Klimawandel: Jetzt selbst handeln

Das kannst Du selbst gegen die Erderhitzung tun

Unsere umfangreichen Checklisten zum Selbst Handeln geben Dir einen breiten Überblick über Deine Möglichkeiten für nachhaltiges Handeln. Falls Du weitere Ideen hast oder findest: Sag uns Bescheid 🙂

Grundsätzlich gibt es – je nach persönlicher Einstellung und Temperament – 2 Zugangsweisen: Die Änderung des persönlichen Verhaltens und Lebensstils einerseits und das politische Handeln, um die Erderhitzung noch rechtzeitig begrenzen zu können.

Fokus: Eigener Lebensstil
Die Akteure der Webseite des Climate Culture Lab haben sich zum Ziel gesetzt, Menschen und Gruppen zu unterstützen, die auf der Suche nach einem neuen, klimafreundlichen Lebensstil sind. Der Ansatz ist hoch differenziert und sieht Achtsamkeit und Bewusstheit als grundlegend für einen tiefgehenden Wandel. Hier gibt es z.B. das E-Booklet „Gemeinsam KlimaKulturen wandeln„. Es gibt bei CCL auch Video-Sessions, die einen tieferen Zugang zu den Quellen eines nachhaltigen Wandels ermöglichen.

Fokus: Politisches Handeln
Der Kampf gegen den Klimandel braucht auch politisches Handeln. Das „Maßnahmenpaket“ der deutschen Bundesregierung vom September 2019 ist ein Dokument des Versagens. Wenn Du wütend bist über die gegenwärtigen Versäumnisse und politisch aktiv werden willst: Extinction Rebellion setzt auf zivilen Ungehorsam, um Politik endlich aufzurütteln und demokratische Prozesse für eine klimafreundliche Umgestaltung unserer Lebensweise zu initiieren.

Diese beiden Zugangsweisen schließen einander nicht aus, sondern sind notwendige Ergänzungen. Wir werden den notwendigen Wandel weder alleine durch ein persönlich achtsames Leben, noch alleine durch intellektuelle Diskurse, noch alleine durch energischen Protest erreichen – das eine braucht das andere.

Mobilität mit minimiertem CO2-Ausstoß

Nutze Verkehrsmittel in dieser Reihenfolge:

  1. Fahrrad,
  2. E-Fahrrad,
  3. Öffentliche Nahverkehrsmittel, Busse und Bahn,
  4. Leihauto und erst wenn es unbedingt sein muss,
  5. ein eigenes Auto (Klimaanlage erhöht den Verbrauch, also ausschalten)
  6. Verzichte, wenn irgend möglich, auf Flugreisen.
  • In Deiner Arbeitswelt kannst Du versuchen, Dienstreisen durch Telekonferenzen zu ersetzen, wo immer dies möglich ist, ohne die soziale Dimension der Zusammenarbeit zu vernachlässigen.
  • Wenn Du ein Auto kaufst: fahre es, solange es geht. Die Autoherstellung einen sehr großen Teil des ökologischen Impacts aus. 
  • Kaufe ein Auto, das ein gutes Verhältnis von Platzangebot und Gewicht hat. 
  • Kaufe möglichst sparsame Hybrid- oder E-Antriebe. 
  • Ein SUV mit 400PS E-Antrieb hat nichts mit Ökologie zu tun und SUVs sind angesichts des Klimawandels sowieso peinlich.
  • Auf den Themenseiten Verkehr und Klimawandel findest Du viele Hintergrundinformationen zu den Handlungsvorschlägen, z.B. zum CO2-Ausstoß verschiedener Verkehrsmittel.

Im Haushalt Energie und CO2 sparen

  • Schicke Deinen Wäschetrockner in den wohlverdienten Ruhestand (auch wenn Du keinen Garten hast). Wäsche trocknet auch an der Luft 😉
  • Schließe Deine Geräte an einen Schalter an, um sie komplett abschalten zu können. Damit vermeidest Du Standby-Stromverbrauch.
  • Stell die Beleuchtung nach und nach auf LED um.
  • Bau einen Duschkopf mit Sparfunktion ein (nicht wegen dem Wasserverbrauch an sich, sondern wegen dem Warmwasserverbrauch)
  • Händewaschen mit kaltem Wasser.
  • Wenn es kalt wird: Stoßlüftung ist gut, Kippen von Fenstern heizt nur die Umwelt.
  • Warme Kleidung ist gesünder als überheizte Räume.
  • Wäschehygiene: Wenn Du Kleidungsstücke, die Du nicht direkt auf der Haut trägst, zum Lüften aufhängst, musst Du seltener waschen.
  • Wie Du bei der Nutzung Deines Computers Energie sparen kannst, erfährst Du bei Reset.org
  • Überlege, ob Du eine Photovoltaikanlage für die Einspeisung in den Stromnetz nutzen kannst.
  • Kaufe Deinen Strom bei einem Anbieter von Green Energy, z.B. bei Greenpeace-Energy. Einen Überblick über Anbieter von echtem Ökostrom findest Du bei Reset.org: Jetzt zu 100% Ökostrom wechseln!
  • Hier findest Du noch mehr Tipps für das Energiesparen zuhause (Reset.org)

