerzeugung kommen nicht aus öffentlichen Mitteln.”

“Zwar werden in verkürzten Darstellungen oft Summen über die vergangene und künftige Einspeisevergütung für PV-Strom in dreistelliger Milliardenhöhe gebildet und als „Subvention“ deklariert. Eine Subvention ist aber definiert als eine Leistung aus öffentlichen Mitteln, während das EEG eine Umlage vorsieht: Energieverbraucher zahlen eine Zwangsabgabe für die – notwendige und beschlossene – Transformation unseres Energiesystems. Diese Sichtweise wurde auch von der EU-Kommission bestätigt.”

“Dass der deutsche Kraftwerkspark vermehrt für den Export produziert, dürfte auch mit den geringen Erzeugungskosten für Kohlestrom, insbesondere den geringen CO2-Zertifikatspreisen der letzten Jahre zusammenhängen. …”

“Die PV-Branche beschäftigte im Jahr 2016 ca. 36000 Menschen in Deutschland [BSW]. Zum Vergleich: nach einer Studie des Ökoinstituts arbeiteten 2015 noch rund 21000 Menschen im Braunkohlebergbau und in den Braunkohlekraftwerken. …”

“Die in Deutschland betriebene PV-Leistung befand sich noch 2016 überwiegend im Eigentum von Privatpersonen, Landwirten und Gewerbebetrieben. Die großen Kraftwerksbetreiber hielten magere 0,2% (der PV-Anlagen). …”

“Weil PV v.a. zu Spitzenlastzeiten Strom produziert (tagsüber, wenn es hell ist – und auch der meiste Strom gebraucht wird), werden insbesondere konventionelle Spitzenlast-Kraftwerke seltener und in geringerem Umfang benötigt, ihre Auslastung und Rentabilität sinkt besonders stark. Paradoxerweise werden aber gerade flexible Kraftwerke mit schnell steuerbarerer Leistung im Zug der Energiewende immer mehr benötigt. …”

“Wenn PV-Kraftwerke Strom liefern, liefern sie tagsüber, zu Zeiten höchster Nachfrage. Das senkt den Strompreis an der Börse, der sich nach den Börsenregeln auf alle momentan produzierenden Kraftwerke überträgt. Früher konnten die großen Kraftwerksbetreiber billigen Grundlaststrom zur Mittagszeit sehr lukrativ verkaufen. Seit 2011 führte aber die PV zu Preissenkungen an der Börse und damit zu massiven Gewinneinbrüchen. …”

“Solarstrom wird … überwiegend dezentral eingespeist und stellt kaum Anforderungen an einen Ausbau des innerdeutschen Übertragungsnetzes.”

“Eine hohe PV-Anlagendichte in einem Niederspannungs-Netzabschnitt kann an sonnigen Tagen dazu führen, dass die Stromproduktion den Stromverbrauch in diesem Abschnitt übersteigt. Transformatoren speisen dann Leistung zurück in das Mittelspannungsnetz. Bei sehr hohen Anlagendichten kann die Transformatorstation dabei an ihre Leistungsgrenze stoßen. Eine gleichmäßige Verteilung der PV-Installationen über die Netzabschnitte verringert den Ausbaubedarf.”

“Die Erzeugung von Solarstrom ist heute dank verlässlicher nationaler Wettervoraussagen sehr gut planbar. Aufgrund der dezentralen Erzeugung können regionale Änderungen in der Bewölkung nicht zu gravierenden Schwankungen der deutschlandweiten PV-Stromproduktion führen.”

“Klimabedingt korrelieren in Deutschland hohe Sonneneinstrahlung und hohe Windstärken negativ auf allen Zeitskalen von Stunden bis Monaten. (Wenn viel Sonne scheint, geht wenig Wind und umgekehrt – was die Energieerzeugung gleichmäßiger macht. GM)”

“Das Erzeugungsprofil von PV-Strom passt so gut zu dem Lastprofil des Stromnetzes, dass der gesamte Strombedarf im Band von 40-80 GW auch bei weiterem Ausbau der PV in den nächsten Jahren jederzeit über dem PV-Stromangebot liegen wird.”

“Allerdings nehmen die Konflikte mit trägen Kraftwerken zu, die einer schwankenden Residuallast aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nur sehr eingeschränkt folgen können.”

“Ältere Kohlekraftwerke, insbesondere Braunkohlekraftwerke, können keine Regelenergie (also Spitzenlast-Energie) in einer wirtschaftlich vertretbaren Weise beisteuern.”

“Kernkraftwerke sind technisch in der Lage, Leistungsgradienten von bis zu 2%/min und Leistungshübe von 50 bis 100% zu fahren, bisher werden sie aus wirtschaftlichen Gründen jedoch selten gedrosselt.”

“Grundsätzlich müssen jedoch die volatilen Erzeuger(z.B. Gaskraftwerke, GM)mit ihren vernachlässigbaren Grenzkosten Vorfahrt erhalten.”

“Die Versorgungssicherheit für Letztverbraucher hat parallel zum Ausbau der Photovoltaik seit dem Jahr 2006 sogar zugenommen. Verstärkte Investitionen in den Ausbau der Übertragungsnetze haben zu dieser Entwicklung beigetragen.”

“Erntefaktor und Energierücklaufzeit von PV-Anlagen variieren mit Technologie und Anlagenstandort. Eine neuere Studie aus dem Jahr 2017 [Raug] ermittelte für PVKraftwerke mit wafer-basierten Modulen auf Basis von gemessenen PV-Erträgen aus der Schweiz und einer angenommenen Lebensdauer von 25 Jahren einen Erntefaktor von 9-10, entsprechend einer Energierücklaufzeit von 2,5 – 2,8 Jahren. (Das bedeutet: innerhalb von 3 Jahren erzeugt die PV-Anlage den Strom, der für ihre eigene Herstellung erforderlich war. GM)

Windkraftanlagen weisen deutlich kürzere Energierücklaufzeiten auf, sie liegen gewöhnlich unter einem Jahr.”

“Waferbasierte PV-Module altern so langsam, dass es eine Herausforderung für die Wissenschaftler darstellt, Leistungsverluste überhaupt nachzuweisen.”

“Mit Erreichen des 52-MW-Deckels ist eine Förderung neuer PV-Installationen nach dem derzeit gültigen EEG nicht mehr vorgesehen. Die aktuellen Marktmechanismen würden ohne Flankierung durch das EEG oder einen Nachfolger zu wenig Anreize für langfristige Investitionen in die Energiewende liefern. Ein wesentlicher Grund ist die sektoriell lückenhafte, mit dem Börsengeschehen schwankende und in der Summe viel zu geringe Bepreisung von CO2-Emissionen. Eine sozial kompensierte, nationale CO2 Abgabe, wie sie bspw. in Schweden (seit 1991), in der Schweiz 2008 („Lenkungsabgabe“), in Frankreich (Steuer außerhalb des EU-ETS) und in Großbritannien („Carbon Price Floor“) eingeführt wurde, kann diese Schwachstellen überbrücken.”