Manchmal sind es Kleinigkeiten: Händewaschen mit kaltem Wasser

Manchmal braucht es beim Klimaschutz auch kleine Gesten der Achtsamkeit über Jahre habe ich mir angewöhnt, beim Händewaschen das warme Wasser aufzudrehen. Händewaschen mit kaltem Wasser ist unangenehm, also drehe ich das warme Wasser auf. Das hat also in den meisten Fällen nicht viel Erfolg, denn bis das Wasser warm wird sind meine Hände gewaschen. Dennoch ist jede Menge warmes Wasser in die Leitung geströmt, auch wenn das nicht bei meinen Händen angekommen ist. Volle Energieverschwendung. Inzwischen versuche ich, mich daran zu erinnern und das kalte Wasser zu benutzen, was zumindest im Sommer ja auch ganz erfrischend sein kann. Übrigens ist Händewaschen mit kaltem Wasser sogar Haut schonender.

Weniger und nachhaltig Einkaufen

Jede Produktion benötigt Energie. In den meisten Fällen gilt: Wenn Du etwas NICHT KAUFST, sparst Du Energie. Solange Energie nicht vollständig auf erneuerbare umgestellt und diese in Fülle verfügbar ist, ersparst Du dem Planeten auch zusätzliches C02
Bevor Du neue Dinge kaufst, kannst Du Dir folgende Fragen stellen:

  • Brauche ich das wirklich? Wie macht das mein Leben leichter, besser, angenehmer? 
  • Hat mir diese Sache bisher gefehlt? Wie habe ich das gemerkt?
  • Wenn ich das gekauft habe, wird mich das wirklich freuen? Wie lange wird es mich freuen?
  • Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du Dir weitere Fragen stellen:
  • Ist das Produkt langlebig und haltbar? Wenn Du es Dir leisten kannst, kaufe möglichst hochwertige Produkte, die lange halten. Kaufe auch gebrauchte Dinge.
  • Habe ich Informationen darüber, welche Ressourcen die Herstellung benötigt? 
    • Frage und forsche nach, wie die Dinge hergestellt werden, die Du kaufst.
  • Gibt es alternative Hersteller, die das Produkt ökologisch verträglicher erzeugen? 
    • Schreibe Hersteller und Händler an und erkundige Dich danach. 
    • Vermeide Billigprodukte.
  • Wird das Produkt bei seiner Verwendung viel Energie brauchen? 
  • Kannst Du das Produkt auch gebraucht, aber in gutem Zustand, bekommen?

Wenn Du einkaufst, kannst Du folgende klimaschonenen Kriterien berücksichtigen:

  • Vermeide Lederwaren, denn die unterstützen nur die Massentierhaltung.
  • Kaufe Obst und Gemüse möglichst saisonal (reduziert Energieaufwand für Kühlhäuser etc.)
  • Palmölfreie (!!!) Produkte schonen den Regenwald, den wir zur Klimaregenaration brauchen. Solche Produkte findet Ihr z.B. bei https://www.waschbaer.de/shop/

Ernährung

  • Das Wichtigste: Reduziere Deinen Fleischkonsum: Jedes Schnitzel, das Du nicht isst, ist ein Erfolg!
  • Wenn Du dazu bereit bist, wähle vegane Speisen und Lebensmittel, wo immer möglich. Fleisch durch Milchprodukte und Eier zu ersetzen, ist im Hinblick auf die Massentierhaltung keine echte Alternative. Durch vegane Ernährung vermeidest Du nicht nur Leiden von Tieren, sondern verringerst auch den CO2-Ausstoß, die Abholzung von Regenwäldern für Soja-Anbau usw.
  • Kaufe regionale Produkte und vermeide z.B. Obst, das mit dem Flugzeug transportiert wird.
  • Kaufe Obst und Gemüse möglichst saisonal (reduziert Energieaufwand für Kühlhäuser etc.)