Übrigens: Die oft wiederholte Aussage, Photovoltaikanlagen würden zur ihrer Herstellung soviel Energie verbrauchen, wie sie am Ende liefern ist FALSCH!Überall auf der Welt werden mehr neue Photovoltaikanlagen gebaut, als in Deutschland (wo diese produziert werden)!
PV-Anlagen (Energiegewinnung durch Sonneneinstrahlung) sind sehr gut geeignet:

  • Den Strom zu Zeiten zu erzeugen, zu denen der Strom gebraucht wird (tagsüber)
  • Strom dezentral zur Verfügung zu stellen, z.B. in Haushalten in denen er auch verbraucht wird. Daher wird der permanent diskutierte Netzausbau nicht in dem Umfang benötigt, wie es öffentlich als Voraussetzung gefordert wird, um weiterhin erneuerbare Energien auszubauen
  • PV-Anlagen können zu niedrigen Kosten Strom zu erzeugen (Anschaffungskosten der Anlage im Vergleich zur Menge an gelieferter Energie)
  • PV-Anlagen werden aus quasi unendlichen Rohstoffen produziert (Sand), enthalten kaum giftige Rohstoffe (je nach Hersteller) und sind nach Nutzung relativ leicht zu recyceln
  • PV-Anlagen werden kaum schlechter: die tatsächliche Nutzungsdauer ist so lange, dass es bisher kaum verlässliche Daten gibt, wie lange diese Platten Energie erzeugen können (mind. 25 Jahre, aber wahrscheinlich länger)
  • Bei einer Lebensdauer von 20 Jahren erzeugen PV-Anlagen 9-10 mal so viel Energie, wie zu ihrer Herstellung gebraucht wird.
  • PV-Anlagen haben keine Emissionen und stoßen natürlich auch kein CO2 aus!

Doch genau dies wird nicht gefördert – im Gegenteil.

Die Klimapolitik in den Parteiprogrammen zur Europawahl 2019 mit Links zu den klimapolitischen Seiten der Parteien

Nachfolgend zentrale Aussagen der Parteien zur Klimapolitik, zitiert in Anlehnung an die Zusammenfassung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Da jede Zusammenfassung auch eine Verkürzung und ggf. auch Verfälschung bedeutet, kannst Du die Parteiprogramme bei Klick auf die Parteinamen direkt öffnen.

Positionen aus dem Parteiprogramm der Grünen

  • Bis 2030 muss 45 Prozent von Europas Energie, die beim Strom, der Wärme und der Mobilität verbraucht wird, erneuerbar sein; bis 2050 müssen es 100 Prozent sein. Die CO2-Emissionen müssen zudem bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden.
  • Dafür europaweiter Ausstieg aus Kohle-, Atomstrom und weiteren fossilen Energieträgern sowie einen deutlich schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien. Gefordert wird ein Programm, das Arbeitnehmer*innen in Kohleausstiegsregionen unterstützt.
  • Die Laufzeiten für Atomkraftwerke sind auf ein absolutes Maximum von 40 Jahren zu begrenzen
  • Es soll Investitionen in intelligente Stromnetze für erneuerbare Energien, einen transeuropäischen Netzausbau und in Energiespeicher geben.
  • Es soll einen wirksamen Mindestpreis für CO2 geben und ein Aktionsplan für klimaschonende Wärmeversorgung geschaffen werden. „Für alle Anlagen, die dem Emissionshandel unterliegen – das sind vor allem Industrieanlagen sowie Kohle- und Gaskraftwerke –, muss es einen deutlich steigenden Mindestpreis für CO₂-Emissionen geben. Zusätzlich muss die Anzahl der Zertifikate im Emissionshandel entsprechend dem Pariser Klimaziel weiter reduziert werden. … Fossile Treib- und Wärmebrennstoffe müssen entsprechend ihrem jeweils spezifischen CO₂-Ausstoß den wahren Preis kosten“.
  • Die zusätzlichen Einnahmen aus der CO₂-Besteuerung sollen an die Verbraucher*innen zurückgeben werden. Ziel ist die Schaffung eines Energiegeldes als Pro-Kopf-Zahlung an die Menschen in Europa.
  • Die EU soll Bewohner*innen von bedrohten Inselstaaten, die durch die Klimakrise unbewohnbar werden, Klimapässe anbieten.
  • Maßnahmen sind u.a. eine europaweite Quote für abgasfreie Neuwagen, von 2030 an soll es möglichst nur noch abgasfreie Autos geben.
  • Einführung einer EU-weiten Plastiksteuer auf Wegwerfprodukte.

Kommentar zum Programm der Grünen: Engagierter Ansatz, aber steigerungsfähig

Hier die Links zur aktuellen Politik der Grünen zum Thema Klimaschutz, die Stellungnahme der Grünen zum „Klimapaket“ und die Forderungen für Sofortmaßnahmen.

Positionen aus dem Parteiprogramm – Die Linke

  • Gefordert wird eine europäische Energiewende. Stärkere Priorisierung der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens = Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad begrenzen.
  • Die EU-Emissionen von klimaschädlichen Treibhaus-gasen müssen bis 2030 um mindestens 65 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden, bis zum Jahr 2050 um 95 Prozent.
  • Verbindliche EU-Vorgaben statt Emissionshandel für C02. Einführung einer CO2-Steuer.
  • Verstaatlichung der Energieversorgung und Energiewende bis 2040, wobei der Atomausstieg sofort und der Kohleausstieg bis 2030 angestrebt wird.
  • Sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie, die europäische Vertragsgemeinschaft EURATOM soll gekündigt und aufgelöst werden. Die 20 ältesten Braunkohlemeiler über 100 MW Leistung sollen bis 2020 stilllegt werden.
  • Die Vormachtstellung von Großkonzernen in der Energieversorgung (faktisch Monopole) soll durch Vergesellschaftung beendet und die Energieversorgung umfassend bürgernah organisiert werden. „Die Energiewende wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie sozial gerecht ist.“ „Die Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser (soll) nicht in der Hand von Konzernen (liegen), sondern (in der Hand) von Bürger*innen, von Kommunen und Genossenschaften.“ Die Erzeugung und Verteilung soll so dezentral wie möglich und so zentral wie nötig organisiert werden.
  • Förderung regionaler Wirtschaftsabläufe, weniger Plastik, längere Haltbarkeit von Produkten und einem ökologischer Abbau von Rohstoffen.
  • Kostenloser ÖPNV und Einrichtung eines europaweiten Buchungssystems im Bahnverkehr. Großteil des Güterverkehrs und innereuropäischen Flugverkehrs auf die Schiene verlagern. 

Kommentar zum Programm der Linken: Ernsthafter und wirkungsvoller Ansatz

Mit diesem Link gelangst Du zu den aktuellen klimapolitischen Forderungen der Linken.

Positionen aus dem Parteiprogramm der SPD

  • Fortsetzung der Energiewende. Klimaverändernde Schadstoffe müssen drastisch reduziert werden. 
  • Die Sozialverträglichkeit der notwendigen Strukturveränderungen für den Schutz der Umwelt ist dabei das Ziel. Verbraucherinnen und Verbraucher dürften dadurch nicht einseitig belastet werden.
  • Forderung eines Stopps des ökonomischen Raubbaus sowie eines Verbots von Plastikartikeln in ganz Europa. 
  • Die SPD plädiert für 45 Prozent Treibhausgasreduzierung bis 2030 und vollkommene Treibhausgasneutralität bis 2050 durch den Einsatz von erneuerbaren Energien
  • Investitionen in die Energieeffizienz sind aus Sicht der SPD der wirtschaftlichste Weg für die europäische Energiewende.
  • Um die Mobilität Europas zu fördern, soll die Zersplitterung des europäischen Schienenverkehrs zu beenden
  • Es soll vermehrt in alternative Kraftstoffe und neue Antriebstechnologien investiert werden. 

Kommentar zum Programm der SPD: Welche Energiewende soll denn fortgesetzt werden? Die, mit der ständig die Klimaziele verfehlt werden? Nein, weiter so, mit kleinen Tippelschrittchen, geht nicht.

Hier die klimapolitische Seite der SPD. Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut. Macht irgendwie traurig.