Noch viel mehr Möglichkeiten

www.myclimate.orgWas sind sinnvolle Massnahmen und Lösungen gegen den Klimawandel?
„Jeder kann zum Klimaschutz beitragen! Getreu dem Motto «Vermeiden, reduzieren und kompensieren» können wir Verantwortung für unseren eigenen ökologischen Fussabdruck, d.h. auch für unsere CO2-​Emissionen übernehmen. Zu den wichtigsten alltäglichen Ursachen schädlicher Emissionen gehören Reisen mit dem Auto oder Flugzeug, aber auch Heizung und Strombedarf sowie das eigene Konsumverhalten.“

www.nabu.deKlimaschutz beginnt im Haushalt: Die 77 besten Klimaschutz-Tipps. „Wer etwas zum Klimaschutz beitragen möchte, muss darauf achten, Energie einzusparen. Aber auch an anderen Stellen ist Handeln gefragt. Wussten Sie, dass zu hoher Fleischkonsum das Klima negativ beeinträchtigt“

Sogar der Bayerische Rundfunk macht mit: Was Sie für das Klima tun können – jeden Tag
„Weniger Auto fahren, seltener Fleisch essen, Strom sparen, bewusster einkaufen, Müll vermeiden: Klimaschutz fängt im Kleinen an, und jeder kann im Alltag seinen Beitrag leisten, Tag für Tag. Und dabei sparen Sie auch noch Geld!“

Über den Klimawandel reden, ohne zu vergraulen (gar nicht so leicht)

Nicht immer nur Eisbären: Neue Bilder vom Klimawandel eine Handreichung von Klimafakten.de: Die Bildsprache beim Thema Klimawandel ist begrenzt, oft benutzen Medien und NGOs ewig wiederkehrende Motive. Doch selten wird gefragt, welche Reaktionen und Gefühle die Bilder eigentlich beim Betrachter auslösen. Und welche Alternativmotive es gäbe. Der britische ThinkTank Climate Outreach hat nun eine gründliche Studie dazu vorgelegt – und den Ergebnissen folgend eine Fotodatenbank initiiert. Und hier geht es direkt zu den Bildern.

Wie kann man politisch gegen den Klimawandel aktiv werden?

Was bedeutet für Sie erfolgreicher Umweltaktivismus? Diese Frage hat DIE ZEIT zwei erfahrenen Umweltaktivisten gestellt (April 19). Mehr lesen…


Meine Klimabiografie

Als ich 12 Jahre alt war, kaufte sich mein Vater einen Mercedes S-Klasse und darin saß ich dann, stolz wie Oskar, fühlte mich erhaben über den Rest der Menschheit, über alle die anderen mit ihren Kleinwägen. Es es wäre mir zu dieser Zeit niemals in den Sinn gekommen, darüber nachzudenken, ob das irgendwelche Auswirkungen auf „die Umwelt“ haben könnte.

Mit 15 war mein sehnlichster Traum ein Mofa, dass ich dann auch bekommen und so auffrisiert habe, dass es am Schluss 45 km/h fahren konnte, ungefähr so laut war wie ein Düsenjäger im Tiefflug und Sprit verbraucht hat, wie ein Kleinwagen Aber ich war stolz und begeistert und liebte den Geruch ölverschmierter Motoren.

Mit 16 konnte ich mir dann endlich ein Moped leisten, eine Enduro Honda MB 50. Damit sind wir in eine alte Lehmgrube gefahren und haben mit Begeisterung „Gelände fahren“ gespielt – so gut es eben mit den wenigen PS möglich war.

Dann kam ich mit 17 zur katholischen Jugend. Ein sehr kluger, etwas älterer junger Mann, sagte zu mir: „irgendwie kommt mir das mit dem Gelände fahren so vor, wie ein Wetttrinken in der Wüste. Das Öl geht zur Neige, aber wir fahren jetzt noch mal aus Spaß spazieren. Das ist, als wenn man sagen würde, ‚wir haben jetzt nur noch Wasser für drei Tage, jetzt machen wir mal ein Wetttrinken‘. „

Für mich war das derartig einleuchtend und klar, dass ich daraufhin mein Moped verkauft habe. Als ich 18 wurde, war für mich eigentlich auch klar: „irgendwann werden alle Leute sehen, dass es so nicht weitergeht, mit dem Verkehr, mit der Verschwendung von Erdöl als Rohstoff…“  und auch der Klimawandel war mittlerweile eine für mich bekannte Größe. Also habe ich darauf verzichtet, einen Führerschein zu machen, was übrigens jahrelang viel Anlass zu Kritik gegeben hat, da ich ja schließlich doch immer wieder als Beifahrer im Auto saß, in einer Welt, die zu 80% auf´s Autofahren ausgelegt war und ist.

Zunächst arbeitete ich als Krankenpfleger und konnte so auch einigermaßen ohne Führerschein über die Runden kommen. Aber dann studierte ich und wurde – kaum zu glauben – Unternehmensberater. Dafür machte ich mit 30 zuerst mal meinen Führerschein, weil ich sonst den Job nicht bekommen hätte. Und dann: wurde ich Vielflieger bei der Lufthansa, durfte in der schönen Business Lounge sitzen und bin jede Woche mindestens zweimal geflogen – innerdeutsch! Auch wenn ich mir heute noch so sehr in den ein bestimmtes Körperteil treten könnte, dass ich all das (mit)gemacht habe, so war es eben.

Inzwischen bin ich 25 Jahre älter, immer noch Unternehmensberater und versuche, so gut es geht, klimaschonend zu reisen, indem ich die Bahn nutze. Aber auch mir passieren immer wieder Ausrutscher, sprich innerdeutsche Flüge, die wir zukünftig noch strikter vermeiden und ggf. per atmosfair „kompensieren“ werden.

Ein schwieriger Punkt ist die Tatsache, dass mein Vater auf einem anderen Kontinent lebt und wenn ich ihn sehen will – er ist inzwischen zu alt, um selbst zu reisen – dann muss ich hinfliegen. Daher sitze ich alle zwei Jahre im Flugzeug und lege insgesamt 20.000 Meilen im Langstreckenflieger zurück. Mittlerweile kompensiere ich diese Fliege via atmosfair, aber das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Viel besser wäre es, dieses CO2 gar nicht erst in die Luft zu pusten. Das ist auch ein typisches Beispiel für eine Güterabwägung, denn ich kann mir nicht vorstellen, meinen Vater überhaupt nicht mehr zu besuchen.

Nachdem ich 30 Jahre lang politisch quasi im Koma war, habe ich beschlossen, aus meiner verborgenen Wut über das Verpassen von Chancen, über das achtlose Dahingeben der Lebensgrundlagen meiner Kinder und über die strukturelle Ungerechtigkeit beim Umgang mit den Ressourcen unserer Welt, diese Webseite zu starten. Ich werde diese Arbeit weiterführen, solange wir dazu die Möglichkeit bleibt.

Während ich an dieser Webseite arbeite, muss ich leider permanent erkennen, wie viel ungenutzte Möglichkeiten, sich nachhaltiger zu verhalten, ich bislang nicht genutzt habe. Das das hat natürlich auch einen starken Impact auf meine alltägliche Lebensgestaltung, die sukzessive nachhaltiger wird. Für mich bedeutet das eine immer konsequentere vegane Ernährung, Radfahren statt Auto, Vermeidung langer Reisen in den Urlaub, eher warm anziehen, als stark heizen und so weiter.

An der Klima-Hypothek, die ich in meinem Leben angehäuft habe und nie bezahlen kann, lässt sich kaum etwas ändern und ich wünschte, ich hätte schon früher mein Verhalten korrigiert. Auch wenn es in meinem Alltagsleben noch tausend Sachen zu verbessern gibt: zumindest die Richtung ist klar und jeden Tag finde ich etwas, was ich geschickter gestalten kann. Dabei habe ich nicht das Gefühl, groß Verzicht üben zu müssen, denn meist zeigt sich, das die nachhaltigere Verhaltensoption durchaus auch eine angenehme sein kann.

Nach meiner Erfahrung braucht eine grundlegende Verhaltensänderung auch eine spirituelle Basis. Bei mir ist das eine einfache Meditationspraxis und Achtsamkeitsübung. Ich orientiere mich an den buddhistischen Lehren, die schon vor 2500 Jahren klargemacht haben, das innerer Friede nicht im Außen zu finden ist und schon gar nicht in irgendeiner Form von Konsum. Und dieser innere Friede ist mir inzwischen wichtiger, als kurzfristiger Spaß (der natürlich dennoch sein darf).

Wenn Du auch etwas über Deine Erfahrungen berichten möchtest, schreib mir doch, ich würde mich freuen – und wenn Du magst, Deinen Beitrag veröffentlichen.

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