Positionen aus dem Parteiprogramm der CDU CSU

  • Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sollen vereint werden.
  • Die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz von Paris und Kattowitz sollen umgesetzt werden.
  • Treibhausgasemissionen sollen global kostenpflichtig werden.
  • Angestrebt wird eine europaweite Strategie zur Vermeidung von Plastik und internationale Abkommen zur Plastikvermeidung.
  • Energie soll sicher, sauber und bezahlbar sein.
  • Der Ausbau emissionsarmer und erneuerbarer Energien soll europaweit vorangetrieben werden. So soll Europa von anderen Ländern unabhängig sein.
  • Die Forschung in emissionsarme Antriebsformen … wird unterstützt. Dieselmotoren werden nicht abgelehnt
  • Die Parteien wollen Wirtschaft und Umwelt mit einer vernünftigen und sachlichen Vorgehensweise zusammen bringen.

Kommentar zum Programm der CDU / CSU: Ja mei, die Wirtschaft und die Umwelt, die werden sich doch vertragen können…

Aktuelle Klimapolitik der CDU/CSU? Erleben wir gerade (5.10.19)

Positionen aus dem Parteiprogramm der FDP

  • Gefordert wird eine europäische Klimapolitik aus einem Guss mit abgestimmten Zielen.
  • Dabei setzt die FDP auf den CO2-Zertifikatehandel. „Wir wollen, dass deren politische Steuerung künftig nur noch über die Menge der ausgegebenen CO2-Emissionsrechte erfolgen soll. Auftretende Mehrbelastungen von privaten Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie Handwerk und Gewerbe durch einen CO2-Emissionspreis sollen so weit wie möglich durch Entlastungen bei bestehen-den Steuern und Abgaben (zum Beispiel auf Strom und Kraftstoffe) kompensiert werden, ohne die Lenkungswirkung zu gefährden. Durch Stilllegungen frei werdende CO2-Zertifikate werden aus dem Markt genommen. Für das neu diskutierte 1,5-Grad-Ziel müssen die CO2-Zertifikate für fossile Energieträger auslaufen. Das heißt, ab 2050 oder sogar früher gibt es keine fossilen CO2-Zertifikate mehr.“
  • Zur Verbesserung des Klimaschutzes soll dort angesetzt werden, wo große Mengen CO2-Emissionen mit relativ geringem Aufwand schnell vermieden werden können und wo künftig das größte Wachstum an Energiebedarf eintreten wird: In Asien, Afrika und Südamerika könnten schnelle Erfolge in der richtigen Größenordnung mit dem geringsten Aufwand erzielt werden. Dabei könne europäische Technologie eine entscheidende Rolle spielen.
  • Die FDP schlägt vor, dass EU-Mitgliedstaaten im eigenen Land nicht erreichte CO2-Einsparungsziele gegen die Finanzierung von ebenso wirksamen, aber kostengünstigeren CO2-Einsparungen in Ländern außerhalb der EU verrechnen können.
  • Durch einen transeuropäischen Netzausbau soll es möglich werden, Strom dort zu produzieren, wo die Standortbedingungen die geringsten Kosten bei gleichen Umweltstandards erlauben
  • Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten sollen die Energiequellen diversifiziert werden. 
  • Die EU-Mitgliedstaaten sollen bei der Energieversorgung möglichst eng zusammenarbeiten.
  • Die FDP setzt sich für Aufforstung und Schutz der Wälder als ein, als effizientes und günstiges Mittel, um CO2 aus der Luft zu binden.

Kommentar zu Programm der FDP – DAS TUT WEH: Die Idee, Klimaschutz in den Schwellenländern zu unterstützen, hört sich auf den ersten Blick vernünftig an. Atmosfair macht mit der CO2-„Kompensation“ für Flüge etwas ähnliches. Dabei ist der Begriff Kompensation eigentlich irreführend – wir holen das ausgestoßene CO2 nicht wirklich zurück. Die Unterstützung von CO2-Einsparungen in Schwellenländern darf also nur eine ZUSÄTZLICHE Anstrengung sein, die unsere Bemühungen, selbst weniger CO2 zu produzieren, nicht ersetzt. WENN man es denn ernst meint mit dem Klimaschutz. Um beim Vergleich mit Atmosfair zu bleiben: Wir müssen natürlich in erster Linie WENIGER fliegen. Was an Flügen absolut unvermeidlich ist, sollten wir „kompensieren“, so gut es geht. Ablasshandel im großen Stil würde dazu führen, dass wir hier in Europa letztlich weitermachen wie bisher. Diejenigen, die heute zu viel CO2-Ausstoßen, müssen diesen CO2-Ausstoß drastisch verringern und nicht nur dafür sorgen, dass andere (weit weg) in Zukunft ihren Ausstoß nicht steigern. Insgesamt zu zaghaft (was z.B. das Tempo der Reduktion von CO2-Zertifikaten betrifft), so dass mit der Politik der FDP weiterhin unsere Zukunft aufs Spiel gesetzt würde.

Wie sieht die aktuelle Klima-Politik der FDP aus? Hier schreibt die FDP, dass man sie auf keinen Fall wählen darf, wenn man Klimaschutz will – Zitat: „Wir Freie Demokraten wollen, dass Energiepolitik nicht zur Verbotspolitik wird. Heute werden den Menschen die Ziele der Energiepolitik mit immer neuen Vorschriften, Subventionen und Zwangsabgaben aufgezwungen. Wir wollen marktwirtschaftliche Anreize und keine Verzichts- und Verbotsideologie mit staatlicher Gängelung. Nationale Alleingänge wie den Klimaschutzplan 2050 lehnen wir ab.“ (Quelle: Webseite der FDP, 5.10.19)

Als ich das gelesen habe, blieb mir der Mund offen stehen und ich musste nochmal prüfen, ob ich wirklich auf der offiziellen Seite dieser Partei bin. Tatsächlich: fdp.de. Es ist unfassbar.

Positionen aus dem Parteiprogramm der AfD

  • Die AfD bezweifelt, dass der Mensch den Klimawandel maßgeblich beeinflusst hat oder gar steuern könnte.
  • Klimaschutzpolitik ist daher für die AfD ein Irrweg. Ohne CO2, einem Hauptbestandteil der Photosynthese, gäbe es keine Pflanzen, Tiere oder Menschen.
  • Die AfD lehnt daher den Pariser Klimavertrag und alle EU-Maßnahmen ab, welche die Reduzierung von CO2-Emissionen mit dem Schutz des Klimas begründen.
  • Eine versorgungssichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energiepolitik ist für die AfD nur durch einen Energiemix aus Kohle, Mineralöl, Erdgas, Wasserkraft und Kernkraft möglich.
  • Die „Erneuerbaren Energien“ Wind und Sonne seien durch ihren hohen Flächen- und Materialverbrauch im großen Maßstab schädlich für Mensch, Natur und Umwelt.
  • Die Nutzung fossiler Energieträger könnten vor allem durch die Weiternutzung der emissionsfreien Kernkraft reduziert werden. Die AfD fordert, dass sich Deutschland wieder an der weit fortgeschrittenen Entwicklung neuartiger Typen von Kernreaktoren beteiligt.

Kommentar zum Programm der AfD – DAS KANN NIEMAND ERNST MEINEN: Dieses Parteiprogramm macht sprachlos. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel mit der Bedeutung des CO2 für die Photosynthese zu argumentieren, ist ein Anlass zum fremdschämen. Das Programm negiert eindeutig erwiesene Zusammenhänge. Es bürdet unseren Nachkommen große Mengen radioaktiven Mülls auf und führt zur ungebremsten Fortsetzung des Temperaturanstiegs. Bitte bitte bitte: NICHT wählen.
Wer noch Fragen zur Klimapolitik der AfD hat, sollte sich mal Beatrice von Storch anhören. Da gibt eine echte Expertin richtig intelligente Antworten. Nicht verpassen!

Wem das noch nicht genug ist, der kann auf die „Klima-Seite“ der AfD gehen. Da heißt es – Zitat: „AfD wehrt sich gegen PR-getriebenen Aktionismus und den Missbrauch aufgehetzter junger Leute als Demomasse. AfD-Bundesvize Georg Pazderski hat den Klima-Wahn und die Klima-Kriegsberichterstattung in Deutschland als ignoranten Alleingang bezeichnet: …“ Daneben stehen Artikel, die behaupten, 500 „Wissenschaftler“ hätten der These vom menschengemachten Klimawandel widersprochen, usw. (Quelle: Webseite AfD kompakt, 5.10.19)

Energiepolitik auf www.Sonnenseite.com

Wenn Klimaforscher die Welt regieren würden

Wenn Klimaforscher die Welt regieren würden – Autos abschaffen, Wald aufforsten, vegetarisches Essen – was muss der Mensch sofort tun, um die Erderwärmung zu stoppen? Neun führende Forscher antworten auf ZEIT ONLINE:

Ebenfalls aus der ZEIT: Menschen, kümmert euch darum! Soll die Hälfte der Erde zum Naturschutzgebiet werden, oder hilft eine Kohlenstoff-Steuer? Zwei Biologen, die die Welt auf unzähligen Expeditionen erforscht haben, debattieren über Lösungen

Auch wenn wir persönlich auf der globalen Ebene kaum Einfluss nehmen können, macht es Mut, zu wissen, dass es durchaus Wege geben kann, eine weltweite Kooperation gegen den Klimawandel zu erreichen. Lord Nicholas Stern zeigte beim Klimagipfel der UN 2014, wie eine Zusammenarbeit der Nationen aussehen könnte, um den Klimawandel zu stoppen.

„Was wäre, wenn die führenden Politiker weltweit beschließen würden, im Rahmen eines gemeinsamen Plans 20 Jahre lang jedes Jahr fünf Prozent des weltweiten BIP zur Lösung des Klimaproblems zu verwenden? Das würde bedeuten, dass fünf Prozent der arbeitenden Bevölkerung und fünf Prozent des Kapitals für die Herstellung und Erbringung klimafreundlicher Güter und Dienstleistungen arbeiten würden. Dieses große Projekt würde das Klimaproblem lösen. Nach 20 Jahren gemeinsamer und gut geplanter Anstrengungen wäre die Weltwirtschaft emissionsfrei.“ (Jørgen Randers2052: A Global Forecast for the Next Forty Years, S. 298)

Klimaziele 2030: Wege zu einer nachhaltigen Reduktion der CO2-Emissionen. Stellungnahme der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften im Juli 2019

Die Zeit berichtet: „Die Gutachter der Leopoldina fordern einen „einheitlichen und sektorübergreifenden Preis für Treibhausgasemissionen“. … Die Einnahmen, fordern sie, müssen transparent in die Klimapolitik reinvestiert werden. Als sozialer Ausgleich in Form einer Klima-Dividende. Als Puffer, um die Kosten des Klimaschutzes (etwa die Strompreise!) abzufedern. Schließlich und zentral aber als Investitions- und Innovationsprogramm. Und wer zahlt? Vor allem die Wohlhabenden. Sie haben den nachweislich größeren ökologischen Fußabdruck.“

Quelle: Die Zeit, 25.7.2019, Der Weckruf. Mit überraschender Schärfe geißeln Forscher der Leopoldina die Versäumnisse der Umweltpolitik. 

Hier geht es zur Stellungnahme der Akademie der Wissenschaften im Original. Hier einige Zitate aus dem Originaldokument:

„Es bedarf sofortiger Maßnahmen, um die Klimaziele 2030 zu erreichen. Diese Maßnahmen sollten drei grundsätzliche Ziele anstreben: Erstens sollten die auf europäischer Ebene verbindlich vereinbarten Zielwerte für die CO2-Emissionen wirksam erreicht werden; zweitens sollte dies in sozial ausgewogener Weise erfolgen und drittens sollte dies zu den geringstmöglichen volkswirtschaftlichen Kosten geschehen. Um dies zu erreichen, sollte es zunehmend unattraktiv werden, CO2-Emissionen zu verursachen – CO2-sparendes Verhalten sollte hingegen belohnt werden.“ …
„Das wichtigste Leitinstrument für einen effektiven Klimaschutz ist ein einheitlicher und sektor-übergreifender Preis für Treibhausgasemissionen. “ … “ Die Einnahmen aus dem CO2-Preis müssen transparent reinvestiert werden: in den sozialen Ausgleich in Form einer „Klimadividende“, in die relative Absenkung des Strompreises, in Klimaschutz und Anpassungen im Bereich von Infrastrukturen sowie in Allgemeingüter. Das übergreifende Ziel all dieser Weichenstellungen ist der Anreiz für klimaschützendes Wirtschaften und Verhalten. Klimaschützendes Verhalten kann, wenn es klug für den sozialen Ausgleich verwendet wird, sogar zu einem unmittelbaren finanziellen Gewinn für Konsumentinnen und Konsumenten führen, vor allem bei niedrigeren Einkommensgruppen. Wohlhabende Bürgerinnen und Bürger produzieren meist mehr CO2 und werden daher einen entsprechend höheren Anteil am Umbau der Infrastrukturen und der Gesellschaft leisten. Schlussendlich wird die gesamte Bevölkerung von modernen und besseren Infrastrukturen profitieren. “ …

Die derzeit erreichte Konzentration von atmosphärischem CO2 von 415 ppm (gemessen auf der Insel Mauna Loa auf Hawaii, USA, siehe Titelbild) gab es letztmals vor 3 Millionen Jahren, in der Pliozänen Warmzeit. Damals war die globale Durchschnittstemperatur 2-3°C wärmer, Grönland und die Westantarktis hatten keine oder bedeutend weniger Eisbedeckung. Der Meeresspiegel lag etwa 20 Meter höher. Als Konsequenz waren die Klima- und Niederschlagszonen verschoben und die Strömungen im Ozean fundamental anders.

Aus der Erdgeschichte wissen wir, dass im Klimasystem Kipp-Punkte existieren, bei denen abrupte und unumkehrbare Prozesse eintreten können. Das Schmelzen des Grönländischen Eisschildes mit dem entsprechenden Anstieg des Meeresspiegels würde z. B. bei einer Erwärmung von über 2°C massiv beschleunigt werden. Um all dies zu vermeiden, können und müssen jetzt noch die Bedingungen geschaffen werden, um die globalen CO2-Emissionen auf Netto-Null abzusenken.

Die bisherige Klimapolitik ist in mehrfacher Hinsicht sozial unausgewogen: Erstens hat sie die Wirkungen auf Geringverdiener, die ohnehin weniger CO2 ausstoßen, nicht im Blick gehabt diese Bevölkerungsgruppe wurde bislang überproportional finanziell belastet. Zweitens werden Klimaprobleme immer noch zu stark auf kommende Generationen abgewälzt und drittens leiden Länder mit dem geringsten pro Kopf CO2-Ausstoß stärker unter den Folgen des Klimawandels. Hinzu tritt die Befürchtung Einiger, dass ihre Freiheit durch die Einführung von Verboten eingeschränkt werde. Ein klimapolitischer Neuaufbruch muss diese Aspekte aufgreifen.

… Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist inzwischen eine Bremse für den Ausbau von erneuerbaren Energien geworden. …

Aus technologischer Sicht sind bereits jetzt alle Voraussetzungen vorhanden, um ein klimaneutrales Energiesystem zu schaffen. Aus ethischer Sicht gibt es keine Alternative, da eine aufgeklärte, moderne Wissensgesellschaft dem mündigen Umgang mit den Lebensgrundlagen kommender Generationen verpflichtet ist, einschließlich gesunder Ökosysteme.

Eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Infrastruktur ist immer noch das beste Mittel gegen klimaschädliche Emissionen, gesundheitsschädliche Feinstaub- und Stickstoffoxidbelastungen sowie den städtischen Flächenverbrauch.

Brennstoffzellen-Antriebe könnten langfristig eine Alternativtechnologie werden: Sie lassen sich mit „grünem“ Wasserstoff betreiben, hergestellt über Elektrolyse mit elektrischem Strom und aus Wasser, was allerdings im Vergleich zu batterieelektrischen Fahrzeugen derzeit die 2 bis 2,5-fache Primärenergie benötigt. Speicher für gasförmigen Wasserstoff stehen heute schon zur Verfügung. In Erprobung sind alternative flüssigkeitsbasierte Speicher, wie beispielsweise die aussichtsreiche LOHC-Technologie („Liquid Organic Hydrogen Carrier“, ein flüssiges Speichermaterial für Wasserstoff). Die Produktion von erneuerbaren 22 Kraftstoffen aus Biomasse und biogenen Prozessen ist nur steigerungsfähig, wenn es gelingt, ökonomisch und ökologisch verträglich Reststoffe als Ressourcen einzusetzen oder gänzlich neue halbsynthetische Verfahren erfolgreich voranzutreiben.

Der öffentliche Personennahverkehr, der Schienenfernverkehr und der Gütertransport auf der Schiene müssen dafür erheblich ausgebaut und qualitativ verbessert werden. Da Bahn und ÖPNV vorwiegend im Eigentum der öffentlichen Hand sind, könnte diese politische Entscheidung schnell umgesetzt werden. Eine Priorisierung von ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr in den Städten hat zudem direkte positive Auswirkungen auf Gesundheit, Flächenverbrauch und allgemeine Lebensqualität.

(Dies…) führt … häufig zu einer starken Verlagerung von Produktion in ferne Länder und somit zu steigenden Logistikleistungen. Der internationale Flug- und Schiffsverkehr muss daher über entsprechende Abkommen mit einem CO2-Preis belegt werden, um die Gütermengen und Transportwege zu verringern. Der weltweite Verkehr in internationalen Logistikketten muss reduziert werden, z.B. durch Förderung regionaler Produktionsverbünde.

Gesamtkonzept: “ Darüber hinaus müssen weitere mittel- bis langfristige Maßnahmen beispielsweise in den Bereichen Landnutzung, Ernährung, Küstenschutz, Schutz der Artenvielfalt, Widerstandskraft von Öko- und Sozialsystemen sowie auch demographische und öffentlichkeitspolitische Aspekte ergänzt werden“.

Sondergutachten des Sachverständigenrats

Ergänzend zur Stellungnahme der Leopoldina ist das Sondergutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung interessant, auch wenn wir der Argumentation nicht folgen, weil sie immer noch völlig systemimmanent angelegt ist. Ein echter Paradigmenwechsel im Sinne einer Abkehr der bisherigen Vorstellungen von Wachstum und Wohlstand fehlt. Dennoch gibt es viele interessante Analysen und Hintergrundinformationen. Hier findest Du die Kurzfassung, hier die vollständige Version des Sondergutachtens und hier die Optionen für eine CO2-Preisreform.

Initiativen für den Klimaschutz

Man glaubt es kaum (zumindest merkt man es nicht) – es gibt auch eine Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Die Stadt Neumünster hat ein Integriertes Klimaschutzkonzept – sehr konkret und differenziert.
Das Forschungszentrum Jülich gibt eine Kommunalrichtlinie für Klimaschutzprojekte im kommunalen Umfeld heraus.
Und auch das Land Schleswig-Holstein hat seine Ziele für den Klimaschutz definiert.

Klimaschutz in die Verfassung – eine Initiative aus Bayern

Klimaschutz in Art. 141 BV aufnehmen

„Wetterextreme und deren Schäden sind zur schrecklichen Normalität geworden, auch in Die Extremwetterereignisse wie Stürme, Hitzerekorde und Dürren nur in 2018 oder die rasant zunehmenden Gletscherschmelze in den Alpen zeigen, wir sind schon mitten drin im Klimawandel. Es geht jetzt darum, unverzüglich alles zu tun, um die drastische Klimaerhitzung noch zu stoppen und den Schaden für uns Menschen zu begrenzen. Dafür gibt es eine entscheidende Notwendigkeit: Den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Klimagasen durch eine umfassende Energiewende auf null reduzieren, schnellstmöglich!

In der aktuellen politischen Debatte taucht diese Notwendigkeit der Energiewende und des Klimaschutzes jedoch nur mehr als Randnotiz auf. Politisches Handeln und die Gesetzesentwürfe von Landes- wie Bundesregierung geben dem Klimaschutz und der Energiewende nicht den erforderlichen Vorrang. Das krachende Verfehlen der eigenen Klimaziele für 2020 wird hingenommen und bleibt ohne echte politische Konsequenzen. Klimaschutz und Energiewende müssen endlich wieder ins Zentrum des politischen Handelns. Nur so kann Bayern seinen Anteil an der globalen Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen.

Durch ihre Tatenlosigkeit und die aktive Verhinderungspolitik der Bayerischen Staatsregierung in Sachen Klimaschutz werden unsere Umwelt und damit die Lebenschancen der kommenden Generationen erheblich gefährdet. Hierdurch verstößt die aktuelle Politik gegen den demokratischen und verfassungsrechtlichen Grundsatz, für die Lebensgrundlagen in Bayern nachhaltig Sorge zu tragen. Daher braucht es jetzt ein entschiedenes Zeichen der bayerischen Bevölkerung. Im Jahr 1984 war Bayern schon einmal Vorreiter in Deutschland und hat den Umweltschutz in die Landesverfassung aufgenommen. 2019 kann Bayern deutschlandweit wieder Vorbild sein. Auf dem Wege der Volksgesetzgebung können die Menschen im Freistaat durch Ergänzung der Bayerischen Verfassung ihre Regierung und die staatliche Verwaltung auf den Vorrang des Klimaschutzes als Voraussetzung für den Schutz unserer Lebensgrundlagen verpflichten und zur Aufgabe allen staatlichen Handelns erklären.

Deshalb: Klimaschutz in die Bayerische Verfassung!“

So können Sie das Projekt unterstützen

Sammeln Sie mit uns Unterschriften. Die Unterschriftenliste können Sie bei der Initiative bestellen oder selbst ausdrucken. WICHTIG: Vorder- und Rückseite müssen doppelseitig auf das selbe Blatt gedruckt werden, da sonst die Liste ungültig ist! Download UnterschriftenlisteBitte sammeln Sie auf einer Liste nur Unterschriften von Menschen aus ein und derselben Gemeinde. Diese müssen in dieser Gemeinde wahlberechtigt sein. Bitte beachten Sie Ablauf und Erläuterungen zur Unterschriftensammlung (PDF) und verwenden Sie den Rücksendebogen für ausgefüllte Unterschriftenlisten (PDF).

EUROPÄISCHE BÜRGERINITIATIVE: Klimawandel schnell, fair und wirksam stoppen

Die Bürgerinitiative hat 3 Elemente:

CO2 Abgabe

Diese Regelung sieht eine Abgabe auf fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas vor. Sie beginnt niedrig und wächst mit der Zeit stetig. Dies wird den CO2-Ausstoß verringern, da Unternehmen und Industrien, die öffentliche Hand und die Verbraucher zu “grüneren” und billigeren Optionen übergehen.

Klimadividende

Die Einkünfte, die durch die CO2-Abgabe erzielt werden, werden in einer monatlichen Zahlung an die Bürger zurückgegeben, die sie dann nach eigenem Ermessen ausgeben können. Die entstehenden Verwaltungskosten werden aus den Einnahmen der CO2-Abgabe bezahlt. Die erzielten Einkünfte werden von den Regierungen in voller Höhe wieder ausgezahlt.

Ausgleich an der Grenze

Grenzausgleichsmaßnahmen schützen EU-Hersteller und EU-Arbeitsplätze vor unlauterem internationalen Wettbewerb aus Ländern ohne CO2-Abgabe. Im Rahmen dieser Richtlinie wird auf eingeführte Waren ein CO2-Grenzausgleich erhoben, und aus der EU ausgeführte Waren erhalten eine Rückerstattung der CO2-Abgabe.

Quelle: citizensclimateinitiative.eu

Kann massive Aufforstung den Klimawandel abschwächen?

Uns rennt die Zeit davon. Deshalb müssen wir alle Optionen denken und prüfen.

Eine Studie der ETH Zürich behauptet: 0,9 Milliarden (!) Hektar neuer Wald, dies entspricht etwa der Fläche der USA, würden dafür sorgen, dass ein relevanter Anteil der vom Menschen verursachten Kohlendioxid-Emissionen wieder aus der Luft entfernt werden könnten. Eine kurze Zusammenfassung der Studie findest Du auf der Homepage der ETH Zürich und hier.

Abstract im Fachmagazin Science: The global tree restoration potential:

„The restoration of forested land at a global scale could help capture atmospheric carbon and mitigate climate change. Bastin et al. used direct measurements of forest cover to generate a model of forest restoration potential across the globe (see the Perspective by Chazdon and Brancalion). Their spatially explicit maps show how much additional tree cover could exist outside of existing forests and agricultural and urban land. Ecosystems could support an additional 0.9 billion hectares of continuous forest. This would represent a greater than 25% increase in forested area, including more than 200 gigatonnes of additional carbon at maturity (d.h. erst dann, wenn die Bäume ausreichend gewachsen sind – G.M.). Such a change has the potential to store an equivalent of 25% of the current atmospheric carbon pool.“

„The restoration of trees remains among the most effective strategies for climate change mitigation. We mapped the global potential tree coverage to show that 4.4 billion hectares of canopy cover could exist under the current climate. Excluding existing trees and agricultural and urban areas, we found that there is room for an extra 0.9 billion hectares of canopy cover, which could store 205 gigatonnes of carbon in areas that would naturally support woodlands and forests. This highlights global tree restoration as one of the most effective carbon drawdown solutions to date. However, climate change will alter this potential tree coverage. We estimate that if we cannot deviate from the current trajectory, the global potential canopy cover may shrink by ~223 million hectares by 2050, with the vast majority of losses occurring in the tropics. Our results highlight the opportunity of climate change mitigation through global tree restoration but also the urgent need for action.

Quelle: Jean-Francois Bastin et al.: The global tree restoration potential, Science  05 Jul 2019: Vol. 365, Issue 6448, pp. 76-79 DOI: 10.1126/science.aax0848

Die Publikationen im Überblick:

Bastin JF et al: The global tree restoration potential (korrigiert)
Veldman JW et al: Comment
Friedlingstein P et al: Comment
Lewis SL et al: Comment
Grainger A et al: Comment
Bastin JF et al: Response to comments

Die Autoren haben auch ausgemacht, in welchen Regionen diese gigantischen Waldflächen entstehen könnten. Hier der Abstract zum Thema Waldflächen im Fachmagazin Science:

„Over 140 Mha of restoration commitments have been pledged across the global tropics, yet guidance is needed to identify those landscapes where implementation is likely to provide the greatest potential benefits and cost-effective outcomes. By overlaying seven recent, peer-reviewed spatial datasets as proxies for socioenvironmental benefits and feasibility of restoration, we identified restoration opportunities (areas with higher potential return of benefits and feasibility) in lowland tropical rainforest landscapes. We found restoration opportunities throughout the tropics. Areas scoring in the top 10% (i.e., restoration hotspots) are located largely within conservation hotspots (88%) and in countries committed to the Bonn Challenge (73%), a global effort to restore 350 Mha by 2030. However, restoration hotspots represented only a small portion (19.1%) of the Key Biodiversity Area network. Concentrating restoration investments in landscapes with high benefits and feasibility would maximize the potential to mitigate anthropogenic impacts and improve human well-being.“

Leider ist die Sache nicht ganz so einfach – und die Studie in den Medien z.T. unsauber rezipiert. In seinem Blog „KlimaLounge“ nimmt uns Stefan Rahmstorf einige Illusionen, allein mit massivster Aufforstung den Klimawandel stoppen zu können.

  • Da es sich beim CO2-Anteil der Atmosphäre um ein Fließgleichgewicht handelt, würde die angenommene CO2-Reduktion bei Nutzung aller denkbarer Flächen nicht 200, sondern nur 100 Gigatonnen CO2 betragen (bei 640 GtC Gesamtemissionen).
  • Von den theoretisch verfügbaren Flächen wäre vermutlich nur die Hälfte realistisch bepflanzbar. Schneebedeckte Flächen und Permafrostböden sollte man gerade nicht mit Bäumen bepflanzen, da dies a) die Albedo reduzieren und b) die Freisetzung von Klimagasen aus den Böden bedeuten könnte.
  • Die angenommene CO2-Aufnahme erstreckt sich über einen Zeitraum von 50-100 Jahren.
  • So landet man schließlich bei 1-2 Gt CO2 pro Jahr, die durch Aufforstung der Atmosphäre entzogen werden könnten.

Aber – das ist Rahmstorf auch ganz klar – diese Reduktion brauchen wir und deshalb sollten wir aufforsten, wo dies ökologisch sinnvoll ist.

Mit Hightech gegen den Klimawandel (?)

Hier findest Du eine Sammlung interessanter Ideen und Technologien, die einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten können. So gut und hoffnungsvoll diese Technologien sind – sie dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass wir unseren Lebenswandel ändern müssen – auch dann, wenn es uns gelingt, den NOTWENDIGEN Energiebedarf durch erneuerbare Energien zu decken. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass auf diesem Weg bis zu 10 Milliarden Menschen den verschwenderischen Lebensstil der heutigen reichen Welt führen können.

Geoengeneering / Climate Engeneering: Der Traum von der technischen Lösung

Bis jetzt hat doch der Mensch noch für alles eine technische Lösung gefunden. Das muss doch auch beim Klima klappen. Diese Illusion kann ein starkes Hemmnis sein, wenn es darum geht, einen echten Wandel des Wirtschaftens und des Lebensstils der Menschen zu erreichen, um die Lebensgrundlagen zu sichern. Dieser Satz richtet sich nicht gegen moderne Technik: wir brauchen Sie für nachhaltige Energieerzeugung, -verteilung und -speicherung, für intelligente Verkehrssysteme, für energieeffiziente Produktionsmethoden usw.. Technik kann und muss dabei helfen, die 10 Milliarden Menschen zu versorgen, die in einigen Jahrzehnten auf diesem Planeten leben werden. Was überhaupt nur möglich ist, wenn diese Menschen einen nachhaltigen Lebensstil pflegen. Es gibt jedoch keine technische Lösung, die es ermöglichen würde, dass große Teile der Menschheit einen Lebensstil führen, wir heute im reichen Norden verbreitet ist.

Dennoch kann es Situationen geben, in der wir auf Maßnahmen des Geoengeneering zurückgreifen müssen, obwohl diese – wie wir im folgenden sehen – mit enormen Problemen behaftet sind. Zum Thema Geoengeneering bzw. Climate Engeneering gibt es einen hervorragenden Wikipedia-Artikel. Im folgenden ein kurzer Überblick über die beiden Hauptmethoden: A) Senkung der Sonneneinstrahlung und B) Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Dazu eine Liste der mit Geoengineering verbundenen Probleme und Gefahren.

Solar Radiation „Management“ – Senkung der Sonneneinstrahlung

Prinzip

Die Grundidee ist, entweder die Abstrahlung von Sonnenlicht in den Weltraum (Albedo) zu erhöhen, oder die Einstrahlung von Sonnenlicht primär zu reduzieren. Am Treibhauseffekt selbst und seinen Ursachen ändert sich dadurch nichts, auch wenn die atmosphärische Temperatur gesenkt wird.

Prinzipielle Probleme

Durch die Senkung der Sonneneinstrahlung kommt es zu (mindestens teilweise unerwünschten) Veränderungen im Wasserkreislauf und einem geringeren Pflanzenwachstum. Die Wirkung der Maßnahmen hängt von Breitengrad und Tageszeit ab. Sobald die Maßnahme, die die Reduktion der Sonneneinstrahlung bewirken soll, unterbrochen wird, schlägt der Treibhauseffekt voll zu: es kommt dann innerhalb von kürzester Zeit zu einer rasanten Temperaturerhöhung.

Bei allen Methoden, die die Sonneneinstrahlung global reduzieren, stellt sich immer die Frage, für wen das Klima eigentlich optimiert wird. Die Auswirkungen der Maßnahmen wären in unterschiedlichen Regionen sehr verschieden. Man erhält keineswegs das Klima, dass man vor dem Klimawandel hatte, sondern ein völlig anderes – je nach Region.

Methoden

Erhöhung der Oberflächenalbedo, also „Aufhellung“ der Erdoberfläche

Der Ansatz lässt sich nur lokal umsetzen (zum Beispiel dicht besiedelten Gebieten) und reduziert tendenziell die lokalen Niederschlagsmengen.

Erhöhung der Wolkenalbedo

Hierzu gibt es Ideen, niedrige Wolken über großen Teilen der Ozeane zu erzeugen. Technische Machbarkeit nicht absehbar.

Einbringung von Aerosolen in die Stratosphäre

Es gibt Berechnungen, nach denen schon die Einbringung von nur ein Prozent der gegenwärtigen weltweiten Schwefelemissionen in die Stratosphäre einen Temperaturrückgang der unteren Atmosphäre zur Folge haben würde. Dies würde aber nicht gleichmäßig geschehen, selbst paradoxe Effekte sind möglich: Im südlichen Polarmeer könnte sogar zu einer schnelleren Erwärmung kommen. Außerdem kommt es zu schwer abschätzbaren Rückkopplungseffekten und zu Veränderungen im Wasserkreislauf, vermutlich im Sinne einer stärkeren Austrocknung der kontinentalen Landmassen.

Diskutiert wird auch die Ausbringung von Aluminiumoxid und Bismutiodid.

Blockade der Sonneneinstrahlung im Weltraum

Die Idee ist, am Lagrange-Punkt L1 zwischen Erde und Sonne (wo sich die Schwerkraftwirkung beider Himmelskörper gegenseitig aufhebt), kleine Sonnensegel o. ä. zu installieren, die die Sonneneinstrahlung mehr oder weniger kontrolliert reduzieren würden.

Carbon Dioxide Removal – Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre

Alle bisher vorgeschlagenen Verfahren sind so langsam, dass mehr als 100 Jahre vergehen würden, bis das atmosphärische Kohlendioxid dadurch wirksam reduziert würde. Die Methoden reichen von der gesteigerten Produktion von Biomasse (Land- und ozeanbasierte Verfahren) über die Verwitterung von Silikatgesteinen, bis hin zur Entfernung von CO2 aus der Umgebungsluft mittels hochalkalischer Lösungen. Es gibt auch die Idee Eisenoxid als Feinstaubpartikel in der Troposphäre (als in unseren atmosphärischen Schichten) freizusetzen, wo diese den Abbau klimawirksamer Stoffe (jedoch nicht CO2) beschleunigen und die Albedo erhöhen.

Gefahren von Geoengeneering

Die folgende Liste stammt von Alan Robock „20 reasons why geoengineering may be a bad idea”, erschienen in Bulletin of the atomic scientists, 2008), erweitert um die Punkte 21 und 22.

  1. Effects on regional climate. Effekte auf das regionale Klima (z.T. unerwünschte) Temperaturveränderungen
  2. Continued ocean acidification. Fortgesetzte Versauerung der Meere
  3. Ozone depletion.Schädigung der Ozonschicht (bei Aerosol-Geoengineering)
  4. Effects on plants. Negative Auswirkungen auf Pflanzen (und in Folge natürlich auch auf die Tierwelt)
  5. More acid deposition / Verstärkung des sauren Regens (bei Ausbringung von Schwefeldioxid)
  6. Effects of cirrus clouds. Auswirkungen auf die natürliche (Zirrus-)Bewölkung
  7. Whitening of the sky (but nice sunsets). Ausbleichung des Himmels
  8. Less sun for solar power. Geringere Leistungsausbeute für Solaranlagen
  9. Environmental impacts of implementation. Direkte Umweltauswirkungen der Maßnahme.
  10. Unexpected consequences. Unbekannte, unvorhersehbare Auswirkungen
  11. Rapid warming if deployment stops. Starker Temperaturanstieg, wenn Projekt gestoppt werden muss
  12. There’s no going back. Wie schnell kann die Maßnahme bei Bedarf beendet werden?
  13. Human error. Menschliches oder technisches Versagen
  14. Undermining emissions mitigation. Negative Auswirkung auf die Bereitschaft zur CO2-Reduktion
  15. Cost. Möglicherweise extrem hohe Kosten (Ausnahme: Aerosol-Geoengineering)
  16. Commercial control of technology. Gefahr bei kommerzieller Kontrolle der Techniken
  17. Military use of the technology. Missbrauch zu militärischen Zwecken
  18. Conflicts with current treaties. Widerspruch zur ENMOD-Konvention
  19. Control of the thermostat. Notwendigkeit einer übernationalen Kontrolle, aber Kein Rahmenwerk zur Entscheidungsfindung vorhanden. Unvereinbare Interessenskonflikte einzelner Staaten (Wer bestimmt die globale Temperatur?)
  20. Questions of moral authority. Erhebliches Konfliktpotential (politisch, ethisch, moralisch)
  21. Veränderungen der Niederschlagsmuster
  22. Keine Reduktion des CO2-Gehalts der Atmosphäre (bei SRM-Methoden)

Zum Abschluss noch ein Beispiel für eine wissenschaftliche Arbeit, die sich anhand von Simulationen damit auseinandersetzt, welche Auswirkungen ein moderates „Solar Radiation Management“ haben würde.

Geo-Engineering – Die Reparatur der Erde / 3sat 13.08.2019
Die Klimagötter – Geo Engineering statt Klimaschutz – arte Doku 2015

Technik zur Nutzung der Sonnenenergie

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Wie funktioniert eigentlich die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie genau? Reset.org gibt Auskunft…

Empfehlenswert: Die Seite Energie auf www.Sonnenseite.com. Einige Artikel aus der Sonnenseite findest Du nachstehend.

Solarenergie (Quelle: www.Sonnenseite.com)

Schwimmende Spritfabriken: Klimaneutrale Kraftstoffe aus Sonnenenergie und Meerwasser

Die Idee: Mit CO2 und Wasserstoff aus dem Meerwasser und viel Sonnenenergie Methanol (CH4O – der einfachste Alkohol, mit nur einem Kohlenstoffatom) produzieren . „Zwar entsteht auch bei der Verbrennung von Methanol das Treibhausgas CO₂. Aber für die Produktion des Treibstoffs kann man wiederum CO₂ nutzen. Wird dieses in schwimmenden Chemiefabriken aus dem Meerwasser extrahiert, ist die Bilanz ausgeglichen. Meerwasser ist als CO₂-Quelle deshalb günstig, weil für die Extraktion deutlich weniger Energie gebraucht wird als für eine CO₂-Gewinnung aus der Luft. Und da sich die Konzentration des Treibhausgases zwischen Luft und Meer ständig ausgleicht, wird die Atmosphäre nicht zusätzlich belastet. Auch Wasserstoff, die zweite Zutat für die Methanolherstellung, soll aus dem Meerwasser gewonnen werden. Dafür muss dieses zunächst gefiltert, entsalzt und dann mit Elektrizität in Sauerstoff und Wasserstoff getrennt werden. Den nötigen Strom sollen Fotovoltaik-Anlagen aus Sonnenlicht generieren. Jede Methanolfabrik, die zum Beispiel auf einem großen Schiff untergebracht werden könnte, müsste dafür von 70 Solarzelleninseln mit einem Durchmesser von 100 Metern umgeben sein. ­Insgesamt würde eine Anlage ungefähr einen ­Quadratkilometer Meeresoberfläche bedecken. … Um den Treibstoff für die Versorgung des gesamten Langstrecken-­Güterverkehrs der Welt herzustellen, bräuchte man 170.000 derartige Fabriken, haben die ­Wissenschaftler berechnet. Eine Meeresfläche von der Größe Tunesiens würde dafür reichen. Das ­Gebiet sollte so nah wie möglich am Äquator liegen, weil die Sonneneinstrahlung dort hoch ist und keine tropischen Stürme drohen.“ Quelle: Zeit Online, 14.8.19

Das Sonnenhaus

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Ein 100-Prozent-Sonnenhaus hat in der Mitte einen riesigen Wassertank (um den herum z.B. das Treppenhaus angelegt wird). Mit dieser großen Wasserfläche lässt sich Sonnenenergie ausreichend gut speichern, um rund um die Uhr genügend Wärmeenergie zur Verfügung zu haben. Im Winter bedarf es in manchen Phasen noch einer zusätzlichen „Notheizung“ Dazu bedarf es – neben dem Wassertank – großer Solarpaneele und einer guten Wärmedämmung. Ergänzt wird das Konzept durch eine Photovoltaikanlage, wobei Wärme nicht mehr auf dem Umweg über Strom gewonnen, sondern direkt aus dem Wärmespeicher bezogen wird.

Energiespeicherung (Quelle: www.Sonnenseite.com)

LOHC: Liquid Organic Hydrogen Carrier

Batterien haben 2 große Nachteile: Sie sind in der Herstellung extrem aufwändig (seltene Rohstoffe, hoher Energieverbrauch) und sie sind schwer, weil sie eine geringe Energiedichte haben. Demgegenüber ist Wasserstoff ein wesentlich geeigneterer Energieträger. Wenn er nicht so flüchtig und gefährlich wäre… Hier bieten LOHC eine Abhilfe:

LOHC sind organische Trägerflüssigkeiten, an die Wasserstoff über einen Katalysator chemisch gebunden wird, was ihn leicht handhabbar macht.

In der LOHC-gebundenen Form kann der Wasserstoff genauso wie Diesel bei Umgebungstemperatur und -druck transportiert und gelagert werden. Wenn Wasserstoff zur Rückverstromung benötigt wird, kann er per Katalysator aus dem LOHC freigesetzt werden. LOHC als Trägerstoff kann also wie eine Pfandflasche für Wasserstoff immer wieder befüllt und entleert werden. Der Trägerstoff ist zudem in großen Mengen vorhanden, umweltfreundlich und billig, was die Kosten der Energiespeicherung deutlich senkt.“ „So würden etwa zur Speicherung von zwei Megawattstunden Energie rund 1000 Liter LOHC benötigt, die bei der Erstbeschaffung etwa 3000 Euro kosten und danach viele 100 Mal wiederverwendet werden können. Bei Batterien müsste man für die gleiche Speichermenge heute einen Millionenbetrag aufwenden.“ (Quelle: n-tv, 20.4.19: Superspeicher für Wasserstoff: LOHC soll Energiewende retten)

Noch etwas genauer: „Die Hydrierung ist eine exotherme Reaktion und wird bei erhöhten Drücken (ca. 30–50 bar) und Temperaturen von ca. 150–200 °C in Gegenwart eines Katalysators durchgeführt. Dabei wird die korrespondierende gesättigte Verbindung gebildet, die bei Umgebungsbedingungen gelagert beziehungsweise transportiert werden kann. Wird der Wasserstoff wieder benötigt, wird die nun hydrierte, wasserstoffreiche Form des LOHCs dehydriert, wobei der Wasserstoff wieder aus dem LOHC freigesetzt wird. Diese Reaktion ist endotherm und erfolgt bei erhöhten Temperaturen (250–320 °C) wieder in Gegenwart eines Katalysators. Vor der Nutzung des Wasserstoffs muss dieser gegebenenfalls noch von LOHC-Dampf gereinigt werden.“ (Quelle: (Wikipedia) . Die Firma Hydrogenious Technologies nutzte für eine erste Anlage den Stoff Dibenzyltoluol. Die Trägerflüssigkeiten sind mehr oder weniger giftig und müssen daher in einem geschlossenen Kreislauf bleiben. Hydrogenious sieht das natürlich nicht so kritisch: “ We use dibenzyltoluene (DBT) as carrier material, which is not classified as dangerous goods according to ADR and other transport regulations.“

Mehr über die Technologie erfährst Du hier auf der Website von Hydrogenious Technologies.

Zur LOHC-Produktion können Photovoltaik-Produktionsspitzen tagsüber genutzt werden, es können aber auch große zentrale Anlagen gebaut werden, wie wir sie für die Methanproduktion (s.o.) beschrieben haben.

Windenergie (Quelle: www.Sonnenseite.com)

Neue Formen der Energiegewinnung und Energie-Einsparung (Quelle: www.Sonnenseite.com )

CO2: Vom Klimakiller zum Wertstoff

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Welche Möglichkeiten gibt es, CO2 wieder aus der Atmosphäre zu holen? Reset.org berichtet über CO2-Filter, moosbewachsene „urban trees“, Photosynthese mit künstlichen Blättern, Photobioreaktoren und manch andere Verfahren, die bislang zu energieintensiv sind. mehr lesen…

Smart Grid – Stromnetze für erneuerbare Energien

Um erneuerbare Energien optimal verfügbar zu machen, müssen folgende Probleme berücksichtigt werden: a) Erneuerbare Energien schwanken in der Produktion unvorhersehbar und haben b) eine geringere Energiedichte im Vergleich mit herkömmlicher Energieerzeugung. Und c) geht beim Transport von Energie über große Strecken Energie verloren. Die Lösung sind Smart Grids: eine komplexe und intelligente Vernetzung zahlloser Kleinkraftwerke, die via Internet zu einem „virtuellen Kraftwerk“ zusammengeschaltet werden, das die Steuerung der Produktion und die Verteilung der Energie übernimmt. Die Haushalte sind über Smart Meter an das Netz angeschlossen. Damit das funktioniert, müssen jedoch Lastspitzen vermieden werden. Dies kann z.B. durch (Uhr)zeitabhängige Stromtarife erreicht werden. Bei Überproduktion könnten u.a. E-Autos Energie speichern. Aber: Die Technik ist noch nicht ausgereift – in Großstädten würde ein Smart Grid heute noch nicht funktionieren. Mehr über diese Technologie erfährst Du bei Reset.orgSmart Grid – Die Hoffnung der Energiewende?

Wie notwendig ein resilienteres Stromnetz ist, zeigt übrigens der Thriller „Blackout“ von Marc Elsberg. Spannend.

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